Ich bin die Frau Holle, habe momentan nur nicht meine Nutzungsdaten parat und melde mich daher als Gast.
Also, das Verhältnis zu meiner Großen (24) hat sich inzwischen fast normalisiert. Die Antworten hier haben mir Denkanstöße gegeben, die mir wirklich geholfen haben. Wenn man selber in einer bestimmten Situation ist, sieht man manche naheliegenden Dinge gar nicht mehr und dafür ist dieses Forum hier eine ganz wunderbare Sache. Sie hat ungewöhnlich viel Vertrauen inzwischen zu mir, sie und meine jüngere (20), die unternehmen viel mit mir, sind oft bei mir und ich nehme das als positiv - es wird nicht ewig so bleiben. Sie ist nicht mehr so extrem die selbstsüchtige Diva, nach deren Pfeife der Rest der Welt tanzt (nur noch ab und zu). Das wird auch damit zursammenhängen, dass meine jüngere und ich seit einiger Zeit einer jungen Frau helfen, die in arge Not geraten ist und keine eigene Familie hat. Die Große hat auf einmal extrem eifersüchtig reagiert......hat sie jetzt aber auch als Freundin angenommen und wir sind ein Vierer-Frauen-Gespann.
Mein Sohn wohnt immer noch in der Ferne - war Ostern wieder verschollen, da hat sich nichts geändert. Ich hatte ihm eine Riesenszene gemacht, weil er sich nie meldet. Daraufhin hat er mir versprochen, dass sich das ändert - nix passiert. Als er mal wieder verschwunden war, hab ich ihn online erwischt unter AIM, hab ihm gesagt, wie wir uns dabei fühlen, dass er den Kontakt zu uns abgebrochen hat - nix passiert. Damit hab ich mich jetzt abgefunden, bin zwar traurig darüber, aber nicht mehr verzweifelt. Er ist erwachsen und muß wissen, was er tut.
Folgendem Abschnitt stimme ich voll zu:
"Dieser ADS-Sohn scheint mir auch ein solches Kaliber zu sein...essenziell bei der Sozialisation sind ja die ersten Lebensjahre...da hätte man vielleicht sofort mit fachkundiger Hilfe einiges mehr tun können...solche Kinder brauchen eine Zeitlang doppelten Halt und gezielte Förderung, Waldorf-Schule, gezielte Stärkung des Sozialverhaltens etc....allein als Eltern oder alleinerziehend Mutter ist man damit oft überfordert, aber es gibt da ne Reihe an Hilfsangeboten, Selbsthilfegruppen etc. Sehr schade...sowohl für die Eltern und v.a. auch die Kinder, dass diese Möglichkeiten viel zu wenig genutzt werden..."
Leider war ADS in der Kindheit meines Sohnes noch nicht so populär wie heute, ist von keinem Arzt erkannt worden. Er ist auf Verhaltenstörungen behandelt worden, Hass auf seinen Vater - Auslassen des Hasses an mir, weil Vater nicht da usw.
Auf ADS bin ich selber gekommen durch Lektüre, Internet usw. Das wurde nach Untersuchungen dann bestätigt, da war er aber schon fast erwachsen.
Was ganz wichtig ist, auch wenn es schwerfällt, in der Erziehung immer konsequent bleiben!!! Das habe ich versäumt!!! Wenn ich z. B. Fersehverbot o. Ä. verhängt habe, haben meine drei wunderschöne Liebesbriefe geschrieben und schon waren die Verbote wieder aufgehoben. Kein Wunder, wenn zumindest die beiden Großen mir irgendwann auf dem "Kopf herumgetanzt" sind. Also - Nein-sagen können!!! Auch an sich selber denken - Selbstlosigkeit nützt in diesem Fall niemanden, weder den Kindern, die sonst zu rücksichtslosen Egoisten werden, noch der Mutter.
Es gibt in Deutschland auch eine Menge Hilfangebote, die man nutzen kann und man sollte sich nie scheuen, diese in Anspruch zu nehmen. Das ist kein Anzeichen von Schwäche, sondern eher von Verantwortungsbewußtsein.
Bis dann (schon wieder viel zu spät)
Frau Holle