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  • Starter*in Starter*in ahnungslos75
  • Datum Start Datum Start
A

ahnungslos75

Gast
Hallo an alle,

keine Ahnung, ob ich hier überhaupt hingehöre, aber ich weiss nicht wo ich sonst hingehöre und ich möchte einfach nur probieren meine Gedanken niederzuschreiben. Also letzte Woche hatte ich eine Fehlgeburt erlitten und wurde operiert. In diesem Zusammenhang tauchte wieder so ein Gefühl der Hilflosigkeit auf, wie ich es in einer früheren Beziehung häufig verspürt habe. Die Beziehung ist schon über 6 Jahre her und hatte damals für 7 Jahre angedauert. Ich habe wohl viel schon in der Beziehung verdrängt und auf eine Art und Weise "vergessen" aber irgendwas ist doch noch da. Die Beziehung war mit sehr viel Gewalt verbunden. Er selbst war Kriegsflüchtling und es hatten sich wohl viele Aggressionen bei ihm angestaut. Nach einem halben Jahr hat er mich zum ersten Mal geschlagen, weil ich nicht das tat wie er es wollte und war es etwas was ich gesagt habe. Ich weiss die Gründe dafür gar nicht mehr so genau. Auf jeden Fall kam es in den 7 Jahren des öfteren mal vor, dass ich eine verpasst bekommen habe. Mal hatte er auch mal meinen Kopf gegen die Wand gestossen, mal mit dem Fuss kurz zugetreten, oder mit mal mit dem Messer bedroht. Es gab ganz verschiedene "Szenen". Es war aber nie so schlimm, dass ich so wirklich verletzt gewesen wäre..also so blaues Auge und so war bei mir nicht. Er hat mir auch sehr viel mit seinen Worten weh getan, angefangen von Schlampe, H*** und oft die Drohung dass er mich umbringen will usw. Dann kommt noch ein Punkt dazu, den ich für mich nicht wirklich einordnen kann, ich aber für mich nicht gut verarbeiten kann: Für ihn war Sex sehr wichtig, manchmal hatte ich das Gefühl, es ist das einzige was ihn an mir wirklich interessiert. Es war dann oft so, dass ich mich oft für Sex "hergegeben" habe, damit er entweder eine bessere Stimmung hat oder einfach nur deswegen, dass ich mir dann nicht sein genörgle anhören musste. Ich liess das einfach immer über mich "ergehen". Funktionierte ganz gut wenn ich ihn nicht direkt anschauen musste dabei. Einmal hatte er sogar mit mir geschlafen, als er eigentlich denken musste dass ich schon eingeschlafen bin, ich hatte mich auch gar nicht bewegt dazu, das hatte ihn wohl auch nicht weiter gestört....naja auf jeden Fall habe ich dann irgendwie ein gestörtes Verhältnis zu meinen Körper entwickelt und habe dann in meiner neuen Beziehung sehr viel zugenommen, das hat wohl was damit zu tun. Ich habe das Gefühl als hätte ich mich in der Beziehung selbst prostituiert....So jetzt hab ich alles niedergeschrieben, ich hoffe dass ich hier nicht ganz falsch bin in diesem Forum :-(

Liebe Grüße
 
Du hast das Gefühl das du dich prostituiert hast?
da denkst du falsch.;du hast es aus Selbstschutz getan.
Sieh es mal so:
Du hast eine scheisszeit erlebt,dieser Mann hat dein Leben in eine Richtung gelenkt wo du garnicht hinwolltest.
Was du nun tun solltest,ist,dir selbst immer wieder zu sagen das es nun vorbei ist und dir zu sagen das du sowas nie wieder zulassen wirst,das niemand mehr das Recht hat so mit dir umzugehen.
Immerhin warst du stark genug um aus diesem Elend rauszukommen,lass dich nicht runterziehen.
Du bist in einer neuen Beziehung nehme ich an?
Dann konzentriere dich nun ganz darauf und lass die Vergangenheit hinter dir,verbaue dirselbst nicht den Weg indem du immer wieder dir die Schuld gibst was damals passiert ist.


Liebe Grüsse!
Lise
 
Liebe Lise,

danke für deine Antwort. Ja ich habe das Gefühl mich prostituiert zu haben. Ich habe alles mit mir bzw. meinen Körper alles machen lassen um entweder Ruhe zu haben oder auch vielleicht manchmal auch um Liebe zu bekommen. Als was würdest du das bezeichnen?
Ich weiss, die Beziehung ist vorbei , aber ich habe die Vorfälle bisher nicht verarbeitet. Ich habe viel verdrängt und ich erinnere mich plötzlich an Bruchstücke aus meiner Vergangenheit...
Ich bin in einer neuen Beziehung und ich bin auch glücklich in der Beziehung und mittlerweile kann ich meinen Partner auch vertrauen, das hat lange gedauert.
Es ist auch nicht unbedingt eine Schuldfrage, ich denke gar nicht, dass ich zwingend dafür verantwortlich bin was passiert ist, aber anscheinend verkrafte ich nicht, was mit mir alles gemacht worden ist, wie sehr ich mich selbst in jeder Hinsicht habe demütigen lassen. Von meiner Würde ist nicht mehr viel geblieben :-(
 
Hallo,

ich stimme Lise zu, zum Teil zumindest...denn du hattest Angst und dachtest du kannst dich mit Unterwerfung schützen...leider falsch gedacht...aber der Mensch ist ja lernfähig und kann einiges ändern um besser klarzukommen, zu lernen wie man sich selber schützt etc. Ja, du hast deinen Körper eine WEile nicht sehr gut behandelt und dir zu viel bieten lassen...aber du hast auch irgendwann eingesehen, dass es nicht richtig ist und das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung..Gratuliere! Und nun kannst du Stück für Stück darauf aufbauen.
Sieh die Sache so: was passiert ist, ist passiert aber du hast dadurch ne Menge gelernt und kannst dieses Wissen fortan für dich nutzen...so habe ich es gemacht...ich war Gewaltopfer meines Vaters...bis ich gelernt hatte mich zur Wehr zu setzen, dann war Schluss mit Unterwürfigkeit und Dulden und dem Aberglauben: du bist nix wert, kannst nix und hast zu tun, was andere dir sagen...Heute bestimme ich allein wie und mit wem ich lebe, wer ich bin, wie man mich behandelt...NIEMAND erhält von mir das Recht mich schlecht zu behandeln....und mein Liebesbegriff ist auch "gerade" d.h. es kommt für mich keine Liebe ohne Achtung meiner Person infrage...ich lasse mich da nicht durch meine Sehnsüchte nach Nähe oder Verlustängste korrumpieren...Motto: lieber allein mit Vibrator und Rudel Kuscheltieren als einen schlechten Typen in der NÄhe 😉 lachlach...nee derzeit habe ich ja nen guten Typen und auch ne Menge Freunde...Menschen, die mir guttun...Ich handle immer mit Herz und Verstand, bleibe achtsam, d.h. halte die Augen offen...Erziehungsbedingt haben Mädels ja einen "krummen" pervertierten Liebesbegriff internalisiert..also drauf...sie denken die weibliche Liebe ist totale Aufgabe eigener Ansprüche...die Maid opfert sich hingebungsvoll auf dem Altar der Liebe...tolle patriarchale Männermachtsphantasien...davon sollte man tunlichst Abstand nehmen! Also: nicht zulange zurückschauen, nutze die Chance für einen Neuanfang!

In Hinsicht auf dein Selbstwertgefühl und auch Selbstbewusstsein ist etwas nicht so recht in Ordnung, was jedoch keineswegs heißt dass die Handlungen deines (hoffentlich EX-)Freundes o.k. waren. Körperliche Gewalt ist eine Straftat...von seinen Handlungen her zeichnet sich das psychlogische Profil eines Soziopathen ab, eines Menschen der nur sich selber achtet, sich nicht an allgemeine Moral und Gesetze hält und v.a. andere Menschen mißachtet...so wie dich. Er hat Grenzen überschritten sich mit Ausübung körperlicher Gewalt strafbar gemacht. Er allein ist verantwortlich für seine Handlungsweisen. Rede dir da ja keine Schuldgefühle ein!
Er hat mit deiner Sehnsucht nach Liebe gespielt und dich ausgenutzt, es ging ihm vorrangig um Macht und sein Vergnügen diese über dich auszuüben.....verachtenswert..du solltest keinen einzigen Gedanken mehr an ihn verschwenden..es sei denn in Richtung Abgrenzung = nachträglicher Anzeige oder Klage auf Schmerzensgeld zu den Gewaltdelikten.

Diese Demütigungen hinterlassen Spuren auf der Seele haben dein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein angeknackst...ist aber wieder zu kitten! Gute Hilfsmittel sind Verhaltenstherapie, also unter fachkundiger Anleitung Selbstanalyse machen, die Gewalttraumata gut verarbeiten...unterläßt man diesen Schritt und wählt Verdrängen ist das oft so, als ob seelische Wunden oberflächlich verheilen, aber darunter stark eitern...mal bildlich ausgesprochen um zu zeigen, dass der Effekt von Verdrängen also fehlender Auseinandersetzung oft extrem schädlich sein kann....
Weiteres gutes Hilfsmittel: Kampfsport...da lernt man sich abzugrenzen..du lernst deine Grenzen zu verteidigen...lernst stark zu sein und deinen Körper zu achten und effektiv zu verteidigen...muss nicht mit Handkantenschlag sein...es geht ja eher um die Psychologie...dass man lernt sich von seiner inneren Einstellung her zu verteidigen...Selbstschutz ist immer noch der best funktionierendste und v.a. schnellste Schutz. Das was man psychologisch von Selbstverteidigungskursen mitbekommt ist auch allgemein im Alltag sehr von Nutzen...denn man kommt vom Opferhabitus (Habitus: körperliche Haltung, Gestik, Mimik, Sprache, die die innere Haltung wiederspiegelt) runterkommt und lern nach außen hin stark zu wirken...ein extrem guter Selbstschutz..wirkt so gut wie immer...

Also: zur Verarbeitung diese beiden Hilfsmittel anwenden...ich denke damit kommst du sehr gut weiter. Dein Weg hier ins Forum war ein sehr guter erster Schritt um zu lernen darüber zu reden, dir Seelenballast loszureden....aber auch ein Forum hat seine Grenzen und ersetzt keine Therapie oder Kampfsport, also reale Maßnahmen zur Verarbeitung. Und Verarbeitung ist schon sehr wichtig, denn du bist gewalttraumatisiert.. unbewältigte Traumata können deine Psyche nachhaltig schädigen, zu Verhaltensstörungen oder psychischen Erkrankungen (Autoaggression, Depressionen, Angspsychosen etc.) führen..diese Gefahren sollte man auf keinen Fall unterschätzen...und das wichtigste für dich ist ja: loskommen davon...so gut wie möglich damit leben können...damit du dich aus der Macht des Traumas = Macht des Täters befreist und wieder zu einem glücklicheren und unbelasteteren Leben zurückfindest... Das solltest du dir wert sein, oder?

Du sagst, von deiner Würde ist nicht mehr viel übrig... Würde ist jedoch kein statisches Ding...also immer so wie sie ist....sie ist dynamisch/veränderbar...d.h. es besteht die Möglichkeit dir deine Würde wiederzuholen, wiederherzustellen. Jeder Tag birgt neue Chancen neu anzufangen. Nutze sie!

LG
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tyra,

danke für deine vielen Tips die du mir gegeben hast. Mir ist klar dass ich mich in Therapie begeben muss, weil ich alleine nicht damit fertig werde. Ich habe nur etwas das Gefühl, dass ich mein Problem nicht gut transportieren kann. Anscheinend kommt es so an, als wären die Schläge das Schlilmme gewesen, was ich nicht verarbeiten kann. Das ist es aber nicht, das kann ich erstaunlich wegstecken. Sehe es wie in einem Film, dass es mir passiert ist, aber es löst keine Emotionen in mir aus. Was ich nicht verarbeiten kann ist die Thematik aus sexueller Hinsicht. Ich bin es nicht gewohnt darüber zu reden, habe es immer für mich behalten, vielleicht kann ich es deswegen nicht so rüberbringen, dass mich wer da verstehen kann :-(

Liebe Grüße

Tyra meinte:
Hallo,

ich stimme Lise zu, zum Teil zumindest...denn du hattest Angst und dachtest du kannst dich mit Unterwerfung schützen...leider falsch gedacht...aber der Mensch ist ja lernfähig und kann einiges ändern um besser klarzukommen, zu lernen wie man sich selber schützt etc. Ja, du hast deinen Körper eine WEile nicht sehr gut behandelt und dir zu viel bieten lassen...aber du hast auch irgendwann eingesehen, dass es nicht richtig ist und das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung..Gratuliere! Und nun kannst du Stück für Stück darauf aufbauen.

In Hinsicht auf dein Selbstwertgefühl und auch Selbstbewusstsein ist etwas nicht so recht in Ordnung, was jedoch keineswegs heißt dass die Handlungen deines (hoffentlich EX-)Freundes o.k. waren. Körperliche Gewalt ist eine Straftat...von seinen Handlungen her zeichnet sich das psychlogische Profil eines Soziopathen ab, eines Menschen der nur sich selber achtet, sich nicht an allgemeine Moral und Gesetze hält und v.a. andere Menschen mißachtet...so wie dich. Er hat Grenzen überschritten sich mit Ausübung körperlicher Gewalt strafbar gemacht. Er allein ist verantwortlich für seine Handlungsweisen. Rede dir da ja keine Schuldgefühle ein!
Er hat mit deiner Sehnsucht nach Liebe gespielt und dich ausgenutzt..verachtenswert..du solltest keinen einzigen Gedanken mehr an ihn verschwenden..es sei denn in Richtung Abgrenzung = nachträglicher Anzeige oder Klage auf Schmerzensgeld zu den Gewaltdelikten.

Diese Demütigungen hinterlassen Spuren auf der Seele haben dein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein angeknackst...ist aber wieder zu kitten! Gute Hilfsmittel sind Verhaltenstherapie, also unter fachkundiger Anleitung Selbstanalyse machen, die Gewalttraumata gut verarbeiten...unterläßt man diesen Schritt und wählt Verdrängen ist das oft so, als ob seelische Wunden oberflächlich verheilen, aber darunter stark eitern...mal bildlich ausgesprochen um zu zeigen, dass der Effekt von Verdrängen also fehlender Auseinandersetzung oft extrem schädlich sein kann....
Weiteres gutes Hilfsmittel: Kampfsport...da lernt man sich abzugrenzen..du lernst deine Grenzen zu verteidigen...lernst stark zu sein und deinen Körper zu achten und effektiv zu verteidigen...muss nicht mit Handkantenschlag sein...es geht ja eher um die Psychologie...dass man lernt sich von seiner inneren Einstellung her zu verteidigen...Selbstschutz ist immer noch der best funktionierendste und v.a. schnellste Schutz. Das was man psychologisch von Selbstverteidigungskursen mitbekommt ist auch allgemein im Alltag sehr von Nutzen...denn man kommt vom Opferhabitus (Habitus: körperliche Haltung, Gestik, Mimik, Sprache, die die innere Haltung wiederspiegelt) runterkommt und lern nach außen hin stark zu wirken...ein extrem guter Selbstschutz..wirkt so gut wie immer...

Also: zur Verarbeitung diese beiden Hilfsmittel anwenden...ich denke damit kommst du sehr gut weiter. Dein Weg hier ins Forum war ein sehr guter erster Schritt um zu lernen darüber zu reden, dir Seelenballast loszureden....aber auch ein Forum hat seine Grenzen und ersetzt keine Therapie oder Kampfsport, also reale Maßnahmen zur Verarbeitung. Und Verarbeitung ist schon sehr wichtig, denn du bist gewalttraumatisiert.. unbewältigte Traumata können deine Psyche nachhaltig schädigen, zu Verhaltensstörungen oder psychischen Erkrankungen (Autoaggression, Depressionen, Angspsychosen etc.) führen..diese Gefahren sollte man auf keinen Fall unterschätzen...und das wichtigste für dich ist ja: loskommen davon...so gut wie möglich damit leben können...damit du dich aus der Macht des Traumas = Macht des Täters befreist und wieder zu einem glücklicheren und unbelasteteren Leben zurückfindest... Das solltest du dir wert sein, oder?

LG
Tyra
 
Sprich ruhig drüber,wir werden versuchen es zu verstehen,ich denke,ich weiss schon in welche Richtung du meinst..

Lise
 
Hi,

du hast ja nun mit dieser Tradition darüber zu schweigen gebrochen...und das ist gut so...das solltest du auch mit einem Therapeuten besprechen.

Ich denke in Hinsicht auf emotionale Reaktion nur auf den sexuellen Aspekt...und nicht auf die Schläge kann sich das durchaus noch ändern...irgenwie kann man die Dinge ja nicht so trennen... Im Laufe einer Therapie ändern sich die Emotionen oft...das Schlagen ist ja Macht mit Gewalt und das kann sobald dir du dir drüber im Klaren bist dann in eine heilsame Wutreaktion münden...
Es geht in der Ablösung ja gerade darum, dass du lernst nix mehr einfach wegzustecken, sondern abzuwehren....

Du sagst, du steckst die Prügel weg..Zeichen für geringes Selbstwertgefühl...innerlich hat dein Selbstwert das nicht weggesteckt und ist klein geworden, sodass du auch diesen Gedanken der Prostitution in dir hast...denn dieser Gedanke ist ja ggf. in Verbindung mit der unterwerfenden Gewalt entstanden....Prostitution ist ja nix anderes als Unterwürfigkeit, Mißachtung des eigenen Körpers...man macht sich zum Gegenstand...löscht die Person aus..denn man ist ja wenn man selber den Sex nicht will irgendwo nur das Triebbefriedigungsobjekt eines anderen...so in etwa....

Es ist oft schwer sich auszudrücken, aber man sollte sich immer wieder drum bemühen sich verständlich zu machen, es lohnt sich letztlich...Austausch ist sehr wichtig...um ein klareres Bild von sich und der Realität zu erhalten.

Du solltest. v.a. vermeiden, was Frauen gerne tun: Selbstkasteiung, die ERbsünde auf dich ziehen...seit Christentum und Eva-Bild ja Frauensport der "braven Mädchen" ich persönlich bin da eher für Abgrenzung...diesen Schuh sollte man sich net anziehen.

Ich finde diesen Gedanken dass du dich als Prostituierte fühlst interessant, du solltest das auf jeden Fall in einer Thera mal aufarbeiten....und immer daran denken: Gefühle sind wankelmütig, wandelbar...sie geben keineswegs die Realität wieder sondern sind nur verschwommenes Abbild einer selbst gedachten Realität!
Ich kann diesen Gedanken ganz gut nachvollziehen....und denke auch ein Therpeut wird das können.

In Hinsicht auf den sexuellen Aspekt gebe ich hier mal als Verhaltensbiologin einen Querverweis auf Bonobos...das sind Zwergschimpansen, die zur Friedensstiftung Sex machen...aggressive Bonobos werden durch Sex ein wenig runtergekocht...eine Demutsgeste rangniedriger Tiere...ich gehe locker so weit das auch auf die menschliche Ebene zu übertragen. Ich denke bei dir spielen Minderwertigkeitsgefühle ne Rolle, du fühlst dich rangniedrig und bietest dich zum Sex an um das bedrohliche Alphamännchen händelbar zu machen...dir ggü gewogener zu stimmen...anstatt Hiebe -> Liebe etc. Prostitution würde ich das nicht nennen...eher Unterwerfung..aber dein Gefühl der Prostitution ist schon durch diesen Minderwertigkeitskomplex schon irgendwie nachvollziehbar..Dieses Verhalten ist aber absolut nicht verwerflich, hat rein lebenspraktischen Nutzen...ich würde darüber auf keinen Fall moralisch urteilen oder das abwerten!
Wie auch immer: ich würde mich da nicht festbeißen....denn du machst dich imgrunde dadurch nur wieder rangnniedrig, indem du dich als Prostituierte abwertest....Prostitution...echte Prostitution ist noch mal was ganz anderes...generell kann man jedoch sagen, dass sie von Frauen mit geringem Selbstwertgefühl ausgeübt wird...(bis auf einige Dominas, die ich aus einer Untersuchung der Frauenforschung kenne..die Manager verprügeln 😉) . Und ich denke die meisten Frauen machen auch oft Sex mit ihren Partnern auch wenn sie selber mal keinen Bock drauf haben ...Gefallenssex nennt man sowas....lt. soziologischer Untersuchungen machen das die meisten Frauen mal...(außer ich wahscheinlich..bin zu aggressiv und dominant und beiße das brünftige Männchen weg, wenn ich nicht mag 😉)und sie sind dann noch lang keine Prostituierten...ist aber wohl ne Sache des Maßes und auch wie man zum Partner steht..

Setz dich ruhig mal mit diesen Gefühlen aktiv auseinander, gehört alles zu ner Verarbeitung dazu, aber am besten wie gesagt zusätzlich in einer Therapie...es ist immer ganz gut offen und tabulos über alle möglichen Aspekte zu reden...sich da durchzuformulieren...Hier kannst du ja ein wenig üben....Ich denke das packst du schon!

Gruß
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich probiere mal auf die Aspekte von dem Mail etwas einzugehen.
Also ich hatte damals vor Jahren schon mal eine Therapie angefangen und die Therapeutin konnte auch nicht verstehen, dass ich anscheinend keine Wut entwickeln konnte. Sie meinte ich rede oft so als würd ich gar nicht von mir selbst reden. Sie wollte auch immer dass ich mich in einzelne Situationen reinbeame um somit Emotionen zu erzeugen, es funktionierte nicht.

Die Bezeichnung Triebbefriedungsobjekt ist eigentlich recht treffend. Das trifft meine Rolle (so wie ich es sehe) in der Beziehung damals ganz gut. Ich bin mir schon oft wie ein Gebrauchsgegenstand vorgekommen und reduziert. Das heisst ich hatte schon das Gefühl, dass ich nur für das gut bin. Aber das ist eine Erfahrung die ich schon vor dieser Beziehung als auch dann danach wieder gemacht habe. Es war mir generell nicht bzw. äußerst schwer Männerfreundschaften zu finden. Es war immer so dass ich Freundschaft gesucht habe, die Männer so getan hatten als würden sie daran interessiert sein, was ich rede, aber es hat sich dann früher oder später rausgestellt was sie wirklich wollten. Diese Erfahrungen waren auch der Grund warum ich dann so zugenommen und war bis jetzt nicht wirklich bereit abzunehmen, weil ich wohl unbewusst denke dass ich dann wieder darauf reduziert werde....

Ihr solltet euch nicht an den Begriff Prostituierte aufhängen. Mir ist zb klar, dass sich eine Prostituierte schon allein schon dadurch unterscheidet, dass sie Geld dafür nimmt...obwohl wenn ich drüber nachdenke irgendwer hat mir sogar mal Geld für irgendwas hingelegt...kann mich nicht mehr erinnern, ob es in der Beziehung war oder nicht...das ist so mein Problem mit den Blackouts von denen ich wohl viele habe. Es kommen immer nur solche Erinnerungsfetzen gleichzeitig mit einem körperlichen Stich und Unwohlsein, ANgst, alles mögliche halt , obwohl ich nicht mehr die ganze Geschichte dazu habe. Keine Ahnung warum das so ist :-(

Also mit einem Vergleich mit der Tierwelt tu ich mir schon etwas schwer muss ich gestehen 🙂
Aber es stimmt, dass ich quasi Sex "geboten" habe, um entweder einen Streit zu schlichten, den Ex-Freund positiver zu stimmen usw.
Den sogenannten Gefallenssex habe ich somit eigentlich immer gehabt, ausser vielleicht im ersten Jahr noch nicht so...aber ansonsten habe ich so weit ich mich erinnern kann nicht mehr so die wirklich Befriedigung daraus bekommen. Es war einfach eine Pflichtübung die absolviert werden musste.

Wie ich schon vorher erwähnte habe ich schon allein deswegen ein Problem, abgesehen von meinem Schamgefühl, das zu transportieren, weil ich einfach so viele Blackouts habe, ich habe Fetzen von gewissen Ereignissen aber nicht das ganze rundherum...vielleicht kommen die ja nach und nach....
An die eine Situation, die ich zb in meinem ersten Mail geschildert habe, kann ich mich aber ganz gut erinnern. Ich habe bei meinen damaligen Freund übernachtet. Bin mir jetzt nicht mehr sicher ob wir vorher wieder einen Streit hatten oder nicht. Zumindest habe ich so getan als würde ich schon schlafen. Er dachte auch dass ich schlafen würde. Er zog dann meinen Slip aus, traf seine "Vorbereitungen", drang in mich ein und hatte halt seinen Spass oder Befriedigung wie man das auch immer nennen mag...ich habe innerlich total geheult, habe weiterhin so getan als würde ich schlafen, als er fertig war zog er mich wieder an und das wars....das war eine Situation die mir als "unangenehm" in Erinnrung ist. Einfach das Gefühl, dass er es einfach mit mir gemacht hat ohne mich zu fragen und es war ihm auch wurscht ob ich was mitkrieg, oder dass es mir auch gefällt usw....phew...das ist mir jetzt gar nicht so leicht gefallen das zu schreiben.

Ein anderes Thema war z.B. die orale Befriedigung, damit konnte ich mich nicht so wirklich anfreunden, aber da bin ich auf etwas wenig Verständnis gestossen. Das war ihm schon wichtig, dass dies gemacht wird und hat mich in diese Richtung gelenkt und gesteuert. Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine. So das war mal für den ersten Step genug offenbart, oder? 🙂

Hoffe ihr versteht meine Situation etwas...

LG


Tyra meinte:
Hi,

du hast ja nun mit dieser Tradition darüber zu schweigen gebrochen...und das ist gut so...das solltest du auch mit einem Therapeuten besprechen.

Ich denke in Hinsicht auf emotionale Reaktion nur auf den sexuellen Aspekt...und nicht auf die Schläge kann sich das durchaus noch ändern...irgenwie kann man die Dinge ja nicht so trennen... Im Laufe einer Therapie ändern sich die Emotionen oft...das Schlagen ist ja Macht mit Gewalt und das kann sobald dir du dir drüber im Klaren bist dann in eine heilsame Wutreaktion münden...
Es geht in der Ablösung ja gerade darum, dass du lernst nix mehr einfach wegzustecken, sondern abzuwehren....

Du sagst, du steckst die Prügel weg..Zeichen für geringes Selbstwertgefühl...innerlich hat dein Selbstwert das nicht weggesteckt und ist klein geworden, sodass du auch diesen Gedanken der Prostitution in dir hast...denn dieser Gedanke ist ja ggf. in Verbindung mit der unterwerfenden Gewalt entstanden....Prostitution ist ja nix anderes als Unterwürfigkeit, Mißachtung des eigenen Körpers...man macht sich zum Gegenstand...löscht die Person aus..denn man ist ja wenn man selber den Sex nicht will irgendwo nur das Triebbefriedigungsobjekt eines anderen...so in etwa....

Es ist oft schwer sich auszudrücken, aber man sollte sich immer wieder drum bemühen sich verständlich zu machen, es lohnt sich letztlich...Austausch ist sehr wichtig...um ein klareres Bild von sich und der Realität zu erhalten.

Du solltest. v.a. vermeiden, was Frauen gerne tun: Selbstkasteiung, die ERbsünde auf dich ziehen...seit Christentum und Eva-Bild ja Frauensport der "braven Mädchen" ich persönlich bin da eher für Abgrenzung...diesen Schuh sollte man sich net anziehen.

Ich finde diesen Gedanken dass du dich als Prostituierte fühlst interessant, du solltest das auf jeden Fall in einer Thera mal aufarbeiten....und immer daran denken: Gefühle sind wankelmütig, wandelbar...sie geben keineswegs die Realität wieder sondern sind nur verschwommenes Abbild einer selbst gedachten Realität!
Ich kann diesen Gedanken ganz gut nachvollziehen....und denke auch ein Therpeut wird das können.

In Hinsicht auf den sexuellen Aspekt gebe ich hier mal als Verhaltensbiologin einen Querverweis auf Bonobos...das sind Zwergschimpansen, die zur Friedensstiftung Sex machen...aggressive Bonobos werden durch Sex ein wenig runtergekocht...eine Demutsgeste rangniedriger Tiere...ich gehe locker so weit das auch auf die menschliche Ebene zu übertragen. Ich denke bei dir spielen Minderwertigkeitsgefühle ne Rolle, du fühlst dich rangniedrig und bietest dich zum Sex an um das bedrohliche Alphamännchen händelbar zu machen...dir ggü gewogener zu stimmen...anstatt Hiebe -> Liebe etc. Prostitution würde ich das nicht nennen...eher Unterwerfung..aber dein Gefühl der Prostitution ist schon durch diesen Minderwertigkeitskomplex schon irgendwie nachvollziehbar..Dieses Verhalten ist aber absolut nicht verwerflich, hat rein lebenspraktischen Nutzen...ich würde darüber auf keinen Fall moralisch urteilen oder das abwerten!
Wie auch immer: ich würde mich da nicht festbeißen....denn du machst dich imgrunde dadurch nur wieder rangnniedrig, indem du dich als Prostituierte abwertest....Prostitution...echte Prostitution ist noch mal was ganz anderes...generell kann man jedoch sagen, dass sie von Frauen mit geringem Selbstwertgefühl ausgeübt wird...(bis auf einige Dominas, die ich aus einer Untersuchung der Frauenforschung kenne..die Manager verprügeln 😉) . Und ich denke die meisten Frauen machen auch oft Sex mit ihren Partnern auch wenn sie selber mal keinen Bock drauf haben ...Gefallenssex nennt man sowas....lt. soziologischer Untersuchungen machen das die meisten Frauen mal...(außer ich wahscheinlich..bin zu aggressiv und dominant und beiße das brünftige Männchen weg, wenn ich nicht mag 😉)und sie sind dann noch lang keine Prostituierten...ist aber wohl ne Sache des Maßes und auch wie man zum Partner steht..

Setz dich ruhig mal mit diesen Gefühlen aktiv auseinander, gehört alles zu ner Verarbeitung dazu, aber am besten wie gesagt zusätzlich in einer Therapie...es ist immer ganz gut offen und tabulos über alle möglichen Aspekte zu reden...sich da durchzuformulieren...Hier kannst du ja ein wenig üben....Ich denke das packst du schon!

Gruß
Tyra
 
Warum bekomme ich immer das Gefühl, wenn ich anfange mich zu öffnen, dass das irgendwie eine abschreckende Wirkung hat, wenn keiner mehr antwortet *seufz*

Aber ich danke euch trotzdem für eure Unterstützung.

Liebe Grüße
eure traurige ahnungslose :-(
 

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