Naja Zeba,
aber wenn doch oft nicht mal geschultes Personal (Psychologen, Richter, Staatsanwälte, etc...) in der Lage sind, einen solchen Menschen zu entlarven, warum sollte es einer Person, die im Grunde aus Liebe oder Wertschätzung sein Gegenüber erstmal nicht grundsätzlich in Frage stellt, das können?
Das einzige, worin ich hier mitgehe, ist die Sache mit der Selbstsicherheit. Wer in sich selbst gut verankert ist, wird den Braten ggf. schneller riechen. Und wer nicht schon völlig durch die Manipulationen in der eigenen Wahrnehmung verunsichert ist, wird dann auch die Reißleine ziehen und gehen, statt an sich selbst zu zweifeln. Aber du, wie viele Menschen gibt es, die nicht so fest in ihren Schuhen stehen, die Halt suchen und leider in solchen Lügnern dann auch zunächst finden? Du hast es schon ganz richtig gesagt: Nicht der Fisch am Haken ist der Böse in diesem Spiel, sondern der Fischer. Die Verantwortung für angerichteten Schaden tragt er und nicht der Fisch, der ahnungslos in die Falle tappt.
Naja, eben darauf kommt es an.. Also sich selbst zu fragen, wie kann das kommen, dass ich aufgrund eines grundlegenden Bedürfnisses in die Fängen dieses "Lügners" zu kommen.
Und das hat nichts mit Schuld zu tun.
Man kann jetzt sagen, der Fischer ist Schuld. Leider ist der in vielen eben auch absolut nicht gesund, seine Störung beinhaltet, dass er seine destruktiven Verhaltensweisen als überhaupt nicht destruktiv sieht.
Ein ausgewachsener Narzisst glaubt ja immer, dass er im.Recht ist.
Das ist tragisch für den Partner oder die Partnerin. Aber wie wir wissen, können wir andere Menschen nicht ändern.
Man kann nur lernen, herauszufinden, welchen Anteil man selbst hat, auf so jemanden hereinzufallen und dann noch lange bei ihm zu bleiben.
Und das hat nix mit Schuld zu tun.
Abgesehen davon geht es ja hier noch um die Diagnose Borderline. Auch diesen Menschen werden hier doch viele unaushaltbare Verhaltensweisen unterstellt. Das kann ich auch verstehen.
Aber auch da muss man sich fragen, warum Menschen sich oft diese Menschen als Partner aussuchen.
Wenn ich mal von mir rede.
Als ein Mensch mit psychischer Störung. Vor vielen Jahrzehnten, als ich jung war, begann langsam eine Beziehung zu einem Mann, der meiner Meinung nach narzisstische Züge hatte.
Der brauchte es immer bei seinen Partnerinnen, dass diese eben psychische Probleme hatten. Dann war er teilweise gerne als väterliche Therapeut zuständig, ich unterstelle mal, dadurch konnte er sich selbst aufwerten.
Gleichzeitig hatte er auch drauf, seine Partnerinnen in vielen Dingen klein zu halten, das ganz subtil.
Bewusst hat er das sicherlich nicht gemacht. Er war meiner Meinung nach auch kein ausgewachsener Narzisst, ich keine ausgewachsene Borderlinerin.
Wir hatten uns irgendwie gesucht und gefunden. Wir waren lange zusammen. Aber die Beziehung war nie gesund. Oft sehr problematisch.
Nach der Trennung war er mit einer Frau zusammen, die noch viel jünger war als ich. Auch mit massiven psychischen Problemen.
Wer von uns beiden war denn jetzt Schuld?
Es geht doch nicht um Schuld.
Es geht darum, aufzuarbeiten, warum man dazu neigt, solch ungesunde Beziehungen einzugehen.