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Ich bin erst 18 und sehe keine Zukunft mehr fuer mich

G

Gast

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Hallo alle hilferuf-User!
Das hier ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich finde es echt gut, wie man sich hier gegenseitig ehrliche Ratschlaege gibt. Jetzt wuerde ich euch auch gerne meine Geschichte erzaehlen und eure Meinungen hoeren.

Also zu mir... Ich bin ein 18 jaehriges Maedchen, das vor kurzem die 12. Klasse geschmissen hat. Es lag nicht einfach nur daran, dass ich keine Lust mehr auf Schule hatte. Das haben wahrscheinlich die wenigsten. Aber ich hatte grosse Probleme in ein paar Faechern und konnte dieses Gefuehl einfach nicht mehr ertragen, dass ich zu dumm bin. Ich haette einfach von Anfang an auf die Realschule gehen sollen glaube ich... Hinzu kommt, dass ich seit einigen Monaten Panikattacken im Unterricht bekam. Keine Ahnung warum, aber dann musste ich immer ploetzlich auf Toilette und ich habe mich mehr und mehr geschaemt. Ich habe auch seit Jahren eine Essstoerung ( ednos ). Es wurde immer schlimmer und irgendwann habe ich es in vielerlei Hinsicht nicht mehr ausgehalten.
Natuerlich war der Schulabbruch ein Schock fuer meine Eltern, aber sie wollten mich unterstuetzen, wenn ich mich sofort um eine Ausbildung bemuehte.

Das habe ich auch getan und habe sofort 3 Vorstellungsgespraech-Einladungen bekommen fuer Ausbildungsplaetze in der Gastronomie. Das erste haette letzten Freitag stattgefunden, aber ich habe vorher abgesagt. Es handelete sich um einen richtig edlen Betrieb und ich hatte nicht genug Selbstbewusstsein dafuer. Ich finde mich einfach zu haesslich. Obwohl ich IMMER -sehr- auf mein Aussehen achte, sehe ich meiner Meinung nach einfach ungepflegt aus ( Hautprobleme, nah an der Grenze zum Uebergewicht ). So jemanden wie mich haetten die an so einem Ort sowieso nicht eingestellt.
Ausserdem habe ich zwar ganz gute Qualifikationen fuer eine Arbeit in diesem Bereich, aber solche Jobs sind ja doch sehr hektisch, es gibt viele Ueberstunden und unregelmaessige Arbeitszeiten....

Ich weiss einfach ueberhaupt nicht mehr, was ich machen will!
Und obwohl es meine eigene Entscheidung war die Schule abzubrechen, fuehle ich mich jetzt total ueberfordert und ins kalte Wasser geworfen! Meine Eltern scheinen auch die Gruende fuer meinen Schulabbruch ueberhaupt nicht zu verstehen. Was bringt es, wenn ich u.a. wegen Panikattacken nicht mehr zur Schule gehe und diese dann eventuell in der Ausbildung wiederkommen?
Vielleicht sollte ich jetzt mal kurz etwas zu meiner Familie sagen:
Vater ist vor einigen Jahren gestorben und war schon behindert ( wegen eines Schlaganfalls ) als ich noch klein war. Mutter ist seit einigen Jahren mit einem neuen Mann verheiratet mit dem ich mich lange nicht verstanden habe. In letzter Zeit geht es. Aber dafuer schreien sie sich jetzt oft an und streiten sich lauthals ueber pikante Dinge, die ich eigentlich gar nicht hoeren will. Meine Mutter ist eh ein Fall fuer sich. Ich will sie nicht schlecht reden, denn sie hatte es selbst schwer im Leben. Aber sie hat, bis auf die Zeit in der sie keinen Mann hatte, selbst nie wirklich gearbeitet oder nur kurz, weil ihr ja dann immer uebel wurde und sie nicht weitermachen konnte. Sie hatte auch schon mehrere Aufenthalte in irgendwelchen Kliniken wegen Depressionen, aber Details habe ich nie erfahren. Und diese Mutter schreit mich jetzt an und macht mich fertig, weil ich ein Vorstellungsgespraech abgesagt habe.

Ich wuerde mich einfach gerne selbst etwas ordnen und rausfinden, was ich eigentlich will! ...Gleichzeitig weiss ich aber, dass einem so eine Zeit nicht einfach so gegoennt ist. Mir ist auch bewusst, dass ich keinen auf "Ich hatte eine schwere Kindheit und habe psychische Probleme!" machen und mich ewig darauf ausruhen kann, denn ICH bin fuer mein Leben verantwortlich. Aber was genau soll ich jetzt machen?
Ich musste jetzt erstmal bei 0 anfangen. Es ist peinlich, aber selbst Anrufe um diverse Termine zu vereinbaren fuehrten bei mir erstmal zu Heulanfaellen vor Verzweiflung, weil ich mich ueberfordert fuehlte. Nach einigen Telefonaten klappt das nun aber ganz gut. Jetzt merke ich oft, wie unselbststaendig ich eigentlich bisher gelebt habe, Anrufe etc wurden eh Mama aufgeschoben und eigentlich bin ich bisher immer einfach nur zur Schule gegangen und das wars. Das einzige was mir bisher bei der Arbeitssuche geholfen hat ( deshalb auch sofort mehrere Vorstellungsgespraeche ) ist, dass ich immer freundlich, hoeflich, untergeben und gleichzeitig ganz klug auftrete.

Aber mir macht auf einmal alles so viel Angst... Ich will mich nicht auf einmal in irgendeine Ausbildung stuerzen, ohne zu wissen, was ich eigentlich mal erreichen will! Nachher breche ich die auch noch ab 🙁

Bald habe ich ein Vorstellungsgespraech fuer einen Teilzeitjob fuer den man kaum Kenntnisse braucht. Und da sagt mein Kopf ploetzlich:"Mach erstmal das, etwas Besseres kommt fuer dich sowieso nicht in Frage!".
Es gab Zeiten in denen ich so verzweifelt war, dass ich mich heimlich prostituiert habe. So kam ich wenigstens an Geld, konnte mir einen grossen Traum erfuellen und hatte fuer kurze Zeit das Gefuehl, nuetzlich zu sein und einen Wert zu haben ohne Superbildung. Aber fuer mich steht fest, dass ich auf keinen Fall Prostituierte werden moechte und teilweise bereue ich auch, was ich getan habe...

Das Ende vom Lied ist: Ich habe ueberhaupt kein Selbstbewusstsein ( auch wenn ich das teilweise ganz gut vertuschen kann ) und bin planlos. Nichts spricht mich wirklich an und ich habe kein Karriereziel.
Jetzt bewerbe ich mich erstmal sinnlos weiter, nehme ab ( dass ich u.a. wegen meines Gewichts ein Gespraech gecancelt habe zieht mich einfach zu sehr runter ) und mache den Fuehrerschein. Aber gleichzeitig glaube ich selbst nicht daran, dass ich es noch zu irgendetwas bringe und will eigentlich nur sterben. Hohe Berufe scheinen so weit entfernt und unerreichbar, aber ein Job an der Supermarktkasse wuerde mein Leben persoenlich auch nicht erfuellen ( nichts gegen die Menschen, die das gerne tun!! ).
Jetzt wuerde ich die Leute, die vielleicht schon etwas mehr Lebenserfahrung haben, gerne fragen, welche Moeglichkeiten Ihr fuer mich seht 😱..


Das wars 🙁 Leider etwas ungeordnet, trotzdem danke fuers Lesen.
 
Hi

ich denke auch wenn Du mit Deiner Familie darüber redest,
wird das denke ich nicht sehr viel bringen.

Deine Mutter gibt den ganzen Druck an Dich ab und setzt Dich noch zusätzlich unter Druck,
das mehr wie schlecht.

Weder gut für Dein Selbstwertgefühl , noch gut für deine Panikattaken.
Denn das gesagte Spukt so oder so in Deinem Kopf rum.
Daher machst Du dich dann auch noch zusätzlich mit fertig.

Welcher Beruf würde Dir denn so richtig viel Spaß machen ?
Welchen Beruf würde Dein Herz wählen ?

Vielleicht wäre es ganz gut das Du schaust das Du erstmal aus der Sache so raus kommst,
Dir eine eigene Wohnung suchst?
Meinst Du das würdest schaffen ?

Denn es Hilft Dir nichts wenn Du auf der einen Seite versuchst was zu ändern,
aber auf der anderen Seite bleibt alles wie es ist,
denn das kann Dich dann wieder zusätzlich runter ziehen

LG
Baileys
 
wie wäre es denn wenn du mal ein paar Monate ins Ausland gehen würdest? zB als Aupair oder mit Work&Travel oder ähnlichem. Da schiebst du deine Entscheidung etwas auf, arbeitest mal woanders, verdienst Geld und kannst damit dort im Ausland für dich selbst morgen und kommst mal zur Ruhe. Wäre das etwas für dich? Ich habs damals nach dem Abi in London gemacht und es war grandios. Man ist ein neuer Mensch, wenn man mal so etwas gemacht hat.
 
Sorry muß mich kurz fassen, habe mir vorher in den linken Zeigefinger geschnitten, jetzt mit Verband stelle ich grad fest, wie wichtig der zum Tippen ist.

Gibt es keinen Freund, der dich unterstützt? Ein brauchbarer Mann sollte sich doch finden lassen? Auf gar keinen Fall Prostitution oder sonst sowas, das bereust danach auf ewig, damit bist so gut wie tot und begraben, jeder verachtet dich, und was das einem eh schon angeschlagenen Gemüt tut, kannst dir gar nicht vorstellen. Gastronomie ist meist auch eher mies, und gar nicht gut wenn jemand so schon psychisch nicht so drauf ist. Verkäuferin oder Kassierin ist ok. Kein Honigschlecken, insbesondere Kassierin, aber besser als vieles andere.

Lern kämpfen, bleib dabei aber immer fair und aufrichtig, arbeite an dir, überwinde deine Schwächen, laß die Depression deiner Mutter nicht auf dich abfärben. Man kann arm sein, aber man braucht nicht mies und dreckig sein. Nichtstun führt zu Depression. Daher ist jeder anständige, wenn auch wenig angesehene und schlecht bezahlte Job besser als Sozialfall werden, weil als Sozialfall ruinierst dir deine Selbstachtung und Lebensfreude, vereinsamst, wirst krank usw. das ist viel schlimmer als evtl. früh aufstehn müssen oder nicht gerade einen Traumjob haben.
 
Ich würde mal sagen hilf dir erstmal in dem du dir einen Arzt oder so suchst...

Kannst doch nicht einen Ausbildung anfangen und dann wieder aufhören weil du überfordert bist oder so.....

Du musst erst mal gucken was dir fehlt was du hast wo man dir helfen kann immerhin schmeißt man nicht einfach so die Schule... und wenn du wieder dein selbstwertgefühl aufgebaut hast kannst du dich um deine Zukunft kümmern Ausbilung oder doch lieber weiter schule oder sonstwas.... Ist ja dann dir überlassen....
 
Lieber Ratsuchende,

ich fand dein Beitrag unglaublich mutig, ehrlich und ich war wie gefesselt in deine Geschichte über die ich gern mit dir sprechen würde.

Schreib mir doch einfach eine E-Mail unter sidneye@web.de

Würde mich sehr freuen, wenn wir über das alles sprechen würden, weil keine Angst,
mir ging es genau so und jetzt ist alles anders...

Liebste Grüße
Tina 🙂
 
Hallo! 🙂 Ich bin die, die dieses Thema eroeffnet hat.
Vielen Dank erstmal fuer alle Antworten!!!!

Ich kaempfe zurzeit einfach weiter, informiere mich ueber alle Ausbildungssachen etc und versuche mich nicht von meinen Eltern stressen zu lassen. Mittlerweile hatte ich auch zwei ( in meinen Augen ) ganz erfolgreiche Vorstellungsgespraeche, allerdings weiss ich ja gar nicht, ob ich mich wirklich auf diese Richtung festlegen soll...
Was mich jetzt noch stresst: Das Arbeitsamt. Selbst wenn ich einen Ausbildungsplatz finde, startet der ja erst naechsten Sommer. Und ich muss es irgendwie so regeln, dass meine Eltern bis dahin Kindergeld bekommen...


@Baileys: Ich glaube auch, dass mir eine eigene Wohnung sehr gut tun wuerde. Wenn ich mir das Verhalten meiner Eltern noch weiter so angucke, werde ich echt verrueckt... Nur muesste ich erstmal die Gelder und die Organisation geregelt bekommen und ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, wo ich dabei anfangen soll!
Mir machen schon Berufe Spass, wo man mit Menschen Kontakt hat und nicht nur rumsitzt! Dass es in den Bereich Dienstleistungen etc geht weiss ich schon, ich muss mich nur noch genauer erkundigen 🙂



@Gast: Das waere natuerlich richtig cool 😛 Ich hab sogar sowas aehnliches schon gemacht und habe da keine Angst vor. Problem ist da natuerlich das Finanzielle...


@Donner: Gute Besserung! :O Ich habe sogar einen Freund, leider ist es noch eine Fernbeziehung und er hat sein Studium selbst noch nicht zu Ende und kein festes Einkommen... Und mit dem "Nichtstun fuehrt zu Depressionen" hast du sehr Recht!! Deshalb moechte ich auch auf keinen Fall nichts tun! Ich weiss nur noch nicht so ganz, was ich denn stattdessen machen moechte... Ehrlich gesagt klingt Verkaeuferin auch doch gar nicht mehr so schlecht fuer mich 🙂



@Maike Baerens: Das stimmt natuerlich. Aber wenn ich jetzt in eine Klinik gehe oder so habe ich wirklich eine Luecke im Lebenslauf, ausserdem moechte ich mich auch gar nicht so absondern. Dieses ganze Bewerben und die Suche nach einem Job haben mir auch jetzt schon ein bisschen Selbstbewusstsein zurueckgegeben 🙂


@Tina: !? Ich schreibe dir jetz eine Mail! 🙂
 
Du hattest es wohl in deinem bisherigen Leben auch nicht leicht 🙁

Ich hatte selbst, als ich u18 war einen schweren psychischen Absturz aus versch. Gründen...Meine Eltern waren die Gründe dafür auch anfangs völlig absurd...so scheint es auch bei deinen Eltern zu sein :/ (was ich bisher so rausgelesen habe)

Sie schickten mich dennoch zu einem Jugendpsychologen (was auch der richtige Schritt war!), aber mit der Begründung: Alkohol-Probleme (dabei war das wirklich nicht das Problem...) etc..jedenfalls konnte dieser Psychiater ganz prima zwischen meinen Eltern und mir vermitteln...und vorallem ihnen erklären was mir denn wirklich fehlt und dass das Ernst zu nehmen ist/war !
Vllt. solltest du dich mal an deinen Hausarzt wenden ob er dir einen guten Psychiater empfehlen könnte?

Später dann wusste ich auch nicht was ich beruflich machen sollte...hatte mir nie Gedanken drum gemacht gehabt...hatte ja andere Probleme 🙄
Was ich dir empfehlen würde:Mach doch mal versch. Praktikas!! In jedem Bereich den du irgendwie ansprechend findest 🙂 Es gibt auch Unterstützung hierbei vom Arbeitsamt...sofern du zu einem Jugendberater gehst, weil du speziell auf Ausbildungssuche bist! Der könnte dich auch für eine bezahlte Maßnahme anmelden, wo du versch. Praktikas absolvieren kannst und dabei definitiv finanzielle Unterstützung von der Agentur erhälst!! (Ist zwar nicht viel...aber manchmal muss man klein anfangen).

Ich habe durch versch. Praktikas den Weg zu meiner perfekten Ausbildung gefunden 🙂 Obwohl ich dachte, dass ich in diesen Bereich niemals hingehen würde :daumen:
 
Du solltest dich beim Arbeitsamt wirklich mal erkundigen... Ob du evtl. einen nebenjob machen könntest oder Praktikas... Und gleich vielleicht nach fragen ob es möglich ist auszuziehen... Erklär ihnen deine Situation vielleicht können sie dir ja weiter helfen.... aber weil du eben noch kein Geld verdienst werden die dich vielleicht in so ein Mädchenwohnheim stecken deshalb.... Frag einfach mal nach es kostet dich ja nichts... und wenn nicht jetzt dann eben wenn du die Ausbildung hast ob es da eine möglichkeit gibt leider kenn ich mich damit nicht so gut aus, aber die müssten das wissen immerhin ist er deren Arbeit....
 
Ich wurde an der Stelle in Deiner Geschichte stutzig, als Du schriebst, Deine Mutter konnte nie arbeiten, weil ihr immer übel wurde.
Irgendwie ist das eine Parallele zu Deinen Panikattacken im Unterricht und schnell zur Toilette rennen, oder gar nicht erst zu einem Vorstellungsgespräch gehen, weil Du zu dick bist und unreine Haut hast.
Du gehst scheinbar den Weg Deiner Mutter, ein bisschen verändert zwar, aber es ist der gleiche Weg.
Vielleicht solltest Du hier ansetzen, um Deine Problematik in den Griff zu bekommen und Du solltest Dich abnabeln. Durchaus denkbar und schon oft vorgekommen ist es, dass Mütter ihren Töchtern nicht gönnen erfolgreich zu sein. Selbst wenn sie tobt, dass Du nicht zum Vorstellungsgespräch gegangen bist sendet sie Dir unterbewusst, dass Du genauso eine Niete zu sein hast wie sie selbst.
 

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