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Hin-und hergerissen:Kultur/Erziehung oder Liebe?

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Gast

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Mein Problem ist ein kompliziertes, das für die meisten Deutschen schwer nachzuvollziehen ist.

Ich bin Ausländerin und habe eine konservative Familie.
Konservativ beim Thema Sex.
Ich darf einen Freund haben,darf in Diskos gehen und führe ein völlig normales Leben, alles kein Problem. Ich darf bloß vor der Ehe keinen Sex haben, bzw wenn doch,sollte dieser Mann auch mein Ehemann werden.

Man merkt mir dies nicht an (wie denn auch?):ich liebe Party, küsse gerne hübsche Männer,liebe Komplimente🙂 und wenn ich eine Beziehung anfange, so hält diese höchstens ein paar Monate. So lange,wie ich Sex 'vor mich hinschieben kann'. Es war bisher immer so,dass entweder er Schluss macht (wahrscheinlich, weil er es nicht mehr aushalten konnte) oder ich machte Schluss , bevor es zu mehr kommt.Danach kam der nächste Flirt usw.Auf diese Weise haben sich meine Bekanntschaften angehäuft, ich hatte sehr viele Freunde.

Nun habe ich jemanden kennen und lieben gelernt,mit dem es mir sehr ernst ist. Er kommt auch aus meinem Land(die anderen Männer waren es nicht), allerdings ist seine Familie überhaupt nicht drauf wie meine.
Er redet sehr viel über Sex,aber immer mit einem Augenzwinkern,und generell hat es einen hohen Stellenwert bei ihm. Für ihn ist es selbstverständlich,dass wir miteinader schlafen werden.Obwohl er meine Situation kennt.Wir haben sogar schon gestritten deswegen. Er kann mein Problem nicht nachvollziehen.
Er sagt,dass er bereit ist ,zu warten,weil er mich liebt. Aber nur mit Petting. *lach* Naja, aber das ist im Prinzip dasselbe 'in Grün'.

Ich wünschte,ich könnte mein Gehirn einfach ausschalten und alles mit ihm genießen, aber mir wurden immer diese Prinzipien eingetrichtert. Das schlimmste ist,dass wir noch bei Eltern wohnen(Zu mir darf kein Mann kommen!). Auch wenn ich zu ihm käme,ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass seine Eltern im Zimmer nebenan sitzen,wenn wir es tun.Vor allem,weil sie aus derselben Kultur wie meine Eltern stammen.Er sagt, sie werden es niemandem sagen,wenn ich bei ihm war,meine Eltern werden es nicht erfahren. Aber ich kann das nicht. Ich habe so ein schlechtes Gewissen.Und wenn es doch rauskommt?

Meine gesamte weibliche Verwandtschaft (die Generation meiner Mutter) , sagt immer wieder: Geh nie zu einem Jungen nach Hause, es wird sich rumsprechen, das ist eine Schande, du verlierst deinen Stolz und deine Ehre.
Wenn die wüssten ,was für ein Partytier ich bin,das ist ja auch nicht total unschuldig ... Aber Sex,das kann ich einfach nicht.

Wir führen eine Fernbeziehung,ich sehe ihn nicht oft. In seiner Stadt schlafe ich immer bei Verwandten, und ich muss bevor es dunkel wird zuhause sein,wenn ich mich mit ihm treffe.Alles 'Prävention'.
Meine Ex -Freunde kamen aus meiner Stadt,ich konnte am Abend raus,hatte Freundinnen als Alibi. Aber bei ihm geht das nicht.
Er redet jetzt schon davon, was wir endlich miteinander tun können,wenn wir uns wieder sehen.
Es schreckt mich ab,ich fühle mich eingeengt von ihm. Andererseits will ich es auch,aber hab Angst meine Eltern zu 'hintergehen'.

Mit meinem Vater habe ich noch nie über Thema 'Freund' gesprochen,er kriegt das nicht mit. Meine Mutter vertraut mir,konnte sie bisher ja auch,da ich mich an die 'Regel' halte.
Allerdings ist mein Verhältnis zu ihr mehr schlecht als recht. Damit hätte ich es mir richtig 'verkackt' bei ihr,wenn was rauskäme oder sie gar was ahnen würde.

einerseits denke ich: verdammt ,ich bin 20,studiere bald,kein kind mehr.
andererseits: Die Familie ist heilig,ich darf keine Grenzen überschreiten,die viel kritik aufkommen lassen würde.

Ich bin hin-und hergerissen! Und an Heirat ist nicht zu denken(übrigens ist es für ihn und mich eine Option für die ferne Zukunft) aber ich studiere noch lange(5 jahre)!
Ich bin kurz davor, Schluss zu machen. Aber er ist mir so wichtig!Wie lang soll das noch so gehen,wie es bisher war? 🙁
 
Hallo Gast!

Wie Du Dich verhältst ist in Deinem Falle wohl eine Grundsatzfrage: Beugst Du Dich der Sippe oder machst Du, was Du willst? Das ist auch eine Abwägungsfrage, die ich an dieser Stelle nicht beantworten kann. Manche Frauen müssen ja leider um ihr Leben fürchten, wenn sie sich auf Sex vor der Ehe einlassen.
 
Ich stimmte EuFrank zu...du wirst hier eine Entscheidung treffen müssen ob dir kulturelle Traditionen wichtiger sind als Selbstbestimmung.
Deine Eltern sind zum Thema Sex konservativ gestimmt, die Frage ist was ist deine Meinung dazu? Bist du ebenfalls konservativ?

Generell würde ich für mich sagen dass ich bevor ich heiraten würde einen Mann auch im Bett näher kennen lernen wollte....Sex ist an sich nur Sex und sollte nicht so bedeutungsaufgeladen werden wird es aber sobald man anfängt Körper als Ware zu betrachten und Sex zu bewerten etc.

Das mit dem vorehelich keinen Sex haben dürfen...trifft das nur auf Mädels zu in eurer Kultur? Dann wäre es ja an sich eine patriarchale Tradition um den Wert einer Frau zum Verheiratungsgeschäft, auf dem Heiratsmarkt zu steigern...Ich für meinen Teil würde diesen Teil einer Tradition und Kultur ablehnen, da er an sich eine Benachteiligung und auch Diskriminierung der Frau darstellt die wie so eine Art Handelsware nach Wert bemessen wird und Jungfrauenschaft wertsteigernd ist und eine unjungfräuliche Frau ist was...wertlos? Ich denke diese Tradition dient dazu dass Männer bestimmen welche Frau wann von wem befruchtet wird? Ist sone Art Regelung der Fortpflanzung...fragt sich nur für wen das gut sein soll....ist es auch gut für dich? Ja wenn es dir dabei hilft mit deiner Sippe besser klar zu kommen...nein wenn es dir nicht dabei hilft eigenständig handeln und bestimmen zu können.
Tja einige Kulturen denken sich oft was aus um die Sexualität der Frauen zu beherrschen...Ich für meinen Teil bin lieber selbst Herrin über meinen Körper und habe eigenständig bestimmt wer mich wann entjungfern durfte. Ich war bisher nie verheiratet, habe aber in festen Beziehungen gelebt...an sich sehr gut gelebt.

Ich weiss nicht ob ihr über die Hintergründe der Tradition des Verbotes zu vorehelichem Sex mal zu Hause gesprochen habt und wie weit deine Eltern bereit wären diese Traditionen zu hinterfragen...GGf sind sie konservativ und folgen der Tradition der weiblichen Unterwerfung oder aber sind durchaus bereit hier moderner zu sein?
An sich hat diese Tradition ja durchaus auch einige Vorteile..schützt vor Geschlechtskrankheiten etc....aber du musst halt für dich entscheiden ob du über deinen Körper selbst bestimmen willst oder dich kulturellen Sitten beugst, also Fremdbestimmung beugst.

Wenn Familie und Tradition für dich sehr wichtig sind und es für dich generell in Ordnung und akzeptabel ist dass man dich ggf an jemanden verheiratet der von deinen Eltern festgelegt wird oder aber du vorehelich keinen Sex hast, es in Ordnung für dich ist deine Freiheit ein zu schränken würde ich da kein großes Gewese drum machen sondern halt gucken dass du einen Partner findest der deine Tradition achtet und genügend Geduld hat...wird aber ggf ein wenig schwierig sein.

Viel Erfolg!
Tyra

Petting ist zwar eine sexuelle Handlung..aber eine bei der du immerhin Jungfrau bleibst...Ich würde dir raten dich nie zu was drängen zu lassen was du nicht willst...wenn dir Kultur wichtig ist und dass du als Jungfrau und auch ohne Petting in die Ehe gehst...tu es und halte dich von Jungs/Männern die das nicht einsehen/achten wollen fern. Was ich jedoch irgendwo blöd finde das Sex für Frauen generell mit Ehe verbunden wird....naja..ich bin da halt etwas anders orientiert. Jedem das Seine.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin nach laangem Überlegen zu einem Entschluss gekommen.

Erst einmal, EuFrank: Ich muss keine Angst um mein Leben haben
Es ist einfach so,dass ich nicht besonders selbstbestimmt bin. Ich hab einfach den Drang meinen nahestehenden Menschen zu gefallen. Ich könnte den Gedanken nicht ertragen, dass meine Familie enttäuscht von mir ist.
Schließlich weiß ich ja,wie sie über Mädels reden,die 'freier' sind, und dass sie froh sind,dass ich nicht so bin.

Nun denke ich mir aber, ich muss erwachsen werden. So geht es nicht mehr weiter.
Ein Konflikt ist auf jedenfall früher oder später dran.Vlt werden sie sich von mir distanzieren,ebenso wie ein Tuscheln und Lästern über mich durch die Verwandtschaft gehen wird. Sie werden mich nicht mehr mit solchem Wohlwollen wie bisher anschauen...

Nun ja ,ich lasse alles auf mich zukommen. Vlt trete ich in Sch**** mit meiner Entscheidung,aber ist das gesamte Leben nicht so? :S
 
Hallo Gast!

So allmählich reift in mir der Tipp, dass Du Dir ein paralleles soziales Umfeld aufbauen solltest, eine Art Sippen- oder Familienersatz. Dein aktuelles Umfeld halte ich für sehr gebrechlich hier im deutschen Zusammenhang und ich halte diese Art von "Sippenhaft" auch für schädlich. Entschuldige, ich spreche nicht gegen Dich persönlich!

Dein aktuelles Umfeld scheint Dich vom wahren Leben und seinen Möglichkeiten abzuschneiden. Ich kann jetzt nicht detaillierter oder konkreter werden.

Ein neues liberaleres, weiter gestecktes soziales Umfeld, dass Dich in einen natürlichen Kontakt mit der bundesrepublikanischen Wirklichkeit bringt, halte ich fast für "überlebensnotwendig" (klingt vielleicht etwas übertrieben 🙂) für Dich. Sollte es einmal zum Zusammenbruch mit Deiner Familie kommen, könntest Du auf dieses zweite Netz zugreifen.

Also: baue Dir Alternativen auf!

Wie ich gelesen habe, bist Du ja auch schon dabei.
 

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