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Ich bin so verzweifelt

  • Starter*in Starter*in Magda09
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    studium
M

Magda09

Gast
Hallo ihr Lieben,

ich habe Euch ja schon ein paar Mal vorgeheult mit meinen Studien Problemen und einige kennen die Story :wein:. Eigentlich dachte ich, das Problem wäre inzwischen für mich gelöst...aber von wegen...gerade bin ich mal wieder besonders verzweifelt. da ich niemanden habe, mit dem ich darüber reden kann wäre ich Euch total dankbar für einen Rat. Ich versuche auch, es kurz zu halten:

Also: Ich habe vor 5 Jahren einen riesen Fehler gemacht. Ich habe ein Studium (nennen wir es Studium A) gewählt, das ich eigentlich nicht wirklich wollte. Was ich wirklich wollte (Studium B) hätte ich nur sehr weit weg von meinen Eltern studieren können. Da meine Eltern Schwierigkeiten haben, mich ganz loszulassen wollten sie das nicht erlauben. Ich muss dazu sagen, dass ich kein BafÖg bekomme und so finanziell (trotz Nebenjob) von meinen Eltern abhängig bin.

Während des Studium dämmerte mir allmählich, was für ein riesen Fehler das war. Ich hätte Studium B machen sollen und mich meinen Eltern gegenüber durchsetzen sollen. Studium A macht mir zwar Spaß, aber es gibt nichts, was ich damit beruflich machen kann, was ich mir so richtig vorstellen kann.

Ich habe mich nie getraut, Studium A abzubrechen. Ich bin aber ganz gut und könnte darauf aufbauen und evtl. sogar eine Promotion in dem Fach anstreben - die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehen (so weit man das voraus sagen kann) laut meinem Professor ganz gut aus. In einem Jahr werde ich fertig sein mit Studieren.

Nur trauere ich immer noch Studium B hinterher, denn damit könnte ich meinen Traumjob machen. Ich war inzwischen so weit, dass ich gesagt habe, ich mache nach Studium A (also 2010) noch Studium B, was 4 Jahre dauern würde. Ich will niemals meine Eltern fragen, ob sie mir noch ein Studium finanzieren, aber ich habe eine Finanzierungsmöglichkeit gefunden (Kombi aus Arbeiten, Geld leihen und Geld, das man z.T. von der Uni geschenkt bekommt). Ich könnte Studium B gut selbst bezahlen und würde das Studium mit einem überschaubaren Schuldenberg abschließen. Nach dem Studium müsste ich erst 2 Jahre später mit dem Rückzahlung anfangen. Es sind also alles ganz faire Konditionen und soweit ist das ganz positiv.

Eine zeitlang war ich total glücklich, dass das möglich ist und fest entschlossen, es zu tun. Nur z.Zt habe ich so schwere Zweifel, habe das Gefühl, ich hab mir das ganze Leben versaut und ich wäre am liebsten tot (bin nicht selbstmordgefährdet, aber trotzdem).

Grund ist, dass mein Vater mich am Wochenende gefragt hat, wie es mit meinen Zukunftsplänen aussieht. Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern keinen blassen Schimmer haben, dass ich Studium B und dem damit verbundenen Beruf noch so hinterhertrauere. Ich habe sogar deswegen Depressionen bekommen aber meine Eltern ahnen nichts. In einem schwachen Moment habe ich mich hinreißen lassen meinem Vater zu erzählen, dass ich vielleicht nach Studium A in dem Fach promovieren will. Für meine Eltern ist das Allerwichtigste, dass ich endlich mal auf eigenen Beinen stehe, und für meinen Vater gäbe es keine größere Erfüllung, als wenn ich promovieren würde.

Ich bringe es einfach nicht fertig, meine Eltern so zu enttäuschen, ihnen zu sagen, wie unglücklich ich bin und zu sagen, dass ich evtl. noch einmal von vorne anfange zu studieren. Schuldgefühle fressen mich auf, weil ich das meinen Eltern doch nicht antun kann...nichts mit dem jetzigen Studium anzufangen bedeutet, dass ich nach Abschluss des Studiums nächstes Jahr 6 Jahre (!!!!!!!!!) für nix studiert haben werde und meine Eltern ein halbes Vermögen für nix ausgegeben haben. Die Erfahrung und was ich alles gelernt habe...schön und gut, aber Fakt bleibt, dass ich es mir hätte sparen können.

Die Alternative ist, dass ich einfach auf Studium B verzichte und mir dann keine Vorwürfe wegen meiner Eltern machen muss. Problem dabei: Ich werde mein Leben lang darunter leiden, dass ich nicht Studium B gemacht habe und wenn ich auch einen ganz netten Job finde werde ich immer trauern, dass ich nicht meinen Traumberuf ergriffen habe.

Hinzu kommt, dass ich ein sehr geringes Selbstbewusstsein habe und große Angst davor, mit 26 noch mal von vorne anzufangen...mit lauter 19 jährigen in den Seminaren zu sitzen und davor, dass ich womöglich zu alt bin und Studium B nicht packe. Dann müsste ich auch weiter wegziehen und würde meine Familie nur noch selten sehen. Davor habe ich auch Angst. Und davor, keine Freunde zu finden. Dass ich dann ganz alleine bin.

Ich muss dazu sagen, dass ich sowohl für Option A (auf dem jetzigen Studium mit einem Master aufbauen, dann evtl. Promotion) als auch für Option B (Traumstudium und Beruf) wahrscheinlich sowieso weit wegziehen werde müssen (gleich weit) und dass ich beides irgendwie finanzieren müsste. Bei Option A würde ich aber mit Gleichaltrigen zusammen sein und eher Freunde finden denke ich, zudem wäre Option A nicht so teuer.

Ich habe überlegt, ob ich meine Eltern einweihen soll. Aber mein Vater wird so enttäuscht sein. Ich fühle mich so als Loserin. ich hätte so viel erreichen können (bin nicht super schlau aber bringe ordentliche Leistungen und manchmal sogar sehr gute) und jetzt habe ich gar nichts. Ein Studium mit dem ich nichts anfangen kann und meinen heimlichen Traum. Dazu meine Eltern voller Erwartungen.

Ich würde mich wirklich sehr über ganz ehrliche Ratschläge von Euch freuen. Bitte sagt mir ehrlich, wie ihr das seht. Ich verkrafte wirklich eine ehrliche Meinung.

Danke schon mal für's Lesen und evtl. auch für Antworten🙂

Liebe Grüße
Magda
 
Hallo Magda,

wir hatten glaube ich das letzte Mal schon Kontakt.🙂

Hatte ich nicht die Fernuni empfohlen?

Was hast du denn seither unternommen um deine Probleme in den Griff zu bekommen?

Ich denke die Entscheidung kann dir letztendlich niemand abnehmen und auch nicht das Gepsräch mit deinem Vater.

Ich kann dir vielleicht helfen dir nochmal klarer über deine Ziele zu werden:

Was ist denn genau dein berufliches Ziel?

LG Pol
 
Hallo Magda,

ich mache derzeit eine schulsiche Ausbildung an einer Berufsfachschule, das kommt ja einem Studium sehr nahe.
Ich muss dir sagen, ich bin dort mit 22 eine von den jüngsten. Wir haben mehrere Mitte/Ende zwanzig und sogar vier Kollegeninnen anfang vierzig! Also mach dir wegen der ganzen 19 jährigen mal keine Sorgen, und wenn! Du hast denen was vorraus: Lebenserfahrung udn ein vorheriges STudium, du weißt, wie es abgeht.

Mir hat die ausbildung im 1. jahr auch nicht gefallen, inzwischen find ich es aber super, klasse!
Wollte auch erst abbrechen, weil meine Eltern mich finanzierten - sprich finanziell abhängig, hab ich es mich aber nicht getraut, gott sei dank diese Richtung aber noch für mich entdeckt.

Die finanzielle Abhängigkeit wäre ja bei dir nicht das Problem, oder? Es wäre doch eher eine emotionale! Zum "erwachsenwerden" gehört nicht nur die physische loslösung, sondern teils auch eine psychischemotionale loslösung, sich für das zu entscheiden, was man wirklich möchte.

Wie könnten denn deine Eltern schlimmsten falls reagieren? Was würe das aller schlimmste für dich? Vielleicht sind sie enttäuscht, ja, jeder Mensch enttäuscht mal andere, und besonders die, die einem sehr nahe stehen, enttäuscht man am leichtesten, denn die anderen bedeuten einem ja nicht viel.Sie würden doch bestimmt nicht den Kontakt zu dir abbrechen, oder?
Wer anderen noch nie auf die Füße getreten ist, hat sich noch nie vom Fleck bewegt.

Ich habe insgesamt fast 3,5 Jahre in den Wind gesetzt, allerdings in der Zeit nicht einmal etwas abgeschlossenes erworben, das du ja hättest!

Klopf dir auf die Schulter und sei stolz auf dich, dass du es trotzdem durchgezogen hast! Das zeugt von Ausdauer, aber auch von großen Pflichtbewusstsein deiner Eltern gegenüber.
Hast du angst vor deinen Eltern? Wenn ja, warum?

Du brauchst deine Eltern nicht zu fragen, brauchst du absoluttion? ihren Segen das zu machen?

Ich glaube weniger, dass deine Eltern ein leben lang sauer auf dich sind, das wird sich legen, wenn sie überhaupt sauer sind. Aber wie du schon sagst, es könnte durchaus passieren, dass du Studium B ein leben lang hinterher trauerst.

Mach es doch einfach! Du kannst, wenn du begonnen hast, immer noch deinen Eltern erklären, warum und wieso, du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, warum auch. Oder sind deine Eltern richtig krass drauf?

LG

Feli
 
liebe magda,

ich habe leider nicht viel zeit dir zu schreiben, aber da mich das ganze sehr an mich selbst erinnert muss ich doch kurz was schreiben.
ich habe auch ein studium a angefangen, nachdem ich eine ausbildung gemacht habe. studium a habe ich eigentlich, so weiß ich jetzt gewählt um etwas zu studieren, was meinen eltern gefällt. ich musste dann studium a abbrechen, weil es mir psychisch immer schlechter ging. ich habe eine panikstörung bekommen und depressionen. also studienabbruch, therapie und da eben das herausgefunden, dass studium a nicht "meine entscheidung" war.... das klingt hier alles so lapidar, war es aber ganz und gar nicht.
naja, auf jeden fall habe ich dann mit 24 jahren mein abitur gemacht und studiere jetzt mit 27 im ersten semester mein studium b. ja, es stimmt das da welten aufeinandertreffen. diese ganze jungen quitschies... aber ich lass mich nicht unterkriegen.
ich kann nur sagen, geh DEINEN weg, egal ob deine eltern traurig sind oder nicht. es ist doch dein leben!!!

ich weiß nicht, ob ich dir weiter geholfen habe, aber das ist meine geschichte...
liebe grüße
mimi
 
Hallo Felicitas,

habe mich sehr über Deine Antwort gefreut, danke🙂

ich mache derzeit eine schulsiche Ausbildung an einer Berufsfachschule, das kommt ja einem Studium sehr nahe.

Ich muss dir sagen, ich bin dort mit 22 eine von den jüngsten. Wir haben mehrere Mitte/Ende zwanzig und sogar vier Kollegeninnen anfang vierzig! Also mach dir wegen der ganzen 19 jährigen mal keine Sorgen, und wenn! Du hast denen was vorraus: Lebenserfahrung udn ein vorheriges STudium, du weißt, wie es abgeht.

Da hast Du Recht! Aber ich habe halt Angst, dass ich dann keine Freunde finde. Als ich anfing zu studieren fand ich wesentlich ältere Studenten oder Studentinnen immer nett, aber auch irgendwie unheimlich😀! Ich wollte zumindest privat nie groß etwas mit denen zu tun haben. Weil es einfach nicht gepasst hätte. 19 oder 20 und Ende 20 ist doch ein riesen Unterschied in dem Alter. Andererseits kann ich mir auch in meiner Freizeit gleichaltrige Freunde suchen und trotzdem ein gutes Verhältnis zu den jüngeren Kommilitonen haben denke ich😉

Mir hat die ausbildung im 1. jahr auch nicht gefallen, inzwischen find ich es aber super, klasse!
Wollte auch erst abbrechen, weil meine Eltern mich finanzierten - sprich finanziell abhängig, hab ich es mich aber nicht getraut, gott sei dank diese Richtung aber noch für mich entdeckt.

Das freut mich für Dich🙂 Siehst Du, manchmal ist es nicht das Schlechteste, auf seine Eltern zu hören, nur in meinem Fall hätte ich das nicht tun sollen.

Die finanzielle Abhängigkeit wäre ja bei dir nicht das Problem, oder? Es wäre doch eher eine emotionale! Zum "erwachsenwerden" gehört nicht nur die physische loslösung, sondern teils auch eine psychischemotionale loslösung, sich für das zu entscheiden, was man wirklich möchte.

Ja, das ist wahr. Finanziell wird es nicht leicht, aber ich werde es alleine finanzieren können. Schulden haben ist auch nicht toll aber das ist dann mein Problem und ich muss meine Eltern nicht belasten. Und die Schulden sind wie schon geschrieben überschaubar. Es ist eher so, dass ich eben finanziell und auch emotional immer meine Eltern als Rückhalt hatte und schon irgendwie Angst habe, wirklich ganz alleine für mich selber verantwortlich zu sein und alles selbst regeln zu müssen. Jetzt bin ich zwar auch schon einigermaßen selbstständig, d.h. ich wohne alleine, zahle viel selbst, regle fast alles selbst...aber Mami und Papi sind halt immer noch zur Absicherung da.

Wie könnten denn deine Eltern schlimmsten falls reagieren? Was würe das aller schlimmste für dich? Vielleicht sind sie enttäuscht, ja, jeder Mensch enttäuscht mal andere, und besonders die, die einem sehr nahe stehen, enttäuscht man am leichtesten, denn die anderen bedeuten einem ja nicht viel.Sie würden doch bestimmt nicht den Kontakt zu dir abbrechen, oder?

Niemals würden sie den Kontakt abbrechen. Zunächst wären sie enttäuscht und hätten einfach große Angst, dass ich einen Fehler mache und es bereuen werde. Es würde ihnen ausserdem sehr schwer fallen, mich loszulassen. Nach ein paar Monaten, wenn sie sehen würden, dass alles klappt und ich glücklich bin wären sie es auch. Nach dem Abi wollte ich Au-Pair machen und meine Eltern hielten das für den größten Schwachsinn und haben alles versucht, mich davon abzuhalten. Ich habe es doch getan, und hinterher fanden sie es auch gut, weil sie gesehen haben, wieviel es mir gebracht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dieses Mal auch so wird.

Wer anderen noch nie auf die Füße getreten ist, hat sich noch nie vom Fleck bewegt.
Der ist ja super der Spruch, werde ich mir merken, und auch wahr!

Ich habe insgesamt fast 3,5 Jahre in den Wind gesetzt, allerdings in der Zeit nicht einmal etwas abgeschlossenes erworben, das du ja hättest!

Und ich 6!! das ist noch viel schlimmer. Auch wenn ich mir sage, ich habe dann einen Abschluss erworben. Aber wenn ich mir überlege wie weit ich in den 6 Jahren in meinem Traumstudium gekommen wäre...Ich weiss, es hat keinen Sinn zu denken, "Was wäre gewesen wenn" oder "Hätte ich nur..." aber diese Gedanken kommen immer wieder in mir hoch, und ich kann es nicht abstellen.

Klopf dir auf die Schulter und sei stolz auf dich, dass du es trotzdem durchgezogen hast! Das zeugt von Ausdauer, aber auch von großen Pflichtbewusstsein deiner Eltern gegenüber.
Hast du angst vor deinen Eltern? Wenn ja, warum?

Angst nicht, aber ich möchte halt, dass sie stolz auf mich sind, und nicht, dass sie sich für mich schämen. Ich wil einfach nicht, dass sie sich Sorgen um meine Zukunft machen.

Du brauchst deine Eltern nicht zu fragen, brauchst du absoluttion? ihren Segen das zu machen?

Es ist ein psychisches Problem. Ich habe bisher immer alles mit meinen Eltern besprochen und habe meistens ihrer Meinung sehr viel Wert beigemessen. D.h. wenn sie sagen, an Deiner Stelle würden wir dies und jenes nicht tun, tue ich es meistens nicht, weil ich große Angst davor habe, Fehler zu machen. Weil ich das nicht früh gelernt habe bin ich eben noch immer extrem abhängig davon, dass meine Eltern alles gut heissen was ich tue.

Es ist nicht nur die Angst, sie zu enttäuschen. Es ist auch die Angst, einen Fehler zu machen und mich dann (vor mir selber) dafür verantworten zu müssen, damit eben leben zu müssen.

Mach es doch einfach! Du kannst, wenn du begonnen hast, immer noch deinen Eltern erklären, warum und wieso, du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, warum auch. Oder sind deine Eltern richtig krass drauf?

Eine Erklärung haben sie schon verdient, finde ich. Sie sind auch nicht krass drauf, gar nicht, sie sind eigentlich sehr cool aber eben auch immer überängstlich wenn es um mein Wohl oder das meiner Schwester geht. Sie sind selbst absolut keine risikofreudigen Menschen und insofern immer höchst besorgt wenn meine Schwester oder ich ein Risiko eingehen.

Aber ich denke: Was kann im schlimmsten Fall passieren? Im allerschlimmsten Fall setze ich alles in Gang um mein Traumstudium zu machen, enttäusche meine Eltern und mache es. Nach 3 Monaten merke ich, dass es einfach zu schwer für mich ist und muss abbrechen. Dann sind schon wieder 3 Monate und ein paar hundert Euro (meines eigenen Geldes wohlgemerkt) kaputt - na und! Darauf kommt es jetzt auch nicht mehr an! das Gute ist: Ich kann mein Traumstudium und das Aufbaustudium, das auf meinem jetzigen Studium aufbauen würde, evtl. mit Promotion im Abschluss alles an einem Ort/Uni machen, das heisst FALLS der schlimmste Fall eintritt, und sich Studium B als Fehler herausstellt, wäre nicht alles umsonst gewesen (Umzug...) sondern ich würde mich einfach wieder umschreiben. das wäre blöd aber kein Weltuntergang.

Wenn ich es aber nicht mal probiere...nicht auszudenken, wie sehr ich darunter leiden werde. Ich leide schon seit Jahren darunter, dass ich es nicht getan habe. Und: Jetzt fühle ich mich zwar alt, aber wenn ich mit 35 dahocke und Depris habe weil ich es nicht gemacht habe werde ich denken "Und damals war ich noch so jung...hätte ich es nur gemacht..."

Du merkst, ich bin schon relativ überzeugt davon, dass es das Richtige ist. Aber mir fehlt noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen dazu, mich wirklich endgültig dazu zu entschliessen. Denke aber schon, dass ich es einfach tun werde🙂

Danke für Deinen Beitrag, hat mich sehr ermutigt!

Liebe Grüße
Magda
 
liebe magda,

ich habe leider nicht viel zeit dir zu schreiben, aber da mich das ganze sehr an mich selbst erinnert muss ich doch kurz was schreiben.
ich habe auch ein studium a angefangen, nachdem ich eine ausbildung gemacht habe. studium a habe ich eigentlich, so weiß ich jetzt gewählt um etwas zu studieren, was meinen eltern gefällt. ich musste dann studium a abbrechen, weil es mir psychisch immer schlechter ging. ich habe eine panikstörung bekommen und depressionen. also studienabbruch, therapie und da eben das herausgefunden, dass studium a nicht "meine entscheidung" war.... das klingt hier alles so lapidar, war es aber ganz und gar nicht.
naja, auf jeden fall habe ich dann mit 24 jahren mein abitur gemacht und studiere jetzt mit 27 im ersten semester mein studium b. ja, es stimmt das da welten aufeinandertreffen. diese ganze jungen quitschies... aber ich lass mich nicht unterkriegen.
ich kann nur sagen, geh DEINEN weg, egal ob deine eltern traurig sind oder nicht. es ist doch dein leben!!!

ich weiß nicht, ob ich dir weiter geholfen habe, aber das ist meine geschichte...
liebe grüße
mimi

Liebe Mimi,

oh ja, Du hast mir sehr weitergeholfen! Mir tut es unheimlich gut, solche Geschichten zu lesen. Wenn ich über meine Probleme mit Freunden spreche (die natürlich alle schon längst wissen, wohin sie ihr Weg beruflich führt und auch schon längst auf dem richtigen Weg sind...) stoße ich da auf wenig Verständnis. Sie finden, dass man doch mit Mitte 20 nicht mehr anfangen kann zu studieren, dass ich keine Schulden machen sollte, dass ich doch auch mal eine Familie gründen will und dafür braucht man ja auch Geld, dass es mir dann eh nicht gefällt wenn ich mit lauter Jüngeren studiere und abbreche. Da ich sehr unsicher bin, bringt wo etwas meinen Entschluss, es zu tun, immer wieder ins Wanken. Solche Reaktionen wie Deine geben mir wirklich Mut! Deshalb habe ich auch geschrieben, weil ich einfach etwas Ermutigung brauche, das zu tun, was ich für richtig halte. Ich muss doch dann mit den Konsequenzen leben, nicht meine Freunde, oder?

Und wer sagt, dass ich nicht mit 30, 35 noch eine Familie gründen kann. Ich habe eh keinen Freund, also will ich wenigstens in beruflicher Hinsicht glücklich sein, bin frei und ungebunden und muss auf niemanden Rücksicht nehmen.

Depressionen hatte ich auch schon und ich bin in Therapie, hauptsächlich deswegen. Ein Unterschied zu Dir ist allerdings: Ich habe mir mein Studium A schon selbst ausgesucht, meine Eltern hätten was ganz anderes für mich gewollt. Allerdings hätte ich Studium B gemacht, wenn meine Eltern mich hätten gehen lassen (hätte wie schon geschrieben dafür weiter wegziehen müssen). Also war Studium A schon damals eine Art Kompromiss für mich. Dann habe ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt, abzubrechen weil ich immer Studium B im Kopf hatte und alle glühend beneidet habe, die das studieren, aber mich nicht getraut.

Wie hat denn Dein Umfeld reagiert? ich denke übrigens, dass es für meine Eltern auch besser ist, wenn ich Studium B noch mache. Denn dann habe ich einfach besser Chancen, glücklich zu werden, und das wollen meine Eltern ja auch. Zwar werden sie zunächst enttäuscht sein, aber vielleicht werden sie später mal einsehen, dass es das Richtige war?! Wer weiss...

Vielen lieben Dank für Deinen Beitrag!

Liebe Grüße,
Magda
 
Hi Magda,

schön, wenn ich dich ermutigen konnte!

So wie ich "Rausslese" vermute ich, dass dein "Elternproblem" auf Gegenseitigkeit beruht und vermutlich auch durch das Verhalten deiner Eltern und DIr gestützt und aufrecht erhalten wird
<<< ich weiß ich psychologisiere hier ein bisschen rum, lieg ich komplett daneben, es gibt immer noch eier und Tomaten zum werfen 😉.

So wie du beschreibst sind sie ein bisschen "gluckig" "überbehütend", habe ich das richtig verstanden? Ich habe so das Gefühl, dass du mit deinem "Verhalten" teilweise dies aufrecht erhälst. (ich hab auch so eine Mami 😉 )

Wenn du es durchziehst, wünsch ich dir viel viel Erfolg!
Und auch wenn nicht, dennoch viel Erfolg

LG
 
Hallo Magda,

ich erkenne mich in sehr vielem wieder, was du erzählst. Ich bereue heute auch, dass ich wegen Unsicherheit und geringem Selbstbewusstsein nichts anderes studiert habe. Weiß nicht, ob es daran liegt, aber ich habe jetzt in der Endphase riesige Probleme mich zu motivieren. Und habe auch Schuldgefühle gegenüber meinen Eltern. Ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidung wirklich nicht einfach ist.
Aber meinst du denn nicht, dass, wenn du deinen Eltern erzählst, wie unglücklich du zur Zeit bist, sie eine Entscheidung für Studium B zumindest annähernd verstehen könnten? Vielleicht sind sie am Anfang enttäuscht, aber wenn es dir damit gut geht, merken deine Eltern das auch und dann geht es auch ihnen besser. Denn unglücklich wollen dich deine Eltern bestimmt auch nicht sehen. Und, wie du geschrieben hast:
"Ich habe es doch getan, und hinterher fanden sie es auch gut, weil sie gesehen haben, wieviel es mir gebracht hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass es dieses Mal auch so wird."

Es klingt wirklich so, dass Studium B das Richtige ist. Du hast deine ganzen Befürchtungen ja schon selbst "aus dem Weg geräumt" und Lösungen für die Schwierigkeiten gefunden. Also hör auf dein Herz. Im Übrigen denke ich, wenn man Spaß an etwas hat, dann schafft man es auch viel leichter. Und wie du schreibst, falls es dann doch nicht das Richtige war: was sind 3 Monate im Gegensatz dazu es ein Leben lang zu bereuen?!

Ich wünsche dir viel Mut, Kraft und Energie für deine Entscheidung und die nächste Zeit,
sonrisa
 
Hi Magda,

ich will sicher nicht Klugscheissen oder ähnliches, will aber doch kurz meine kleine persönliche Meinung kundtun.

Es geht hier um DICH und um deinen Beruf. Dieser soll für DICH ein Leben lang Rückgrat und Unterpfand für DEINE persönliche Freiheit sein. Letztlich geht es darum ob Du auf ein - an DEINEM Plan vom Glück gemessen - erfülltes Leben zurückblicken wirst oder auf ein in weiten Teilen "bereutes" Leben. Die Sache ist für dein Lebensglück also ernst und rechtfertigt im Zweifel daher auch anfängliche Verärgerung deiner Eltern. Glaub mir, trotz anfänglichem Schock und anfänglicher Enttäuschung, werden deine Eltern langfristig vor allem Eines wollen:

IHRE TOCHTER GLÜCKLICH SEHEN.

Es überzeugt einfach sehr, wenn ein Mensch sein persönliches Glück gefunden hat. Das wird auf die Dauer seine Wirkung bei niemandem verfehlen. Sehen deine Eltern, dass Du wirklich Spass hast an deinem neuen Studium, werden Sie sogar stolz auf Dich sein. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Und siehs mal so: Was haben Eltern davon, wenn Ihnen bis zum Ende aller Tage ein "erfüllter" Berufswunsch vorgetäuscht wird ? Kinder können sich schließlich auch auf Ihrem Weg ändern. Du warst ja nicht faul oder hast dich in Studium A gehen lassen. Das finde ich SUPER POSITIV. Wer weiss, vielleicht bekommst Du später nach Studium B einen zu Studium B passenden Job, weil du zuvor Studium A absolviert hast. Ausserdem studierst Du vielleicht in Studium B gelöster und kreativer, weil Du im Notfall auf Studium A zurückgreifen kannst. Vielleicht ergeben sich auch in Studium B Chancen auf Praktikas, weil Du schon Studium A absolviert hast.

IMMER DAS POSITIVE SEHEN,

denn jede Sekunde zählt, v.a. die glücklichen !

Wünsch Dir alles Gute in dieser für dich wichtigen Sache.
 

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