Hallo Mama,
an sich bringt schreien auf DAuer nix....man sollte beherrscht und selbstbewusst herrschen....das zieht immer! Wenn du deine Rolle einzig auf Mutter definierst und nicht mehr dich selber darunter als Person wahrnimmst, Grenzen setzt, deinen Selbstwert verteidigst, dann sehen dich die Menschen deiner Umgebung auch nicht als Person sondern eher in einer dir von ihnen zugeschriebenen Rolle. Mein Rat: schreib am Drehbuch eurer Familie mal aktiv mit, damit du selber nen besseren Schnitt machst.
Alle Menschen funktionieren nach dem Prinzip Eigennutz...was dazu führt, das dominantere Menschen andere Menschen schonmal ausnutzen können, wenn diese sich nicht abgrenzen können und auch durchsetzen können, was in welchem Maße o.k. ist.
In Familien herrschen auch immer gewisse Machtstrukturen und Rollenverteilungen...ich denke du hast ne ganze Zeit lang dort ne Grenzziehung schleifen lassen, was es jetzt zwar etwas schwierig aber immerhin nicht unmöglich macht alte Rollenschemata mal aufzubrechen und was grundlegend zu ändern.
Der einzige Weg aus dem "Mutter macht das schon"-Dings ist, dass Mutter halt nicht mehr macht....Putzplan, Arbeitsplan für die gesamte Bande und dann mit Konsequenz durchsetzen...setz deine Machtmittel ruhig gezielt ein...wenn Ressourcenabhängigkeit besteht...dann streich taschengeld oder Privilegien...lass keinen mehr an deinen Fernseher ran etc. Zeig, dass du mehr bist als ne Putze und benimm dich auch so! Nur dann klappt das auch mit ein wenig mehr Gleichberechtigung!
Übrigens hat es überhaupt nichts mit Liebe zu tun seinen Kids oder auch Ehemann oder sonstwem immer Arbeiten abzunehmen, sich alles von ihnen gefallen zu lassen. Im GEgenteil: ich finde so was ist eher schädlich, denn dadurch entwickeln sich die Kinder zu kleinen Egoisten und Soziopathen, die nicht lernen auch ihre Mutter als gleichberechtigten Menschen zu achten...Eine Liebe ohne Achtung ist nämlich Murks!
Achtung fängt mit Selbstachtung an und daher achte dich selber etwas mehr, dann findest du an sich intuitiv Wege die Achtung anderer zu erlangen....Wie heißt der Titel eines ERziehungsratgebers so treffend: Fordern statt verwöhnen!!
Was immer ganz hervorragend funktioniert ist sich zu relativieren, d.h. den Kids mal zu zeigen: Mutti ist nicht nur für uns, sondern auch für sich selber da, hat eigene Interessen, ist UNABHÄNGIG! Damit ist das Spielchen emotionaler Erpressung auch wunderbar ausgehebelt...Zeig, dass du dir nicht alles gefallen lässt und auch anders kannst, zeig dass deine Liebe nicht für umsonst ist, sondern da auch was von der anderen Seite her kommen muss, nämlich gleichfalls mit Achtung gekoppelte Liebe! Tit for tat= wie du mir so ich dir ist immer die beste Verhaltensweise...Grundhaltung freundlich, aber bestimmt und wenn andere nicht gut zu dir sind, d.h. dich nicht achten, nicht darauf achten, was du sagst und meinst, dann gib Contra.
Allerdings nicht mit Ausrasterei...wer brüllt hat schon verloren, denn an sich signalisiert das Unsicherheit..und hat den einzigen Nutzen, dass du mal aufgestauten Druck rauslassen kannst...Mit Brüllen schüchtert man an sich ggf. Kinder auch ein...ich finde diese Variante nicht o.k. Es geht an sich total locker ohne Brüllerei...schon Kleinkinder ab 3 kann man verbal in altersgerechter Sprache vermitteln, was Sache ist...und mit steigendem Alter wird das ja auch immer leichter. Also Familienrat einberufen und mal ein wenig Ordnung in die Strukturen bringen, mal ne Arbeitsteilung organisieren, Pflichten verteilen, um dich selber zu entlasten. Familie umdefinieren von "Hotel Mama" in ein Gemeinschaftsprojekt, in dem Familienangehörigen gleichermaßen ihre REchte und Pflichten haben...und wem das nicht passt oder wer sich nicht an gewisse Spielregeln, hält der kann je nach Altersklasse gehn oder kriegt halt Privilegien wie Taschengeld oder was weiss ich...erstmal gestrichen....DAt ganze nicht autoritär sondern autoritativ...also bestimmend und erklärend aufziehn, damit kommen Kids oder Jugendliche erfahrungsgemäß bestens klar. Und natürlich konsequent bleiben...mit liebevoller und ruhiger Konsequenz die neuen Regeln durchsetzen...die Umbruchphase ist ne Testphase und ist schwierig, aber bei ausreichender Konsequenz ist danach erstmal Ruhe im Karton.
Viel Erfolg dabei deinen Status mal ein wenig aufzumöbeln!
Gruss
Tyra
P.S. apropos einsame Mama...es ist immer echt blöd, wenn ne zu grosse Abhängigkeit zur family da ist...du solltest Freunde haben, alternative Sozialkontakte, auch außerhalb der family eigene Interessen,das stärkt dich in deinem Selbstbild und stärkt auch deine Macht im Familienrudel...wenn die Kids nämlich wissen...und das wissen sie in der Regel!...Mama hat uns lieb und ansonsten hat sie ja auch niemanden auf der Welt, öffnet das Tür und Tor für die Herrschaft dieser lieblichen und hochspezialisierten Raubtiere, die Menschen nunmal auch irgendwo sind...über einen. Herr oder Sklave ist stets die Frage...Machtspielchen gibt es überall...auch und gerade in Familien!