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Ich bin hässlich.

Trotzdem hatte ich die Hoffnung, dass mich doch jemand attraktiv finden könnte, logisch, schließlich sagten mir ja alle, dass „der Richtige“ das tun würde. Meine bisherigen Beziehungen waren entweder offen (d.h.: ich war ihm nicht genug) oder er hat mich betrogen.
Das klingt wie wenn du deinen eigenen Wert daran fest machst, wie sehr dich jemand körperlich begehrt, und dabei blid für den wahren Charakter dieser Menschen bist. Und dich dadurch (vielleicht unbewusst) vor allem auf oberflächliche und respektlose Menschen einlässt. Könnte es nicht sein, dass dieser Mangel an Selbstachtung einen großen Teil dazu beiträgt, dass du auf andere hässlich wirkst? Oder deine Bedürftigkeit in Bezug auf Anerkennung und dass dich andere hübsch finden. Auch die wirkt auf etliche Menschen abstoßend. Ich kann dir nur so viel sagen: Der optisch gesehen exakt selbe Mensch kann um Welten anders wirken, je nachdem ob er sich emotional an andere Menschen klammert (und von einer Ablehnung "verletzt" sein würde) oder ob er völlig selbstbestimmt sein Leben führt und mit Ablehnung souverän umgehen kann. Dem zweiten Menschen kann man sehr viel offener begegnen da er von einem nichts erwartet und man nicht in Schuldgefühle hineingezogen wird, wenn man sich in seiner Nähe am Ende doch nicht wohl fühlt. Und gerade das wirkt auch unbewusst anziehend und sympathisch.

Und schau dir mal an, wie viele glückliche Paare und Familien es gibt, die keine Model-Körper haben. Ich bin immer noch der Ansicht, wenn man sich einem Menschen emotional verbunden fühlen und lieben lernen kann, dann beginnt man ganz von allein, ihn als "hübsch" zu empfinden. Und gleichzeitig gibt es so viele Menschen, die oberflächlich gesehen vielleicht hübsch sein mögen, die aber unter ihrer Oberfläche eine unglaubliche Hässlichkeit und unterdrückte Gewalt tragen. Wobei mir bewusst ist, dass ich mit dieser Sichtweise wohl nicht den Durchschnitt unserer Gesellschaft repräsentiere, aber man muss sich halt an einem Punkt entscheiden, ob man sich lieber mit oberflächlichen, blinden Menschen umgeben möchte oder mit welchen, die tiefer in das Wesen eines Menschen hineinschauen können und wollen und sich dadurch auch auf eine tiefere Form von Nähe einlassen können...

Mich würde übrigens auch interssieren, was für Schönheits-OPs du gerne durchführen lassen würdest, einfach um deine Gedanken zu dem Thema ein bisschen besser einschätzen zu können. Ich kann dir allerdings auch sagen, solche OPs bei mir mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen würden, dass ich dich nach der OP hässlicher finden würde. Und wenn es nur die Narben sind oder das Wissen, wie sehr das Gewebe unter deiner Haut dabei geschädigt wurde und wie viel Gewalt gegen deinen Körper in diesem Eingriff steckt und sich darin wiederspiegelt... solche Dinge meine ich mit "unter die Oberfläche schauen"...

Was die Tipps, die du bekommen hast, betrifft: Einfach nur eine "Veränderung" an sich selbst vorzunehmen, um des Selbstzwecks willen, würde mich ebenfalls abstoßen. Aber da du dir z.B. über deine Haare Gedanken gemacht hast: Warum muss der Friseur sie denn abschneiden? Warum brauchst du eine "Frisur"? Warum lässt du sie nicht einfach wachsen und kümmerst dich gut um sie, so dass sie gesund sind? Das wäre mal eine konstruktive Veränderung... die meisten Veränderungen, die Menschen an ihrem Aussehen durchführen, sind hingegen mit Gewalt und Zerstörung verbunden (in deinem Beispiel das Abschneiden von Haaren, oder in den Empfehlungen der anderen eine "Frisur" die mal schnell gemacht werden kann und häufig auch den Haaren schadet). Während die von mir vorgeschlagene Ändeung für Wachstum, "gesund sein" und dadurch in gewisser Weise "Leben" steht. Aber diese Dinge kann man eben nicht mit Gewalt erzwingen, sondern in ihnen spiegelt sich die Zeit und die Beharrlichkeit und in gewisser Weise auch die Sanftheit eines Menschen (also die Haare z.B. nicht in einer Kurzschlussreaktion wieder abzuschneiden) wieder, und damit verbunden ist für mich eine tiefgründigere Form von "Schönheit"... die man eben nicht erzwingen kann, aber gerade das macht sie so wertvoll. Nur mal so ein Gedanke, auch wenn ich gerade nicht das Gefühl habe, dass du dich davon angesprochen fühlst... (aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, will damit nur sagen ich hab keine Erwartungen an dich, du allein entscheidest was dir wichtig ist und welchen Weg du gehen möchtest).
 
Ich habe da tatsächlich relativ konkrete Vorstellungen, was ich machen würde - Nase verkürzen, Augen- und Lippenform ändern, an der Gesichtsform was machen, Bruststraffung
Ich glaube viele haben da eine totalverzerrte Vorstellung, was überhaupt möglich ist. Und blenden die dabei im Körper entstehenden Schäden und Gefühlsverluste sowie die Risiken aus. "Bruststraffung" hört sich zum Beispiel im ersten Moment toll an - tatsächlich sehen die Brüste hinterher aber total hässlich und vernarbt aus, insbesondere die versetzten Brustwarzen sind meiner Meinung nach extrem abstoßend. Dazu kommt der Gefühlsverlust in den Brustwarzen und die Tatsache, dass du nicht mehr stillen können wirst. Gerade ein potentieller Partner, der dich als ganzen Menschen lieben wollen und mit dir eine Familie gründen wollen würde, würde sich von so einer OP ziemlich wahrscheinlich abgestoßen fühlen. Du musst dich im Grunde entscheiden, ob du dein Leben an Menschen ausrichten möchtest, die dich auf deinen Körper reduzieren und als Vorzeigeobjekt haben wollen (das man dann in der Regel "entsorgt" wenn es zu alt geworden ist - sorry für die harte Wortwahl...), oder an Menschen, die dich als Mensch wahrnehmen und gern haben wollen, auch wenn sie villeicht gerade die Minderheit und relativ schwer zu finden sind. Es ist halt eine Grundsatzentscheidung, denn nach der OP gibt es keinen Weg mehr zurück zu "gesunden", fühlenden und natürlich aussehenden Brüsten.

und - wenn es sich schon lohnt - auch meine Augen so operieren, dass ich keine Brille mehr tragen muss (ich sehe nicht nur schlecht, sondern schiele auch, aber solange das noch schlechter wird, würde sich eine OP nicht lohnen).
Auch hier sollte man vorsichtig sein, die Sehwerte ändern sich häufig über den Lauf des Lebens hinweg, aber eine Laserkorrektur der Augen ist nur sehr wenige Male möglich und zumindest ich fühle mich nicht wohl mit der Vorstellung, dass mir dabei einfach ein Stück von meinem Auge "weggebrannt" wird und die neue Form vielleicht später nach weiteren Veränderungen nicht mehr so gut mit einer Brille zusammen funktionieren könnte... sehe ich jetzt zwar nicht so kritisch wie die oben erwähnten OPs, aber es sollte einem auch klar sein, dass die OP nicht zwangsläufig die Sehprobleme für den Rest des Lebens löst.

Zahnspange sehe ich jetzt nicht unbedingt als Schönheits-OP an, ich find es generell ein interessantes Thema durch welche Effekte die Zähne bei manchen ungünstig wachsen und wie man da auch ohne OPs oder Zahnspange die Zahnpositionen konstruktiv unterstützen kann (insbesondere auch bei Kindern und Jugendlichen).
 
Und doch würden wir einer an Krebs leidenden Person nicht erzählen, ihr eigentliches Problem wäre gar nicht der Krebs, sondern lediglich ihre Einstellung ihm gegenüber. Denn das wäre unangemessen, selbst ohne böswillige Absicht.
Der Vergleich hinkt jetzt ein bisschen.

An Krebs kann man sterben, am Aussehen seines Gesichts nicht.

Ein Gesicht hat so viele Facetten, und es sieht immer wieder anders aus. Je nachdem, ob man lächelt oder nachdenklich schaut, ob die Augen leuchten, weil man sich gerade freut, oder auch voller Tränen sind - ein Gesicht ist etwas Lebendiges, und das Aussehen ist niemals festgeschrieben.

Und so wirkt es auch auf andere. Schillernd, lebendig und immer wieder anders. Deshalb kann man nie sagen, dass ein Mensch einfach nur hässlich ist.

In Theodor Fontanes Roman "Schach von Wuthenow" geht es um ein junges Mädchen, das als Kind die Blattern hatte, und dessen eine Gesichtshälfte seitdem total vernarbt ist. Obwohl alle sagen, dass sie entstellt ist, verliebt sich doch ein sehr attraktiver Mann in sie. Er sagt zu ihr: "Dir lügt der Spiegel!"

Das möchte ich auch zu all denjenigen sagen, die sich im Spiegel nicht anschauen wollen.
 
"Bruststraffung" hört sich zum Beispiel im ersten Moment toll an - tatsächlich sehen die Brüste hinterher aber total hässlich und vernarbt aus, insbesondere die versetzten Brustwarzen sind meiner Meinung nach extrem abstoßend. Dazu kommt der Gefühlsverlust in den Brustwarzen und die Tatsache, dass du nicht mehr stillen können wirst.
[...]
Auch hier sollte man vorsichtig sein, die Sehwerte ändern sich häufig über den Lauf des Lebens hinweg, aber eine Laserkorrektur der Augen ist nur sehr wenige Male möglich und zumindest ich fühle mich nicht wohl mit der Vorstellung, dass mir dabei einfach ein Stück von meinem Auge "weggebrannt" wird und die neue Form vielleicht später nach weiteren Veränderungen nicht mehr so gut mit einer Brille zusammen funktionieren könnte... sehe ich jetzt zwar nicht so kritisch wie die oben erwähnten OPs, aber es sollte einem auch klar sein, dass die OP nicht zwangsläufig die Sehprobleme für den Rest des Lebens löst.

Ich habe mir die Ergebnisse von Bruststraffungen angeschaut und finde die wirklich halb so schlimm, wie immer gesagt wird. Zudem möchte ich auch gar keine Kinder bekommen und erst recht nicht stillen (finde die Vorstellung auch ehrlich gesagt total unheimlich), daher ist mir diese Konsequenz bewusst, aber nicht von Bedeutung für mich.

Und wegen den Veränderungen der Sehwerte möchte ich ja eben noch damit warten 🙂
 
Was ist ein kranker Mensch und was ein gesunder?

Das ist doch alles relativ.

Und doch würden wir einer an Krebs leidenden Person nicht erzählen, ihr eigentliches Problem wäre gar nicht der Krebs, sondern lediglich ihre Einstellung ihm gegenüber. Denn das wäre unangemessen, selbst ohne böswillige Absicht.

Absolut geschmackloser Vergleich, ekelhaft.
 
Und ich war nie in einer Beziehung geschweige denn verstehe ich sowieso nicht wieso man fremd geht (dann mach doch einfach schluss) aber ich kann mir schwer vorstellen dass es einfach an deinem Aussehen lag. Du hattest einfach die falschen Männer.
[...]
Wenn du keine Brille magst, dann trag Kontaktlinsen. Trag die Frisur bei der du dich wohlfühlst.

Aber wenn mir das immer wieder passiert, muss ich doch das Problem sein - es kann doch kein Zufall sein, dass ich immer wieder betrogen werde und "die falschen Männer" treffe.

Kontaktlinsen kann ich wegen der Fehlstellung meiner Augen leider nicht tragen, ich bin auf eine Brille wegen den schlechten Sehwerten auch komplett angewiesen (es ist so schlimm, dass die Krankenkasse einen Teil übernimmt - wer selbst eine Brille trägt, weiß, wie schlimm es ungefähr sein muss 😂), also ist nicht tragen auch keine Option.

Frisuren sind so eine Sache - alles was ich an anderen schön finde, sieht an mir schrecklich aus. Und alles, was mir - laut Friseurinnen - steht, ist entweder der ungefähr langweiligste Look aller Zeiten oder Frisuren für Mittvierzigerinnen (und nichts gegen Mittvierzigerinnen, aber ich möchte mit Anfang 20 auch wie Anfang 20 aussehen).
 
Ich habe mir die Ergebnisse von Bruststraffungen angeschaut und finde die wirklich halb so schlimm, wie immer gesagt wird.
Das ist deine subjektive Wahrnehmung und das darfst du auch gerne so sehen 🙂 Was ich meinte war, dass viele "normale" Menschen, die nicht in deinen persönlichen Denk- und Wahrnehmungsmustern stecken, das Ergebnis als hässlich/abstoßend und insbesondere hässlicher als den Ausgangszustand wahrnehmen. Und mit denen dann entsprechend umzugehen ist die entscheidende Herausforderung. Du tauschst im Grunde die einen Menschen, die dich hässlich finden, gegen andere, die es tun. Die entscheidende Frage ist, ob dadurch konkret etwas für dich gewonnen ist (z.B. dass dir die neue Gruppe, die dich dann hübscher findet, wichtiger ist als die vorherige) oder ob du dich nur im Kreis drehst und dabei unwiederbringlich etwas verlierst. Was du auf jeden Fall vermeiden solltest ist zu erwarten, dass alle Menschen genau so empfinden wie du in einem bestimmten Moment. Denn das führt letztendlich nur zu Missverständnissen und Konflikten.

Was die OP selbst angeht: Ich weiß nicht, was für Vorher-Nachher-Bilder du gesehen hast, aber das Werbematerial der Kliniken ist da natürlich auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet. Es gibt aber auch Medizinforen die voll sind von Frauen, die teils massive Komplikationen nach einer Straffung haben und wo man auch ungefiltert sehen kann, wie es im Normalfall wirklich nach der OP aussieht. Das aber nur am Rande.

Und ja, ich hab gelesen, dass du mit den Augen warten wolltest und find das auch gut 🙂
 
Aber wenn mir das immer wieder passiert, muss ich doch das Problem sein - es kann doch kein Zufall sein, dass ich immer wieder betrogen werde und "die falschen Männer" treffe.
Das Problem sind unverarbeitete Erlebnisse aus deiner Vergangenheit, die dazu führen, dass du diese Art von Männern anziehst und ihr wares Wesen nicht wahrnehmen kannst bevor es zu spät ist.

Eine Veränderung an deinem Aussehen ändert absolut gar nichts am Charakter dieser Männer! Und deine Fixierung auf dein Aussehen lenkt von den Dingen ab, die ich gerade eben geschrieben habe. Das ist halt ein typischer menschlicher Verdrängungsmechanismus, der das Aussehen zum Sündenbock macht, um sich nicht mit den tatsächlich belastenden Tehemen auseinandersetzen zu müssen. Das soll übrigens kein Vorwurf sein, nur eine Bemerkung zu den ganzen Zusammenhängen und dass dieser Weg die eigentlichen Probleme nicht lösen kann...
 

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