Brillenschlange
Neues Mitglied
TEIL 1
Guten Tag!
Ich stecke aktuell etwas in der Krise und hoffe sehr auf einen Austausch aus dem ich einige Dinge mitnehmen kann. Zu mir selbst: Ich leide an keinerlei psychischen Erkrankungen, wofür ich wirklich sehr sehr dankbar. Meine Mama ist allerdings schwer depressiv und pflegebedürftig und meine beste Freundin ist an Borderline inkl. regelmäßiger SV erkrankt. Sie ist nicht in Behandlung.
Um die Beziehung zu meiner besten Freundin geht es auch. Aufgrund meines Berufs (Pflege) und meinen beiden Angehören (Mama und Oma) zuhause, welche beide ebenfalls Pflegebedürftig sind, hatte ich mit meinen knapp 30 Jahren eigentlich nie Freunde. Ich fand es nie schlimm. Ja, das Leben ist schon recht anstrengend, aber ich habe eine tolle Beziehung zu den beiden und ich mag mein Leben so. Ich war schon immer eher Einzelgänger und mag es auch gern allein zu sein. Dachte ich zumindest. Denn meine Gefühlslage als ich meine jetzige beste Freundin kennengelernt habe hat sich verändert.
Wir haben uns vor knapp 8 Monaten kennengelernt ( sie ist knapp 10 Jahre jünger). Wir haben uns online über etwas ausgetauscht, merkten schnell das wir auf einer Wellenlänge sind und in Nachbarstädten wohnen und haben uns dann relativ schnell getroffen und es hat einfach perfekt gepasst. Sie hat von Anfang an offen über ihre Erkrankung gesprochen und das sie vor unserem ersten Treffen 7 Jahre das Haus nicht verlassen hat. (sie musste die Schule abbrechen und hat seitdem selbst einen Pflegegrad und kann nicht arbeiten und lebt bei ihrer Mama). Mich hat es nicht gestört, auch wenn ich noch keine Erfahrungen im Thema mit Borderline habe, aber aufgrund meiner Situation Zuhause kannte ich zumindest aus, wenn es ums Thema Depressionen geht usw. Relativ zu beginn unserer Freundschaft rief sie mich an, als sie einen SV Rückfall hatte. Wollte ihrer Mama das nicht wieder zumuten. Für mich selbstverständlich. Hab mir sie gepackt, in die Notaufnahme. Und danach mit zu uns genommen und aufgemuntert. Sehr schnell danach benannte sie mich als „beste Freundin“ und wie sehr sie mich mag und das wir für immer beste Freunde bleiben werden. Zu meiner Mama und Oma sagt sie „Mama“ und „Oma“, weil wir ja eine Familie sind. Ruft meine Mama auch an um mit ihr zu quatschen usw. Ich muss sagen, dass ich es am Anfang sehr mochte, auf so platonische Weise geliebt zu werden. Ich hatte nie eine beste Freundin und fand das Gefühl toll. Gleichzeitig hab ich mich erdrückt gefühlt. Sie wollte ein Schlüssel für unser Haus und immer wenn ich mit Mama und/oder Oma was zu tun hatte oder Unternehmen wollte „Kann ich mit? Warum nehmt ihr mich nicht mit?“ und wenn ich dann geschrieben habe, dass wir gerne etwas Zeit für uns haben möchten kam dann direkt „Hasst du mich?“. Wenn ich mit Arbeitskollegen essen war, war ich immer einer Fragerei ausgesetzt, ob ich sie jetzt ersetzen würde.
Zu Beginn hatte ich deshalb ernsthaft überlegt die Freundschaft zu beenden. Weil es mir zuuu viel war. Ich hatte versucht es ihr jedes mal zu erklären, aber leider hat es nicht funktioniert. Verletzen wollte ich ihre Gefühle eben auch nicht. Seit unserer Freundschaft ist sie offener geworden. Traut sich alleine raus und all dies. Das hat dazu geführt das sie noch andere Freunde gefunden hat, was für mich eine sehr große Erleichterung war. Wir waren immer noch beste Freunde, aber ich war nicht mehr der Hauptmittelpunkt ihres Lebens, was mir sehr gut getan hat. Jetzt hat es sich für mich wie eine perfekte Freundschaft angefühlt. Dann hat sie sogar ihre erste Liebe kennengelernt und alles ist perfekt. Er wohnt zwar am anderen Ende von Deutschland, aber beide besuchen sich regelmäßig, was für mich auch mal ganz nett ist, wenn sie 2 Wochen bei ihm ist. Dort kommt es dann zur Abwechslung sogar mal vor, dass ich sie sehr vermisse und etwas traurig bin, das wir heute noch nicht geschrieben haben. Find ich total schön!
Was die anderen Seiten dieser tükischen Krankheit so ist, sind u.a. diese starken Gefühlsschwankungen. Dass sie immer ihre schlechte Laune an mir auslässt. Man den Therapeuten ersetzt und auch diese Unzuverlässigkeit. Wir planen oft Dinge zusammen. Entweder ihre oder meine Idee. Planung ist bei mir sehr wichtig, damit ich für zuhause Ersatzpflegepersonen finden kann usw. Alles eine Frage der Organisation. Ich stecke immer viel Herzblut in die Planung und Freue mich immer riesig drauf. Und in 9 von 10 Fällen sagt sie dann kurzfristig ab. Das enttäuscht mich immer sehr. Ich weiß aber, dass es ihre Erkrankung ist, also schlucke ich es runter. Manchmal wenn ihre schlechte Laune mich sehr hart getroffen hat, habe ich ihr auch schon gesagt, dass es so nicht in Ordnung war und es mich verletzt hat und daraufhin hat sie sich entschuldigt und alles ist gut.
Ich dachte aufgrund der Tatsache das ich psychisch doch sehr stabil bin (dachte ich zumindest) komme ich gut mit der Freundschaft zurecht. Aber letztens habe ich leider einmal zu viel geschluckt und mir ist die Hutschnur geplatzt. Sie hat wieder etwas abgesagt, was mir sehr wichtig war und was ich lange geplant hatte und sie mehrmals zugesagt hat und versprochen hat das sie diesmal zu 100% dabei ist.
Guten Tag!
Ich stecke aktuell etwas in der Krise und hoffe sehr auf einen Austausch aus dem ich einige Dinge mitnehmen kann. Zu mir selbst: Ich leide an keinerlei psychischen Erkrankungen, wofür ich wirklich sehr sehr dankbar. Meine Mama ist allerdings schwer depressiv und pflegebedürftig und meine beste Freundin ist an Borderline inkl. regelmäßiger SV erkrankt. Sie ist nicht in Behandlung.
Um die Beziehung zu meiner besten Freundin geht es auch. Aufgrund meines Berufs (Pflege) und meinen beiden Angehören (Mama und Oma) zuhause, welche beide ebenfalls Pflegebedürftig sind, hatte ich mit meinen knapp 30 Jahren eigentlich nie Freunde. Ich fand es nie schlimm. Ja, das Leben ist schon recht anstrengend, aber ich habe eine tolle Beziehung zu den beiden und ich mag mein Leben so. Ich war schon immer eher Einzelgänger und mag es auch gern allein zu sein. Dachte ich zumindest. Denn meine Gefühlslage als ich meine jetzige beste Freundin kennengelernt habe hat sich verändert.
Wir haben uns vor knapp 8 Monaten kennengelernt ( sie ist knapp 10 Jahre jünger). Wir haben uns online über etwas ausgetauscht, merkten schnell das wir auf einer Wellenlänge sind und in Nachbarstädten wohnen und haben uns dann relativ schnell getroffen und es hat einfach perfekt gepasst. Sie hat von Anfang an offen über ihre Erkrankung gesprochen und das sie vor unserem ersten Treffen 7 Jahre das Haus nicht verlassen hat. (sie musste die Schule abbrechen und hat seitdem selbst einen Pflegegrad und kann nicht arbeiten und lebt bei ihrer Mama). Mich hat es nicht gestört, auch wenn ich noch keine Erfahrungen im Thema mit Borderline habe, aber aufgrund meiner Situation Zuhause kannte ich zumindest aus, wenn es ums Thema Depressionen geht usw. Relativ zu beginn unserer Freundschaft rief sie mich an, als sie einen SV Rückfall hatte. Wollte ihrer Mama das nicht wieder zumuten. Für mich selbstverständlich. Hab mir sie gepackt, in die Notaufnahme. Und danach mit zu uns genommen und aufgemuntert. Sehr schnell danach benannte sie mich als „beste Freundin“ und wie sehr sie mich mag und das wir für immer beste Freunde bleiben werden. Zu meiner Mama und Oma sagt sie „Mama“ und „Oma“, weil wir ja eine Familie sind. Ruft meine Mama auch an um mit ihr zu quatschen usw. Ich muss sagen, dass ich es am Anfang sehr mochte, auf so platonische Weise geliebt zu werden. Ich hatte nie eine beste Freundin und fand das Gefühl toll. Gleichzeitig hab ich mich erdrückt gefühlt. Sie wollte ein Schlüssel für unser Haus und immer wenn ich mit Mama und/oder Oma was zu tun hatte oder Unternehmen wollte „Kann ich mit? Warum nehmt ihr mich nicht mit?“ und wenn ich dann geschrieben habe, dass wir gerne etwas Zeit für uns haben möchten kam dann direkt „Hasst du mich?“. Wenn ich mit Arbeitskollegen essen war, war ich immer einer Fragerei ausgesetzt, ob ich sie jetzt ersetzen würde.
Zu Beginn hatte ich deshalb ernsthaft überlegt die Freundschaft zu beenden. Weil es mir zuuu viel war. Ich hatte versucht es ihr jedes mal zu erklären, aber leider hat es nicht funktioniert. Verletzen wollte ich ihre Gefühle eben auch nicht. Seit unserer Freundschaft ist sie offener geworden. Traut sich alleine raus und all dies. Das hat dazu geführt das sie noch andere Freunde gefunden hat, was für mich eine sehr große Erleichterung war. Wir waren immer noch beste Freunde, aber ich war nicht mehr der Hauptmittelpunkt ihres Lebens, was mir sehr gut getan hat. Jetzt hat es sich für mich wie eine perfekte Freundschaft angefühlt. Dann hat sie sogar ihre erste Liebe kennengelernt und alles ist perfekt. Er wohnt zwar am anderen Ende von Deutschland, aber beide besuchen sich regelmäßig, was für mich auch mal ganz nett ist, wenn sie 2 Wochen bei ihm ist. Dort kommt es dann zur Abwechslung sogar mal vor, dass ich sie sehr vermisse und etwas traurig bin, das wir heute noch nicht geschrieben haben. Find ich total schön!
Was die anderen Seiten dieser tükischen Krankheit so ist, sind u.a. diese starken Gefühlsschwankungen. Dass sie immer ihre schlechte Laune an mir auslässt. Man den Therapeuten ersetzt und auch diese Unzuverlässigkeit. Wir planen oft Dinge zusammen. Entweder ihre oder meine Idee. Planung ist bei mir sehr wichtig, damit ich für zuhause Ersatzpflegepersonen finden kann usw. Alles eine Frage der Organisation. Ich stecke immer viel Herzblut in die Planung und Freue mich immer riesig drauf. Und in 9 von 10 Fällen sagt sie dann kurzfristig ab. Das enttäuscht mich immer sehr. Ich weiß aber, dass es ihre Erkrankung ist, also schlucke ich es runter. Manchmal wenn ihre schlechte Laune mich sehr hart getroffen hat, habe ich ihr auch schon gesagt, dass es so nicht in Ordnung war und es mich verletzt hat und daraufhin hat sie sich entschuldigt und alles ist gut.
Ich dachte aufgrund der Tatsache das ich psychisch doch sehr stabil bin (dachte ich zumindest) komme ich gut mit der Freundschaft zurecht. Aber letztens habe ich leider einmal zu viel geschluckt und mir ist die Hutschnur geplatzt. Sie hat wieder etwas abgesagt, was mir sehr wichtig war und was ich lange geplant hatte und sie mehrmals zugesagt hat und versprochen hat das sie diesmal zu 100% dabei ist.