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Ich fühle mich nicht gut obwohl alles gut ist...

Hallo liebe Schutzhütte ... ich kenne dieses Gefühl und habe derzeit auch die gleichen Probleme. Ruhelos, traurig, mutlos ...

Was mir gut hilft ist Baldrian ... "Nachtruhe" von Doppelherz, da nehme ich bis zu 6 Stück verteilt. Dazu trinke ich auch diese Gute-Nacht-Tees. Auch gehe ich zB einfach mal 2-3 Kilometer stramm um den Block und mache Zuhause bissle Gymnastik - das tut nicht nur dem Körper, sondern auch dem Kopf wohl.

Alles Gute, Du bist noch so jung - du hast noch viel Zeit für die richtig "guten Zeiten" und die kommen immer wieder.
Hallo Dunkelrot,

ich musste gerade etwas über mich lachen, weil ich zuerst DunkelBrot gelesen hatte. Ich fand den Namen witzig. Fast hätte ich dich so genannt, dann fiel es mir aber auf.
Ich nehme zur Nacht schon seit Jahren etwas. Eigentlich hilft das auch, meist aber dann, wenn ich eh schon recht entspannt bin. Erhöhen will ich das aber eher nicht. Ich bin ja froh in den letzten Jahren einiges reduziert zu haben.

Jung... Ja, das war ich mal vor 10 Jahren... Das bin ich wohl nicht mehr.

Wenn man sich auf die Bahn verlassen kann, dann fährt ab Mitte Oktober wieder ein Zug und ich kann ins Training. Vielleicht wird es dann wieder besser. Ich hoffe es sehr.

Tee ist so eine Sache...
 
Hey,
klingt echt nach einem absoluten Chaos gerade, ich kann verstehen, dass du dich so überfordert fühlst. Vielleicht helfen ein paar kleine Dinge:
- Abends kurz alles aufschreiben, was dich beschäftigt, dann bleibt es nicht die ganze Nacht im Kopf.
-10 Minuten Bewegung oder frische Luft können schon etwas Ruhe bringen, auch wenn’s nur kurz ist.
- Große Aufgaben in kleine Schritte teilen – so fühlt sich alles machbarer an.
- Selfcare falls ein paar Minuten Zeit ist: eine Gesichtsmassage mit warmem Öl, ein Bad mit AntiStress Badezusatz, Saunabesuch....

Viel Durchhaltevermögen dir!
 
Die Gedanken sind frei. 🙂

Dann lasse ich sie mal fliegen...


Wie oben schon beschrieben, fühle ich mich nicht gut, obwohl eigentlich alles soweit gut ist.

Ich persönlich glaube ganz fest, dass man sich gut fühlt, wenn tatsächlich alles gut ist. "Gut" muss nicht heißen, man "fliegt", aber es ist gut, normal, "es plätschert".

Vielleicht geht es dir wie mir manchmal: dass du "aus dir selbst hinaussteigst" und dein Leben aktuell "von außen" anschaust, objektiv, aus der Perspektive von anderen. Objektiv betrachtet, aus einem inneren Abstand heraus, sieht vielleicht alles gut aus: man schafft die Dinge, die man schaffen muss, man isst, man schläft (wenn auch schlecht, aber gut genug, dass man die Dinge, die man schaffen muss, immer noch schafft usw.).

Leider ist da Leben aber was sehr persönliches, und es "von außen" zu betrachten schafft eine Distanz, die man selbst eigentlich nicht hat, weil man mittendrin steckt im eigenen Leben. Deshalb finde ich es wichtig, dass man die Blickrichtung wieder zurück wechselt und statt "von außen" wieder "von innen" schaut - und vor allem auch nachspürt und fühlt. Dadurch stellt man dann vielleicht doch fest, dass nicht alles so richtig gut ist...

Ich würde all die Dinge, die du genannt hast, nicht schaffen... Ich finde, es ist eine ganze Menge. Wenn man mal in ein "normales" Leben schaut, dann ist da eigentlich kein Gerichtsprozess. Und nicht unbedingt Therapie. Hier möchte ich gleich mal dazu sagen, dass meiner Ansicht nach der Begriff "normal" nicht bedeutet "gut" oder "schlecht", sondern "wie bei den meisten Menschen".

neben Uni, Arbeit, Therapie, Haushalt, Gerichtsprozess...

Auch nimmt nicht jeder zusätzlich zur normalen Uni Extra-Uni-Arbeit an. (Die meisten Leute, die ich kenne an der Uni, oder kannte, waren schon mit dem "normalen" Pensum bedient.)

Habt ihr Ideen was ich tun könnte, damit die Tage wieder etwas heller werden? Eigentlich kann ich mir diesen Zustand gerade jetzt so gar nicht leisten.

Deshalb wäre meine Idee, wieder mehr "in mich" zu gehen, bewusst zu verlangsamen und weniger zu machen. Alles, was nicht sein muss (wirklich muss), lassen, an Arbeit, Workshop, usw. Ich habe mich früher häufiger in Situationen wiedergefunden, in der ich mir den Zustand, den du beschreibst, nicht leisten konnte. Aber er war trotzdem da. Und ging nicht weg durch mehr tun. Ganz im Gegenteil, wenn man sich das vorstellt wie mit einem Fahrrad den Berg hochzufahren und der wird immer steiler und steiler, dann kippt man irgendwann mit dem Rad um und hat Mühe zu atmen.

Die Lösung liegt meiner Erfahrung nach immer zuerst darin, dass man anerkennt, wie die Realität ist. Dass man sie zulässt - und sich erlaubt, darüber dann z. B. traurig oder verzweifelt oder sauer sauer zu sein. So kann man wieder zu sich zurück kommen, "von innen", oder vielleicht besser "ins Innen", und dann kann man vielleicht auch wieder besser spüren, was man wirklich braucht. Bei mir ist das dann immer Ruhe gewesen, weniger...

Es muss für dich nicht passen... Aber das waren meine ersten Gedanken dazu...
 
Hey ihr,

ich hole diesen Faden nochmal raus, weil es mir gerade passend erscheint.

Ich habe jetzt drei von vier Tagen ein Blockseminar hinter mir, in dem ich auch gestern eine Prüfung abgeleistet habe. Dieses Seminar hat einen enormen Impact auf mich und ist mental sehr anstrengend für mich. Zum einen, weil es um Systemische Beratung geht und viele Kommilitonen dieses Setting nutzen, um wirklich schwere Themen auszupacken. Zum anderen aber auch, weil es sehr viel Gruppenarbeit und Interaktion beinhaltet. Meine Prüfung lief gut, aber sie hatte mich dennoch sehr gestresst. Ich halte nach wie vor sehr ungerne vor vielen Leuten einen Vortrag. Und dann ist da noch ein Mitstudent, der mich sehr herausfordert, was den Raum dort für mich unsicher wirken lässt.

Ich bin jetzt gerade Zuhause und spüre sehr deutlich, dass ich an meinem Limit angekommen bin. ABER - und das ist ja gerade auch eine Baustelle von mir - ich bin mir so unsicher, ob ich da auf mich hören soll, ich mich nur "anstelle", oder die Zähne jetzt zusammenbeißen soll.
Ich würde am liebsten jetzt eine Grenze ziehen und den letzten Seminartag ausfallen lassen. Aber irgendwie traue ich mich das auch nicht... Warum nicht, kann ich nur ganz schwer erklären. Ich weiß nur, ich habe mein Limit erreicht.
 
Ich bin jetzt gerade Zuhause und spüre sehr deutlich, dass ich an meinem Limit angekommen bin. ABER - und das ist ja gerade auch eine Baustelle von mir - ich bin mir so unsicher, ob ich da auf mich hören soll, ich mich nur "anstelle", oder die Zähne jetzt zusammenbeißen soll.
Ich würde am liebsten jetzt eine Grenze ziehen und den letzten Seminartag ausfallen lassen. Aber irgendwie traue ich mich das auch nicht... Warum nicht, kann ich nur ganz schwer erklären. Ich weiß nur, ich habe mein Limit erreicht.

Ist denn dieser letzte Tag irgendwie wichtig, relevant? Nicht für andere, sondern für dich? Brauchst du ihn dringend, weil du sonst schlechter bewertet werden würdest, oder ist er irgendwie anders entscheidend? Oder wäre die Konsequenz deines Wegbleibens "nur", dass vielleicht jemand schlecht darüber denken könnte (evtl. auch du selbst von dir?) oder dass du Inhalte verpasst (die du aber selbst nachholen könntest)?

Wenn man sein Limit erreicht hat, hat man sein Limit erreicht. Spätestens (!) dann sollte man schon auf sich hören. Leider geistert in unserer Gesellschaft ein Mythos herum: dass das, was richtig ist, sich auch gut anfühlt. Das ist aber nicht unbedingt so. Besonders, wenn man bestimmte Erfahrungen nie gemacht hat.

Was ich meine: Wenn man nie gelernt hat, auf sich und die eigenen Grenzen zu hören (zumindest in bestimmten Situationen, wo es aber besser wäre), dann hat man auch nie die Entscheidung getroffen, wie jetzt in deiner Situation, die, den letzten Seminartag ausfallen zu lassen. D. h. man hat dann nicht die Erfahrung gemacht, wie gut man sich fühlen kann, wenn man tatsächlich auf sich hört und absagt und sich danach an dem "freigewordenen" Tag ausruhen kann, statt den auch noch durchzuboxen, obwohl man sein Limit erreicht hat. Man kann die Erfahrung, dass so eine Entscheidung eine gute Entscheidung ist, nur machen, wenn man die Entscheidung auch trifft und dann schaut danach "wie geht's mir damit jetzt". Bei den ersten Malen wird sich die Entscheidung vielleicht auch erst mal noch schlecht anfühlen, weil man den "freigewordenen Tag" gar nicht zur Erholung nutzen kann, weil man trotzdem in sich die "alten Stimmen" hört, die sagen, "du hättest dich zusammenreißen sollen", "das hättest du auch noch geschafft", "blau machen ist eigentlich nicht ok", oder wie sie eben lauten. Aber spätestens mit der Zeit merkt man eben doch: wie gut, dass ich das so entschieden und auf mich gehört habe. Und mit der Zeit, mit mehr solcher Entscheidungen, festigt sich auch, dass man seine Grenzen immer besser erkennt. So sehr, dass man dann schon weit bevor man sein Limit erreicht, Pausen einlegt - damit man sein Limit gar nicht erst erreicht! Denn wenn man sein Limit erst erreicht hat, kann man eigentlich gar nicht mehr weiter gehen... Man ist ja dann schon am Ende angekommen und hat dann gar nicht mehr wirklich große Wahlmöglichkeiten, wie man damit umgeht. Oft kommt dann eine Art "Zusammenbruch" (ob körperliche Erkrankung vor Erschöpfung, oder ein mentales Es-geht-nichts-mehr).

Wenn man gewisse Erfahrungen gemacht hat, in der Kindheit, oder auch später, dass andere solche Dinge gesagt haben zu einem, wie "reiß dich zusammen", dann kann das in einem "gespeichert" werden und diese Erfahrungen können ähnlich wie Szenen eines Films im Heute ablaufen, automatisiert, besonders, wenn man schon sehr belastet ist.

Wir leben aber auch in einer "Leistungsgesellschaft", die nicht ohne Grund so heißt - es geht um Geld, Arbeit, Leistung. Und in so einer Gesellschaft haben eigene Grenzen, Pausen, Nachsicht, Mitgefühl etc. leider wenig Stellenwert. D. h. auch durch die Gesellschaft kann man geprägt sein, was Sätze angeht wie "reiß dich zusammen" usw. Manchmal ist es ja auch gut, wenn man Dinge noch schafft, z. B. bei der letzten Prüfung vor einem Abschluss. Dann ist es unter Umständen besser, sich noch durchzubeißen (wenn man noch kann). Aber ganz oft muss man eben nicht. Und viele Menschen hauen eben solche Sätze (wie "reiß dich zusammen") raus, um den anderen noch zu motivieren, durchzuhalten - ohne aber darauf zu schauen, wie es dem wirklich geht, oder auch, ohne es wirklich zu wissen. Es geht ja nicht darum, dass man grundsätzlich faul ist und nichts tut. Es ist ja oft das Gegenteil: man tut viel zu viel und findet gar nicht mehr den Absprung von "Leistung, Leistung, Leistung".

Ich kann nur ermutigen dazu, neue Entscheidungen für sich zu treffen. Und danach zu schauen, wie geht es mir jetzt damit? Und auch nicht nach einer neuen Entscheidung für sich aufzugeben, weil es sich nicht sofort gut und richtig anfühlt. Wenn man Dinge bewusst wieder "verlernen" will, das kann etwas dauern, weil man es ja für viele Jahre anders gelernt und praktiziert hat. Aber wenn man dann mal eine neue Erfahrung macht und feststellt "das war genau richtig, das anders zu entscheiden" und (zum Beispiel!) den letzten Seminartag abzusagen, dann "versteht" man erst richtig, wie viel man sich vorher abverlangt hat. Und diese Erfahrung wünsche ich jedem, der sie noch nicht gemacht hat.

Ich kann natürlich nicht für andere entscheiden, aber wenn der Seminartag keine relevanten Auswirkungen haben kann, darf man auch mal absagen. Man sagt ja auch nicht ab, um mit dem Privatjet eines Freundes einen Tag in Paris zu verbringen ;-) Man sagt ab, weil man nicht mehr kann. Und man darf nicht mehr können und sich das auch eingestehen und entsprechend für sich sorgen. Auch, wenn es sich (erst mal) nicht gut anfühlt.

Sorry, dass es so lang ist... Aber ich finde wichtig bei solchen Themen, dass man sich auch die Hintergründe für das eigene (gewohnte) Verhalten anschaut. Denn man kann solche, wie ich sie nenne, "alten" oder "fremde Stimmen" abstellen, wie ein Lied, das einem im Radio nicht gefällt. Aber das geht meiner Erfahrung nach nur durchs tiefer gehen...

Das alles natürlich nur meine Erfahrungen... es muss nicht passen.

Ich wünsche dir, dass du einen für dich guten Weg findest.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey, danke für deine wertvolle Antwort. Ja, du hast absolut Recht mit dem, was du schreibst.

Ich weiß auch, dass ich dringend daran arbeiten muss und ich tue dies auch bereits. Es fällt mir trotzdem oft richtig schwer zugeben zu müssen, dass ich nicht mehr kann. Aber ja...

Ich hatte für heute für mich einen Kompromiss gefunden. Da ich wusste, das heute ein Thema bearbeitet wird, das mir privat noch sehr schwer fällt das auszuhalten, habe ich kurz vor Seminarbeginn meine Dozentin gebeten mir Bescheid zu geben, wann genau dieses Thema besprechen wird, damit ich dann gehen kann.
Sie hatte dann ihren Plan geändert und dieses Thema ans Ende gesetzt. Damit konnte ich den Vormittag dann noch mitmachen und dann nach Hause gehen. 🙂
 
Es fällt mir trotzdem oft richtig schwer zugeben zu müssen, dass ich nicht mehr kann. Aber ja...

Ich finde, es ist sehr, sehr viel wert, sich überhaupt das Merken zu trauen und sich dem, was man merkt - im eigenen Tempo, und nur, wenn man das möchte - zu stellen.

Ich hatte für heute für mich einen Kompromiss gefunden.

Freut mich sehr für dich! Auch, dass die Dozentin auf dich eingegangen ist. Toll!
 

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