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hilfe, ich vereinsame!

Mir ging es auch so. Meinen Sozialkontakt habe ich mir in den diversen Arbeitsstellen neben der Uni verschafft - da besteht die Möglichkeit, wenigstens gemobbt zu werden! An Vorlesungen mit zwei bis vierhundert Leuten in der Uni passiert sozial aber einfach mal nichts, abgesehen von den beiden zwei in der Sitzreihe vor dir, welche die ganze Lektion durchquatschen. Ich kann mich jedenfalls dran erinnern, wochenlang nur Worte wie "Nummer drei", "bitte" und "danke" geäussert zu haben, nämlich in der Mensa - und an die leichte Sorge, ob ich wohl überhaupt noch sprechen könne, oder ob die Lippen nicht schon zusammengewachsen wären...

Wegen des Wohnens: Zuhause wohnen ist ja wohl nur zu einem Teil eine finanzielle Sache. Zum Beispiel ist ja da noch die Sache mit dem Sex. Sex im eigenen ehemaligen Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Die Eltern gehen ja dabei gern die Assoziationen durch: "Nö, da haben wir doch nichts dagegen, haha, wieso das denn, wenn es ein netter junger Mann ist/ eine saubere nette Frau, den / die würden wir ja gern mal kennenlernen, ist doch begrüssenswert, wenn er / sie endlich mal eine Freundin / einen Freund heimbringt...wir haben ja auch mal geheiratet, hahaha...". Oder dann diejenigen Mitgebrachten, die sich bestens mit den Eltern unterhalten, während man sich fragt, ob's jemand merken würde, wenn man ins Kino abschleicht. Und ob es der Kreativität und Lebensfreude Erwachsener gut tut, als grosse Kinder täglich Mamma und Papa vor den Augen zu haben...

susan
 
Die einsamen Studenten kann ich sehr gut verstehen. Oft spricht man an der Uni wirklich den ganzen Tag keinen vollständigen Satz. Ich studiere in W'tal und setze mich durch mein Alter (27, vorher Ausbildung + Arbeit) von den anderen Studenten ab. Vielleicht liegt es daran?!?
 
Bei Susan's erstem Teil musste ich lachen, weil es mir sehr ähnlich geht. Manchmal vergehen bis zu 3 Tagen, ohne daß ich einen vollständigen Satz gesprochen hätte. Daß darunter meine Fähigkeit zu sprechen leidet, ist bei mir jedoch nicht bloße Einbildung. Wenn ich längere Zeit nicht gesprochen habe, fange ich definitiv an zu nuscheln. Deshalb habe ich begonnen jeden abend 30 min lang laut aus einem Buch vorzulesen. Damit habe ich wenigstens die sprachlichen Symptome meiner Einsamkeit unter Kontrolle, und falle wenn ich arbeiten gehe nicht als einsamer Spinner auf.

Ich fand Sex im "Kinderbett" recht unproblematisch, wenn ich mal davon absehe, daß mein Kinderbett 90 x 200 war, was nach dem Sex etwas eng werden kann. Aber währenddessen war das nie ein Problem, hauptsächlich weil meine Eltern den Anstand hatten, meinem Zimmer fern zu bleiben, wenn meine Freundin da war. Den gleichen Anstand hatten ihre Eltern z.B. nicht, weshalb wir immer darauf gefasst sein mussten, daß die Tür unvermittelt aufgeht, und ihre Mutter irgendeine Nichtigkeit zu melden hat. Ist das bei Mädchen generell so, daß sie ständig kontrolliert werden? Wie schrecklich das sein muss!

Der besorgten Mutter möchte ich sagen: So lange der Sohn bei der Partnersuche die Hilfe seiner Mutter in Anspruch nehmen will, ist er ein hoffnungsloser Fall. Lassen Sie ihn einfach in Ruhe, ohne ihm seine Probleme lösen zu wollen! Davon werden bloß beide verrückt.
 
Guten Abend Gast vom 05.03.,

das Thema- "Hilfe, ich vereinsame!"- war ja Cherrys Problem ;
ich als Mutter zweier Söhne habe mich diesem Problem angeschlossen.

Ich helfe meinem Sohn auf gar keinen Fall bei der Partnersuche.
Aber ich sehe, daß er oft leidet. Wir haben ein gutes Verhältnis und manchmal
erzählt er von diesem Problem, daß er auch gerne eine Freundin hätte und woran es wohl liegen könnte, daß die Frauen nicht auf ihn "fliegen".

Dann kommen solche Gedanken:
- noch zu Hause bei den Eltern wohnend
- noch Student (keine oder nur geringe Mittel) - reichen nicht, um Frauen
auszuhalten

Ich tröste ihn dann oft und meine, daß nicht alle Frauen so denken.
Vielleicht habe ich mit 49 Jahren ja auch schon veralterte Ansichten.

Aber ich lese von Euch, daß es vielen anderen ebenfalls so geht.

Gruß Krysi.
 
Hallo Krysi,

Jetzt wo ich lese, was ich geschrieben habe, sehe ich, daß das ganz unpassend grob war. Bitte entschuldige!

Daß er bei seinen Eltern wohnt, wirkt sich bestimmt negativ auf das Interesse der Frauen aus. Ich würde auch nicht mit einer Frau nach Hause gehen, wenn ich am Morgen ihre ganze Familie kennenlernen müsste. Die müsste schon äußerst besonders sein.

Daß er bescheiden ist, ist vielleicht nicht die optimale Strategie, besonders viele Frauen kennenzulernen. Dafür werden diejenigen, die er doch kennenlernt, mit höherer Wahrscheinlichkeit sein Interesse verdienen, oder? Ich kenne ein paar bescheidene, sympathische Männer, die allesamt keine Frauenhelden sind, aber alle äußerst nette Freundinnen haben. Wen interessiert es, möglichst viele Frauen anzuziehen, wenn man sowieso nur die eine richtige braucht?

Und endlich: Wenn man Leute kennenlernen will, muss man viel ausgehen. Als ich noch viel ausgegangen bin, kannte ich auch viele Leute (sogar Frauen 🙂). Welche Alternativen es zu Clubs gibt, wenn man dafür zufällig kein Interesse mehr hat, weiß ich auch nicht -- wüsste ich auch gerne. Kommt Zeit kommt Rat.

Viele Grüße,
Harald
 
@Krysi (die Mutter des 28 jährigen..)

Verzeih, aber zeigt sich in deiner Suche hier nicht das wahre Problem bei euch? Ich bin auch Mutter und weiss, wie tief im Herz es schmerzt, zu sehen, wenn ein eigener Sohn oder eine Tochter am vereinsamen ist, aber wir können ihnen doch nichts abnehmen. Trau doch deinem 28 jährigen sein Leben zu und suche nicht du eine Frau für ihn..... Mein Sohn studiert Musik und ist auch am vereinsamen, aber ich kann ihm das doch nicht abnehmen.

Ein lieber Freund von mir, jetzt 40, Facharzt und glücklich verheiratet, war jahrelang allein im Studium. Das hat er nicht vergessen scheinbar, weil ich keinen Menschen kenne, der Freundschaft so sehr schätzt wie er, trotz der Tatsache, dass ich im Grunde keine Standesgemässe Freundin bin....

@ Cherry und die Rest...
Tatsache ist, dass viele Studierenden das Privileg geniessen, die Intelligenz, die Zeit und die finanziellen Möglichkeiten zu haben überhaupt studieren zu können. Dafür zahlen sie einen hohen Preis. Sie scheinen die Entwicklung, die Andere in einer harten Realität machen müssen, auf andere Weise eben auch durch zu machen. Einsamkeit ist nicht unbekannt bei Studierenden.

Einsamkeit kenne ich auch zu gut, sonst wäre ich nicht auf dieser Seite gelandet, weil ich eben auch am vereinsamen bin.

Ich bin ein Mensch, der immer die Flucht nach vorne antritt und so überlege ich mir nun sehr genau, was ich brauche und was mich interessiert. Wenn ich etwas mache, wo ich auf Menschen mit den gleichen Interessen treffe, dann kann es auch sein, dass ich Freunde finde... oder auch nur etwas anregende Zerstreuung oder das Gefühl angenommen zu sein.

Unter Lernenden, so habe ich (selbst noch mal studierend) jetzt gemerkt, scheint es so zu sein, dass Jede/r sehr auf sich selbst konzentriert ist und einen kleinen, bestehenden Freundeskreis sich bewahrt, aber nicht erweitert, weil jede Freundschaft auch gepflegt sein will und das braucht dann wieder Kraft und Zeit, die man vielleicht nicht hat.
Deshalb sucht man besser ausserhalb des gewohnten Umfeldes, wie hier schon geraten wurde, in Sportvereinen oder auch Alpha-Live Kursen oder gar an Vereinsanlässen...

Wie immer man es anstellen will, man darf nicht müde werden den Schritt nach aussen zu tun.

Liebe Grüsse aus der Schweiz

eine einsame Frau
 
Servus,

also ich verstehe diese Problematiken irgendwie nicht. Ich bin zwar ein kontaktfreudiger Mensch, aber als ich an die Uni gegangen bin habe ich mir zuerst gedacht "Mein lieber Gesangsverein, hier laufen aber auch ein paar Vollpfosten rum" und war in der ersten Zeit ziemlich abweisend und unfreundlich. Ich wollte mir aussuchen mit wem ich was mache und mit wem nicht und mittlerweile habe ich zwei Leute mit denen ich wirklich gerne was mache und nochmal mindenstens 20-30 Leute die ich unter der Woche sehe, mit denen ich diskutiere, Vorlesungen habe etc.
Normalerweise ergibt sich sowas schon aus einer Lerngruppe, man lernt sich kennen, geht einen Trinken, lernt durch die Leute wieder neue Leute kennen. Die Uni ist eigentlich der perfekte Ort um viele Leute kennen zu lernen. Eine Bindung bzw. Freundschaften zu schließen fällt vielleicht etwas schwieriger als in der Schule. Vereine, Parteien und Unigremien helfen über sowas weg. Es gibt Asten, Fachschaften, Verbindungen, Sportangebot, etc. da lernt man schnell Leute kennen.

Zu den Müttern die hier über ihre Singel Söhne posten. Nichts ist abtörnender für eine Frau als ein Mann der zeigt, dass er sucht und unbedingt eine Freundin haben will. Um so länger man wartet um so größer wird der Wunsch natürlich nach einer Partnerschaft, aber man sollte lieber locker auf Menschen zugehen und nicht direkt mit einer Erwartungshaltung im Sinne von "vielleicht lerne ich ja hier meine Traumfrau kennen", dadurch hat man viel mehr Chancen bei Frauen und andersrum. Vielleicht sind sie aber auch einfach etwas zu lieb, so blöd sich das anhört. Ich kenne sehr viele gutaussehende Männer die voll im Leben stehen und die Pech bei Frauen haben, weil sie eben viel zu lieb sind!
 
Hallo cherry!

Hallo.

Bin neu hier und erhoffe mir sehr, dass mir irgendjemand irgendwie helfen kann! Ich bin 24, weiblich und studiere. Nach einem Hochschulwechsel nach dem 2. Semester, war es mir nicht möglich an meinem neuen Studienort irgendwelche Bekanntschaften zu machen geschweige denn Freunde zu finden. Ich bin mittlerweile im 7. Semester!
Als ich an die neue Hochschule kam kannten sich schon alle und hatten ihre Freunde und anscheinend wollte auch niemand ne weitere Freundin haben. Aufgrund dessen und aufgrund von starken Schlafproblemen ging es mir nach kurzer Zeit recht beschissen und ich bin nicht mir in die Uni gegangen. Dadurch habe ich das dritte Semester verbummelt doch im vierten sollte alles anders werden... Bin offen auf alle zugegangen und nicht mal ein Kaffeetrinken ist dabei rumgekommen. Ich verstehs nicht... Bin doch eigentlich ganz nett. Das wiederum führte dazu dass ich überhaupt nicht mehr in die Uni gegangen bin. Und dass ist, bis auf wenige Ausnahmen auch so geblieben.
Mittlerweile ist das zur Uni gehen für mich richtig zur Qual geworden und weil ich vorher meist Panik kriege, bleib ich lieber gleich zu hause. Dabei macht mir mein Studiengang viel Spaß! Jetzt sitzte ich jeden Tag in der Woche in meiner Wohnung und schlage die Zeit tot, fühle mich beschissen und das ist echt positiv ausgedrückt: Ich fühle mich einsam, leer, antriebslos, bin nur noch müde, deprimiert, kraftlos, frustriert, traurig, verliere immermehr meine Lebensfreude und kriege mich einfach nicht mehr in den Griff.
Dazu kommt noch dass ich alle die ich kenne, Freunde und Familie, anlüge und so tue als wäre alles bestens! Das macht mir noch zusätzlich ein schlechtes Gewissen und ich kann deswegen mit niemandem darüber reden. Ich verstehe nicht wie es dazu kommen konnte...
Hab schon wesentlich schlimmeres erlebt und könnte eigentlich ganz glücklich über das sein, was ich habe, aber ich kann mich an nix mehr erfreuen und weiß nicht mehr weiter!

Ich vereinsame total und dabei treffe ich mich so gern mit Bekannten oder Freunden. Könnt ihr mir helfen?
Ich müßte noch mehr schreiben. Aber in der Kürze nur ein Tipp, der beide Deiner Grundprobleme berührt:

Benutze ausgiebig die Bibliothek Deiner Universität! Damit meine ich, dass Du Dir einen bestimmten Platz in der Bibliothek suchst und dort arbeitest (mit Büchern oder Notebook etc).

Dadurch kannst Du A) Dein Studium voranbringen und B) kannst Du den ganzen Tag lang eventuell Leute treffen.

Hier an der Bielefelder Universitätsbibliothek sind jedenfalls ganz gute Vorraussetzungen, um gute lernen zu können und nebenher noch bekannte Gesichter zu treffen.

Also wenn Du nur sechs Stunden dort täglich verbringst (Mensazeit etc geht schon mal runter), könnte das einiges bringen.
 
"B) kannst Du den ganzen Tag lang eventuell Leute treffen."

Jau in der Bib kann man ja auch super diskutieren und sich unterhalten. Ich halte diesen Vorschlag eher für kontraproduktiv!
 
Hey, das geht mir irgendwie auch so mit dem Vereinsamen an der technischen Uni. Ne Freundin habe ich schon - das ist denke ich ein ganz anderes Problem. Aber ich habe auch das Gefühl, dass (fast) alle anderen an der Technischen Hochschule Vollpfosten sind und schaffe es nicht mit irgendwem dauerhaft warm zu werden.
Ich dachte schon, das läge an mir persönlich, dass ich hier so quasi allein sitze. Aber es ist erleichternd, dass es noch andere gibt, denen es auch so geht.
Das das mit der Bibliothek klappt, glaube ich auch nicht (hab ich versucht).
Aber es hilft ja schon zu wissen, dass man nicht ganz allein ist - so allein.
 

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