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Ich bin hier falsch!

Hallo Jun,

was hasse ich an meinem Job? Also es ist nicht so, daß ich ihn für sinnlos oder überflüssig halte. Er ist für mich einfach nur nicht richtig. Ich habe das Gefühl, daß ich mehr könnte als das. Der Job ist anspruchsvoll, aber in der falschen Richtung. Ich möchte gestalten, kreativ sein, vielleicht auch helfen. Und das alles kann ich hier nicht. Ich habe mich mittlerweile eingelebt und mir ist die Arbeit vertraut, was auch eine gewisse Geborgenheit mit sich bringt. Aber im Grunde bin ich nicht zufrieden. Ich möchte morgens aufstehen und mich auf den Tag freuen. Das Problem ist nur, daß ich keinerlei Ideen habe, was ich sonst machen könnte. Außerdem ist mein Beruf sehr sicher und ich wäre eigentlich blöd, das aufzugeben. Es ist teilweise auch gar nicht so, daß ich meine Arbeit komplett hasse. Ich ertrage sie nur nicht 8 Stunden am Tag.

Grüße
Solitudo
 
Hallo Solitudo,
Also ich kann 100%ig verstehen, wie sehr dir die Natur fehlt. Mir geht es da so ähnlich. Vielleicht lebe ich in dieser Beziehung in einer Illusion, aber ich finde überall ein kleines Stück, so unnatürlich(echte Natur ist einfach etwas anderes) meine Umwelt zu sein scheint, überall gibt es echte Natur. Man darf nur nicht so weit schauen, sondern sich auf ein kleines Stück konzentrieren. Ich schau mir die Flechte auf einer Mauer an und freu mich drauf, wenn im Sommer die roten Milben drüber krabbeln. Ich gehe in den "Wald" und da gibt es viele kleinste Stellen, die für mich irgendwie vollkommen wirken. Ich glaub du verstehst was ich meine.
Da war zum Beispiel ein Pilz, wie er kaum sichtbar aus dem Boden wuchs. Man konnte ihn eigentlich nur erahnen unter der Laubdecke. Und jeden Tag hab ich vorbeigeschaut und habe geschaut, wie er wächst, wie neben dran ein weiterer Pilz aus dem Boden kommt. Es mag sein, daß es eine Illusion ist, aber es ist ein Stück von dem, was mir hilft.
Ich kann nicht beurteilen, ob das mit deiner Familie nur eine Illusion war, aber ich glaub das irgendwie nicht. Ich find, daß es das eine ist, ob man niemanden außer sich selbst brauch. Das bedeutet jedoch nicht, daß man in absoluter Einsamkeit glücklich und zufrieden ist. Das ist meinem Gefühl nach zu logisch empfunden.
Was deinen Job angeht, da vewirrt mich ein wenig, daß er zwar anspruchsvoll für dich, daß es aber die falsche Richtung sein soll. Kann ja schon sein, aber ich habe eher das Gefühl, als würde er einfach nicht all deine Seiten abdecken, die du verspürst. Vielleicht gibt es den Job, wo einfach alles zusammenkommt und man nichts anderes braucht, wie die Arbeit. OK. 8Stunden sind schon sehr viel und das nimmt auf jeden Fall die Motivation danach noch etwas anderes zu machen bzw. die Kraft das Haus verlassen zu wollen. Aber wenn du dir etwas überlegst, wo du das bekommen könntest, was dir fehlt, vielleicht kannst du dann diesen Punkt überwinden und vielleicht kotzt dich die Arbeit nicht mehr so sehr an? Ich glaub sie kotzt dich eher an, wie dass du sie hasst.
Ich erwisch mich selbst auch immer wieder daran, daß ich keine Bock habe joggen zu gehen und wenn ich es dann doch gemacht hab, dann bin ich so froh darüber, daß ich es gemacht hab.

Alles in allem könnte ich mir vorstellen, daß du ein so lebensschweres Gefühl hast, weil es mir irgendwie so erscheint, als wärst du im alltag ziemlich alleine. Deshalb bist du mit deinem Lebenseindruck alleine. Ging mir auch so. Hab mit niemandem geredet und hab alles nur für mich gehabt. Keine Ablenkung davon, keinen Vergleich, keine anderen Eindrücke, kein voran kommen, keine Bewegung. Wenn man sieht und erfährt mit was sich andere Menschen schlagen müssen und wenn man erlebt, daß man sich auch mit nichts zu schlagen brauch, dann habe ich gemerkt, daß diese Probleme irgendwie auch genauso illusorisch sind, wie vielleicht deine illusorische Geborgenheit in der Familie. Wer weiß schon, was Illusion ist und was nicht?
Ich spiele lieber mal ne Runde Monopoly. Ist irgendwie vielleicht so ähnlich, wie auf einen Mittelaltermarkt zu gehen. Es fühlt sich gut an. Was sonst zählt?
 
@Punkt Es stimmt schon, daß Menschen kennen zu lernen, immer ein Sprung ins kalte Wasser ist. Man weiß schließlich nie, an wen man da wirklich geraten ist. Damit habe ich auch kein Problem, sondern mit dem Internet als Medium um Menschen kennen zu lernen.


@Klarfünf
Ich weiß, was du in Bezug auf die Natur meinst. Solche kleinen Freuden habe ich auch hier in der Stadt. Aber es reicht mir eben oft nicht.
Bei dem, was ich über meinen Beruf geschrieben habe, meinte ich genau das. Er deckt nicht alle meine Fähigkeiten ab. Ich fühle mich zu einseitig gefordert. Nur weil ich etwas anspruchsvoll finde, muß es mir noch lange nicht gefallen. Mir fällt der Umgang mit Computern eben rein zufällig leicht. Aber darum muß ich es noch lange nicht als Beruf haben wollen.
Aber wenn du dir etwas überlegst, wo du das bekommen könntest, was dir fehlt, vielleicht kannst du dann diesen Punkt überwinden und vielleicht kotzt dich die Arbeit nicht mehr so sehr an?
Ich weiß nicht ganz, was du meinst. Also in dem Beruf, den ich gelernt habe, gibt es die Art Kreativität, die ich gerne haben möchte, leider nur sehr vereinzelt bis gar nicht. Von daher müßte ich schon den Beruf wechseln. Da weiß ich aber wieder keine Alternative. Ich interessiere mich für nichts so sehr, daß ich es zum Beruf machen möchte.
Du hast recht, ich bin im Alltag alleine. Ich freue mich immer, wenn ich etwas mit anderen teilen kann. Leider bietet sich die Gelegenheit nur selten. Zwar bin ich ein Einzelgänger, aber auch solche brauchen Freunde.
 
@Punkt Es stimmt schon, daß Menschen kennen zu lernen, immer ein Sprung ins kalte Wasser ist. Man weiß schließlich nie, an wen man da wirklich geraten ist. Damit habe ich auch kein Problem, sondern mit dem Internet als Medium um Menschen kennen zu lernen.
kann ich sowas von gut nachvollziehen, denn auch ich bin ein mensch und kein modem. doch siehe das internet mal als mittel zum zwecke, dann gehts. was für eine realität man draus macht liegt doch immer im willen derer die sich wirklich kennen lernen wollen.
 
Hallo Solitudo,

"Austeritas solitudinis comes" habe ich gerade gelesen. Ich wollte wissen, welche Bedeutung dein Name hat.

Deine Tatkraft scheint durch deine Worte. Wenn du das Problem einkreisen könntest, du würdest sofort nach einer Lösung suchen und dich anstrengen sie umzusetzen. Oft ist es jedoch besser sich gar nicht in Aktivitäten zu stürzen, wenn man für sich selbst Ruhe und Frieden sucht.

Du könntest jetzt mit Anstrengung herausbekommen, welcher Job dir tatsächlich liegt. Vielleicht würdest du dann losziehen und ein Studium anfangen oder eine Ausbildung zur Designerin oder auf die soziale Schiene wechseln. Du könntest dir eine neue Arbeitsstelle suchen, an einem Ort der dir mehr zusagt, wo du vielleicht Leute kennst. Du könntest dich bei den Lokalisten lokalisten - dein persönliches netzwerk anmelden und vorfühlen, ob du Leute aus deiner Region kennen lernen kannst.

Ich glaube nicht, dass du dein Leben hasst. Du fühlst vielleicht eine trostlose Wand, einen eingeschliffenen Trott und diese Vorstellungen empfindest du vielleicht außerhalb, getrennt von dir. So als ob du nur noch darauf reagieren könntest, aber nichts mehr daran ändern kannst, bis sich die äußeren Bedingungen verändert haben.

Ich melde mich nochmal. Ich weiß nur nicht, wie ich Zeit finde. Als letztes einfach noch einen Link Download-Texte von K.-H. Brodbeck vielleicht bist du ja neugierig. In ungewöhnlichen Lebenszeiten begegnen einem ja oft ungewöhnliche Gedanken. Das machen sie ja gerade so spannend, wenn auch manchmal schwer zu ertragen 🙂 .

so long
Jun
 
Zuletzt bearbeitet:
@Punkt
Ja, im Grunde hast du recht. Ich habe einfach ein bißchen schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Internet. Jemand aus meinem Umfeld hat mich 1 ½ Jahre lang über das Internet glauben lassen, er wäre jemand anderes. Und ich habe ihm wirklich vertraut, habe die Anonymität des Internets genossen, weil ich ja glaubte, ihn nicht zu kennen. Zumindest nicht in der „Realität“.


@Jun
Du schreibst da interessante Dinge, von denen ein Großteil sehr zutreffend ist. Ja, wenn ich einen Weg durchschimmern sehen würde, Anhaltspunkte hätte, würde ich mich förmlich darauf stürzen und aktiv werden. Aber ich habe Angst. Angst das Vertraute und Sichere für einen Traum aufzugeben, der vielleicht nicht hält, was er verspricht. Ich bin ein Sicherheitsmensch. Leider. Allerdings zweifle ich immer mehr daran, daß ich selbst mit Anstrengung herausbekommen könnte, welcher Beruf zu mir paßt. Vielleicht ist das nur eine Ausrede vor mir selber, eine Rechtfertigung meiner Tatenlosigkeit.
Die Links schaue ich mir mal an. Gut, ich bin nicht so sehr für den Buddhismus, aber einige Lehren sind doch sehr interessant.



Ich danke euch allen, für eure Tips und Hilfe. Ich finde es toll, daß ihr euch so viele Gedanken macht.🙂
 
Hallo Solitudo,

bist Du bereit, wirklich etwas in Deinem Leben zu ändern?

Was hält Dich in der Stadt, in der Du nicht glücklich bist?

(Sag jetzt bitte nicht, dass es Dein Job ist....😉)


LG

von der Tigerente

Marlies🙂
 
Hallo Tigerente!

Ja, wie soll ich das sagen...es ist der Job. Ich bin aus dem Grund hier her gezogen. Gut, die Stadt liegt auch nah am Wohnort meines Vaters und damit an dem Ort, wo ich aufgewachsen bin. Hat also auch nostalgische Gründe. Aber hauptsächlich ist es der Job.

Ob ich wirklich bereit bin, etwas in meinem Leben zu ändern, weiß ich nicht. Spontan würde ich sagen ja, aber ich sehe doch immer wieder, wie ich mir selber Steine in den Weg lege. Ich habe Angst vor Veränderung. Vielleicht weil ich fürchte, daß es dann nicht so wird, wie ich es mir erhoffe. Jetzt kann ich sagen, ich bin unglücklich, weil ich nichts an der Situation ändere. Aber wenn ich etwas geändert habe und immer noch nicht zufrieden bin, würde ich mich als Versager fühlen. Dabei ist das so dämlich. In einigen Dingen weiß ich durchaus, was mich glücklicher machen würde, aber ich schrecke davor zurück, es zu ändern. Ich habe einfach Angst. Doch mittlerweile kann ich diese Angststarre nicht mehr leiden. Sie gibt mir das Gefühl, mein Leben zu vergeuden. Manchmal frage ich mich aber, ob ich nicht erstmal was an meiner Einstellung ändern sollte. Ich bin immer unzufrieden, weil ich dieses blöde "Alles-oder-nichts-Denken" habe. Ich will immer 100% und bin dann unglücklich, wenn es nur 80% werden. Ich bin im Moment so verbissen hinter Veränderungen her, daß ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe. Wenn ich jetzt meine Einstellung zum Heute ändere, ist es vielleicht leichter, das Morgen zu planen. Ohne Druck, ohne zu große Erwartungen.

Grüße
Solitudo
 
@ Solitudo

Was ich zu deinem letzten Beitrag sagen wollte:
Deine vernünftigen Beweggründe sind denke ich das Eine. Das Andere ist deine persönliche Gefühlslage. Deine Situation mit der du absolut nicht zufrieden bist. Ich stimme dir auf der einen Seite zu was ändern zu müssen. Aber auf der anderen Seite macht genau dies dir dein Leben schwer. Deine Ziele, deine Wünsche in deinem Kopf, sie passieren nicht von heute auf morgen. Wäre es doch schon viel, würdest du in deinem Leben 80% von deinen Hundert bekommen? Wäre es doch der helle Wahnsinn würdest du in einem Jahr diese 80% bekommen? Wäre es doch das Beste von Heute auf Morgen damit leben zu können?
Ich kenn dieses Problem mit dem verarscht werden. War es auch ein kleines Problem für mich. Aber ich fand etwas anderes viel bescheuerter. Es ist so kontraproduktiv. Die ganze Aushorcherei und der ganze Gedankenaustausch ist eigentlich absolut ohne Bedeutung, ohne Wert, ohne Konsequenz.
Ich kann mir glaube ich irgendwie vorstellen, wie schwierig es ist, wenn man eine Ahnung davon hat, was diese 100% sind von heute auf morgen zu leben. Weil von heute auf morgen sieht es so aus, als käme man diesem Ziel kein Stück näher. Dabei könnte es vielleicht so einfach sein?
Wenn man aber nur jetzt lebt, ohne an diese 100% zu denken, und den Moment so nimmt, wie er ist, ohne eine Erwartung erfüllen zu müssen, dann beginnt man den Wald wieder immer mehr zu sehen, weil man sich Stück für Stück von ihm wegbewegt.
Das Leben ist wie ein Puzzel mit 1000 Teilen. Setze jeden Tag ein Stück und in 1000 Tagen hast du deine 100%.
 
@Punkt
Ja, im Grunde hast du recht. Ich habe einfach ein bißchen schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Internet. Jemand aus meinem Umfeld hat mich 1 ½ Jahre lang über das Internet glauben lassen, er wäre jemand anderes. Und ich habe ihm wirklich vertraut, habe die Anonymität des Internets genossen, weil ich ja glaubte, ihn nicht zu kennen. Zumindest nicht in der „Realität“.
das kommt davon wenn man lieber mittels internet der phantasie freien lauf lässt, anstatt sich alsbald mal die hand zu geben.
die verzagten werden nach solchen erlebnissen noch verzagter sein.
viel hoffen, viel gefühl wohl auch, viele gedanken und vorstellungen werden zerstöhrt. es sind da doch immer die EIGENEN vorstellungen die da kaputt gehen. ob nun gemeinerweise vom anderen agitiert oder in wollender phantasie mit hilfe des gelesenen jedesmal ein bischen weiter entwickelt. der mensch ist und bleibt REAL und ist kein modem.
er braucht realität und das recht bald. auch real kann einer dem anderen was vormachen sicher. doch die möglichkeit dies zu erkennen ist weit menschlicher als mittels eines modems.




ich will immer nen punkt wegeditieren und dabei wars nen krümel auf meinem monitor...dolle sache *gg
.
 

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