Das tückische am Hass ist, dass er eine Mischung aus Wut, Angst und Trauer ist und für diese Gefühle kann es völlig verschiedene Ursachen geben. Wer nicht bereit oder nicht in der Lage ist, diese drei Gefühle zu trennen, wird sich mit einer Aufarbeitung schwer tun, zumal sie sich manchmal gegenseitig verstärken.
Wie schon geschrieben wurde, kann man nur hassen, was einem nicht egal ist. Wenn Du Frauen hasst, wurdest Du wahrscheinlich enttäuscht und verletzt und das befeuert als Schutz Deine Wut, um Dich abzugrenzen und in Sicherheit zu bringen. Aber gleichzeitig hast Du vielleicht Angst, dass nicht nur die Frauen Schuld sein könnten, sondern dass Du nicht liebenswert genug bist und Deine Chancen auf eine Partnerschaft kleiner sind, als Du es Dir erhoffst. Und dann ist da noch die Trauer, dass Du eine Freundin verloren hast, auf die Du große Stücke gegeben hast. Packt man das alles in einen "Topf", kommt die Trauer zu kurz. Sie könnte Dein Herz öffnen um wieder klarer zu sehen. Deine Wut will alle beschützen, aber Deine Angst und Deine Trauer verstecken sich vor ihr. Und so hältst Du Dich selbst in einem Gefühlszustand, der Dich nur blockiert.
@Mirdochegal: Ja, Dir kann alles egal sein und dazu verleitet einen die Wut recht schnell, denn sie lässt einen eine Überlegenheit fühlen, die garnicht real sein muss. Aber man fühlt sich besser und das ist der Sinn. Real ist aber auch, dass einen die Wut dumm macht. Das Blickfeld wird eingeschränkt, man ist fokussierter und kann nicht mehr klar denken und Alternativen erkennen. Und so trifft man oft Notfallentscheidungen, die wiederum Notfälle heraufbeschwören und man wundert sich, warum einem scheinbar nur Notfälle passieren. Eben deswegen.
Wenn Du Deine Wut zum Dauerzustand machst, fühlt sich das im ersten Moment vielleicht besser an, aber Deine Entscheidungen sind durch sie oft wenig feinfühlig, rücksichtslos, unüberlegt, kurzsichtig und damit dumm, denn sie signalisieren anderen wie unsicher, aufgescheucht und situationsabhängig Du bist und damit wenig vertrauenswürdig, denn man/frau weiß ja nie, was Du als nächsten Notfall aufrufst.
Es wäre also in Deinem ureigentlichen Interesse, diesen Hass aufzuarbeiten, um damit wieder bessere Entscheidungen zu treffen, die Dir dann vielleicht irgendwann erlauben zu sehen, wie Frauen wirklich sind. Denn das wollen wir wohl alle: mit liebenden Augen wirklich gesehen werden. Vor Wut verengte Augenschlitze schaffen das nicht.