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Hilfe mein Freund unterdrückt mich

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Hallo,

ich weiß jetzt nicht genau, ob das hier rein passt aber im Grunde ist es auch Gewalt, wenn auch „nur“ psychische Gewalt.

Ich fang mal an. Ich bin 25 und weiblich und mein Freund ist 23. Ich habe meinen Freund vor ca. 4 Jahren kennengelernt. Ich war verliebt und da wir uns sehr gut verstanden haben, bin ich dann nach 1 1/2 Jahren Fernbeziehung mit ihm zusammengezogen. Ich habe damals noch bei meinen Eltern gewohnt und für ihn meine Heimat aufgegeben. Er war der Grund, warum ich ausgezogen bin und ich war schon irgendwie froh endlich ausziehen zu dürfen, weil ich es bei meinen Eltern nicht mehr ausgehalten hab. Nicht weil ich Stress mit meinen Eltern hatte, sondern die Lebensumstände waren nicht wirklich gut.

Am Anfang wohnten wir kurzfristig bei seinen Eltern und dann sind wir in unsere eigene Wohnung gezogen. Er und seine Eltern haben die Wohnung bzw. die Möbel finanziert, weil ich mir nichts leisten konnte (war gerade erst mit der Schule fertig).

Ich muss sagen, wir haben eine tolle Fernbeziehung geführt. Ich bin einmal im Monat übers Wochenende zu ihm gefahren und wir haben viel unternommen. Er war auch nie negativ auffällig mir gegenüber. Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl und dachte, ich habe den Mann meines Lebens gefunden.

Als ich dann bei ihm war, habe ich mir sofort Arbeit gesucht und auch gefunden.

Nach einiger Zeit, noch bei seinen Eltern fing er an mich zu bevormunden, weil ich einkaufen war und ich ihm nicht Bescheid gesagt hab. Da gab es den ersten Streit, vorher hatten wir nie gestritten. Seine Mutter hatte es zudem noch mitbekommen und eine Aussprache veranlasst. Wir haben uns zusammengesetzt und darüber geredet und dann war alles wieder ok. Naja, ich dachte das sind nur Kleinigkeiten und hab es so hingenommen.

Als wir dann zusammen die Wohnung bezogen haben, wurde es immer häufiger mit den Meinungsverschiedenheiten. Meist waren es nur Kleinigkeiten und nicht der Rede wert aber trotzdem hat es mich heruntergezogen. Wir haben uns immer wieder zusammengerauft und dann wars auch wieder gut. So langsam aber sicher kam dann sein wahres Gesicht zum Vorschein. Er ist Choleriker, was mir am Anfang nie aufgefallen ist, weil er immer nett, lieb und aufrichtig war. Wie Choleriker nun mal so sind, macht er aus jeder Mücke einen Elefanten. Er ist immer am nörgeln und meckern. Ich brauche nur eine falsche Bewegung machen und er rastet aus. Egal was ich mache oder nicht mache, alles ist falsch oder nicht richtig. Er schreit herum wie ein Verrückter wenn ihm was nicht passt und mich zieht das dann immer so runter, dass ich nur am heulen bin, auch wenn ich mal nicht gemeint bin.

Es gab mal eine Zeit, da haben wir uns so sehr gestritten, dass ich mit dem Messer auf ihn losgegangen bin. Und der Streit ging von IHM aus, wie immer. Ich war so außer mir, ich konnte nicht mehr und sah keinen Ausweg. Total verrückt, aber ich wusste mir nicht anders zu helfen. Ich war am schreien, heulen und verrückt werden. Selbstmordgedanken waren bei mir an der Tagesordnung. Ich wollte sogar einmal vom Balkon springen, so fertig war ich. :-( Ich drohte ihm, dass ich mich umbringe aber er nahm es nicht ernst und sagte zu mir, dass ich verrückt bin und mir nicht mehr zu helfen ist. Dabei bin ich so harmoniebedürftig und gehe Streit eher aus dem Weg, bzw. fange so gut wie nie einen Streit an. Manchmal drohte er mir sogar, sollte ich mich umbringen dann bringt er meine Eltern um, weil sie ja angeblich Schuld hätten, dass ich so verrückt bin. Er hält meine Eltern für dumm und verrückt, weil sie nicht seiner Lebenseinstellung entsprechen. Dabei sind seine Eltern nicht viel besser, aber die lobt er ja in den Himmel. :-(

Und das ist nicht alles. Wenn wir zusammen sind und er hört oder sieht etwas, sei es eine Frau die nicht einparken kann, dann fängt er urplötzlich an „laut“ zu schreien, teilweise so laut, dass ich mir vor Schmerzen die Ohren zuhalten muss: "Weiber sind doch zu allem zu blöd, scheiß Weiber, die dürften bei mir keinen Führerschein machen, die sind nur zum Beine breit machen und dem Mann dienen da. Für was anderes kann man Weiber nicht gebrauchen etc...." Auch wenn ich selbst Auto fahre und er daneben sitzt ist er nur am meckern, obwohl ich wirklich gut Auto fahren kann. Mittlerweile fahre ich nicht mehr Auto mit ihm. Er nimmt mir mein ganzes Selbstbewusstsein, und dabei habe ich sowieso nicht so viel. :-( Ich habe eine Sozialphobie seit meiner Kindheit.

Das muss ich mir dann immer anhören und kann nichts dagegen tun. Wenn ich dann meine Meinung sage, dann macht er extra weiter. Ich habe das Gefühl, er macht das bewusst, damit er mich noch weiter herunterziehen kann. Er macht mich runter wo er nur kann. :-(

Am Anfang konnte ich noch arbeiten gehen, doch das wurde mit der Zeit immer schlimmer. Ich leide seit 6 Jahren an einer Angststörung mit Panikattacken, aber mir ging es noch relativ gut. Seitdem ich mit ihm zusammen wohne, bzw. wo das mit ihm angefangen hat, wurde es immer schlimmer und habe ich nun auch noch Depressionen dazu bekommen. Ich konnte nicht mehr arbeiten gehen, weil sich meine Gedanken nur noch um mein Leben mit ihm gedreht haben. Ich war immer unruhig und konnte mich nicht mehr konzentrieren. Da es immer nur zeitlich begrenzte Arbeitsverträge waren, habe ich mich dann einfach nicht mehr um neue Arbeitsstellen gekümmert. Ich hatte keine Kraft mehr. Ich hab immer mit ihm darüber geredet, dass ich wegen der momentanen Situation keine Kraft mehr habe, arbeiten zu gehen aber er blockt einfach ab und sagt ich wäre faul, undiszipliniert etc. Er will es nicht verstehen, dass es mit ihm zusammenhängt.

Für ihn ist alles ok. Er geht weiterhin arbeiten und ist auch zufrieden und führt ein normales Leben. Er geht jedes Wochenende mit seinen Freunden Party machen. Er sieht dabei nicht wie schlecht es mir geht. Oder er will es nicht sehen, ich weiß es nicht. Ich gehe so gut wie nicht mehr raus und langweile mich zu Tode in der Wohnung. Ich habe hier keine Freunde gefunden, wegen meiner Sozialphobie. Ich bin ganz allein und gehe nur einkaufen und mache den Haushalt, natürlich für ihn mit, er macht gar nichts. Er sagt immer, ich sitze eh den ganzen Tag Zuhause herum da kann ich mich wohl um den Haushalt kümmern, hab ja sonst nichts besseres zu tun. Er geht ja Vollzeit arbeiten und hat keine Lust sich auch noch um den Haushalt zu kümmern. Dass er arbeiten geht, muss reichen. Selbst wo ich noch Vollzeit arbeiten war, hat er keinen Finger krumm gemacht. Ich musste alles im Haushalt machen.

Ich hatte mir einen Plan gemacht, dass ich Mitte März 2010 in eine stationäre Klinik gehe, damit mir geholfen wird, mit meinen Problemen umgehen zu können und auch um Abstand zu gewinnen. Ich bin seit einem Jahr schon in ambulanter Behandlung wegen meiner Sozialphobie. Das Thema mit meinem Freund habe ich jedoch ausgelassen, ich wollte nicht auch noch damit anfangen, was wohl ein Fehler war. :-(

Als ich dann die stationäre Therapie angetreten habe, hat er mich nach einer Woche besucht und so lang auf mich eingeredet bis ich die Therapie abgebrochen habe. Er hätte mich am liebsten noch am selben Tag mitgenommen aber es war Sonntag und es war niemand auf die Schnelle zu erreichen. Er drohte sogar Gewalt an um mich da rauszuholen. Dann später sagte er mir, er ist mit dem Gedanken dahin gefahren um mich da raus zu holen, koste es was es wolle. Mit der Begründung, er kam nicht damit zurecht ohne mich zu sein und dass es mir da sowieso schlecht ergeht. Jetzt glaube ich, dass er das nur gemacht hat, weil er allein Zuhause war und niemand für ihn gekocht hat. Er hat die ganze Woche nichts gekocht, weil er keine Lust hatte. Klar, habe ich mich dort auch nicht wohl gefühlt, das war auch mit der ausschlaggebende Grund weshalb ich abgebrochen habe aber wenn er nicht gewesen wäre, dann hätte ich die Therapie sicherlich fortgeführt und zu Ende gebracht. Ich bin kein Typ der einfach so etwas abbricht.

Er war dann auch überglücklich, als ich wieder bei ihm war und hat mich freudig begrüßt. Ich habe ihm aber auch gesagt, dass er sich ändern muss, damit es mir wieder besser geht. Das hielt aber nur kurze Zeit an und jetzt ist wieder alles beim Alten.

Nun kann ich mir wieder tagtäglich anhören, wie lebensunfähig ich doch bin und dass ich nichts zu sagen hätte, weil er ja verdient und mich mit durchzieht. Ich habe kein Einkommen und er sorgt für mich mit. Er zahlt die Wohnung und Lebensmittel etc. Ich bin arbeitslos und bekomme kein Hartz4. Ich habe auch nichts beantragt, weil ich eine eheähnliche Lebensgemeinschaft mit ihm führe und ich eh keinen Anspruch habe, da er ja verdient. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe ihm schon oft damit gedroht, dass ich mich von ihm trennen will und wieder zu meinen Eltern ziehen würde aber das stört ihn überhaupt nicht, weil er weiß, dass ich das eh nicht fertig bringe und nicht den Mut dazu habe. Er sagt mir dann immer, ich könnte eh nicht ohne ihn leben und ich würde auf der Straße landen wenn ich nicht bei ihm bliebe. Er hält mir dann immer vor, ob ich wirklich wieder zurück in mein "altes" Leben will und ich es doch viel besser bei ihm habe. Das stimmt aber nicht. Oft fügt er noch hinzu, dass ich ja selbst schuld bin, dass ich bei ihm sein muss. Ich hätte ihn ja angesprochen, nicht er und nun muss ich mich damit abfinden für mein Lebensende. Ich "darf" mich nicht von ihm trennen, ich hab es mir ja selbst so ausgesucht. NEIN habe ich eben nicht. :-(

Beziehungstechnisch führen wir seit über einem Jahr keine richtige Beziehung mehr. Es ist eine "Freundschaft" mehr ist da nicht mehr. Ich verweigere mich ihm. Ich liebe ihn nicht mehr und ich finde ihn einfach nur noch nervig und bin froh, wenn er nicht da ist. Er sieht das ganz anders, er sagt mir immer, wie sehr er mich doch liebt. Er ist blind und sieht nicht, oder will es nicht wahr haben, dass die Beziehung zum scheitern verurteilt ist. Jeder Tag ist ein Tag mehr, wo ich das Gefühl habe, dass ich eigentlich nicht mehr mit ihm zusammen sein will. Niemand weiß, was ich denke und fühle nicht einmal meine Eltern wissen, wie sehr mich die "Beziehung" mitnimmt. Seine Eltern schon gar nicht, denn zu ihnen habe ich überhaupt keinen Bezug. Ich traue mich nicht denen die Meinung zu sagen, wie schlimm ihr Sohn mit mir umgeht. Ich kann es nicht, ich bring es nicht fertig, ich bin so ängstlich. :-( Ich schäme mich einfach nur dafür. Vielleicht will ich mir auch selbst nicht eingestehen, dass es so ist. Aber tief im Innern habe ich damit abgeschlossen, dass es besser wird.

Mich plagen Existenzängste, da ich nun finanziell völlig von ihm abhängig bin. Ich habe ein Auto (12 Jahre), was ich damals mitgebracht habe aber das ist auch nicht mehr das Beste und weiß nicht wie lang es noch fährt. Ein Neues werde ich mir nicht leisten können. Und selbst wenn, dann sagt er es darf kein Auto sein was mehr PS hat als seins. Ich habe nur ein eigenes Konto, wo fast nichts mehr drauf ist und es wird immer weniger. :-( Ich konnte mir nie etwas Großartiges leisten, seit ich mit ihm zusammen wohne, da wir ein gemeinsames Konto haben und mein Geld, wo ich noch arbeiten war, einfach mit verbraucht wurde. Ich habe keine Arbeit und keine Zukunft und sehe schwarz. Er dagegen hat ein neues Auto und zieht bald in das Haus zu seinen Eltern und da soll ich natürlich mit. :-( Ich habe ihm schon gesagt, dass ich keine Miete zahlen will, weil es ja mal sein Haus ist (er ist Einzelkind). Damit ist er auch angeblich einverstanden. Warum sollte ich seine Immobilie mit abbezahlen? Sehe ich nicht ein.

Ich halte es langsam nicht mehr aus. Ich war, seitdem ich bei ihm wohne, nur einmal bei meinen Eltern zu Besuch, er war natürlich mit aber er hat es dort nicht ausgehalten und wir sind nach einem Tag wieder gefahren. :-( Ich darf meine Eltern nicht besuchen, geschweige denn Urlaub machen. Er stellt sich vor mich und unterdrückt mich wo es nur geht. Ich führe kein eigenständiges Leben mehr. Wenn meine Eltern zu Besuch sind, dann spiele ich ihnen eine heile Welt vor, weil sie ebenso mit Depressionen zu kämpfen haben (beide) und ich das ihnen nicht zumuten will und kann.

Was soll ich machen? Einfach abhauen? Ich habe Angst wie er reagiert und mich dann wahrscheinlich verfolgt. Ich habe schon oft mit ihm darüber geredet aber er sagt immer nur ich soll sein Leben nicht so schwer machen. Dabei macht er doch mir mein Leben schwer. :-( Am liebsten würde ich mein Leben beenden, aber ich will nicht sterben. Ich habe es meinen Eltern mal andeutungsweise erzählt und sie meinten dann nur ich soll wieder nach Hause kommen, bevor ich sowas tue. Aber wenn sie wüssten, wie mein Freund reagiert. Sie wissen ja nicht, wie verrückt er sein kann. :-( Zumal meine Eltern für mich auch keine große Hilfe sind. Wenn sie Probleme haben, rufen sie mich an und ich soll sie lösen. Ich darf auch von ihm aus niemandem erzählen was mit uns ist und wie er wirklich ist. Das macht mich alles so fertig, ich kann bald nicht mehr. Ich wache jeden Morgen auf und mir kommen aus Verzweiflung die Tränen. Was soll ich nur tun?????? :-(

Sorry, für den langen Text aber ich habe es schon kurz gefasst. Danke fürs lesen.
 
hey du,

Deine Geschichte ist echt hart und ich finde es bewundernswert das du schon so lange durchhälst aber du musst dir bewusst machen das dieses Leben kein gutes Leben ist. Er zerstört dich doch mit seinem ständigen Kontrollzwang und allem. Du musst da unbedingt raus, ich weiß der Schritt ist schwer alleine alles zu schaffen aber ich konnte das auch, es war schwer aber ich hab mich durchgebissen und jetzt bin ich so dankbar für diese zeit weil ich so selbstbewusst geworden bin und es mir viel besser geht. Klar es ging nicht um einen Mann aber um die Familie. Ich habe keinerlei Kontakt mehr zur meiner Familie und das war auch hart aber glaub mir wenn du da raus bist dann gehts dir besser. Wenn du dich nicht richtig traust, aus angst das er dir etwas antun könnte dann wende dich an ein Frauenhaus oder schau einfach mal im Internet nach adressen und Unterstützungen wie der weiße Ring oder so. Leider kenn ich mich da auch nicht so aus welche adressen da am besten sind aber es kommt ja auch drauf an wo du wohnst. Auf jeden fall steht fest das du dich von ihm trennen musst. Das hört sich alles so furchtbar an und du hast soviel Kraft das so lange schon mitzumachen und durchzustehen. Rede dir nicht ein das du schwach bist oder das du schlecht bist, du gehst durch eine schwere Zeit momentan aber du brauchst hilfe die dich unterstützen da raus zu kommen. Ich bewundere dich für deinen Mut den du dir gefasst hast um die ganze Geschichte hier so offen zu erzählen. Ich hoffe das ich dir wenigstens ein wenig weiterhelfen konnte aber wenn du jetzt nicht endlich anfängst zu leben,wann dann? Du schaffst das, da bin ich mir ganz sicher,denn das frühere Selbstbewusstsein kommt ja nicht von ungefähr.🙂 Klar das ist ein langer Prozess und ein schwieriger weg aber wenn du ihn nicht mal mehr liebst(was auch verständlich ist) dann fass dir den Mut und gehe DEINEN Weg..denn nur dein eigener Weg mit dem DU glücklich wirst ist der richtige...

glg *Gast*

wäre nett wieder was von dir zu hören, wie es nun weiter geht
 
Wieso bleibst du bei ihm ? Von Liebe ist bei euch nichts zu erkennen.
So wie es aussieht, begibst du immer weiter in die Abhängigkeit.
Wer zahlt deine Krankenversicherung ?

Du kannst ganz einfach dort verschwinden,hast ja nur leichtes
Gepäck, die Möbel gehören ihm.

Auto auf,persönliche Klamotten rein und Richtung Heimat,zu
Mama und Papa.
Sich dort für einige Tage einquartieren .
Sofort arbeitslos melden , kleine Wohnung suchen,
Erstausstattung beantragen.

So einfach "könntest" du , nach meiner Meinung, dein Leben in eine andere Richtung bringen.

L.G.Karin
 
Ich gebe dir jetzt einen Rat den ich selten gebe:
Nimm die Beine in die Hand und renn.

Hast du eine Freundin, Verwandte, irgendjemanden, bei dem zu kurzfristig unterkommen kannst?
Notfalls kannst du dich auch beim Frauenhaus erkundigen, ob sie dich übergangsweise aufnehmen - Gewalt ist Gewalt, auch psychische...
und das ist es ganz sicher, was er mit dir macht.

Das wird nicht mehr besser, wenn du bei ihm bleibst 🙁.
 
Er dagegen hat ein neues Auto und zieht bald in das Haus zu seinen Eltern und da soll ich natürlich mit. :-( Ich habe ihm schon gesagt, dass ich keine Miete zahlen will,
Wenn Du keine Miete vereinbarst, dann kannst Du sie ihm auch nicht verweigern, gegebenenfalls => Falle!

Du hast ihn ursprünglich als erste angesprochen, das verwendet er gegen Dich. Er wird auch gegen Dich verwenden, dass Du keine Miete zahlst (weil keine vereinbart war). Und eine Nicht-Miete kannst Du nicht verweigern. Logisch.

Ich würde spätestens den Umzug zu ihm verweigern.

Aber ich denke, Du solltest ihn bereits jetzt verlassen. Lass Dich beraten, es gibt viele Stellen. Und diese Stellen bieten Beratung an, das ist an sich was, was man einer Freundin nicht verbieten dürfte. Jetzt mal rein verstandesmässig argumentativ gesehen. Wenn aber das Frauenbild dermassen ramponiert ist, dann musst Du Dich auf ein solches Verbieten einstellen und dann ist eben Dein Instinkt und Dein Herz gefragt, ob Du ihm oder Deinem vorhandenen Beratungsbedarf nachgibst. Diese Entscheidung kann Dir niemand abnehmen. Du bist volljährig.

Da fällt mir noch die alte ostindische Weisheit ein: If u dont go, den u owned by da cat.
 
Was soll ich machen? Einfach abhauen? Ich habe Angst wie er reagiert und mich dann wahrscheinlich verfolgt. Ich habe schon oft mit ihm darüber geredet aber er sagt immer nur ich soll sein Leben nicht so schwer machen. Dabei macht er doch mir mein Leben schwer. :-( Am liebsten würde ich mein Leben beenden, aber ich will nicht sterben. Das macht mich alles so fertig, ich kann bald nicht mehr. Ich wache jeden Morgen auf und mir kommen aus Verzweiflung die Tränen. Was soll ich nur tun?????? :-(

Kannst Du Dir vorstellen in eine Frauenberatungsstelle zu gehen und mal Deine Möglichkeiten durchzusprechen? Oder direkt in ein Frauenhaus zu fliehen? Schau mal unter Frauenhauskoordinierung: Startseite, da findest Du sämtliche Telnummern von Frauenhäusern und Beratungsstellen! Viel Mut, es kann nur besser werden!
 
Hallo,

danke für die zahlreichen Antworten. Ihr habt mir sehr viel Mut gemacht und bestätigt mir nun, dass es für mich wirklich das Beste ist, wenn ich mich von ihm trenne.

@ Deichgräfin
Ich bin noch immer bei ihm, weil ich mich die ganze Zeit nicht getraut habe zu gehen. Wenn es nach mir gehen würde, wäre ich schon längst weg von ihm. Meine Krankenversicherung zahlt er freiwillig. Abhauen ja, das ist so einfach gesagt, würde mich ne Menge Überwindung kosten und er würde aus allen Wolken fallen. Deshalb versuche ich es erstmal auf die normale Tour, indem ich mit ihm darüber rede. Ich will keine Trennung die womöglich in Hass ausartet. Ich kann jederzeit zu meinen Eltern und die würden mich auch wieder aufnehmen, das wäre alles kein Problem.

@ Diablo
Kurzfristig kann ich nirgendwo unterkommen (meine Eltern wohnen ca. 250 km entfernt) und da ich jetzt so lange schon ausharre, werde ich die Zeit auch noch rumbringen, bis ich aus der Hölle raus bin. Ich weiß, dass es nicht besser wird.

@ 111kleinbuchstabe
Ich habe gar nicht vor, mit ihm in die neue Wohnung zu ziehen. Ich wollte es bis vor kurzem noch aber ich glaube, ich tu mir das nicht an. Das mit der Miete hab ich auch nur gesagt, weil ich so geladen bin. Ich muss ihn jetzt verlassen, das steht fest, dazu brauche ich hoffentlich keine Beratungsstellen.


Ich habe heute mit ihm ein Gespräch geführt, wo ich ihm nochmal verständlich gemacht habe, dass ich ihn verlassen werde. Er hat relativ „ruhig“ und „gelassen“ reagiert. Er selbst ist mit dem Zustand auch nicht zufrieden. Aber das kann sich schnell ändern bei ihm. Vielleicht denkt er morgen wieder ganz anders darüber. Aber das ist mir auch egal. Ich will nicht mehr und ich kann nicht mehr und damit muss er klar kommen.

Ich hatte heute auch ein klärendes Gespräch mit meiner Mutter. Sie war etwas überrascht aber sie hat schon gemerkt, dass die ganze Situation angespannt ist. Sie findet es schade, dass es soweit kommen muss aber es ist ganz allein meine Entscheidung. Ich werde versuchen, die Trennung so glimpflich wie möglich über die Bühne zu bringen. Ein leicht mulmiges Gefühl habe ich dennoch, ich muss stark sein, das ist wichtig. Hoffentlich wendet sich alles zum Guten.

Danke euch allen
 
@ darkside..

Ich finde schon das das bewundernswert ist weil wenn man jemand liebt dann versucht man schon einiges um bei ihm zu bleiben. Mittlerweile ist das ja nicht mehr so aber wenn man sich das selbst so eine lange zeit antut finde ich das schon echt hart und auch bewundernswert weil man daran merkt wie sehr sie diesen mann geliebt hat,früher! Aber ich denke trennen ist die beste lösung
 
schön das du dir den Mut fasst und dich trennst. Ich hoffe du bringst das alles gut über die Bühne und sagst mal bescheid wie es ausgegangen ist. Ich wünsche dir viel Glück und viel Kraft für die nächste Zeit..


glg *Gast*
 
Hallo Du,

ich kann den anderen nur beipflichten und Du selbst weisst es ja auch schon: Trennung ist die einzige Möglichkeit, damit es Dir irgendwann wieder einmal besser geht, Dein Selbstbewusstein zurückkehrt und Du wieder Freude am Leben haben wirst.


Gut, dass Du zunächst zu Deinen Eltern kannst. Du darfst ihm nicht trauen. Du befindest Dich in einer sogenannten Co-Abhängigkeit und das ist wie eine Sucht. Ich selber bin nach 20 Jahren von meinem Ehemann weg. Auch er hat mich so unterdrückt und es wurde immer schlimmer im Laufe der Jahre. Mittlerweile bin ich geschieden und wieder ein lebenslustiger Mensch geworden, der ich auch einmal war.

Ich empfehle Dir noch diese Seite aufzusuchen, weil hier viele Frauen in ähnlichen Situationen sind bzw. waren. Diese Seite hat auch mir sehr geholfen, endlich zu erkennen, was da eigentlich mit mir passiert.

Einen link darf ich wohl nicht hier eingeben, aber googel mal nach re-empowerment.
Und Du wirst die Seite finden. Wir haben sogar einen Verein gegründet, um Frauen in missbräuchlichen Beziehungen zu helfen und dazu gehört eindeutig die psychische Gewalt.

Hoffentlich schaffst Du es und lass mal wieder was von Dir hören. Ich drücke Dir die Daumen. Mein Rat: Garnicht mehr mit ihm diskutieren, sondern einfach gehen. Alles andere ist sehr gefährlich. Man weiss nie, wie solche Menschen reagieren. Frauen sind insbesondere in Trennungssituationen hochgradig gefährdet.

Lg
Olympia
 

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