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Ich brauche dringend Hilfe wegen meiner Freundin!

Also ich weiss wer es ist, aber ich hab ihr gesagt, dass Sie mich nie mit ihm "zusammenbringen" soll - ich wüsst nich was ich machen würde, weil der Gedanke, dass Sie ihn seit einigen Jahren wieder sieht ist abstoßend - er hat sich entschuldigt bei ihr, er wollte das nicht usw....es blieb anscheinend auch """"nur""" bei körperlicher Gewalt - also keine totale Vergewaltigung.


Tyra: Also wir sind beide sehr glücklich und ich glaub das wird eine tolle Beziehung werden! Ich hab Sie, nachdem ich hier um Rat gefragt habe, einmal zur Seite genommen und Ihr gesagt, was ich darüber denke - ich meinte Sie soll sichs nur anhören und nichts dazu sagen, sondern einfach nur hören was ich darüber denke - ich musste das sagen.

Ich meinte zu Ihr, dass Sie ein Trauma hat und das nach 10 Jahren. Das Sie, wenn Sie einmal bereit dazu ist, mit mir drüber reden soll/kann und ich ihr helfen möchte, den Schritt auf einen Psychologen einmal gehen kann und den Kerl dann auch anzeigen soll. Sie meinte, Sie wird ihn nicht anzeigen, weil Sie das vergessen möchte und er das damals nicht wollte (er war 16, und Sie war 8 damals). Sie hat mir gesagt, dass Sie damals alles über das Thema Trauma gelesen hat und Sie kennt sich tatsächlich gut aus. Sie hat auch einen Verteidigungskurs gemacht usw. aber ist nie zum Psychologen gegangen. Und Sie meinte, dass es für Sie so wie es ist, am besten ist. Das mit den krassen Reaktionen findet Sie nicht schlimm...Sie meint, das hat Ihr geholfen, die "richtigen Jungs" auszusuchen und nicht irgendwelche oberflächlichen Typen, die Sie nur abschleppen möchten usw. und Ihr Verhalten akzeptiert haben.


Ich konfrontiere Sie erstmal nicht mehr damit. Sie meinte Sie kommt damit klar und kann dem Kerl auch heute "Hallo" sagen und so. Wenns für Sie so in Ordnung ist, dann passt es ja denk ich.


Muss man ein solches Traume (wie ich geschildert hab, Hals Bauch usw) unbedingt behandeln lassen? Sie hat nicht das Bedürfnis drüber zu reden und meinte, man geht nur dann innerlich kaputt, wenn man drüber reden muss, aber mit niemandem drüber reden kann....
 
Hi blaugelb,

freut mich zu hören, dass ihr glücklich miteinander seidt und es auch beiden gut geht...
Wie du es gemacht hast, die SAche sachlich anzusprechen, und so, finde ich echt gut...

Ein Muss zur Trauma-Behandlung gibt es nicht...es kommt halt drauf an, wie der Einzelne die Sache verarbeitet und später im Leben damit klarkommt...
Und es kommt auch drauf an, ob eventuelle Spätfolgen weitere Beziehungen stark belasten oder nicht....Ihr müsst halt beide gucken, ob's so funktioniert oder nicht...
In den letzten Jahren sind Traumatherapien ins Licht der Öffentlichkeit gerückt...in der FZ gab es auchmal nen guten Artikel drüber...aus wissenschaftlicher Sicht ist ne Traumatherapie nach Unfällen oder Überfällen oder Naturkatastrophen etc. schon ne sinnvolle Sache....ohne so eine Therapie kann man natürlich auch weiterleben und überleben...allerdings sehr häufig mit verminderter Lebensqualität...DAs ist aber von Mensch zu Mensch verschieden. Manche stecken ne Menge weg, manche haut schon ein kleiner Vorfall nachhaltig aus den Pantinen...
Deine Freundin scheint ja nicht zu denen zu gehören, die von vornherein verdrängen, sondern sie scheint sich auf Eigeninitiative hin mit der Sache auseinandergesetzt zu haben...das ist schon was! Ich selber hab es übrigens ähnlich gemacht nach einer nicht leichten und zeitweilig traumatischen Kindheit...bei mir und meiner jüngsten Schwester hat es auch ohne Therapien geklappt bei meiner mittleren Schwester allerdings nicht, sie ist letztes Jahr psychisch zusammengeklappt und ist nun in Therapie....

Wie auch immer: ich wünsche euch beiden weiterhin alles Gute...ihr werdet schon das Richtige machen, geniesst erstmal euer Glück, habt Vertrauen in euch selbst und gegenseitig...dann geht so leicht nix schief!

Lieber Gruss
Tyra
 
Hy blaugelb!
Also, ich hab' mir das hier durchgelesen und finde es ganz wunderbar wie du versuchts deienr Freundinn zu helfen und für sie da zu sein!
Ich hoffe das es gut läuft, auch weiterhin, mit Euch beiden! 🙂

Aus meinen persönlichen Erfahruingen möchte ich dir sagen das für mich z.B. eine Therapie nie in Frage käme.
Erstens weil ich einfach nicht mit Fremden so Auge in Auge darüber reden könnte und zweitens weil ich ein Mensch bin der Dinge sehr bewußt durchdenken und halbwegs gut selbst daran arbeiten kann. *denk ich zumindest*
Scheinbar hat deine Freundinn sich ja auch gut informiert, setzte sich auch für sich selbst schon damit auseinander und vielleicht ist für sie zur Zeit "ok" so wie es ihr damit geht.
Ich würde deine Freundinn nicht in Richtung Therapie drängen, aber wie du es machst finde ich es super: Du sagst ihr ganz einfach was du denkst ohne sie zu drängen.

Sag bzw.zeige oder vermittle ihr zwischendurch einfach immer wieder das du für sie da bist und ihr zuhören wirst, wenn sie dich braucht oder reden will.
Ich glaube das ist das schönste was man tun kann- tausend mal schöner als jede Therapie wenn man einen Partner hat den man liebt, der Verständnis zeigt so wie du! :->

Und das wegen den Berührungen könnt ihr ja vielleicht gemeinsam versuchen nach und nach abzubauen, mit viiiiel Vertrauen, Geduld und sanfter Zärtlichkeit. *
Ich wünsche euch beiden von ganzem Herzen alles gute!
*glg*
Idril
 
Hallo 🙂

ja, ich denke ich mach das so wie Ihr sagt - ich hab auch schon mittlerweile gemerkt, dass ich um einiges langsamer auf sie zugehen muss, wie das bei anderen freundinnen der fall war bisher.

Deine Idee, Idril, ist wohl sehr gut und auch nachvollziehbar. Ich werde mich ins Zeug legen, Ihr zu zeigen, dass ich auf jeden Fall da bin.

Wisst Ihr was paradox ist? Die ganze Sache scheint die Beziehung nun auch zu festigen - Ihr Geständniss und Ihre Reaktionen waren anfangs auf jeden Fall ein kleiner "Schock", aber ich denke das ist auch eine Art "Prüfung" die wenn man gemeistert hat dazu führt, dass es einen noch mehr zusammenschweißt - jedenfalls ist das so ein Gefühl.

Was ich nicht verstehe ist (und das habe ich auch schon vorher gehört, bevor ich mich dam it auseinandersetzen musste), dass Mädls die Opfer von Gewalt wurden, sich immer die Schuld geben oder aber den Peiniger verteidigen - das bleibt für mich immer ein großes Fragezeichen...aber vielleicht muss man sowas selbst durchgemacht haben, um das zu verstehen...


hey, es ist echt schön, dass es so hilfsbereite menschen gibt wie euch! auch wenn das alles hier anynom ist, aber ich finde den gedanken und das gefühl schön, dass man hier echt versucht zu helfen und verstanden wird. 🙂
 
Hi blaugelb,

ich denk du liegst da schon richtig mit dieser Art Prüfung in Hinsicht auf deine Reaktion. Zum einen ist das Outen ja ein echter Vertrauensbeweis und dann muss sich dieses Vertrauen natürlich noch bestätigen, was es ja auch getan hat, denke ich, da du so super reagiert hast...dir selber ggü deine anfängliche Unsicherheit zugegeben hast und z.B hier im Forum nachgehakt hast und dann auch ihr ggü sehr gut nachgehakt hast....

Die Frage die sich dir stellt, bzw. diese Unverständnis in Hinsicht auf die Schuldverteilung des Opfers auf sich selber ist völlig normal und kommt sehr häufig vor....dafür gibt es ne Menge Gründe, v.a. jedoch meiner Ansicht nach den, dass Frauen anders sozialisiert/erzogen werden...im Grunde ist eine Vergewaltigung ja ein Machtspiel bei dem eine Frau zum reinen Lustobjekt erniedrigt wird...Frauen sind von vornherein auch von Geburt an zahm dressiert worden...d.h. Aggressionshandlungen seitens Mädchen werden mehr unterdrückt und aberzogen als bei Jungs zum Beispiel....sie haben weniger Routine darin einen eigenen Willen zu entwickeln und v.a. auch Macht auszuüben um diesen Willen durchzusetzen. Frauen sind auch untrainiert darin sich selber zur WEhr zu setzen...sie werden klischeehaft als schwach und schützenswert definiert....was aber ist, wenn derjenige, dem sie vertrauen seine Macht missbraucht und nicht schützt, sondern attackiert? Oder was ist, wenn eine Frau allein ist und attackiert ist....die meisten verharren voller Angst in ihrer ansozialisierten Opferrolle...schämen sich anschliessend zu Tode, wollen nur schnell verdrängen und vergessen, was aber in der Regel nicht hinhaut und zu seelischen und körperlichen Erkrankungen führen kann. Im Kopf wird die Schuldfrage umgedreht....die Opfer geben sich selber die Schuld...aus Scham und auch aus einem geringen Selbstwertgefühl heraus...
Was ganz wichtig für Gewaltopfer ist, ist daran zu arbeiten ein vernünftiges Selbstbewusstsein und auch Selbstwertgefühl aufzubauen...und auch dieses Klischee: "ich bin klein, minderwertig und schwach" aus dem Kopp rauszukriegen...und eine funktionierende Selbstverteidigung zu erlernen...

In HInsicht auf die Schuldfrage finde ich es essenziell ein für alle Mal die Dinge ins rechte Licht zu bringen...Täter und Opferrolle sollten scharf getrennt werden...der Täter sollte auch bestraft werden, womit sein falsches Tun dann offiziell-gesellschaftlich abgeurteilt wird...auch das ist für das GEwaltopfer sehr hilfreich um zu sehn, dass es selber keine Schuld trägt...was wiederum sehr wichtig für das Weiterleben ist...man sollte mit gewissen Traumata auf bestmögliche WEise abschliessen.

Gruss
Tyra
 
So und jetzt nochmal Statistikkram zum Thema Gewalt:

Vergewaltigung:
Alle 3 Minuten wird eine Frau vergewaltigt

Missbrauch:
Jedes dritte Mädchen und jeder siebte Junge hat sexualisierte Gewalterfahrungen

Gewalt im sozialen Nahraum:
Jede dritte Frau erlebt in ihrer Partnerschaft Gewalt

Täter:
Zwei Drittel der männlichen Täter leben im sozialen Nahraum der Frauen, das sind fast 80 %

Mord:
Jede zweite Frau, die einem Mord zum Opfer gefallen ist, wurde von ihrem (EX-)Partner ermordet.

Kosten:
Jährlich entstehen Kosten in Höhe von ca. 15 Milliarden Euro durch Männergewalt

Erschreckend was? Wird Zeit, dass sich da was ändert!
 
Hallo Blaugelb,

ich denke, Deine Idee, dass Deine Freundin zu einem Therapeuten geht, ist gut. Vielleicht gehst Du mit Ihr? Ich empfehle übrigens eine Therapeutin!
Ich kann mir vorstellen, dass Du Deiner Freundin helfen willst, aber es kann Eure Beziehung empfindlich stören, wenn Du die Rolle des Therapeuten übernimmst. Es ist nicht Dein Job. Du bist nicht neutral. Und zudem bist Du noch ein Mann.

Vielleicht kannst Du Deine Freundin "überreden", professionelle Hilfe zu suchen.

Alles Gute! Viel Glück!
 

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