Mann spielt Schlagzeug = Kind spielt Schlagzeug
Mann spielt Gitarre = Kind spielt Gitarre
Mann spielt Klavier = Kind spielt Klavier
Mann hat im Chor gesungen = Kind singt im Chor
Und was machst Du denn so? Gibt es denn garnichts, das DU machst, wo du sie mitziehen könnest? Als was erlebt denn Deine Tochter DICH? Machst Du Sport? Basteln? Malen? ??
OK, Du schreibst, Du bist nicht musikalisch, aber Du könntets (wenn es denn unbedingt was musikalisches sein muss) mit ihr auch mal in Konzerte oder in die Oper gehen: Vielleicht wäre es ja zB mal ein tolles Ereignis für sie, wenn du sie zu ihrem ersten Opernbesuch (sofern sie da noch nicht war) einladen würdest. Also so richtig mit allem drum und dran- schick anziehen usw.
Oder geh mal mit ihr zu einer öffentlichen Probe- das ist auch sehr spannend. Tritt sie denn auch manchmal auf: ich hoffe, du bist dann auch immer dabei und begeistert.
ich glaube, DU musst wirklich diese Dynamik unterbrechen, dass Du mit deinem Kind nichts gemeinsames hast. Es muss ja auch nichts großes sein, aber ich lese von Dir eigentlich nur: Das macht mein mann.
ja er macht es vielleicht ja auch, weil es sonst keiner macht?
Also es gibt immer Dinge, die DU anbieten kannst- idealerweise etwas, wo die Neugier so groß ist, dass sie über den Trotz siegt. Und es gibt sicher auch Dinge, die Dein Mann nicht ab kann: Gemeinsam Shoppen? Nägel lackieren? was auch immer...
Zu den Beratungsstellen: NATÜRLICH kannst Du auch alleine hingehen und DICH beraten lassen! Dann geht es halt in erster Linie um DICH und deine Rolle in diesem Gefüge, aber das ist ja auch als erster Schritt wichtig.
Von diesem Punkt aus kann es dann weiter gehen.
Ich würde zur Diakonie oder Caritas raten. In jeder größeren Stadt gibt es entsprechende Zentren.
Und nochmal die frage: Wo genau sind denn die Momente, wo Du deiner Tochter deine Liebe zeigst?
Ja, Kinder können ganz schön hart sein und die Liebe auch ordentlich wegstoßen- trotzdem brauchen sie die Liebe ihrer Eltern (GERADE dann, wenn sie sie am meisten wegstoßen)
Das heißt nicht, dass man seine Kinder verhätscheln muss oder so, sondern das heißt, dass es sich eigentlich durch den Alltag ziehen muss, dass das Kind die Botschaft erhält, dass die liebe der Eltern NIE zur Diskussion steht und immer da ist. manchmal nur unterschwellig, aber immer spürbar.
also wo spürt deine Tochter deine Liebe?
Und vor allem: Wo spürst DU deine Liebe zu deiner Tochter?
ALLE Eltern haben Momente, wo sie ihre kleinen "Monster" an die Wand klatschen wollen. Wer das nie hat, der lügt!
Aber wenn die Momente, wo einem das Herz aufgeht so ganz fehlen, dann muss man was tun: Vor allem an sich selbst.
Wie gesagt: Das Kind ist meist nicht die Ursache, sondern das Symptom (zumindest in diesem Alter).
Noch ein Gedanke zur Musik: Also wie gesagt- ich bin vom Fach und kann da aus dem Nähkästchen plaudern: Eine Sache, die man bei musikbegeisterten Kindern leider oft erlebt ist die Kombi: Musikmachen und Aufmerksamkeit wollen.
also gerade Kinder, die nicht unbefangen Musik machen, sondern im Rahmen eines Konfliktsfeldes nutzen die Musik oft als Ventil (tun erwachsene ja auch: es ist ein hervorragendes Ventil in schweren Zeiten)
Also auf der einen Seite kann ein Kind so "Druck ablassen" (was eine sehr gesunde Strategie wäre) und auf der anderen Seite kann ein Kind so Aufmerksamkeit bekommen, die es sonst nicht bekommt und das ist doch eigentlich traurig, oder? Vielleicht sucht deine Tochter auch deine Aufmerksamkeit gerade darüber: Hörst Du ihr denn auch manchmal zu und lobst sie? Zeigst Du auch Begeisterung für ihr Talent? Das gehört nämlich auch dazu: Auch wenn Kinder lernen müssen, Rücksicht zu nehmen müssen Eltern schon auch das was die Kinder da vor sich hin quietschen, schrubben und hämmern loben und ihre Begeisterung zeigen.
Deine Tochter will offenbar gehört werden und ein konstruktiver Weg scheint ihr da nicht zur Verfügung zu stehen, drum macht sie Lärm oder setzt euch mit dem Essen unter Druck.
Beobachte Dich mal: Wann bekommt deine Tochter wirklich deine aktive und interessierte Aufmerksamkeit?