...weil es einfach nichts bringt. Ich dachte immer wenn ich und mein Freund es lange genug versuchen, haben wir irgendwann ein tolles Sexleben. Von dem auch ich etwas habe. Aber es gefällt mir immer noch nicht. Außer ab und zu mal Schmerzen, die ich als ganz angenehm empfinde. Trotzdem denke ich in letzter Zeit öfters: wofür eigentlich? Das es meinem Freund 100 pro gefällt, kann ich auch nicht so glauben auch wenn er das sagt. Ich selber sehe mich als asexuell und bereue es in letzter Zeit immer mehr überhaupt damit angefangen zu haben Sex zu haben. Ich wäre viel lieber noch "Jungfrau". Ich war eigentlich immer recht zufrieden mit meinem sexlosen Leben. Und bereue es , dass ich das aufgegeben habe. Ich habe etwas das Gefühl, ich habe dem Druck nachgegeben. Nicht Druck von meinem Freund , sondern der Druck der Gesellschaft die mir immer zu verstehen gegeben hat, dass man in einer Beziehung eben Sex hat. Ich habe das Gefühl ich habe meine Identität als asexueller Mensch verraten und mich selber betrogen. Ich wünschte ich könnte die Zeit nochmal zurückdrehen. Ich könnte ab jetzt keinen Sex mehr haben, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich es inzwischen mehrfach hatte und so nicht mehr sagen kann "ich mag keinen Sex und ich habe darum auch keinen". Außerdem kann ich doch nach so langer Zeit nicht zu meinem Freund sagen , dass es ab jetzt wieder Null Sex gibt?
Hallo Anonym,
ich wäre auch gerne sexlos geblieben.
Irgendwann ließ ich mich darauf ein, da ich dachte, daß es mit dazugehört und ich mich dem nicht entziehen
könne. War so meine gedankliche Vorstellung.
Es hat mir irgendwie nie richtig Spaß und Freude gemacht.
Aus diesen wenigen Worten von mir läßt sich nun sovieles hineininterpretieren - von prüde bis was auch immer.
Sicher kannst Du nach so langer Zeit zu Deinem Freund sagen, daß Du nun keinen Sex mehr möchtest.
Deine innere Haltung zum Sex ist doch recht deutlich - daß Du ihn nicht mehr willst.
Und all das, was darüberhinaus an Sexleben nun stattfindet, ist doch irgendwie ein eigenes Verbiegen.
Steh zu dem, was Du nicht möchtest und auch nicht leben willst.
Lebe nun schon seit mehreren Jahren meine eigene Entscheidung, die ich mal traf und fühle mich ganz wohl
dabei und vermisse es nicht. Hab mich dazu auch nicht großartig erklärt und habe es auch nicht eingesehen,
daß nun großartig begründen zu müssen, in der Hoffnung, daß es für mich ein gewisses Verständnis gibt.
Ich bin nun halt mal so, wie ich bin und möchte mir selber treu bleiben mit meinen Entscheidungen. Bin
nicht dafür da, um den Erwartungen anderer zu entsprechen und auch sie sind nicht dafür da, meinen
Erwartungen zu entsprechen. Und meine Erwartungen werden halt weniger. Das ist auch gut so und
es lebt sich leichter.
Bleib so, wie Du bist. Und lass gesellschaftliches Denken gesellschaftliches sein. Dafür bist Du nicht ver-
antwortlich. Und gesellschaftliches Denken unterliegt gewissen Schwankungen.
Gesellschaftliches Denken hat mich irgendwie noch nie großartig interessiert. Mich nach anderen
"ausrichten" wollen als Mensch hat mich irgendwie nie begeistert.
Wir sind halt sehr unterschiedlich wir Menschen und genau das macht Leben auch so spannend
und bereichernd.
Es gibt nun mal Menschen, die brauchen jeden Tag einige Male Sex, andere vielleicht nur ein oder
zweimal im Monat, anderen reicht es alle zwei oder drei Monate.
Und alles ist in Ordnung.
Ich finde, jeder Mensch hat genügend mit sich selber zu tun - möchte er in Frieden mit sich und den
Menschen leben, die ihm im Umfeld begegnen.
liebe Grüße