Ich hatte jahrelang Zebrafinken. Vögel haben mich immer fasziniert, und Zebrafinken sind auch mit geringem Aufwand leicht zu halten, sie sind schön bunt und immer munter, ein paar Bekannte hatten Volieren mit Zebrafinken, also ergab sich das fast von selber... Zebrafinken sind Schwarmvögel, einer allein ist nix, aber je mehr desto lieber, und auch wenn sie nie handzahm wurden, so haben sie doch Leben in die Bude gebracht, weil mit ihnen immer irgendwas los war, besonders wenn sie Junge hatten (sie sind extrem vermehrungsfreudig) - im "Ästlingsalter", wenn sie aus dem Nest schon heraus sind, aber noch nicht selbständig, sind sie auch am lautesten - wenn man dann einen ganzen "Kindergarten" in der Voliere hat, der die Eltern anbettelt zwecks Fütterung, dann klingt das wie ein ganzer Schwarm Wanderheuschrecken, sie schreien als ob sie lebendig am Spieß stäken - aber ich hab dann immer die Jungen abgegeben, weil es sonst zu viele wurden, die Alten wurden älter, irgendwann war nix mehr mit Nachwuchs, und als dann nur noch ein allerletzter Methusalem übrig war, hab ich den ans Tierheim abgegeben (sonst wollte ihn niemand haben, und wie gesagt, einer allein ist nix, im Tierheim gab es noch ein paar Artgenossen, da war er wieder glücklich). Vögel sind lustig, machen aber trotzdem Arbeit, und schustern mit ihrem unaufhörlichem Geflatter den Dreck bis in die unmöglichsten Winkel... jetzt hab ich nur noch "wilde" Haustiere, eine Familie Silberfischchen, die in irgendwelchen Ritzen hinter der Badewanne im Badezimmer haust (ich könnte sie mit Giftköder ausrotten, aber die Viecher gucken immer so verdutzt, wenn man sie des Nachts bei der Futtersuche überrascht, da tun sie mir einfach leid und bleiben unvergiftet), und ein paar Zitterspinnen, deren Vorfahren sich vor Jahren mal in demselben Badezimmer einquartiert haben und die sich im Sommer von hereinverirrten Fliegen, im Winter von den Silberfischchen und den eigenen Artgenossen ernähren. Bei Lust und Laune mach ich Großwildjagd und quartiere sie aus, den Amseln der Umgebung zur Freude, aber irgendwie erwische ich nie alle, und es muß auch nicht sein, schließlich hab ich keine Angst vor Krabbeltieren, und Schäden richten sie auch nicht an. Ich hab wohl gutes Wohnklima, in chemieverseuchten Wohnungen halten sich keine Spinnen... und anderes Getier werde ich mir auch nicht mehr aufhalsen. Macht halt Arbeit, kostet Zeit und Geld, und das alles investiere ich lieber in andere Sachen. Dazu fällt mir ein, da ich gern Geschichten schreibe, sind jetzt wohl meine Romanfiguren sowas wie meine "virtuellen" Haustiere. Hat den Vorteil, daß sie nicht täglich gefüttert und ausgemistet werden wollen, einmal wöchentlich oder so ein bißchen Beschäftigung damit langt völlig...😀