Paulemann
damit ich genau DAS nicht machen muss, für en Appel un den Ei am Fließband - investiere ich Zeit und Energie in Ausbildung und Fortbildung . also komm nicht mit so einem Scheiss von wegen, macht das mal mit ..........
warum sollte ich das mitmachen, wenn ich anstatt dessen Steuern zahle, mit denen ich zwei ALG II Bezieher im Jahr versorgen könnte?
ich verstehe, dass Du Dich darüber ärgerst.
Doch nicht jeder, der zum Sklavendienst am Fließband gezwungen werden soll, ist selber Schuld an seiner Situation.
Vielleicht wurde er krank, hat eine Lücke im Lebenslauf und ist "aus dem Rennen raus", wie man so schön sagt. Vielleicht hat er/sie Kinder großgezogen oder Familienangehörige gepflegt, war dem Jobmarkt für ein paar Jahre nicht verfügbar und hat durch seine Lücke im Lebenslauf seine Chancen auf einen fairen Job verspielt auf unserem harten Arbeitsmarkt.
Vielleicht hat er sich in die falsche Richtung fortgebildet. Und steht nun da mit 100 Konkurrenten um dieselbe Stelle. Ist es ein Verbrechen, dass er nicht hellsehen konnte?
Oder sein Job wurde wegrationalisiert und er steht mit Ende 30 auf dem Arbeitsmarkt da und findet nichts Neues, weil die Arbeitgeber alle junges Gemüse einstellen wollen.
Vielleicht wurde sein Job auch nach Indien outgesourced.
Oder es handelt sich um einen Menschen, der durchaus arbeitswillig und arbeitsfähig ist. Der jedoch nicht die Begabung für einen hochqualifizierten Job mit bringt, sondern der eher für Dateneingabe oder eine Routine-Tätigkeit in der Produktion geschaffen ist.
Verdient dieser Mensch dann keine fairen Arbeitsbedingungen?
Verdient er es dann nicht von seiner Arbeit leben zu können?
Warum sind viele so wütend auf Menschen, die in unserem harten, kapitalistischen System unter die Räder kommen?
Haben die alle selber Schuld an ihrer Misere?
Nein, ich finde nicht.
Globalisierung, Technologisierung, Outsourcing...die Zahl der Jobs schrumpft. Aber nicht die Zahl der Menschen.
Manche haben Glück und schwimmen oben. Ihr Fleiß und Einsatz haben sich ausgezahlt.
Doch manche hatten eben
kein Glück. Sie verdienen trotzdem die Achtung ihrer Mitmenschen!