Hi!
Ich selbst habe keinerlei Heimerfahrung, kann also nichts zu deinen Erfahrungen sagen. Dass wir fast gleich alt sind, schockt mich sehr, weil ich dachte, dass solch grauenvolle Methoden in Kinderheimen heute nicht mehr vorkommen. Umso schlimmer, dass es anders ist.
Ich schreibe dir aber trotzdem, weil ich dir ein bisschen Mut zu einer Therapie machen möchte. Ich selbst mache seit einiger Zeit auch eine Psychotherapie, weil ich einiges an Gewalt in der Kindheit erlebt habe. Ich war sehr lange dagegen und mir sicher, dass eine solche Therapie nichts bringt, dass ein ständiges Rumrühren in der Vergangenheit nichts bringt. Oder dass mich eine Therapeutin als eine, die studiert hat, von oben herab behandelt.
Ich denke, ganz wichtig ist, dass die Chemie zwischen dir und deiner Therapeutin stimmt. Wenn das aber gegeben ist, kannst du vermutlich mit einer Therapie erst einmal nur gewinnen. Im schlimmsten Fall passt es nicht und hilft wenig. Aber es besteht auch die Möglichkeit, dass du einiges besser ordnen kannst. Und es muss auch nicht in jeder Therapie-Stunde um „früher“ gehen, es kann auch immer mal was aktuelles sein, zumal sich das nicht so trennen lässt – wie wir heute reagieren, liegt ja auch an dem, was wir erlebt haben. Wir sind, wer wir sind.
Ich wünsche dir, dass du eine Therapeutin findest, die zu dir passt und dass du nach und nach manches etwas besser verarbeiten kannst. Sieh es mal so – die A********* aus den Heimen haben dir viel angetan, aber du schreibst hier, auch weil du an eine Zukunft glaubst. Die haben dich nicht gebrochen.
Ich glaube, du bist eine Kämpferin 😉 .
Alles Gute!