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Hilfe, Depressionen.

  • Starter*in Starter*in Jinsoh
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J

Jinsoh

Gast
Hallo ihr Lieben,

ich weiß das es schon ziemlich spät ist, aber ich hab eben im Netz rumgestöbert und bin auf dieses Forum gestoßen und hab mir gedacht, vielleicht bekomme ich hier Hilfe.

Ich schildere mal kurz mein Problem.

Vor 2 1/2 Jahren habe ich eine Ausbildung zum Lagerlogistiker in einem sehr großem und bekanntem Betrieb begonnen. Hab mich auch sehr gefreut und war anfangs auch sehr motiviert.

Die Arbeitskollegen und der Ausbilder, sowie der Chef und alle Mitarbeiter waren sehr nett und ich habe mich super mit jedem verstanden.

Nach knapp 1 1/2 Jahren Ausbildung merkte ich selber, wie ich mich immer unwohler in meinem Leben fühlte. Ich fühlte mich nichtnur unwohler, sondern auch total nutzlos und mein Leben hatte für mich keinen Sinn mehr, obwohl es mir gut ging. Ich fühlte mich einfach nutzlos und total klein in dieser großén Halle und da waren mir zuviele Menschen.

Ich fühlte mich total unwohl, überall egal wo ich war, auser zuhause in meinem Zimmer, vor dem Computer.

Ich stellte mir die Frage, ob ich das aushalte für den rest meines Lebens in dieser Firma zu arbeiten, ich wollte auch nichtmehr dort arbeiten und kündigte kurze Zeit später.

Aber nach meiner Kündigung kam der Ausbilder und einige vom Betriebsrat zu mir nachhause, denn sie merkten das mit mir etwas nicht stimmt.

Wir haben uns geeinigt, dass ich die Ausbildung fortsetze mit jeglicher Unterstützung die ich brauche und das ich zum Psychologen gehe.

Mir ging es in der Woche ganz gut und Sonntags wurde ich immer depressiv, da ich nicht an die Arbeit wollte.

Mit der Zeit fing ich an, mich regelmäßig krank zu schreiben, ohne das meine Eltern was mitbekamen, ich sagte ihnen ich durfte früher Heim, da die Ausbilder eine Konferenz hatten oder ich habe Überstunden und darf deswegen zuhause bleiben oder ich blieb bis mittags alleine im Auto sitzen an einem Feldweg oder da, wo mich halt kein Mensch sah.

Ich trank vermehrt Alkohol, fing an öfters mal einen Joint zu rauchen, bis hin zum Kokain.

Also der vollkommene Absturz.

Ich habe mir regelrecht überlegt, wie ich mir das Leben nehmen kann.

Mittlerweile ging die Ausbildung schon 2 Jahre und ich hab es irgendwie, trotz der langen Fehlzeiten geschafft in diesem Betrieb zu bleiben.

Ich habe in der Zeit auch schon 2 mal mit meiner Freundin schluss gemacht, weil ich ihr nicht wehtun wollte und sie nicht mit meinen Problemen nerven wollte, was absoluter quatsch ist und sie mir sehr geholfen hat und wir auch wieder zusammen gekommen sind, kurze Zeit nachdem Schluss war.

Letztes Jahr im Oktober dann, entschloss ich mich in eine Klinik zu gehen, dort entschloss ich mich für einen kalten Entzug, regelmäßige Drogen- und Alkoholkontrollen. Alles von Anfang an sehr erfolgreich, da ich mich ändern wollte und endlich diese blöden Depressionen loswerden wollte. Die Therapien waren alle sehr erfolgreich.

Nach 6 Wochen Klinikaufenthalt kam ich dann nachhause und war froh alles gepackt zu haben.

Habe kein Alkohol mehr getrunken, keine Drogen mehr genommen.

Ich war auch wieder arbeiten.

Richtig motiviert bin ich morgens an die Arbeit oder in die Berufsschule gegangen und hatte richtig Spaß dran.

Doch nach knapp 4 Wochen fing es dann an mit anderen Problemen.

Es wurde für mich immer schwieriger mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen und ich wollte nur alleine auf der Welt sein.
Ich hatte regelrecht Angst auf die Straße zu gehen.

Ich habe mir gedacht, vllt. kündige ich und fange ein komplett neues Leben an, vllt. geht es mir dann besser.

Ende Februar dieses Jahr habe ich meine Ausbildung gekündigt.

Ich war fest entschlossen zur Bundeswehr zu gehen.

Nachdem ich gekündigt hatte, ging es mir richtig gut. Mir ging es schon lange nichtmehr so gut.

Na, wie gesagt, ich wollte unbedingt zur Bundeswehr und da ich grad 19 geworden bin und einen Muterungstermin bekam, war ich auch anfang März bei der Musterung.

Achso, mit meiner Psychologin habe ich besprochen das ich kündige und einen neuanfang mache.

Ich nehme auch seid über einem Jahr schon Antidepressiva, mit Erfolg, habe meine Dosis schon um einiges reduziert.

Wie gesagt, ich war bei der Musterung, es lief super, in der Klinik hatte ich sehr gut abgenommen, da ich kein Alkohol mehr getrunken habe und nicht den ganzen tag rumsaß.

Sehtest war super, ich hätte zur Luftwaffe gehen können.

Am Ende der Musterung folgte dann ein ärztliches Gespräch.

Ich wollte ehrlich sein und habe gelernt mit meiner Vergangenheit offen umzugehen und auch offen drüber zu sprechen.

Nachdem ich das erklärt hatte, durfte ich auch heim und das Kreiswehrersatzamt wollte auf die Antwort bzw. das Attest meiner Gesundheit von meiner Psychologin abwarten.

2 Wochen später bekam ich einen Brief, das ich aufgrund der Psychischen Erkrankung ausgemustert werde, auf Befehl meiner Psychologin.

Nun bin ich zu meiner Psychologin und habe gefragt wieso sie das beantragt hat und sie meinte ich wäre nicht in der Lage zur Bundeswehr zu gehen, da ich mich und andere gefährde.

Gut, ich war natürlich geschockt, da ich mich sehr gut fühlte und es mir sehr gut ging.

Suizidgedanken kannte ich garnichtmehr, habe auch keine Sekunde mehr daran gedacht.

Habe drüber gelacht als ich dran gedacht habe, dass ich mich mal umbringen wollte.

Dies ist jetzt aber auch schon wieder fast 2 Monate her, mittlerweile bin ich wieder soweit, dass ich 1-2 mal die Woche kiffe und Alkohol trinke.

Ich weiß mit mir nichts anzufangen, ich will einfach nicht auf die Straße, ich möchte keine Menschen sehen auser meinen besten Freund und ab und zu meine Freundin, aber sonst keinen.

Ich habe Angst eine Ausbildung anzufangen, weil ich nicht mit anderen Leuten zusammenarbeiten möchte, ich fühle mich total unwohl in einer Gesellschaft.

Was total komisch ist, da ich schon Comedyauftritte hatte, auf Bühnen bis 80 Menschen.

Aber das ist auch schon lange her.

Ich weiß nicht was ich tun kann.

Meine Psychologin unterschreibt mir nichtmal einen Zettel, womit ich solange Arbeitlosengeld beziehen könnte, damit ich meine Eltern etwas unterstützen kann, da ich Miete zahle. Sie meinte, ich hätte bevor ich kündige nochmal zu ihr kommen müssen, damit sie mit entscheidet.

Ich bin sehr enttäuscht und traurig.

Ich weiß nicht was ich tun soll.

Geht es einem ähnlich von euch?

Hattet ihr schonmal so ein Problem und habt es jetzt voll im Griff?

Ich merke auch wieder wie ich Depressiv werde und an Suizid denke.

Ich weiß einfach nicht weiter.

Hoffentlich habe ich nicht zuviel wirres geschrieben.

Danke euch

Lg Jinsoh

Edit: Mittlerweile habe ich auch wieder zugenommen, mit 180 cm wiege ich knapp 96 Kg, was meine Freundin mir täglich vorhält. Das nervt mich auch total und ich habe es ihr auch schon gesagt.

Edit2: Ich habe auch letztes Jahr mein Führerschein abgeben müssen, wegen Alkohol am Steuer, was mich auch sehr runterhaut, da ich auf keinen Fall Bus fahre oder Bahn, ich hab es schon sehr schwer wenn ich aufs Arbeitsamt fahren muss.

Letzte Woche habe ich mir ein Taxi genommen und 30 Euro bezahlt, nur damit ich nicht in der Bahn sitze... Ticket kostet da 2,60 Euro.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jinsoh,
mir fiele schon eine Menge ein, was ich
dir so bei einem Glas Bier alles sagen
könnte - möchte mich aber für den
Moment auf eine kleine Information be-
schränken: Bei deiner Lebensweise ist
es sehr wahrscheinlich, dass du einen
Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen
hast, vor allem an den B-Vitaminen und
an Zink. Das kann deine Beschwerden
verstärken, vielleicht sogar auslösen.
Besorg dir bitte mal eine Packung B-Vita-
mine (Drogeriemarkt, z.B. Vitamin-B-
Komplex) und eine Zink (Apotheke, z.B.
Zinkorot25 oder ZinkBeta Brause) und
nimm beides frühmorgens eine Stunde
vor dem Essen oder spätabends, drei
Stunden nach der letzten Mahlzeit. Du
müsstest den Unterschied relativ bald
bemerken.
Um an deine "Karrieregedanken" auf
der Bühne anzuknüpfen: Wenn du einen
Ferrari hast, ihm aber ständig Öl abzapfst
und keines nachfüllst, nützen dir auch
480PS nicht viel - so ählich ist das mit
den Nährstoffen: Alkohol und Drogen
schwemmen das aus deinem Körper und
vermutlich ernährst du dich nicht genau
so, dass sie wieder aufgefüllt werden.
Hausgemachte Probleme also von der
Seite aus gesehen - aber recht einfach
zu beenden oder zumindest zu reduzieren.

Alles Gute,
Werner
 
Hi Werner,

daran habe ich noch garnicht gedacht, ich ernähre mich die letzten Wochen nicht sehr gut, esse teilweise das erste gegen 15 Uhr und abends dann Pizza oder so.

Oder ich esse den ganzen tag garnichts, weil ich zu faul bin mir was zu machen.

Ich werde gleich mal mit meinem Kumpel losfahren und mir die Sachen besorgen.

Hoffentlich sind damit meine Problemchen etwas leichter gemacht.

Kannst du mir vllt. sagen, wie ich meine Antriebslosigkeit und diese Ängste, vor anderen Menschen und neuen Kontakten in den Griff bekomme?

Ich habe heute einen Termin beim Arbeitsamt und ich war eben wieder kurz davor anzurufen und den Termin abzusagen, mir kraults jetzt schon vor der Bus- und Bahnfahrt.

Danke für deine schnelle Hilfe.

Lg Jinsoh
 
Hallo Jinsoh,

bist du immer noch in psychologischer Behandlung? Wenn nicht, würde ich damit wieder anfangen. Ein Teil deiner Beschwerden (Antriebslosigkeit) kann durchaus von Mangelerscheinungen und schlechter Ernährung kommen. Du solltest vielleicht auch mal an Sport denken, denn auch dieser hilft gegen Depressionen und Antriebslosigkeit. Besonders Ausdauersport wie Joggen, Radfahren, Schwimmen. Was deine Angst vor Menschen anbelangt, solltest du aber dringend psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. So etwas kommt meiner Meinung nach sicher nur zu einem kleinen Teil von falscher Ernährung. Hört sich eher nach einer Phobie an oder ähnlichem. Vielleicht solltest du bei einem anderen Psychologen neu anfangen, denn deine alte Psychologin ist für dich einfach zu "vorbelastet" mit negativen Erinnerungen. Ich weiß, dass es hart ist, aus diesem Teufelskreis raus zu kommen. Fang damit an, dir selbst Gutes zu tun mit guter Ernährung und Bewegung. Mit Hobbies und Dingen, die dir Spass machen. Übernimm für deinen Körper, deine Gesundheit, deine Psyche Verantwortung. Wenn du das ins Reine gebracht hast, könnte der Schritt zurück in die "Menschenmengen" einfacher sein. Krieg deinen Alltag in den Griff. Dein Leben mit dir selber und deinen engsten Freunden.

Ich wünsche dir alles Gute.

Grüße
Solitudo
 
daran habe ich noch garnicht gedacht, ich ernähre mich die letzten Wochen nicht sehr gut, esse teilweise das erste gegen 15 Uhr und abends dann Pizza oder so.

Oder ich esse den ganzen tag garnichts, weil ich zu faul bin mir was zu machen.

Kein Problem, Jinsoh - du bist damit nicht allein, selbst
die meisten Ärzte und Therapeuten denken da nicht dran;
schon eher die Bodybuilder, die wissen, wie gefährlich
es ist, Mineralstoffe zu verlieren (oder die Profi-Fuß-
baller, auch die bekommen regelmäßig ihre Portionen).

Das Blöde ist, dass es leicht einen Teufelskreis gibt,
nämlich die Antriebslosigkeit zu weniger Essen führt
und das dann die Antriebslosigkeit verstärkt. Das Gute
ist aber, dass man genauso auch umdrehen kann und
die Spirale beenden.

Ich werde gleich mal mit meinem Kumpel losfahren und mir die Sachen besorgen.

Hoffentlich sind damit meine Problemchen etwas leichter gemacht.

Es würde mich zumindest wundern, wenn es gar nichts
bewirken würde - wie schnell und wie tiefgreifend das
was nützt, musst du herausfinden. Vielleicht mal zwei
Wochen konsequent auf Alk und Drogen verzichten und
während dessen super gut ernähren und die Nährstoffe
ergängen - das müsste einen Unterschied machen und
auch deine Problemlösungsfähigkeit wieder besser akti-
vieren. Das Hirn ist offenbar sehr vom Zink abhängig
und weigert sich, zu viel Arbeit zu leisten, wenn wenig
davon da ist - oft ist schon das Aufräumen eine Qual
und wird dann unterlassen.

Und vergiss den Zeitplan zur Einnahme nicht bei den
Tabletten, damit es gut aufgenommen wird. Vom Essen
her wären Rinderleber, Austern 🙂, Cashewnüsse und
dunkle Schokolade hilfreich, auch andere Nüsse und
Rindfleisch an sich.

Kannst du mir vllt. sagen, wie ich meine Antriebslosigkeit und diese Ängste, vor anderen Menschen und neuen Kontakten in den Griff bekomme?

Ich habe heute einen Termin beim Arbeitsamt und ich war eben wieder kurz davor anzurufen und den Termin abzusagen, mir kraults jetzt schon vor der Bus- und Bahnfahrt.

Sorry, ich habe heute gearbeitet und war unterwegs, daher
lese ich es erst jetzt. Hoffe, du hast es irgendwie dahin ge-
schafft.

Ein Teil müsste durch die Nährstoffe und die bessere Ernährung
auch besser werden. Da ist viel einfache Biochemie und nur
einen Teil lässt sich durch geistige Anstrengung bewältigen,
z.B. durch Verkleinerung der Schritte, die man sich vornimmt -
also nicht an den "ganzen Termin" denken, sondern nur an den
Weg zum Bus, dann an die Fahrt, dann an den Gang ins Amt usw.

Manchen hilft auch, sich die Probleme sehr sachlich und ohne
große Emotionen vorzustellen oder sich schliche eine Zeitlang
damit abzufinden, dass es einem nicht so gut geht und nicht
krampfhaft stark und gesund sein zu wollen. Das ist wie wenn
ich mir den Fuß verstauche und dann Marathon laufen will - da
ist es besser, ein paar Tage Pause zu machen und über meine
Zerbrechlichkeit nachzudenken bzw. wie ich künftig besser für
mich sorgen kann.

Immerhin gestehst du dir ein, dass du Unterstützung brauchst,
das ist oft der allerwichtigste Schritt in Richtung Verbesserung!

viele Grüße,
lass mal hören, wie und was dir hilft

Werner
 
Also ich bin nichtmehr in psychologischer Behandlung, werde aber bei einem neuem Psychologen anfangen, ist auch gleich in meiner Nähe.

Sport habe ich früher immer gerne gemacht, ich habe mir schon einen Boxsack bestellt, den hänge ich mir in den Keller um mich etwas auszupowern.

Habe gestern unseren Teich im Garten neu gemacht und war vollkommen ausgepowert, das hat mir sehr gut getan.

Morgen früh fange ich mal mit den Vitamin und Zinktabletten an.

Mein Termin beim Arbeitsamt habe ich heute verschoben, aber ich werde beim nächsten Termin auf jedenfall erscheinen, das habe ich mir fest vorgenommen.

Ich werde mich in den nächsten tagen melden, wie es mir durch die Tabletten und den Sport ergeht.

Hat man seine Antriebslosigkeit im Griff, ist der rest recht einfach, zumindest meiner Erfahrung nach, weil man den ganzen tag Beschäftigung hat.

Danke euch für die Hilfe.

Schönen Abend noch.

Lg Jinsoh
 

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