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Ich brauche eine neutrale Sichtweise - Vorsicht, sehr lang!

stachelhäschen

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich brauche mal einen neutralen Blick auf den aktuellen Stand meiner Beziehung ... Ich wusste ja bereits von Anfang an, dass es nicht einfach würde, aber im Moment stecke ich wirklich in einer echten Depriphase und bin einfach nicht sicher, ob es sich lohnt, weiter zu kämpfen oder ob ich jetzt einfach aufgebe ... auch wenn es sehr weh tun würde, aber in der Hoffnung, dass das Traurigsein dann irgendwann einmal vorbei sein wird ...

Ein bisschen ausgeholt: Ich habe meinen jetztigen Partner nur ein paar Wochen nach der Trennung von meinem Ex kennengelernt, mit dem ich über 15 Jahre zusammen und mehr als 10 Jahre verheiratet war. Ich hatte damals eigentlich überhaupt keine Lust, sofort in eine neue Beziehung zu stolpern ... Von daher war unser erstes Treffen auch für uns beide sehr "unverbindlich".

Es blieb aber nicht bei dem unverbindlichen Treffen ... Wir schrieben uns, schickten SMS und haben uns vier Wochen später ein zweites Mal getroffen. Da sagte er mir, dass ich ihm versprechen muss, dass ich mich nicht in ihn verliebe - er würde mir nicht gut tun ... Habe ich versprochen, aber nicht gehalten ... Ich war bald bis über beide Ohren in diesen Kerl verknallt ... Ich hatte Angst, dass er mich verlässt, wenn er es merkt und lange so getan, als wäre da nicht mehr, aber er hat's natürlich doch gemerkt ... Wir haben lange darüber gesprochen, und sein Fazit war eigentlich immer: Ich bin ein "a..ch", ich werde Dir nicht gut tun.

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass uns fast 200 km trennen, eine Fernbeziehung also.

Er hat oft gesagt, dass er sicher ist, dass er mir nicht geben kann, was ich suche und dass es okay für ihn ist, wenn ich irgendwann einen anderen finde, der mir gibt, was ich brauche.

Bis auf die Tatsache, dass er fast ein Jahr gebraucht hat, bis er mich seinen Freunden als seine "Freundin" vorgestellt hat und ich er mir in vier Jahren noch nicht einmal sagen konnte, dass er mich gern hat, läuft (lief?) unsere Beziehung allerdings super. Wir sind sehr offen miteinander, wir können (konnten?) über wirklich alles reden - Auch das Thema, dass es mir weh tut, dass er nicht so viel Nähe braucht wie ich, dass er nicht sagen kann "Ich hab' Dich lieb" haben wir oft adressiert. Er war dabei immer eher hilflos als wütend, wenn ich deswegen mal wieder weinen musste. Und sein Tenor ist immer der selbe: "Ich habe Dir gesagt, ich tue Dir nicht gut .... Es ist schade, dass Dich das so traurig macht ... "

Aber selbst, wenn ich fühle, dass ich ihm viel bedeute, dass ich ihm wichtig bin ... mit Worten drückt er immer das Gegenteil aus. Das maximale, was ich höre ist: "Du bist mir nicht egal ... Ich verbringe gern Zeit mit Dir ..." - Und ein einziges Mal ein im Einschlafen gemurmeltes "Du bist einfach toll"

Er ist selbstständig, und seit etwa 5 Monaten hat er einen Auftraggeber, der nur knapp 20 km von meinem Zuhause entfernt ist. Zwei bis dreimal die Woche muss er dort sein, und ich hatte Anfangs gehofft, dass ich ihn deshalb sehr viel öfter sehen würde. Er hatte davor einen Auftrag in einer Stadt ca. 50 km weg, da kam er oft abends spontan bei mir vorbei. Aber jetzt - er fährt lieber morgens die 200 km zum Auftraggeber und mittags wieder nach Hause, statt dass er hier vorbei kommt.

Vor ein paar Wochen waren wir bei einem Freund von ihm auf einen Geburtstag eingeladen, und er hat sich sehr gefreut, dass ich es mir einrichten konnte, abends zu ihm zu kommen. In seinem Bundesland war Feiertag, für mich war es mitten in der Arbeitswoche. Da ich auch selbstständig bin konnte ich das aber kurzfristig einrichten. Auf der Hinfahrt haben wir noch miteinander telefoniert und gescherzt und geplaudert. Er kam auch von einem Auftrag und erwähnte, dass es etwas später wird, weil er im Stau stand. Als er dann ankam, war er wegen des Staus schlecht gelaunt. Wir sind dann auf den Geburtstag gefahren, wo er kaum mit mir geredet hat. Als ich ihn darauf ansprach meinte er "Ich habe jetzt einfach keine Lust zu reden" und drehte sich demonstrativ weg ... Toll ... Dafür war ich mal spontan 200 km gefahren, um jetzt wie der Depp dazustehen und ignoriert zu werden ... An dem Abend ist bei mir - glaube ich - etwas zerbrochen.

Ich weiß, dass er im Moment unter großem Druck steht und mit seinem Leben nicht zufrieden ist. In einem Gespräch neulich meinte er, dass er einfach nicht weiß, was ihm an seinem Leben nicht gefällt, aber er ist unzufrieden. Als ich ihn gefragt habe, ob er mit unserer Beziehung zufrieden ist kam ein "Ich weiß es nicht". Auf die Frage, was ihn daran stört kam auch nur: "Ich weiß es nicht ... Ich weiß nicht, ob ich zufrieden oder unzufrieden bin".

Am Anfang unserer Beziehung war uns beiden wichtig, dass wir eine "offene" Beziehung führen. Wir kamen beide sehr frisch aus einer anderen Beziehung und wollten uns nicht gleich wieder festlegen. Wir haben beide nie von dieser "Offenheit" Gebrauch gemacht ... Und kürzlich gab es eine Situation wo sich herausstellte, dass er es überhaupt nicht mehr gut fände, wenn ich meine "Freiheit" nutzen würde. Daraus schließe ich, dass ich ihm wohl absolut nicht "egal" bin ...

Den Auslöser für diesen Beitrag gab dann ein Gespräch heute Abend: Vor ein paar Tagen hatten wir darüber gesprochen, ob wir vielleicht die Tage nach Weihnachten gemeinsam in Urlaub fahren könnten, Klettern (unser beider Hobby) in Griechenland. Wir sind beide in der Zeit kinderfrei, eine Gelegenheit, die wir nur sehr, sehr selten haben. Ich habe mich total darüber gefreut, dass er den Vorschlag gemacht hat und mich auf 8 Tage Zweisamkeit gefreut. Heute Abend haben wir dann telefoniert, ich hatte Preise recherchiert und ihm zugerufen. Da fragt er "Hast Du was dagegen, wenn xy mitkommt?" (ein gemeinsamer Freund, mit dem wir oft zusammen klettern gehen). Okay ... Enttäuschung ... Wenn ein Dritter dabei ist, ist er niemals in der Lage, Nähe zu zeigen ... Es wird also ganz sicher kein Kuschel- und Romantikurlaub ... Sondern den ganzen Tag Unternehmungen zu dritt und abends gemeinsam in die Kneipe bis wir müde ins Bett fallen ... Aber okay, ... ich mag xy, von mir aus.

Aber dann: "Du musst Deine Tochter ja schon am 03.01. abholen ... Ich habe noch ein paar Tage länger Zeit. Ich würde dann mit xy noch ein paar Tage bleiben. Ist das okay? Wir würden ja eh nur im Flieger nebeneinander sitzen, und Du fährst dann nach Hause zu Dir, dann kann ich gleich noch ein paar Tage länger bleiben?". Nein, das ist für mich absolut überhaupt nicht okay ... Dadurch wird es zu einem Urlaub mit xy, dem ich mich ein paar Tage anschließen darf ... Und ich habe schon überhaupt keine Lust mehr, das Ticket zu buchen. Ich habe ihm das nicht gesagt, ich weiß, wie wichtig ihm seine Freiheit und dieses Hobby im speziellen ist. Aber ich weine, seit ich das Telefon aufgelegt habe .. Ich bin einfach nur traurig, weil ich das Gefühl habe, dass unsere Beziehung gerade an einem absoluten Tiefpunkt angekommen ist. Ich bin nicht mehr in der Lage, die vielen, vielen guten Momente zu sehen, ich sehe nur noch, wie oft ich trotz Partner allein bin ... Wie oft ich neben ihm liege und er ist meilenweit weg ... Und ich kann das mit ihm nicht mehr thematisieren, weil ich fühle, dass er die Flucht ergreift, wenn ich das zu oft erwähne, zu sehr einenge ....

Ich mag das hier noch einmal klarstellen: Ich bin sicher, dass es keine andere in seinem Leben gibt. Er ist schon immer sehr in sich zurück gezogen, wenn er unter Stress steht ... Aber wir hatten noch nie eine Phase, wo das so lange ging wie jetzt (mal ein paar Wochen, aber jetzt sind es schon Monate ... ). Ich weiß, dass er in einer Beziehung eine lange Leine braucht, er hat mir diesbezüglich nie etwas vorgemacht. Aber wir hatten auch sehr, sehr enge Momente und eine wunderschöne Zeit ... Wir können Meinungsverschiedenheiten haben, die aber nie lange für Streit oder schlechte Stimmung sorgen. Das einzige, was das ganze vergiftet, und im Moment mehr als je, ist unsere unterschiedliche Vorstellung von "Nähe" ... Ich weine deswegen in letzter Zeit sehr oft, und sein anfängliches Verständnis dafür weicht mehr und mehr einer Hilflosigkeit, die in Verärgerung umschlägt ...

Wäre dieser Urlaub jetzt ein Urlaub mit ihm allein glaube ich, dass er einiges wieder gerade rücken könnte. So bin ich aber gerade nicht sicher, ob er nicht der letzte Auslöser ist, den es für eine Trennung noch braucht ... Wobei der Gedanke daran, ihn zu verlassen, mir unglaublich weh tut ... Ich liebe ihn, und ich weiß, ich fühle, dass er mich gern hat ... Aber ich verliere den Kampf gegen die Mauer, die er um sich herum aufgerichtet hat ... :-(
 
für mich hört es sich an als ob er noch auf der suche nach sich selbst ist also in einer sogenannten selbstfindungsphase bei der du ihn nicht stören solltest

lass ihn machen rechne einfach mit dem schlimmsten da du eh weisst wie er über alles und die beziehung denkt

erst wenn ihm klar wird was er an dir hat und vorallem was er selbst überhaupt vom leben will kann man drauf aufbauen

übe dich in geduld

lg
 
4 Jahre sind aber lang für eine Selbstfindungsphase. Wie lange willst du noch warten bis er sich endlich selbst gefunden hat? Zumindest war er ehrlich und hat dir gleich gesagt, er tut dir nicht gut. Damit hat er recht. Ich würde nicht als 3. Rad am Wagen mit in den Urlaub fahren. Laß ihn mit seinem Klettterfreund allein rumklettern und rede nach dem Urlaub mit ihm ob und wie eure Beziehung überhaupt weitergehen soll. Erstaunlich , dass du diesen Eiertanz seit 4 Jahren mitmachst.
 
punto, die ersten Monate bin ich davon ausgegangen, dass wir ein paar schöne Wochen oder Monate haben werden, dass diese Beziehung aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.

Dann ist die Beziehung gewachsen ... Fast immer war es er, der von sich aus den jeweils nächsten Schritt gemacht hat. Und in mir ist die Hoffnung gewachsen, dass er irgendwann an dem Punkt angekommen ist, dass er auch sagen kann "Ich hab' Dich gern.". Wir haben so viele gute Zeiten gehabt, in denen ich mir immer sagen konnte: "Pfeif drauf, dass er es Dir nicht sagen kann. Solange ich es spüre, solange er es lebt, dass er mich mag, kommt's doch auf die Worte nicht an."

In einer Phase im letzten Jahr, als es ihm sehr gut ging, waren wir sehr, sehr nahe an diesem Punkt. Da erwähnte er auch einmal im Gespräch, dass er neben einem tollen Job und tollen Kindern auch eine super Beziehung hat ... Aber leider wird eben diese Beziehung von ihm in jeder Phase, in der es ihm nicht gut, irgendwie mit auf den Prüfstand gestellt ... Und jetzt - so ganz langsam - verliere ich die Kraft, noch weiter zu hoffen.

Ich denke, dass ich mich rein aus Vernunftsgründen trennen sollte - Es tut mir nicht gut, fast jeden Tag zu weinen, weil ich damit nicht mehr klar komme. Aber ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass ich jemals aufhören werde zu weinen, wenn ich mich von ihm trenne ... :wein:
 
die trennung solltest du in erwägung ziehen

besser jetzt die schmerzen ertragen als ein leben lang

noch eins: durchdenke diesen schritt genau den du hast viel in diese beziehung investiert
 
Ich danke Dir prophet ... Dafür, dass Du zwar meiner "Vernunft" recht gibst, ich aber zwischen Deinen Zeilen lesen darf, dass es sich vielleicht trotzdem lohnt, weiter zu kämpfen?

Ehrlich, ich trage mich mit dem Gedanken an Trennung seit diesem Abend auf dem Geburtstag, weil das so kalt und abweisend war und für mich eine so schreckliche Situation, da ich seine Freunde eben nicht so gut kenne, um seine Ignoranz einfach durch nettes Geplaudere mit anderen aufzufangen. Ich konnte an dem Abend nicht einfach gehen, weil er gefahren ist und ich nichtmal Geld für ein Taxi dabei hatte und stand da in der fröhlichen Menge, verzweifelt bemüht, nicht in Tränen auszubrechen.

Er hat sich später dafür entschuldigt, total betroffen weil ihm überhaupt nicht klar war, wie ich mich damit gefühlt habe. Dass er nicht reden will kommt schon öfter mal vor, und das ist okay. Ihm war aber nicht bewusst, dass die Situation eine ganz andere ist, wenn ich mal eben 200km fahre, um ein paar Stunden mit ihm zu feiern und dann so stehen gelassen werde.

Warum ich das schreibe? Weil ich seit vier Wochen überlege, ob es nicht besser ist, sich zu trennen. Seit vier Wochen gibt mir jedes Treffen mit ihm wieder das Gefühl, dass er es wert ist. Und seit vier Wochen weine ich nach jedem Telefonat, dass wir führen ...

Ich überlege, ob er vielleicht merkt, dass ich ihm doch etwas bedeute, wenn ich mich von ihm trenne. Ob das für ihn ein Auslöser sein kann, alles zu überdenken. Aber dann finde ich den Gedanken albern - und die Angst ist riesengroß, dass ihn eine Trennung vielleicht maßlos verletzt (ich glaube, dass würde es), aber er dann einfach seine Mauern noch höher zieht ... Für mich unüberwindbar und für die nächste Frau in seinem Leben noch etwas verschlossener, als sie für mich jetzt sind ...

Ich will diesen Mann nicht verlieren - Aber ich will auch mich nicht verlieren :-(
 
Die Beziehung wird nach seinen Bedingungen geführt. Wenn du mitziehst, ist alles o.k. Wenn nicht, bist du raus.
Und er hat dir ja gleich gesagt, er sei ein A****loch, welches dich unglücklich macht".
Damit hat er einen Freischein für alles.

Für mich liest sich das alles gar nicht nach Beziehung, sondern nach Bekanntschaft mit Sexanschluss. Ihr habt keinen gemeinsamen Alltag und nichtmal richtige gemeinsame Ferien.

Klingt zudem, als sei er ausgesprochen egoistisch unterwegs.

Leider tendieren Frauen häufig dazu, sich Beziehungen schönzureden. Aber ein totes Pferd ist tot. Da helfen keine guten Worte.

Ich würde den Urlaub stornieren und mich eine Weile nicht melden.
 
du kannst nicht die ganze zeit alles dafür tun,
damit er sich nicht von dir trennt
(siehe dein letzter absatz).

ich würde auch nicht mit in diesen "urlaub'"' fahren.
 
Ihr habt beide Kinder? Ist das so? Und dann seid ihr beide auch noch selbständig und habt im Beruf Stress?

Warum lebt ihr nicht einfach eine Sex-Beziehung, in der ihr gegenseitig nur für Wellness sorgt, wenn ihr euch trefft? Die üblichen Beziehungsmuster zu leben auf 200 km Entfernung und mit Beruf und Kindern...oh oh, da ist es kein Wunder wenn es eng wird.

Löse dich doch einfach von deinen Vorstellungen von Beziehung. Das wäre auch eine Möglichkeit.

Allerdings sollte dein Freund etwas an seiner Kommunikation arbeiten und klare Worte sprechen. Irgendwie quält er dich und lässt dich in der Luft hängen, so mein Eindruck.

Und vergiss auch nicht, dass es enorm wichtig ist, dass der Mann gute Worte für dich haben sollte und dich wertschätzen sollte! Wenn er dir keine Komplimente macht und dich emotional verhungern läßt, dann ist er wohl mit seinem Leben überfordert oder hat ein allgemeines Problem mit Frauen.
 
wie gesagt die sache realistisch sehen alles in erwägung ziehen

er wird sich nicht ändern soviel ist klar ob du das mit deinen zukunftsplänen vereinbaren kannst ist fraglich und in der tat lässt er dich schon wie ein fisch an der angel zappeln auf dauer wird dich das fertig machen

vieleicht solltest du mal an dich selber denken und deiner gesundheit ein gefalllen tun ? zumindest eine von dir eingeleitete trennung für kurze zeit in erwägung ziehen? kannst dann die situation weniger emotional einschätzen? und so vielleicht für klarheit sorgen

egal was du tust du schaffst das schon^^
 

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