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hilflos

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 129806
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Gelöscht 129806

Gast
Ich bin ein alter Mann in der Mitte meines Lebens und mir geht es gut. Ich hatte zwei ältere Brüder, von denen ich lernen konnte, welche Wege ich nicht gehen will - das war mir stets eine große Hilfe.
Ich habe eine interessante Kernfamilie, ein Haus, Land, einen Job, ein Unternehmen und habe schon manchen Baum gepflanzt. Mir mangelt es nicht an sozialen Kontakten, eigentlich schon zu viel, mein Körper wird schwächer, tut aber noch seinen bescheidenen Dienst.
Manchmal denke ich, in meinem Leben hätte ich dies oder jenes anders tun sollen - aber dann wäre es nur anders geworden, nicht unbedingt besser.
Ich habe mich hier angemeldet, nicht weil ich Hilfe brauche, sondern um mich über die Nöte in unserer Gesellschaft zu informieren. Vielleicht kann ich aus meinem Erfahrungsschatz die ein oder andere Geschichte beisteuern, denn kaum ein Problem ist vollkommen einzigartig und für kaum ein Problem gibt es keinen Präzedenzfall, der nicht schon einen Hinweis auf die Lösung gäbe.
Das größte Problem, quasi das Metaproblem, das vielen Problemen inne wohnt, besteht darin, dass es nicht gelöst sein will. Denn nichts ist so schwer zu ertrage, wie eine Reihe von guten Tagen und wenig bietet so viel Anlass für soziale Interaktion, wie ein spannendes Problem, über das man sprechen kann.
 

Hallo Gelöscht 129806,

schau mal hier: hilflos. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Das größte Problem, quasi das Metaproblem, das vielen Problemen inne wohnt, besteht darin, dass es nicht gelöst sein will.

Herzlich Willkommen hier, nikbone!
Finde ich super, dass du deine Lebens- und Lösungserfahrungen einbringen möchtest.

Zu deinem obigen Satz: Das habe ich auch schon oft so erlebt. Und es gibt auch das Phänomen, dass ein Problem, das nicht gelöst wird, im Grunde eine Lösung (oder eine Fehllösung, einen Lösungsversuch) darstellt. Da fehlt dann die Fantasie, die Technik oder der Willen für eine passendere Lösung.

Beispiel: Die Erderwärmung ist gewissermaßen eine Lösung für das Problem des Gesamtsystems Erde, nämlich dass eine dominante Spezies alle anderen bedroht. Für uns ist das ein Problem, für viele andere eine Lösung.

Alles Gute!
Werner
 
Hallo nikbone,
Willkommen im Forum.

Dein Engagement in allen Ehren - aber den folgenden Satz empfinde ich als einen Schlag ins Gesicht aller, die sich redlich um Lösungen bemühen oder auch unter erschwerten Umständen klar zu kommen versuchen, an denen sie keine Schuld tragen (z.B. Krankheit, Trauma erlitten, schlicht viel Pech gehabt):

Denn nichts ist so schwer zu ertrage, wie eine Reihe von guten Tagen

Da vergeht mir trotz all Deiner Lebenserfahrung komplett die Lust, mit Dir näher ins Gespräch zu gehen.

Ach, aber Moment mal - vielleicht erklärt dieser Satz ja den Titel des Threads!
Klar, jetzt fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren:
Du bist hilflos weil es Dir zu gut geht!
Du leidest an dem Problem, dass Deine vielen guten Tage so schwer zu ertragen sind!

Nun, mein Mitgefühl dafür hält sich in Grenzen, ehrlich gesagt.

Will dieses Problem gelöst werden?
Dann verschenke doch Dein Unternehmen, spende den Erlös und schau mal, wie es weitergeht.

Aber rede nicht anderen ein, das eigentliche Problem sei der Wille zum Leid bzw. die Unerträglichkeit von Glück oder auch nur Zufriedenheit.

Ja, ich weiß sehr wohl um die Problematik von sekundärem Krankheitsgewinn und Opferrollen mit Pattex.

Das aber als Grundproblem bei vielen, nicht bei einigen, einfach per se anzunehmen, empfinde ich als eine zynische Unterstellung, die Dein Hilfsangebot in meinen Augen zu einem Akt der Anmaßung und Überheblichkeit macht.

Wie geht es Dir, wenn Du mal Hilfe brauchst? Was wünschst Du Dir dann als erstes? Empathie und Zuhören oder messerscharfe Analyse Deiner (Nicht-)Bereitschaft zur Lösung, noch bevor Dein Gegenüber Dein Problem überhaupt kennt?

Wenn Du wirklich der Meinung bist, und das auch selbst so erlebst, dass nichts schwerer zu ertragen ist als eine Reihe guter Tage und dass für soziale Interaktion am besten das Reden über Probleme taugt, dann tust Du mir leid.
Dann wünsche ich Dir, dass Du lernen darfst, die guten Tage und die Interaktion aufgrund von geteilter Freude aus vollem Herzen zu genießen und dankbar dafür zu sein, dass es Dir und den Deinen so gut geht.

Mir ist bewusst, dass meine Worte sehr deutlich sind. Hoffentlich aber nicht zu hart. Vielleicht hab ich Dich auch missverstanden.

Ich habe das versucht zu formulieren, was nach dem Lesen Deiner Worte in mir vorgegangen ist.
Nimm, was Dir dient, und den Rest lass liegen.

Alles Gute.
 
Liebe Leah
Mir ist bewusst, dass meine Worte sehr deutlich sind. Hoffentlich aber nicht zu hart. Vielleicht hab ich Dich auch missverstanden.
danke für Deinen langen Text. Ich bin mir sicher, es war eine Befreiung und es geht Dir jetzt besser 🙂

Das Zitat mit der Reihe von guten Tagen ist übrigens eine alte Voksweisheit, zitiert nach "Anleitung zum Unglücklichsein" von Paul Waczlawik, das Du gewiss kennst (selbst wenn Du es nicht gelesen haben solltest).

Wünsche Dir, dass es Dir bald noch besser geht, auch wenn die Zeit, da Wünschen geholfen hat, wohl vorbei sind.
 
Das größte Problem, quasi das Metaproblem, das vielen Problemen inne wohnt, besteht darin, dass es nicht gelöst sein will. Denn nichts ist so schwer zu ertrage, wie eine Reihe von guten Tagen und wenig bietet so viel Anlass für soziale Interaktion, wie ein spannendes Problem, über das man sprechen kann.
Hallo nikbone,

Herzlich willkommen hier im Forum!

Ich finde Deine Ausführungen sehr interessant. Ich denke, da ist was dran. Probleme geben einem eine Aufgabe, sie geben dem Leben Tiefe, sie ermöglichen einem die bequeme Opferrolle, sie geben einem Lustschmerz.
Und man kann in der Tat mit anderen gut in Kontakt kommen über Probleme.

Die Frage ist also:
Was wäre ich ohne meine Probleme?
Kann ich eine Identität bekommen ohne sie?
Habe ich eine Lebensaufgabe ohne sie?
Kann ich dem süßen Gift der Opferrolle entkommen?
Kann ich Freude und Glück dauerhaft in mein Leben lassen?
Kann ich nur über das Besprechen von Problemen Kontakte zu anderen herstellen; oder geht es auch mit dem Teilen von Freude und Glück?

Diese Themen bewegen mich derzeit sehr und sie sind Teil meiner grossen Veränderung zum Positiven, die ich in den nächsten Jahren erleben werde.

Du bist offensichtlich ein tiefgründiger Denker und Philosoph. Daher würde ich gerne mit Dir einen Austausch per Privatnachrichten (PN) starten (sobald Du 10 Beiträge geschrieben hast, ist das möglich).
Das wäre sehr hilfreich für mich!

Viele Grüße
Amatio
 
Hallo!

Warum ist der Titel des Threads "hilflos", wenn du keine Hilfe brauchst?
Das verstehe ich nicht!
Ich glaube, nikbone ist ein Denker und Philsosoph, der paradoxe Wortspiele liebt. Daher bedeutet " hilflos" in diesem Zusammenhang sicherlich, dass er keine Hilfe benötigt. Sondern sie anderen geben will.
 

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