Frühjahrssturm
Neues Mitglied
Hallo liebe Community,
Ich muss mir heute etwas von der Seelen reden/erzählen.
Meine Familie ist sehr - nennen wir es - streitfreudig. Das merkt man allein daran, dass jedes Jahr ein neuer Streit ausbricht. Meistens gehen die Streitereien von meinen Eltern und meinen beiden Brüdern aus. Meine kleine Schwester und ich halten uns da bedeckt. Wir sind sehr friedliebend und konzentrieren uns auf Arbeit/Ausbildung etc.
Ich bin das zweitälteste Kind und meine beiden jüngeren Geschwister kamen ca. 10 Jahre später. Als ich elf war, musste ich bereits auf meinen kleinen Bruder aufpassen und zwei Jahre später auf beide Kleinen. Es hat immer an Geld gefehlt und weil wir Südländer sind, hieß es immer: Die älteste Tochter muss aufpassen. Nicht der älteste Sohn. Das ist Frauenarbeit.
Jetzt wo ich Erwachsen bin, distanziere ich mich von meiner Familie. Einfach weil ich merke, dass wir nicht unterschiedlicher sein könnten. Meine Eltern wünschen sich, dass ich eine Familie gründe. Ich will beruflich weiterkommen. Diese Enttäuschung spüre ich ständig. Als ich mich auf meinen neuen Job beworben habe, kam ich danach im Anzug nachhause. Ich war überglücklich, weil ich sofort eine Zusage bekam. Meine Mutter hat mich dagegen nur herablassend angeschaut und gemeint: "Du siehst aus wie eine blöde Tippse." Toll, danke...
Meine Brüder... Puh. Die sind ein Fall für sich. Beide sind Choleriker. Der eine mehr, der andere weniger. Mein kleiner Bruder ist inzwischen vorbestraft wegen Körperverletzung. Er hat drei Ausbildungen abgebrochen, die Sportschule geschmissen. Er hat Drogen konsumiert, eine Zeitlang sogar verkauft. Den ersten üblen Streit hatten wir, als ich das erfahren habe. Da habe ich ihm gedroht, ihn an die Polizei zu verpfeifen. Wir haben ein Jahr nicht mehr miteinander geredet. Er hat aber aufgehört. Zumindest behauptet er das...
Er ist generell das Sorgenkind der Familie. Als er noch daheim gewohnt hat, hat er ständig meine Eltern angebrüllt. Wenn seine Freundin zu Besuch war, haben sie sich gegenseitig angebrüllt. Ohne Rücksicht auf Nachbarn und Familie. Ich war zu der Zeit schon lange ausgezogen, bekam aber alles durch den "Buschfunk" mit. Es kam Kündigung um Kündigung. Jedes Mal wenn ich geglaubt habe, der Junge bekommt die Kurve, ist er drei Schritte zurück. Inzwischen ist er mit seiner Freundin zusammengezogen und obwohl er wusste, dass er bei seiner Leiharbeiterfirma gekündigt wird, hat er sich kurz zuvor einen Leasingvertrag für einen Neuwagen aufgehalst. Den kann er sich nicht leisten. Er weigert sich wieder am Band zu arbeiten, weil er meint, dass sei minderwertige Arbeit. Die letzte Leiharbeiterfirma: Zwei Tage. Er hat nur zwei Tage durchgehalten!
Davor wollte er die Fachhochschulreife machen, hat aber kurz vor der ersten Klassenarbeit das Handtuch geworfen! Mein Vater erzählt das er regelmäßig um Geld bettelt und wollte das ich mit meinem Bruder rede. Ich wäre doch seine "Lieblingsschwester". Jetzt wohl nicht mehr...
Vor zwei Tagen kam es zum Streit, wo er auch meinen Freund aufs übelste beleidigt hat. Wenn er wütend wird, passt er nicht auf seine Wortwahl auf. Da fallen wirklich üble Beschimpfungen. Es ist einfach nur peinlich gewesen. Mein Freund kennt solche Umgangsformen nicht. Seine Familie ist immer höflich. Die beleidigen sich nie.
Ich möchte im März meinen Bachelor nachholen und habe eigentlich keinen Kopf mehr für diesen Schreihals. Trotzdem weiß ich ganz genau, was mich an Weihnachten erwarten wird: Vertrag dich mit ihm. Du bist die Ältere. Du bist doch die Vernünftige. Du bist seine Lieblingsschwester. Und wenn ich meinem Vater sage, was ich für Beschimpfungen zu hören bekommen habe: Ach, das ist normal. Er ist halt ein Hitzkopf. Mich hat er auch schon beleidigt. Wir sind halt Südländer.
Ich will das aber nicht mehr! Diese Umgangsformen widern mich an. Gestern habe ich alle seine Kontakte blockiert und bin so kurz davor, komplett mit meiner Familie zu brechen. Wenn nicht meine kleine Schwester wäre, würde ich gar kein Kontakt mehr wollen. Sie ist so eine liebe Seele, wohnt aber noch daheim.
Entschuldigt den langen Vortrag. Es tut zumindest gut mal darüber zu schreiben...
Ich muss mir heute etwas von der Seelen reden/erzählen.
Meine Familie ist sehr - nennen wir es - streitfreudig. Das merkt man allein daran, dass jedes Jahr ein neuer Streit ausbricht. Meistens gehen die Streitereien von meinen Eltern und meinen beiden Brüdern aus. Meine kleine Schwester und ich halten uns da bedeckt. Wir sind sehr friedliebend und konzentrieren uns auf Arbeit/Ausbildung etc.
Ich bin das zweitälteste Kind und meine beiden jüngeren Geschwister kamen ca. 10 Jahre später. Als ich elf war, musste ich bereits auf meinen kleinen Bruder aufpassen und zwei Jahre später auf beide Kleinen. Es hat immer an Geld gefehlt und weil wir Südländer sind, hieß es immer: Die älteste Tochter muss aufpassen. Nicht der älteste Sohn. Das ist Frauenarbeit.
Jetzt wo ich Erwachsen bin, distanziere ich mich von meiner Familie. Einfach weil ich merke, dass wir nicht unterschiedlicher sein könnten. Meine Eltern wünschen sich, dass ich eine Familie gründe. Ich will beruflich weiterkommen. Diese Enttäuschung spüre ich ständig. Als ich mich auf meinen neuen Job beworben habe, kam ich danach im Anzug nachhause. Ich war überglücklich, weil ich sofort eine Zusage bekam. Meine Mutter hat mich dagegen nur herablassend angeschaut und gemeint: "Du siehst aus wie eine blöde Tippse." Toll, danke...
Meine Brüder... Puh. Die sind ein Fall für sich. Beide sind Choleriker. Der eine mehr, der andere weniger. Mein kleiner Bruder ist inzwischen vorbestraft wegen Körperverletzung. Er hat drei Ausbildungen abgebrochen, die Sportschule geschmissen. Er hat Drogen konsumiert, eine Zeitlang sogar verkauft. Den ersten üblen Streit hatten wir, als ich das erfahren habe. Da habe ich ihm gedroht, ihn an die Polizei zu verpfeifen. Wir haben ein Jahr nicht mehr miteinander geredet. Er hat aber aufgehört. Zumindest behauptet er das...
Er ist generell das Sorgenkind der Familie. Als er noch daheim gewohnt hat, hat er ständig meine Eltern angebrüllt. Wenn seine Freundin zu Besuch war, haben sie sich gegenseitig angebrüllt. Ohne Rücksicht auf Nachbarn und Familie. Ich war zu der Zeit schon lange ausgezogen, bekam aber alles durch den "Buschfunk" mit. Es kam Kündigung um Kündigung. Jedes Mal wenn ich geglaubt habe, der Junge bekommt die Kurve, ist er drei Schritte zurück. Inzwischen ist er mit seiner Freundin zusammengezogen und obwohl er wusste, dass er bei seiner Leiharbeiterfirma gekündigt wird, hat er sich kurz zuvor einen Leasingvertrag für einen Neuwagen aufgehalst. Den kann er sich nicht leisten. Er weigert sich wieder am Band zu arbeiten, weil er meint, dass sei minderwertige Arbeit. Die letzte Leiharbeiterfirma: Zwei Tage. Er hat nur zwei Tage durchgehalten!
Davor wollte er die Fachhochschulreife machen, hat aber kurz vor der ersten Klassenarbeit das Handtuch geworfen! Mein Vater erzählt das er regelmäßig um Geld bettelt und wollte das ich mit meinem Bruder rede. Ich wäre doch seine "Lieblingsschwester". Jetzt wohl nicht mehr...
Vor zwei Tagen kam es zum Streit, wo er auch meinen Freund aufs übelste beleidigt hat. Wenn er wütend wird, passt er nicht auf seine Wortwahl auf. Da fallen wirklich üble Beschimpfungen. Es ist einfach nur peinlich gewesen. Mein Freund kennt solche Umgangsformen nicht. Seine Familie ist immer höflich. Die beleidigen sich nie.
Ich möchte im März meinen Bachelor nachholen und habe eigentlich keinen Kopf mehr für diesen Schreihals. Trotzdem weiß ich ganz genau, was mich an Weihnachten erwarten wird: Vertrag dich mit ihm. Du bist die Ältere. Du bist doch die Vernünftige. Du bist seine Lieblingsschwester. Und wenn ich meinem Vater sage, was ich für Beschimpfungen zu hören bekommen habe: Ach, das ist normal. Er ist halt ein Hitzkopf. Mich hat er auch schon beleidigt. Wir sind halt Südländer.
Ich will das aber nicht mehr! Diese Umgangsformen widern mich an. Gestern habe ich alle seine Kontakte blockiert und bin so kurz davor, komplett mit meiner Familie zu brechen. Wenn nicht meine kleine Schwester wäre, würde ich gar kein Kontakt mehr wollen. Sie ist so eine liebe Seele, wohnt aber noch daheim.
Entschuldigt den langen Vortrag. Es tut zumindest gut mal darüber zu schreiben...