Generell wäre es sehr gut möglich, auch bei 12-stündiger Abwesenheit einen Hund zu halten, gerade als Selbständiger.
Unser befreundeter Anwalt hat seinen Hund immer mit in der Kanzlei. Dann ist da unser Reinigungsmittellieferant. Der hat seinen Hund auch immer mit, auch bei Auslieferungen. Ebenso ein Bekannter mit eigener KFZ-Werkstatt. Wenn man sein eigener Herr ist, ist man natürlich flexibel, kann eine Runde mit dem Hund drehen, wenn es erforderlich ist.
Allerdings sehe ich bei dir, Doc, ein Problem, denn du würdest dich sicherlich für einen Welpen oder sehr jungen Hund entscheiden, vermute ich mal. Gerade die nehmen viel Zeit in Anspruch, da sie zu Stubenreinheit und Gehorsam erzogen werden müssen. Ob du diese Zeit während des laufenden Geschäftsbetriebes aufwenden kannst bezweifle ich eher.
Ich musste seinerzeit selbst eine Lösung für meinen Hund und mich finden, als ich bei o. g. Anwalt eingestellt wurde. Da war ich 11 Stunden von daheim abwesend und hatte leider noch keinen Hundesitter. Dafür aber einen äußerst netten und tierlieben Chef, der mir vorschlug, den Hund ins Büro mitzubringen. Das klappte wunderbar, allerdings auch nur, weil mein Hund gut erzogen ist und sich ruhig und umgänglich verhielt. Die meiste Zeit schlief er unter meinem Schreibtisch, oder denen der Kolleginnen oder im Büro meines Chefs, sofern er keine Mandantschaft drinnen hatte. Allerdings hatte ich von meinen Pausen nicht allzuviel, da ich diese für Gassigänge nutzen musste. Aber das war leicht zu verschmerzen. Außerdem ging mein Chef zwischendurch auch mal mit ihm raus, oder die Auszubildende nahm ihn mit auf Botengänge. Von daher kam er mit seinem Auslauf nicht zu kurz.
Heutzutage arbeite ich zwar nur noch halbtags und bin im Normalfall höchstens maximal 5 Stunden außer Haus und habe seit Jahren einen 2. Hund, so dass sie eigentlich während unserer Abwesenheit Gesellschaft haben, trotzdem ist mir die Zeitspanne, in der sie alleine sind zu lange. Gottlob habe ich eine liebe Nachbarin, die die Hunde im Laufe des Vormittags zu sich rüber holt, so dass sie Gesellschaft und Auslauf haben.
Hundesitter sind also für gelegentliche Aufsicht oder für wenige Stunden täglich auch eine gute Lösung, wobei ich bei ständiger 12-stündiger Abwesenheit trotzdem davon abraten würde. Da wäre der Hund auf Dauer gesehen doch eher beim Sitter besser aufgehoben, als beim Herrchen. Und gerade, wenn es sich noch um einen Welpen handelt, der dann in der Hauptsache vom Sitter erzogen werden würde.