Man muß unterscheiden zwischen Erwachsenen, die sich ihre Zeit, Lebenswandel und Interessen nach Belieben selber aussuchen können, und Kinder, die erheblich mehr im Zwang stecken, sich "zu beweisen" mit Schule, Freunden, Elternhaus etc. und die in diesem Sinne sehr stark auf "Statussymbole" angewiesen sind - haste was, biste was, haste nix, bist der Loser.
Speziell bei Jugendlichen ist es eh so, daß jeder "was ganz besonderes" sein will, in diesem Alter versucht man seine Grenzen auszutesten und ist als Ergebnis oft pott enttäuscht, wenn man feststellen muß, daß man doch eben nur ein Durchschnitt wie tausend andere ist und weder extrem schön noch stark noch gut noch schlau noch sonstwas ist oder hat, mit dem man vor den anderen (Statussymbol!) angeben und protzen kann. Entsprechende Frageforen für Kinder und Jugendliche sind jedenfalls voll mit Fragen wie "ich kann das und das, bin ich jetzt was ganz besonderes?" (beliebt zum Beispiel: angebliche Wahrträume - "isch bin Hellseher, Mann! Fallt vor mir nieder und küßt mir die Füße, oder ich hexe euch einen baldigen Tod oder so an". Und wenn dann die rationelle Antwort lautet: nix Wahrtraum, alles ganz simpel erklärbar... dann sind die Fragesteller jedesmal monstermäßig enttäuscht und wollen die Wahrheit gar nicht wissen, weil man ihnen soeben wieder mal eine hübsche Hoffnung, "was ganz besonderes zu sein" kaputtgemacht hat.
Es ist dieser Drang, was ganz besonderes zu sein, aus tausenden von anderen hervorzustechen, der die ganzen Extreme hervorbringt, angeheizt durch die Medien, die einem tagtäglich vor Augen führen, daß es immer jemanden gibt, der noch besser ist, noch besser singen kann oder besser aussieht oder mehr "Statussymbole" hat (bei Kindern besonders beliebt: was man früher als "Familiares" nannte - nämlich Haustiere, je exotischer desto hochwertiger, Affe ist besser als Schlange ist besser als ordinäre Hauskatze)... oder eben noch dämlicher zu sein ("Jackass") oder magersüchtiger - bis zum Tod wenn nötig, denn wer vorher aufgibt ist ein Loser, Weichei, Verlierer... und als das will sich niemand bezeichnen lassen.