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Hochsensibel: Problem im Alltag?

Hochsensibel zu sein ist ja auch keine Krankheit!
Das sehe ich auch so.
Es ist eine Eigenart und Begabung wie andere Eigenarten und Begabungen auch. Oft wird nur das Belastende dieser Eigenart gesehen, beklagt, zu hoch gehalten.
Auch da gehe ich mit.
Ja, ich leide auch unter den Belastungen die das mitsichbringt, und habe lernen müssen für mich zu sortieren, Grenzen zu setzen.
Ich konzentriere mich auf die schönen Seiten und Vorteile die es hat so sensibel zu sein. Und grenze mich ab, wo, wann es zur Überlastung wird.

Beispiel Gerüche. Manche Leute umgeben sich mit einer Parfumwolke die mir das Atmen erschwert. Farben, Lacke, Chemie allgmein sind in der Regel belastend für mich. Also meiden.
Gehe ich aber draußen spazieren oder bin mit dem Biki unterwegs. Ohhhh ...... wow!!! Dieser Duft von aktuell Weissdornblüten, Mandelblüten, und und und. Der Duft des Laubes auf dem Waldboden wenn die Sonne drauf scheint. Ich rieche beim Spaziergang wenn in der Nähe Pilze stehen, Himbeeren blühen, Brennessel steht und und und. Die Luft, wenn es regnet, schneit, frostig ist ......lecker.
Das ist total schön.
Ich erlebe Menschen, die haben Nerven wie Drahtseile, und in der Regel haben sie sehr wenig bis gar kein Verständnis für so manches Probelm, was für mich als Sensibelchen aber ein Problem ist.
Da kannste ne Bombe neben denen hoch gehen lassen, dann sagen die vielleicht "Was war das?"
Ich wäre dann kurz vorm Herzkasper, Adrenalin schießt hoch, ...... und auf einer Party mit lauter Mucke oder vielen Menschen werde ich krank.
Das ist wohl so. Bei mir auch.
Ich genieße die sanften, ruhigen, harmonischen Melodien ....... die andere langweilig finden.
Ich mag die auch.
Mir geht das Herz über und ich hab Tränen der Freude und Rührung in den Augen wenn der Frühling erblüht und mich mit seinen Farben und Gerüchen umhüllt. Ich genieße das.
Und es gibt Menschen, die können das nicht aufnehmen, genießen. Die verstehen mein Dahinschmelzen einfach nicht.
Das verstehe ich und ich bin nicht hochsensibel. Eher das Gegenteil.
Es kommen beim Spaziergang Hunde zu mir, wo Herrchen und Frauchen nur staunen, weil der Hund doch fremden gegenüber zurückhaltend ist.
Setzte ich mich in ein Cafe, bin traurig, kommt der Hund des Hauses, legt sich mir auf die Füße und tröstet mich.
Das geht meinem Mann auch so. Der mag Hunde halt. Hochsensibel ist er jetzt nicht.
Bin ich einige Tage in einer Freizeitgruppe, kann es passieren das Menschen zu mir kommen weil sie Kummer haben. Sie spüren, dass ich nicht nur mit den Ohren zuhöre, sondern mit dem Herzen. Und auch ich genieße diese Vertrautheit die sich in weniger als 3 Minuten entwickelt.
Geht mir auch so. Manchmal mag ich es und manchmal geht es mir auf die Nerven.
Noch bevor ich meine therapeutische Seelsorgeausbildung machte, hat mir so manche/r gesagt; "An dir ist ein guter Seelsorger verloren gegangen." ( Hat mit dazu beigetragen dass ich´s dann gemacht hab) Denn es wirklich ein Gabe, ein Segen, Menschen mit/in Nöten zu helfen zu können. Aber eben auch in gesunden Grenzen!
Die Grenzen sind sehr wichtig.
Hochsensibel zu sein, kann tiefe innige Vertraut zwischen 2 Menschen haben, die Menschen mit Drahtseilen niemals in dieser Tiefe erleben werden.
Das glaube ich jetzt nicht. Auch nicht Hochsensible können das erleben.
Hochsensible Menschen sind aber in ihrem Seelchen auch sehr viel schneller und tiefer verletzt, als der mit den Drahtseilnerven.
Das stimmt vermutlich und das ist anstrengend für andere. Oder kann anstrengend sein.
Ich lass es mal mit dem kurzen Abriss gut sein. Nur mal so als Anstoß zum Nachdenken. Gibt auch Bücher dazu.
Danke für den Beitrag.
 
Was ist das denn für ein "Coach"?

Ich bin bei dieser Coaching-Szene immer einigermaßen skeptisch.

Und was bringt es dir, wenn du dir, deinem Fühlen und Verhalten irgendein stylisches Etikett anhängst? Das mit der Hochsensibilität ist gerade schwer in Mode, vermutlich sagt so ein Coach das jedem und jeder. Inwiefern hilft dir der Begriff, dich selbst besser zu verstehen und dein Leben besser zu führen?
 
Das mit der Hochsensibilität ist gerade schwer in Mode, vermutlich sagt so ein Coach das jedem und jeder.


Nein, absolut nicht. Ähnlich wie ADHS werden diese Themen gerade erst einer großen Masse publik und die Infos offen zugänglich.

Ich bin heute wieder von meinem dreitägigen Präsenzseminar zurück und total erschlagen.

Unser Team saß in einem Raum, man war unter ständiger Beobachtung und alle haben wild durcheinander gesprochen und das über Stunden. Ich war irgendwann einfach nicht mehr aufnahmefähig... die anderen sind dann abends noch ins Restaurant gegangen bis 23 Uhr- das würde ich niemals schaffen.
Dazu muss ich sagen, dass unser Team sich auch nicht gut versteht. Ich spüre da unterschwellig die negativen Energien und diese setzen mir schwer zu, da muss ich mich distanzieren.

Über kurz oder lang werde ich mich intern wegbewerben auf eine andere Stelle. Zum Glück finden diese Workshops nur 1-2x im Jahr statt.

Ich bin einfach nicht so belastbar wie andere Menschen.

Dafür ist es bei mir ebenso, dass fremde Kleinkinder auf mich zulaufen, meine Beine umarmen und Hunde ebenfalls schwanzwedelnd meine Nähe suchen.

Wildfremde erzählen mir nach fünf Minuten Bekanntschaft ihre Lebensgeschichte, inklusive Schicksalsschläge gepaart mit dem Zusatz "das habe ich noch nie jemandem erzählt"...

Das raubt einem einfach Energie und man muss sich wirklich gut schützen und ständig abgrenzen.
 
Nein, absolut nicht. Ähnlich wie ADHS werden diese Themen gerade erst einer großen Masse publik und die Infos offen zugänglich.

Ich bin heute wieder von meinem dreitägigen Präsenzseminar zurück und total erschlagen.

Unser Team saß in einem Raum, man war unter ständiger Beobachtung und alle haben wild durcheinander gesprochen und das über Stunden. Ich war irgendwann einfach nicht mehr aufnahmefähig... die anderen sind dann abends noch ins Restaurant gegangen bis 23 Uhr- das würde ich niemals schaffen.
Dazu muss ich sagen, dass unser Team sich auch nicht gut versteht. Ich spüre da unterschwellig die negativen Energien und diese setzen mir schwer zu, da muss ich mich distanzieren.

Über kurz oder lang werde ich mich intern wegbewerben auf eine andere Stelle. Zum Glück finden diese Workshops nur 1-2x im Jahr statt.

Ich bin einfach nicht so belastbar wie andere Menschen.

Dafür ist es bei mir ebenso, dass fremde Kleinkinder auf mich zulaufen, meine Beine umarmen und Hunde ebenfalls schwanzwedelnd meine Nähe suchen.

Wildfremde erzählen mir nach fünf Minuten Bekanntschaft ihre Lebensgeschichte, inklusive Schicksalsschläge gepaart mit dem Zusatz "das habe ich noch nie jemandem erzählt"...

Das raubt einem einfach Energie und man muss sich wirklich gut schützen und ständig abgrenzen.
Ich bin nicht hochsensibel und mir gehen solche Veranstaltungen auch an und auf die Nerven.
Vor allem in dieser Länge und Dauer.
Das geht den meisten Menschen so.
Wenn man ehrlich ist, kann fast niemand sowas leiden.
 
Ich bin nicht hochsensibel und mir gehen solche Veranstaltungen auch an und auf die Nerven.
Vor allem in dieser Länge und Dauer.


Klar aber meine KollegInnen halten das locker durch und sitzen sogar am nächsten Tag noch zusammen beim Frühstück... ich KANN das nicht, rein körperlich absolut nicht möglich.

Ich bin gestern um 20 Uhr ins Bett gegangen und habe bis heute früh um 8 durchgeschlafen, SO fertig war ich!

Das war aber nur ein Beispiel, die anderen Merkmale hochsensibler Menschen passen auch 1 zu 1 auf mich.
 
Klar aber meine KollegInnen halten das locker durch und sitzen sogar am nächsten Tag noch zusammen beim Frühstück... ich KANN das nicht, rein körperlich absolut nicht möglich.

Ich bin gestern um 20 Uhr ins Bett gegangen und habe bis heute früh um 8 durchgeschlafen, SO fertig war ich!
Vielleicht zeigen die das nicht so.
Jedenfalls kenne ich viele, die nicht hochsensibel sind, und sowas auch nicht ausstehen können.
Ich mag das auch nicht.
 
Das alles hat für mich absolut nichts mit Hochsensibilität zu tun. Die basiert doch darauf das Du Reize über das synaptische System schneller verarbeitest als andere und nicht das irgendwelche Leute zu Dir so etwas wie "vertraut" sind.
Auch Deine Belastbarkeit im Vergleich zu anderen " normalen " nicht hochsensiblen Menschen, kann durchaus viel größer sein als deren, selbst wenn Du hochsensibel bist.
Auch das ist kein Anzeichen für Hochsensibilität, nur weil Du "fertiger" oder " ermüdeter" oder "weniger aufnahmefähig bist " als andere.

Was sollen denn das für Tests sein , die ein " Coach " so macht , welches Labor hat die ausgewertet, schließlich ist Hochsensibilität messbar.

Ich kann nur den Rat geben sich selbst mal den Gefallen zu tun , den Wiki Artikel zu lesen, falls möglich.
Sollte wer Fragen haben, erkläre ich es notfalls.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke das die Menschen hier erzählen wie sich für sie ihre Hochsensibilität anfühlt und es kann sein, dass andere das gleich/ähnlich empfinden, aber das heißt nicht, dass es sich für die Hochsensiblen genauso anfühlt, wie bei anderen oder sie wie andere damit umgehen können.

Ich höre da raus, dass vieles für sie intensiver ist und es dadurch auch anstrengender sein kann und sie darum mehr auf sich achten müssen.
Das ist doch eine wichtige Erkenntnis und kann anderen helfen.
 

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