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Ich bekomme eine Mutter..

Oder vielleicht eben einfach auch die Ambivalenz, die es mit sich bringt, wenn man mit schädigenden Eltern aufwächst.

Zu erhalten, wonach man sich immer gesehnt hat, es aber nur anders annehmen können und sich bewusst machen, dass sie das eben nicht mehr in das Loch legen kann, das Du aus eigener, innerer Kraft füllen musstest.

Vielleicht weißt Du jetzt auch einfach nicht, wohin damit?

Zumindest ging es mir immer so.

Aber ich schließe mich an, ich wünsche Dir alles Gute und bin sicher, dass Du auf die erlernten Ressourcen zurückgreifen kannst. Und wenn jetzt Tränen dran sind, dann ist das so.
 
Bin noch am Nachdenken, Nachfühlen…

Liebe birdie (nervt Dich das eigentlich, wenn ich Dich so nenne?)

Tut mir leid kia, was nach der Freude kam.

Naja, ich denke, es ist nicht unnormal und gehört irgendwie dazu.


Kann es sein, daß Deine Mutter durch ihr Verhalten Deiner alten Wahrnehmung Recht gegeben hat. Und damit auch Deine alten nicht gelebten Gefühle berechtigt hat? Ihnen Existenzberechtigung gegeben hat? So daß sie sich jetzt noch mal neu hervortrauen? Und sich zeigen?

So was in der Art fühle ich, ja. Das ist das, was mir die Tränen bringt. Der Schmerz, der hoch kommt, weil jetzt plötzlich das bestätigt wird, was ich immer „wusste“, doch das Verhalten der anderen Menschen zeigte mir das Gegenteil. Die kleine einsame Kia kann das nicht integrieren. So ähnlich ging es mir schon mal, als meine Thera mir „diagnostizierte“, dass ich hochintelligent bin und ein hochsensibler Lastenträger. Ich bekam plötzlich die Bestätigung, dass es mich so geben darf. Dass ich nichts Falsches bin. Es darf mich so geben, es gibt eine Begründung für mein „So-Sein“. Eine liebevolle Begründung, eine annehmende Begründung, eine Begründung, die sagt, es ist was Besonderes, nichts Schlechtes. Ich fühle mich endlich „gesehen“, „erkannt“ und mein Leben lang fühlte ich mich nicht existenzberechtigt und verkannt. Ich habe noch heute riesige Probleme, wenn mir Leute Dinge unterstellen, die mir nicht mal einfallen würden. Aber ich lerne, das nicht mehr als mein Problem zu sehen, ich kann da nichts tun. Ich mag mich auch nicht mehr verteidigen oder erklären. Das bringt sowieso nichts, wenn jemand an seinem Bild festhalten will. Und meine Mutter hat mir nun gezeigt, sie fängt an, MICH zu sehen, kein Monster, das sie für sich erschaffen hat, weil sie mich nie verstanden hat, wie sie ja schon mal zugab. Sie unterstellt mir nichts Negatives, sondern sagt ganz schlicht, ja, dieses „Licht“ hast Du und musst nichts dafür tun und kannst nichts dagegen tun. Es zerreißt mich immer noch. Ich WEISS mittlerweile wer ich bin, wie ich bin und ich bin zufrieden damit. Es hätte doch jetzt einfach nur eine Bestätigung sein können, aber es findet nicht den Eingang ins Gefühl. Ich weiß auch nicht, welches Gefühl das sein soll.

Aber wenn das so wäre, dann ist das was Gutes. Eine Chance. Wenn auch leider eine sehr anstrengende gute Chance.

Ja, so sehe ich das auch. Anstrengend, aber eine Chance. Eine Chance für die kleine Kia, die mir in meinem Leben immer wieder dazwischen rutscht und mich manchmal sehr verletzt fühlen lässt, obwohl ich weiß, die Erwachsene hat damit kein wirkliches Problem. Puh. Noch mehr Arbeit… 🙂

Ich wünsche Dir auch in dieser Situation die Bewußtheit und den Mut, die ich von Dir kenne. Ich bin ganz im Vertrauen, daß Du das gut hinbekommst. Und was Gutes daraus machst.

Dankeschön. 🙂 Und ja, das ist mein Ziel.

Danke, dass Du mir hilfst, liebe Birdie


Und auch Dir lieben Dank, Weidebirke

Oder vielleicht eben einfach auch die Ambivalenz, die es mit sich bringt, wenn man mit schädigenden Eltern aufwächst.

Ich habe irgendwie keinen Zugriff drauf. Ambivalenz fühle ich nicht, ich denke, das würde ich als Bewegung empfinden, ich spüre aber was Starres, was mir den Eingang verwehrt.

Zu erhalten, wonach man sich immer gesehnt hat, es aber nur anders annehmen können und sich bewusst machen, dass sie das eben nicht mehr in das Loch legen kann, das Du aus eigener, innerer Kraft füllen musstest.

Ganz genau. Das ist so mein Bild. Das riesige Loch, das immer da war, das ich geschafft habe, in den letzten Jahren zu schließen, wo ich diese neue Erfahrung gern integrieren würde, das ist dicht. Da ist kein Platz mehr dafür und ich glaube, das ist es, was mich so zerreißt. Wohin jetzt mit dieser tollen Erfahrung? Wo soll ich sie lassen? Ich möchte es so gern integrieren, doch sie schwirrt jetzt um die Stelle herum, wo früher das große Loch war, muss ich jetzt feststellen, dass es zu spät kommt? Ich habe das Gefühl, ich platze, aber es geht nicht.
Dankbarkeit ist toll, Freude auch, beides ist auch richtig und dran. Aber einfach nicht alles.

Vielleicht weißt Du jetzt auch einfach nicht, wohin damit?

Ja. Es macht jetzt die kleine Kia nicht mehr glücklich, sie nimmt es nicht an. Vielleicht braucht sie ihre Zeit dafür. Ich will diese Erfahrung nicht verlieren. Da steckt so viel drin. Ich möchte nicht, dass es umsonst ist. Oder brauche ich es im Grunde doch gar nicht mehr?

Aber ich schließe mich an, ich wünsche Dir alles Gute und bin sicher, dass Du auf die erlernten Ressourcen zurückgreifen kannst. Und wenn jetzt Tränen dran sind, dann ist das so.

Ja. Danke.

Ich freue mich, dass Ihr versucht, mit mir diesen Knoten zu lösen, es ist schwer auszuhalten.

Liebe Grüße, kia
 
Kia ...ich freue mich für dich und ich kann diese Situation gut nachvollziehen.

Meine Mutter war früher auch sehr schwierig.
Sie konnte recht lieblos, hart, egozentrisch, abwertend und kaltherzig sein.

Nun ist sie alt, schwächer, kränker und lebensweiser geworden und plötzlich behandelte sie mich freundlich.
Sie entschuldigte sich für damalige (teilweise recht grausige ) Verhaltensweisen und bat mich um Verzeihung.
Für mich war es auch ein sehr schöner Moment und es fiel ein schwerer Stein aus meinem Herzen.

Auch wenn ich froh bin, dass sie nun freundlicher geworden ist, mich sehr wertschätzt und mein Leben dadurch leichter wurde, will ich sie jetzt nicht zu sehr idealisieren und mich wieder wie als Kind emotional verletzbar und emotional abhängig machen, da ich im Hinterkopf weiss wie schlimm sie früher sein konnte...

Auch muss auch an meine damalige geliebte alte Hündin denken, welche plötzlich im hohen Alter sehr lieb zu ihren Feinden wurde.
Sie hatte keine Kraft und Lust mehr zum Kämpfen, besann sich auf existentiellere Probleme , war schon für Kleinigkeiten dankbar und besonders anhänglich.

Meinen Vater lernte ich kaum kennen, er hatte viele unangenehme Charakterzüge....fand ich damals.

Jetzt im hohen Alter ruft er mich plötzlich öfter an, zeigt Interesse an meinem Leben, bat mich auch um Verzeihung und redet mit mir herzallerliebst.
Das gleiche Phänomen.

Mich freut es aber, dass ich es noch erleben konnte, dass meine Eltern netter zu mir wurden und ihr damaliges Verhalten selber kritisch betrachten.
Durch die positive Veränderung meiner Eltern (welche ich früher nie für möglich hielt ) wurde ich auch bindungsfähiger.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Kia,

vorweg, nimm meine Antwort bitte nicht als Vorwurf, denn so ist sie nicht gemeint.

Als ich deinen ersten Beitrag las, kam in mir ein merkwürdiges Gefühl auf und ich habe an meine Mutter gedacht und wenn die so etwas zu mir sagen würde...

Hätte sie es vor vielen Jahren gesagt, hätte ich genauso reagiert wie du, voller Freude und Dankbarkeit.

Würde sie es aber jetzt zu mir sagen, würde ich es ihr vermutlich nicht glauben, denn meine Mutter verachtet mich und kann noch nicht ein Mal das zugeben und es wäre mir auch egal.

Egal, weil ich auf sie und ihre Gefühle zu mir nicht mehr angewiesen bin. Ich bin dabei, mich selbst zu lieben, denn ich bin ein liebenswerter Mensch und ich weiß das und ich fühle das. 🙂

Ich glaube, du bist noch nicht so weit und dieses "Eingeständnis" deiner Mutter hat dir auch genau das gezeigt. Du bist noch immer von der Meinung, dem Wohlwollen oder auch nicht von deiner Mutter abhängig. Du bist als Erwachsene noch nicht in der Lage, dich selbst in den Arm zu nehmen und dich selbst von ganzem Herzen zu lieben, so wie du jetzt bist und so, wie du einst warst.

Deswegen kommst du jetzt nicht an das Gefühl heran, an das du heran möchtest.

Aber du kannst das, da bin ich mir ganz sicher. 🙂 Du musst dich nur selbst in den Arm nehmen, deine kleine Kia mit der bedingungslosen Liebe (das ist die Liebe, die deine Mutter nicht hat) und Weisheit der erwachsenen Kia lieben.

Ich gehe davon aus, dass alles, was wir im Leben erfahren Prüfungen/Abenteuer sind. Deswegen kann der Mensch an sich auch nicht scheitern, denn er gewinnt immer an Erfahrungen. 🙂

LG
 
Ihr Lieben

So, jetzt hatte ich ein bisschen Zeit für mich und es ist etwas ruhiger geworden. Es tut gut, Eure Beiträge zu lesen, da kann ich das mit mir abgleichen, nachfühlen, ja, so was hilft.

Lieber grisou,
meine erfahrung. gerade in solchen momenten kommen viele gefühle von früher hoch die einfach noch mal gefühlt werden wollen. beachtung brauchen. und die man dann ziehen lassen kann. es ist wie eine welle am strand. da werden noch mal die füße nass. dann kommt die sonne wieder. 🙂

Anfangs konnte ich damit gar nichts anfangen. Aber heute kann ich schon sagen, ja, darum geht es wohl. 🙂


Liebe cucaracha,

Nun ist sie alt, schwächer, kränker und lebensweiser geworden und plötzlich behandelte sie mich freundlich.
Sie entschuldigte sich für damalige (teilweise recht grausige ) Verhaltensweisen und bat mich um Verzeihung.

Meine Mutter hat mich nie um Verzeihung gebeten. Aber sie ließ sich nach vielen erfolglosen Jahren dann doch mal auf ein Gespräch ein. Das war sehr wichtig für mich, hat mir sehr viel gegeben, im Grunde hat sie damit meine Wahrnehmung bestätigt. Sie wollte sich nicht um Kinder kümmern, sie war selbst schwerst bedürftig und ausgehungert nach Liebe, die ihr niemand gab. Und so hat sie andere immer nur verbittert und neidisch angesehen. Sie hat mir viele Erfolge kaputt gemacht. Ich war früher bei so vielen Gelegenheiten die Sängerin. Ganze Programme waren auf meine Beiträge aufgebaut. Und dann durfte ich zum Auftritt nicht hingehen. Es war so grausam. Vielleicht hat sie es mir nicht gegönnt, weil sie als Kind von der Ballettschule genommen wurde, damit sie sich um ihre Geschwister kümmert, sie war damals 6. Aber nur so als ein kleines Beispiel, das war eins der einfachsten.


Auch wenn ich froh bin, dass sie nun freundlicher geworden ist, mich sehr wertschätzt und mein Leben dadurch leichter wurde, will ich sie jetzt nicht zu sehr idealisieren und mich wieder wie als Kind emotional verletzbar und emotional abhängig machen, da ich im Hinterkopf weiss wie schlimm sie früher sein konnte...

Ja, so geht es mir auch. Es funktioniert auch nicht, dass ich mich abhängig mache, dafür bin ich zu stark. Es ist für mich nur eher ein sanfter Abschluss. Wenn sie jetzt sterben würde, würde ich mich ruhiger im Herzen fühlen. Ich durfte sie „SEHEN“.

Ich glaube, es liegt bei ihr nicht nur daran, dass sie älter wird und hofft, dass ich sie pflege. Da gibt es keine Fragen mehr, ich werde das nicht tun, ich kann es auch nicht tun. Sie hat jetzt einfach mehr Zeit, um nachzudenken. Das, was für mich mal sehr bezeichnend und wirklich wichtig war, als sie eines Tages da stand und sagte, sie hat jetzt erkannt, sie hatte gar nicht so furchtbar schreckliche Kinder, wie sie immer dachte. Ja, es ist furchtbar, so was noch mal nachgewiesen zu bekommen, aber es ist erleichternd, seine eigene Wahrnehmung bestätigt zu bekommen. Ich war nicht schrecklich. Ich war nur völlig unverstanden und dadurch als Monster behandelt. (Auf Einzelheiten möchte ich da gar nicht eingehen).

Meine Mutter ist kein Stück anhänglich und kann auch jetzt noch eine bösartige Krähe sein. Aber ich mache das nicht mehr an mir fest, lasse ihr das und sehe zu, dass sie sich wieder einkriegt, ich lasse so was nicht mehr über mich ergehen.

Meinen Vater lernte ich kaum kennen, er hatte viele unangenehme Charakterzüge....fand ich damals.

So geht’s mir auch. Ist noch mal ne andere Baustelle, mit der ich mich nie beschäftigt habe.


Liebe Kimi,

Gefühl - hmm...meinst Du vllt. tiefen inneren Frieden, Liebe - angekommen sein?

Ja. Irgendwie schon. So richtig greifen kann ich es noch nicht, aber Du hast da noch was geschrieben, was mich richtig getroffen hat – später dazu.

Kann es sein, dass da ein Teil in Dir immer noch zweifelt, dass Deine Ma es auch so meint? Dass es diesem Teil an Vertrauen mangelt und Angst hat, dass sie Dir mit wenigen Worten, Blicken, Gesten das Geschenk wieder wegnehmen könnte?

Nein. Ich vertraue darauf und denke, das ist auch richtig so. Ich überbewerte es nicht und mache auch nichts davon abhängig. Es ist nur einfach schön, es erlebt haben zu dürfen. Meiner Mutter dürfte überhaupt nicht klar sein, was sie da gemacht hat und welchen Wert es für mich hat. Sie bemüht sich, liebevoll zu sein, schon seit einiger Zeit, hat sogar meine Tochter schon bemerkt, die sie auch immer schei*e behandelt hat. Da musste ich immer sehr aufpassen, ich habe sie ihr nicht anvertraut, wenn ich nicht dabei war.

Möglicherweise ist da auch ein Anteil (ein ganz junger Anteil) der so etwas, wie Trotz erlebt? "Is ja toll - nun brauch ich deine Annahme auch nicht mehr."

Nein. Gar nicht.

Und vllt. ist da auch Trauer darüber, was Dir all die Jahre entgangen ist.

Ja. Ich denke, hier ist der Punkt. Jedes Mal wenn ich diesen Satz lese, schießen mir die Tränen in die Augen und ein tiefer Schmerz durchfährt mich. Dieses „was hätte sein können“, „was hätte aus mir werden können“ mit etwas Unterstützung meines Wesens. Erlebt habe ich Vernichtung. Heute die Bestätigung meines tiefsten, inneren Wissens, das man aber in der Not selbst verdrängt hat, dass ich zwar anders, aber nicht schlecht bin, zu bekommen, das ist einfach überwältigend. Ich konnte kein Stück meines noch nicht erwachsenen Lebens selbst bestimmen. Ich erlebte nur Drill und Folter. Nichts für einen Menschen, der nur lieben und für andere da sein möchte. Ich habe schon von klein auf gespürt, dass es ihr nicht gut geht, ich „sah“ ihren tiefen inneren Schmerz und habe IMMER versucht, ihre inneren Löcher zu stopfen, ich habe mir ein Bein dafür ausgerissen, doch nie Erfolg gehabt, sie hat nie was bemerkt und mich nur für zutiefst schlecht empfunden, daran bin ich kaputt gegangen. Es hat mich zerstört und es hat Jahrzehnte gebraucht, bis ich nun zu mir gefunden habe. Und nun so was zu hören, hat jetzt so viel hochkommen lassen, deshalb wohl auch noch mal die Alpträume. Die sind jetzt wieder weg.


Hallo Kurti, danke auch für Deine Gedanken. Ich weiß nicht, wie Du zu Deinem Eindruck gekommen bist, es passt kein einziger Satz auf mich. Ich sehe da auch keinen Vorwurf.

Als ich deinen ersten Beitrag las, kam in mir ein merkwürdiges Gefühl auf und ich habe an meine Mutter gedacht und wenn die so etwas zu mir sagen würde...

Ja, vielleicht hat das Ganze auch mehr mit Dir zu tun als mit mir, aber das ist völlig okay, ich bekam noch mal neue Gedanken, konnte dem nachspüren und für mich feststellen, nein, da passt für mich nichts. Ich bin viel weiter.

Würde sie es aber jetzt zu mir sagen, würde ich es ihr vermutlich nicht glauben, denn meine Mutter verachtet mich und kann noch nicht ein Mal das zugeben und es wäre mir auch egal.

Meine Mutter verachtet mich nicht. Das zeigt sie mir seit geraumer Zeit.

Egal, weil ich auf sie und ihre Gefühle zu mir nicht mehr angewiesen bin. Ich bin dabei, mich selbst zu lieben, denn ich bin ein liebenswerter Mensch und ich weiß das und ich fühle das. 🙂

Das freut mich für Dich, allein schon weil ich weiß, wie sich das anfühlt, denn ich bin nicht mehr angewiesen auf äußere Bewertungen.

Ich glaube, du bist noch nicht so weit und dieses "Eingeständnis" deiner Mutter hat dir auch genau das gezeigt. Du bist noch immer von der Meinung, dem Wohlwollen oder auch nicht von deiner Mutter abhängig. Du bist als Erwachsene noch nicht in der Lage, dich selbst in den Arm zu nehmen und dich selbst von ganzem Herzen zu lieben, so wie du jetzt bist und so, wie du einst warst.

Deswegen kommst du jetzt nicht an das Gefühl heran, an das du heran möchtest.

Nein. Ich kann mir seit geraumer Zeit selbst geben, was ich brauche, ich kann mich sehr gut um die kleine Kia kümmern, sie in den Arm nehmen und spüren, was sie braucht und ihr auch wieder Sicherheit geben. Ich spüre auch, wenn es um die Kleine geht und nicht um die Erwachsene und hier geht es auch viel um die Kleine, wir stehen in gutem Kontakt.

Warum ich an das Gefühl nicht herankomme – einerseits habe ich jetzt sicher erkannt, es ist Trauer. Eine Trauer, die dran ist. Die Trauer um die Vergangenheit, um schmerzlich Vermisstes. Wenn das jetzt hochkommt, dann ist es auch wert, sich darum zu kümmern, es zuzulassen.
Und auf der anderen Seite – das, was ich erwartet hatte, nämlich, dass sich da was integriert, eben in das Loch noch fällt und da was schließt, das geht gar nicht. Eben, weil es das Loch nicht mehr gab/gibt. Es ist geschlossen, es ist gefüllt mit meiner eigenen Wertschätzung. Es ist stabil, da ist kein Platz mehr, das, was meine Mutter mir da jetzt geschenkt hat (ganz unbewusst), wurde ganz einfach nicht mehr gebraucht und dennoch ist es von großem Wert und es gibt mir auch ganz viel. An meinem erarbeiteten Selbstwert jedoch ändert es nun nichts mehr. Es ist komisch, das jetzt so zu fühlen, aber ich spüre richtig, wie dieses Geschenk sozusagen oben drauf liegt. Es hat keinen Platz mehr in meinem Selbstwertloch, weil da keiner mehr ist. Ich werde es nun in den Herzensschrank für Geschenke liebevoll einsortieren. Und trotz der Tränen für die Trauer fühle ich ein Lächeln für dieses Geschenk.

Ich gehe davon aus, dass alles, was wir im Leben erfahren Prüfungen/Abenteuer sind. Deswegen kann der Mensch an sich auch nicht scheitern, denn er gewinnt immer an Erfahrungen.

Ich nehme schon lange alles, was mir passiert, als etwas, woran ich wachsen und lernen kann. Keine einzige Erfahrung ist umsonst, ich habe noch niemals gefragt „Warum ich“, auch, wenn mir ganz böse Dinge passieren, kann ich noch glücklich sein, weil ich daran glaube, dass ich Stück für Stück meine Probleme lösen kann und wenn ich einen Schritt weiter gekommen bin, kommt einfach nur das Glück. Ich weiß, wie man Hilfe holen kann und ich leiste mir, das auch zu tun, wenn ich allein gerade nicht weiter komme.

Ganz lieben Dank für all Eure Beiträge. Ein bisschen muss ich wohl noch arbeiten an diesem Erlebnis, Ihr habt mir mit Euren Gedanken sehr geholfen.

Und jetzt kann ich noch traurig sein, dem Ganzen einen Platz geben und auch das Glück fühlen.

Danke, dass es Euch gibt. kia
 
Ich hatte gerade ein Erlebnis mit meiner Mutter und ich bin total geflasht, ich weiß gar nicht, ob ich jetzt lachen oder heulen soll. Es gibt Wunder!

Ich wünsche wirklich jedem, der in diesem Lebenskampf steckt, dass auch er „Lichtblicke“ sehen darf.

Liebe Grüße von der geflashten kia

Liebe kiablue,
ja, es gibt sie, diese Lichtblicke-Wunter zwischen Mutter und Tochter.

Steckte in solch einem Lebenskampf und erlebte diese Lichtblicke-Wunder. Erst nach dem Tode meiner Mutter
wurden mir diese bewußt - vorher konnte ich das nicht so richtig "begreifen".

Schließe mich gerne Deinen Wünschen an.

alles Liebe
gaestin
 
Liebe Kia,

lgerade habe ich deinen sehr berührenden Thread gelesen.
Wie geht es dir jetzt, über eine Woche nach dem so außergewöhnlichen Gespräch mit deiner Mutter? Hast du wieder Boden unter den Füßen, eine innere Ausgewogenheit?

Die kleine Kia war immer ungeliebt, ihr wurde vermittelt was für ein schreckliches Kind sie ist, wo sie doch nur geliebt hat und alles dafür getan hätte helfen zu können.
Ich habe dich so verstanden, dass du im Laufe der Zeit einen Weg für deine Heilung gefunden hast, eine Möglichkeit die Kleine wissen zu lassen, dass sie ein wundervolles Wesen ist, das früher nie jemand so sehen konnte, wie du sie jetzt siehst.
Was für eine unglaubliche Fähigkeit! Du hast dir selbst Liebe geben können, die du nie bekommen hast! Auch wenn ich kaum noch hier schreibe, bist du ein besonderer Mensch für mich und ich mag dich wirklich sehr, liebe Kia.


Hoffentlich ist es für dich OK, wenn ich meinen Eindruck zu dem was nach diesem Gespräch passiert ist hierlasse…
Meine Mutter ist ähnlich wie deine, allerdings hat sie mich nicht verteufelt, sondern sie hat mich von meinem ersten Atemzug an ausgesaugt, hat alles was ich geben konnte genommen und blieb doch immer leer wie ein Fass ohne Boden und hat mir dies zum Vorwurf gemacht. Nur weil ich nicht gut genug war, war sie ein so unglücklicher Mensch, weil ich trotz allem nicht genug war ….

Du und die Kleine, ihr habt vielleicht aufgrund der Sichtweise: „sie konnte mich und meine Liebe nie sehen, sie konnte uns deswegen nicht annehmen“ mit der Vergangenheit ein gutes Stück weit abschließen können. Jetzt die Nachricht von ihr: „ich habe dich und das Licht um dich herum immer gesehen, ich wollte dieses Strahlen nicht!“

Es gibt so viele Menschen, die nein dazu sagen und dieses Wissen zerreißt mir immer wieder das Herz. Es gibt so viele Menschen, bei denen man glaubt sie bräuchten nur etwas Liebe und Fürsorge um zu heilen und freundlicher zu werden, aber wenn man sieht, dass sie genau das garnicht wollen, ist es für mich immer wieder ein furchtbares Einsehen. Einsehen, dass sie ganz bewusst nein sagen, geh weg sagen, ich will das was du zu geben hast höchstens dafür, um mich davon zu ernähren, aber ich will die Liebe in meinem Leben nicht wirken lassen.
Gerade bei meinen Eltern und vor allem meiner Mutter, ist es für mich besonders schwer dieses Wissen zu ertragen: egal wie sehr ich geliebt, egal wie sehr ich gestrahlt habe, meine Mutter hat meine Liebe nie zugelassen, hat nie zugelassen sich von diesem Licht berühren und verändern zu lassen. Hat nie zugelassen das mein Leuchten sie hätte heilen könnte … Sie will diese Veränderung bis heute nicht, sie WILL es nicht!

Heute gibt mir dieses Wissen noch mehr innere Freiheit, die Freiheit meinen Helferkomplex loslassen zu können, die Freiheit es immer noch zu lieben, andere berühren und ihnen Kraft geben zu können, aber nicht mehr um jeden Preis. Die Freiheit darauf zu achten, wer mir durch mein Helfen wollen nur schadet, mich verletzt und diese Menschen dann verlassen zu dürfen. Die Freiheit heute einen unbeschwerten Umgang mit meiner Mutter zu haben, weil auch ganz tief in mir drinnen nicht mehr für sie und ihr Wohlergehen verantwortlich bin! 🙂


Ich drücke dich ganz sanft meine Liebe und wünsche dir, dass du noch ganz viele Menschen findest, die dieses Leuchten genießen und liebevoll auf dich zurückstrahlen lassen können. Beim Basteln mit den Kleinen hast du bestimmt schon viele dieser besten Momente des Lebens fühlen dürfen …
 
Liebe Chris,

Wie geht es dir jetzt, über eine Woche nach dem so außergewöhnlichen Gespräch mit deiner Mutter? Hast du wieder Boden unter den Füßen, eine innere Ausgewogenheit?

Es geht mir gut, ja, es ist auch wieder ausgewogen, seit ich nicht mehr versuche, dieses Erlebnis in das damalige Loch zu integrieren. Ich habe ja erkannt, dass es nicht mehr da ist, es ist gefüllt, da ist kein Platz mehr, um etwas dazu zu tun, es ist einfach nicht mehr nötig. Das hatte mir Panik gemacht. Und dann entstand in mir das Bild, wie ich diese Erfahrung in ein hübsches Kästchen packen konnte und es in meinem Herzen in den Schrank der besonderen Geschenke legte. Seitdem ist es wieder ruhig. Und es ist sicher verpackt, ich musste diese besondere Erfahrung nicht verdrängen, weil sie keinen Platz fand an der Stelle, wo ich sie gern gehabt hätte. Aber ich hatte mich längst da raus entwickelt. Das kann ich dankbar annehmen.

Ich habe dich so verstanden, dass du im Laufe der Zeit einen Weg für deine Heilung gefunden hast, eine Möglichkeit die Kleine wissen zu lassen, dass sie ein wundervolles Wesen ist, das früher nie jemand so sehen konnte, wie du sie jetzt siehst.
Was für eine unglaubliche Fähigkeit! Du hast dir selbst Liebe geben können, die du nie bekommen hast!

Ja. Manchmal bin ich selbst überrascht, dass es ging. Es war ein wirklich sehr schwerer Weg mit sehr bitteren und schmerzhaften Erfahrungen, manchmal stand ich vor Verzweiflung in Flammen, ich bin durchs Feuer gegangen und dabei haltbar gemacht worden. 🙂 Veredelt *grins

Auch wenn ich kaum noch hier schreibe, bist du ein besonderer Mensch für mich und ich mag dich wirklich sehr, liebe Kia.

Dankeschön.
Weißt Du, ich hatte mich einfach nur entschieden, leben zu wollen. Ich wollte nichts darstellen, ich wollte nur sein. Und dafür braucht man gar nicht viel, man braucht nur sich selbst und alles andere ist eine schöne Zugabe, die mich erfreut oder zum Lernen bringt. Alles bringt mich weiter auf meinem Weg, lässt mich lernen. Das ist mein Ziel und mein Weg und es macht mich glücklich. Ich weiche vor Schmerz und bitterer Erfahrung nicht zurück. Ich durchlebe es, lerne draus und kann es heilen und manchmal brauche ich dafür Hilfe, die ich mir mittlerweile durchaus auch holen kann und Ihr hier im Forum habt da durchaus einen guten Anteil dran.


Hoffentlich ist es für dich OK, wenn ich meinen Eindruck zu dem was nach diesem Gespräch passiert ist hierlasse…

Natürlich.

Das mit dem "leer", "ein Fass ohne Boden" kenne ich von meiner Mutter auch sehr gut. Ich habe es nur nicht als aussaugen empfunden, sondern als meine natürliche Aufgabe, es zu füllen. Und ja, es war nie genug. Ich denke, Deine Gefühle damit kann ich gut nachempfinden.

„ich habe dich und das Licht um dich herum immer gesehen, ich wollte dieses Strahlen nicht!“

Es gibt so viele Menschen, die nein dazu sagen und dieses Wissen zerreißt mir immer wieder das Herz. Es gibt so viele Menschen, bei denen man glaubt sie bräuchten nur etwas Liebe und Fürsorge um zu heilen und freundlicher zu werden, aber wenn man sieht, dass sie genau das garnicht wollen, ist es für mich immer wieder ein furchtbares Einsehen. Einsehen, dass sie ganz bewusst nein sagen, geh weg sagen, ich will das was du zu geben hast höchstens dafür, um mich davon zu ernähren, aber ich will die Liebe in meinem Leben nicht wirken lassen.
Gerade bei meinen Eltern und vor allem meiner Mutter, ist es für mich besonders schwer dieses Wissen zu ertragen: egal wie sehr ich geliebt, egal wie sehr ich gestrahlt habe, meine Mutter hat meine Liebe nie zugelassen, hat nie zugelassen sich von diesem Licht berühren und verändern zu lassen. Hat nie zugelassen das mein Leuchten sie hätte heilen könnte … Sie will diese Veränderung bis heute nicht, sie WILL es nicht!

Ja.
Aber ich sehe das nicht als bösen Willen. Ich sehe das als schlichte Unfähigkeit aus ihrer eigenen Erfahrung heraus. Ich sehe das heute nicht mehr als persönlich willentlich gegen mich gerichtet. Es war IHRE Art und Weise zu versuchen, ihr eigenen Löcher zu stopfen. Dass es gegen mich gewirkt hat, steht auf einem anderen Blatt. Das hätte sie aber nie heilen können, das konnte ich nur noch selbst.

Heute gibt mir dieses Wissen noch mehr innere Freiheit, die Freiheit meinen Helferkomplex loslassen zu können, die Freiheit es immer noch zu lieben, andere berühren und ihnen Kraft geben zu können, aber nicht mehr um jeden Preis.

Ja, das ist toll. 🙂 Dahin bin ich auch gekommen. Ich achte da gerade sehr drauf. Ich möchte nicht mehr der Preis sein.

Die Freiheit darauf zu achten, wer mir durch mein Helfen wollen nur schadet, mich verletzt und diese Menschen dann verlassen zu dürfen. Die Freiheit heute einen unbeschwerten Umgang mit meiner Mutter zu haben, weil auch ganz tief in mir drinnen nicht mehr für sie und ihr Wohlergehen verantwortlich bin! 🙂

Ja, das war sicher ein weiter Weg. Es ist schön zu lesen, dass Du ihn gegangen bist und ein Ziel erreicht hast.


Ich drücke dich ganz sanft meine Liebe und wünsche dir, dass du noch ganz viele Menschen findest, die dieses Leuchten genießen und liebevoll auf dich zurückstrahlen lassen können. Beim Basteln mit den Kleinen hast du bestimmt schon viele dieser besten Momente des Lebens fühlen dürfen …

Ja, und nicht nur dort. Ich begreife immer mehr. Mein Licht strahlt. Es strahlt auch dann, wenn jemand versucht, es mir auszublasen. Es strahlt nur dann nicht mehr, wenn ich es selbst ausblase. Das erfordert von mir viel Aufmerksamkeit und es ist auch noch schwer für mich, das selbst zu glauben, aber es ist da.

Ich danke Dir, Du Liebe für Deine Worte, kia
 

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