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Ich bräuchte einen roten Faden, um die Fachhochschureife nachzuholen.

Ist dir bewusst, dass du mit Fachabi einen sehr einschränkten Fächerzugang zur Uni hast? Deshalb heißt es ja Fachabi. Du solltest dich schlau machen, ob für welches Studium das jeweilige Fachabi geeignet ist und danach auswählen.

Und danach solltest du dich erkundigen welche Fächer jeweils unterrichtet und im Fachabi geprüft werden in deiner Fachrichtung. Nur Mathe allein wird bei weitem nicht ausreichen. Es kommt mit Sicherheit noch Englisch dazu und Deutsch und eben die jeweiligen spezifischen Fächer der FOS.
 
Hallo,

Ja das ist mir bewusst aber ich möchte auch nicht an einer Uni studieren, sondern an einer FH. An einer FH benötige ich nur die Fachhochschulreife, egal welche Richtung ich eingeschlagen habe.

Auch über die Fächerwahl habe ich mich schon informiert. In dem Technischen Zweig wird wie gesagt als Profilfach Physik als schriftliches Prüfungsfach abgenommen.
Die Schule, die ich mir ausgesucht habe, bietet zwar einen Vorkurs an, dieser beinhaltet aber nur Deutsch, Mathe und Englisch.
Ich hatte in meiner Ausbildung schon etwas Physik mit Elektrotechnik und das war weit entfernt von dem, was ich damals in meiner Dorfschule hatte. Deswegen möchte ich nicht, das ich an Physik verzweifle und auch weil im Wirtschaftlichen Zweig als Prüfungsfach Wirtschaftinformatik abgefragt werde und ich da meine jetztigen kenntnisse evtl. ausnutzen kann.

Ich weiß, dass ich mich nicht nur an Mathematik verbeißen darf. Englisch sollte auch nicht das Problem darstellen, da ich momentan schon selbst mit Busuu lerne und ich jeden Tag englische Texte lesen muss.
 
Hei Wissensdurst,

mein Schwiegersohn hat heute mal deine Beiträge nochmals angesehen - so haben wir beim Essen immer Diskussionsstoff.
Mich erstaunt die Meinung meiner Kinder immer mehr - wobei die Beiden schon immer den Standpunkt vertraten:

Haben wir einmal ein eigenes Kind, wird dieses nach Möglichkeit nach dem Abi nicht studieren sondern zuerst einen Beruf erlernen.

Meine überzeugte Meinung die ich mir in den letzten Jahren gebildet habe: langfristig wird ein Handwerker mehr verdienen als ein Studierter und sehr begehrt werden.
Warum ist dir das Abi so wichtig? Du bist nicht mehr wert ob mit oder ohne Abi.
Wenn dir dein Job Spaß macht, besteht doch hier die Möglichkeit dich weiterzubilden.

Diese Möglichkeit haben wir heute lange diskutiert. Hast du schon einmal in diese Richtung gedacht.
Ich frage mal meine Nichte, nach ihren Erfahrungen mit dem Werdegang Abi.
Dazu muss ich aber anfügen: sie hat während der Arbeitszeit viel Freilauf um zu lernen - schon etwas strange, aber scheinbar ist das in ihrer Behörde möglich.

Ehe du den Sprung wagst, solltest du dir genauso überlegen wohin du willst.
Ich melde mich bei dir, sobald ich dir berichten kann. viele Grüße einstweilen.
 
Hallo gigi2,

Danke nochmal für deine sehr ausführliche Antwort 🙂

Ich habe schon zwecks Weiterbildungen erkundigt. Da gibt es den Staatlich geprüften Informatiker -> Techniker.
Aber da gibt es auch wieder unterschiedliche Meinungen.
Jene, welche den Techniker gemacht haben, sagen natürlich er sei genauso gut wie ein Bachelorstudium.
Die Studierten verteidigen natürlichen ihren Titel und sagen, dass der Techniker unter ihnen stehen würde.

Was mich auch etwas davon abhält, mich Weiterzubilden ist: Der Techniker ist zwar in Deutschland sehr anerkannt, außerhalb Deutschland jedoch wenig bekannt.
Ich hege den Traum vlt irgendwann mal bei Google oder insgesamt in Amerika zu arbeiten und dort kennt halt niemand den Techniker und ich stelle es mir auch sehr schwer vor, denen das zu erläutern, dass der Techniker genauso gut ist wie der Bachelor.

Ich würde gerne nochmal bei der Aussage von deinen Kindern nachhaken: Ich stimme der Aussage im Kern voll und ganz zu. Aber warum erst nach dem Abitur? das Kind könnte auch einen guten Beruf mit Hauptschul-oder Realschulabschluss absolvieren?
oder steht dahinter doch der Gedanke, dass das Kind irgendwann mal studieren könnte?
 
Ganz ehrlich, ich bin sehr überrascht wie vehement meine Kinder sich gegen das Abi in dem Alter aussprechen. Sie haben mir ganz viele Beispiele vom Bekanntenkreis gebracht, wo es nur unter großem Aufwand und Hilfen möglich war das Abi zu erreichen.
Ich glaube es hat viel mit Einstellung und der persönlichen Situation zu tun - wer stark belastet ist wegen zahlreicher Nebenjobs hat es ggf. schwerer als jemand, der mehr freie Zeit investieren kann. Ich habe meine FHR mit 31 gehabt (angefangen mit 29) und hatte einen Durchschnitt von 1,0. Die Prüfungen und -fächer mögen vom Bundesland abhängen, aber in Mathe waren z.B. nur Kurvendiskussionen relevant (kurz Handreichung der Behörde durchgegangen => 2+ schriftlich), Deutsch war ein Remake vom Mittleren Schulabschluss (textgebundene Erörterung oder Aufgaben zu einem literarischen Werk) und einzig Englisch wartete dann mit mündlicher und schriftlicher Prüfung auf (hier allerdings ausbildungsbezogen mit Geschäftsbriefen, Berichten, Lese- und Hörverständnis).

Hauptsächlich haben sich die Leute bei Mathe selbst blockiert nebst schlecht strukturiertem Unterricht - und selbst die haben es dank der mündlichen Prüfung aufgrund der Notenabweichungen noch gepackt.

Vermutlich hätte ich mit 20 eher schlechter abgeschnitten, weil ich mich damals kaum fürs Lernen etc begeistern konnte. Auch jetzt an der Hochschule merke ich keine Defizite im Vergleich zu meinen teils 10 Jahre jüngeren Kommilitonen, trotzdem der Abschluss an sich sicherlich dazu führt, dass man in einigen Bereichen weniger weiß (das ist aber auch immer eine Frage des Studienfachs - dafür weiß ich mehr über kaufmännische Themen als der durchschnittliche Abiturient).
Englisch ähnlich - mein Bruder, der jetzt sein Abitur gemacht hat, wurde jahrelang immersiv unterrichtet (diverse Fächer auf Englisch, intensiv in der Grundschule) und kann mit dem Englisch, was ich mir über die Zeit selbst beigebracht habe, schwer mithalten. Klar, ich hatte auch viel mehr Zeit - aber mehr Erfahrung bringt auch Vorteile mit sich.

Klar hört man die üblichen Witze à la "wer soll dich noch anstellen mit Mitte 30?" oder "kannst ja noch Taxifahrer werden" 🙄 Zumeist von Leuten, die ihre Lehre gemacht haben und fertig. Ist ja durchaus in Ordnung, aber es entspricht nicht meiner Vorstellung von Zukunft. Deshalb denke ich, dass man klar seinen gewünschten Weg verfolgen sollte. Das Leben ist schließlich lang genug und auch nicht jeder muss mit 30 bereits sämtliche gesellschaftliche Ideale umgesetzt haben - falls überhaupt.

Ist dir bewusst, dass du mit Fachabi einen sehr einschränkten Fächerzugang zur Uni hast?
Stimmt so nicht, ja gut, Medizin kannst du vergessen, der Rest ist zumeist mit Flexibilität innerhalb Deutschlands möglich (Ausland eingeschränkt). Lehramt, Jura und klassische Geisteswissenschaften sind u.a. in Hessen und Brandenburg möglich (um auf klassische Universitätsstudiengänge zurückzugreifen), Niedersachsen je nach Schwerpunkt. Und FHR =/= Fachgebundene HSR
 
Hallo gigi2,

Danke nochmal für deine sehr ausführliche Antwort 🙂



Ich würde gerne nochmal bei der Aussage von deinen Kindern nachhaken: Ich stimme der Aussage im Kern voll und ganz zu. Aber warum erst nach dem Abitur? das Kind könnte auch einen guten Beruf mit Hauptschul-oder Realschulabschluss absolvieren?
oder steht dahinter doch der Gedanke, dass das Kind irgendwann mal studieren könnte?

@wissensdurst:

meine Tochter tat sich hart im Studium - sie schloss zwar mit 1,2 den Master ab und später mit 1,06 ihr Lehramt - aber nur aufgrund ihrem Fleiß, Ehrgeiz und Verbissenheit. Irgendwie konnte sie nie ihre eigene Leistung richtig einschätzen lernte, lernte und vergaß dabei total was eigentlich das Studentenleben ausmacht.
Das Abi bestand sie auch ganz gut - aber auch hier war der Aufwand enorm.
Weder zum Abi noch zum Studium haben wir sie gedrängt - von uns aus hätte sie alles machen können. Hauptsache sie ist in dem was sie tut glücklich, war immer unser Motto.
Nicht jeder ist für ein Studium geboren, unsere Tochter war es definitiv nicht, die guten Noten sind hier gar nicht relevant - man muss den Aufwand gegenüberstellen.
die Eltern meines Schwiegersohns erwarteten das Abitur, da wurde wiederholt und die Schulen gewechselt - bis er endlich mit 3 Jahren Verspätung das Abi hatte und zum Studieren gehen konnte.
Eigentlich hätte er viel lieber Schreiner gelernt ....

Heute vertreten sie die Ansicht, nach der Schule, ganz egal mit welchem Abschluss lernt man erst mal einen Beruf und schaut dann weiter. Dann ist man auch reifer und macht sich mehr Gedanken für wohin des studium einen führen soll.

Viele haben das Abi geschafft und studieren einfach mal drauf los, weil die Freunde es studieren oder weil es sich cool anhört, haben aber keinen Plan was sie später mit dem Studium anfangen wollen.
Genauso viele brechen dann wieder ab....
Machst du eine solide Berufsausbildung, hast du etwas in der Tasche. Angesichts unserem Mangel an Handwerkern wird man in ein paar Jahren sehen, wer besser dran ist.....!
Du hast einen Beruf der dir Spaß macht, warum nicht auf diesem aufbauen?

Ich hatte ja ursprünglich auch die Meinung vertreten, für das Abi ist es nie zu spät usw. Meine Kids haben mich mit ihren Argumenten überzeugt. Klar gibt es Ausnahmen - aber das sind halt Ausnahmen.
Erst beim Abendessen fragte mein Schwiegersohn ob es von dir was neues gibt.
Am Wochenende werde ich mal meine Nichte anrufen - ob es wirklich so hart ist wie meine Kids es behaupten. Wobei die Nichte noch nicht solange aus der Schule ist wie du. Lernst du dich immer noch so leicht wie vor 10 Jahren?
 
Hallo,

@gigi2 vielen Dank wiedermal für deine ausführliche Antwort.

" Zitat von gigi2

Heute vertreten sie die Ansicht, nach der Schule, ganz egal mit welchem Abschluss lernt man erst mal einen Beruf und schaut dann weiter. Dann ist man auch reifer und macht sich mehr Gedanken für wohin des studium einen führen soll."

Da gebe ich dir auch recht, aber heißt das im Umkehrschluss nicht auch, dass man dann nach der Ausbildung und ein paar Jahren Berufserfahrung nicht auch wieder zu alt für das Studium ist?

Ich lerne schon nicht mehr so leicht, wie noch vor 10 Jahren, auch weil ich dann Lernen und Haushalt und Familie unter einen Hut bringen muss. Aber es fällt mir jetzt auch nicht sehr schwer zu lernen.

Du hast einen Beruf der dir Spaß macht, warum nicht auf diesem aufbauen?
In die Richtung in die ich möchte, gibt es weniger eine Weiterbildung. Es gibt zwar den Staatlich anerkannten Techniker, jedoch weiß ich nicht, wie anerkannt der Abschluss ist und ob ich damit was anfangen kann.

Für meine Arbeit als Softwarenentwickler brauche ich ziemlich viel Mathematik und ich dachte mir, wenn ich nebenbei den Schullstoff des Fachabiturs durcharbeite bekomme ich das nötige Wissen, um besser in meinem Beruf zu sein und quasi als Zusatz wollte ich nur mal schauen, ob ich die Externenprüfung für das Fachabitur schaffe.
 
Ei glaubst du wirklich, wenn du den Schulstoff des Fachabiturs durchmachst, dass du dann besser in deinem Job bist?

Glaubst du, dass ein Mathelehrer, der nach seinem Abi ein Mathestudium mit 1,0 abgeschlossen hat, im Ref 2 Jahre an der FOS und anschließend 4 Jahre lang Wirtschaftschule und Berufsschule unterrichtet hat, 6 Jahre später noch voll im FOS Stoff drin ist?
Never - der liest sich auch wieder ein.

Brauchst du wirklich für deinen Job diesen ganzen Mathes Sums von der FOS? Meist ist es doch so: lernen, auskotzen, vergessen.... so lernte man in der Generation meiner Tochter und heute ist es noch krasser.
Da lernt man es und kann es schon gar nicht mehr bis zum Auskotzen behalten.

Meine Generation hat nachhaltig gelernt. Der Stoff vom Gymi sitzt heute noch.
Ich stell das oft unter Beweis wenn ich Testkandidatin für die Schulaufgaben meiner Kinder spiele.

Ich bin zu 90% besser als die Kids, die den Stoff aktuell gelernt haben. Mittlerweile fragen die Schüler meiner Kids schon: ...und was hat die Oma für eine Note?

Beim Essen ging es heute auch wieder um Abi und Studium. Um dieses Thema ging es letztens unter den Kollegen meiner Tochter.
Auch dort vertrat meine Tochter ihre Ansicht, sie würde nie wieder studieren, weil es ihr absolut keinen Spaß gemacht hat, sie auch bis auf Mathe nichts interessiert hat.
Das einzig positive ist, dass ihr heute der Lehrerberuf Spaß macht - wobei sie ganz lange Zeit absolut unschlüssig war ob das der richtige Weg für sie ist.
Zurück zu dir:
Hilft dir also der Mathestoff von der FOS wirklich in deinem Job weiter?
Ich muss mir mal die alten Ordner heraussuchen - ab in den Keller also. Ich guck mal ob ich fündig werde.
 
@wissensdurst:
bei dir geht es wohl um den technischen Zweig - ich habe nur Unterlagen für den nichttechnischen Zweig.

Warum besorgst du dir nicht mal so ein Buch über Grundkurs und Leistungskurs Analysis , Geometrie und Stochastic und arbeitest dich da ein. Wenn es dir dann immer noch Spaß macht.....Ich habe da eines von 2008 vonH.gruber und R-Neumann -sicher gibt es da auch neuere. ich glaube der Lehrplan hat sich erst geändert.


https://www.lehrplanplus.bayern.de/fachlehrplan/fos/11/mathematik/abu-g-s-w-gh-iw
 

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