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Hallo ihr alle, bin auch neu hier...

FreeEagle24

Mitglied
Hallo,

bin Männlich, 24 Jahre, komme aus dem PLZ-Raum 57xxx und bin eigentlich her gekommen, weil mir im Moment alles über den Kopf wächst.
Allerdings hab ich mich dann hier mal bisschen durch die Foren gelesen und gemerkt, daß es vielen hier viel viel schlimmer geht.

Also bin für jede oder jeden, der Hilfe braucht jeder Zeit da.
Bin ein guter Zuhörer und für jeden zugänglich.

Schön, dass es so ein Forum gibt.

Gruß FreeEagle
 
Hallöchen,

herzlich Willkommen hier. Schön, dass du deine Hilfe anbietest, aber wenn dir alles momentan über den Kopf wächst, kannst du uns gerne davon erzählen. Vielleicht können wir dir auch ein bisschen Unterstützung geben.

Also, nur Mut, wir können gut zuhören bzw. lesen.
 
Hallo Micky II,

naja, schaden kann es ja nicht wenn ich erzähle was mir zu schaffen macht.

Also hab vor 5 Monaten mit einem meiner besten Freunde eine Motorrad Tour gemacht, wobei er vor meinen Augen gestürzt ist und von einem Auto überfahren wurde, hab noch versucht ihn wieder zu beleben, aber war zu spät, hatte sich das Gnick gebrochen.

Naja, war echt schrecklich, aber hab es verkraftet.

Aber war noch nicht alles. 2 Monate später wird mein Opa operiert und hat dabei ein paar Schlagafälle erlitten.
War vorher eigentlich gesund, aber ist halt dann wärend der op ins Koma gefallen und 1 Woche später gestorben.
War auch schrechlich, aber hab es auch verkraftet.

Aber nun ist vor 4 Wochen der Bruder meines besten Freundes mit dem Auto in frei laufende Pferde gefahren und hat sich dabei 2 Halswirbel gebrochen. Liegt nun im Krankenhaus und ist Querschnittsgelähmt. Wird nie wieder laufen können und nur noch bedingt die arme bewegen können.
Und irgendwie überfordert mich das alles.
Bin dann noch am arbeiten und mache nebenher noch 3 mal die Woche Abendschule.
Also echt stressig und übel im Moment. :-(
Allerdings weiß ich auch nicht wie ich die Situation im Moment verbessern kann...
Irgendwie wird mir das alles zuviel und dabei verläßt sich mein Kumpel jetzt auf mich und braucht auch im Moment meine Unterstützung, die ich ihm auch wann immer ich Zeit habe gebe, aber bin selbst fast am Ende...
Was kann ich tun?
 
Hi FreeEagle,

da ist ja eine Menge passiert in der letzten Zeit. Kann mir sehr gut vorstellen, dass dies irgendwann über deine Kräfte geht. Vor allem, wenn da dein Freund ist, der immer wieder deinen Zuspruch und deine Hilfe sucht, obwohl du ja einiges für dich selbst zu schaffen hast.

Was soll ich dir raten, damit sich deine Situation etwas verbessert? Ist nicht einfach und vor allem nicht einfach durchzuziehen. Denn manchmal muss man auch mal "Nein" sagen, bis hierhin und nicht weiter. So was nennt sich "gesunder Egoismus". Vielleicht brauchst du einfach mal eine Zeit für dich, z.B. am Wochenende. Mache einfach mal Dinge, die nichts mit deiner Arbeit, deiner Schule, deinen Freunden etc. zu tun hat. Schalte mal ab. Das heißt allerdings auch, dass du deinem Freund mal absagen musst, mal nicht für ihn da bist. Das ist der schwierigere Teil, denn man will den Freund ja nicht verletzen. Aber, wenn er ein wahrer Freund ist, wird er dich verstehen. Erkläre ihm, wie ausgebrannt du dich momentan fühlst, dass du auch mal Zeit für dich haben musst. Das wird dich sicherlich für die weiteren Dinge die anstehen stärken.

Ich hoffe, du findest die Kraft, diese Auszeit zu nehmen. Danach wird es dir bestimmt wieder besser gehen. Bleibe aber dabei, Abstand zu nehmen, wenn du diesen brauchst. Es hilft, habe es selbst lernen müssen und bin froh, dass ich es heute kann. Seitdem geht es mir um einiges besser und ich komme mit meinen Problemen viel besser klar.
 
Danke Micky,

also muss sagen dass ich schon am We Zeit für mich habe, da der Freund von mir eine Wochenende Beziehung führt ist er jedes We weg.

Allerdings ist das auch nicht so das gelbe vom Ei. Entweder ich bin für ihn da (was ich auch immer sein werde) , oder ich bin alleine, da mich meine Freundin vor kurzem ohne eine Begründung verlassen hat.

Ich weiß auch nicht wie ich mich anders beschäftigen soll...

Klar gehe ich am We oder so, auch mit anderen Freunden weg und bin eigentlich auch auf jeder Feier anzutreffen, aber bin trotzdem sehr einsam und fühle mich nicht mehr wohl.

Wie kann es denn sein, dass man innerhalb von 5 Monaten sein ganzen Lebensmut verliert und nur noch vor einem Trümmerhaufen steht ?
Begreife es nicht.
Da sich in naher und auch in ferner Zukunft nichts an dieser Problematik ändern wird bin ich echt sehr ratlos.

Ich weiß nicht wie ich meine Situation ändern kann.
Ich glaube ich leide schon an Depressionen, hab Panikattacken und und jede Nacht unzählige Alpträume.

Weiß nicht weiter.

Liebe Grüße
(der ratlose, möchtegerne) Freie Vogel.
 
Hallo,

wenn ich das jetzt so lese, denke ich, dass du die ganzen Sachen noch gar nicht richtig verkraftet bzw. verarbeitet hast. Weder das mit deinem Freund, noch mit deinem Opa sowie die Trennung von deiner Freundin. Auch der Unfall des Bruders deines Freundes geht dir immer noch sehr nah.

Würde dir vorschlagen, mal mit deinem Hausarzt zu reden. Erzähle ihm von dem Geschehenen, von deinen Albträumen und Panikattacken. Denke mal, er wird dich zu einem Therapeuten schicken, welcher dir in deiner Situation helfen könnte. Sei jetzt nicht entsetzt bei dem Wort Therapeut, das sind keine Ungeheuer und man muss auch nicht verrückt sein, wenn man sie braucht. Aber ich bin ganz fest davon überzeugt, dass du professionelle Hilfe benötigst, um nicht ganz die Freude am Leben zu verlieren. Solche Schicksalsschläge hauen den stärksten Bären um.

Denk bitte mal drüber nach.
 
Hallo Micky,

also bei dem Begriff Therapeuten erschrecke ich mich nicht.
Weiß auch das ich eigentlich wohl hin müßte, aber ich hab einfach keine Zeit dafür.
Ich arbeite viel und mache nebenher noch Abendschule. In der Woche bleibt also im Moment weder Zeit zum Arzt zu gehen noch um Termine beim Therapeuten zu machen. Und im Moment kann ich es mir nicht erlauben krank zu feiern dafür.
Dass ich das irendwie nicht alles verkraftet habe weiß ich im Prinzip auch, aber hab es zum teil irgendwie verdrängt und bisschen auf Seite gepackt.
Hmm, weiß nicht wirklich wie ich das beschreiben soll.
Naja, muss mal sehen wie ich das machen kann. Vielleicht finde ich ja im neuen Jahr mal Zeit um in eine Therapie zu gehen.
Aber im Moment geht es nicht.
Aber danke dir für deine Hilfe.
 
Hi FreeEagle,

denke mal, diese Zeit solltest du dir schon nehmen. Normalerweise ist so eine Therapiestunde (50 min.) einmal die Woche. Also nicht ganz so viel. Zudem solltest du dich jetzt schon um einen Therapieplatz bemühen, da die Wartezeiten oft sehr lange sind.

Wie das kommt, dass man innerhalb von so kurzer Zeit den Lebensmut verlieren kann? Meistens ist es so, wenn etwas passiert und jeder deine Hilfe braucht, ist man völlig abgelenkt. Alles was geschieht wird verdrängt, also in den Hintergrund geschoben. Man fühlt sich stark und hilft, wo man nur helfen kann. Doch dann kommt der Tag, an dem die ganze Anspannung von einem abfällt. Man sitzt da, ist u.U. alleine und auf einmal stürzt das aufgebaute Kartenhaus ein. Du bist einfach nur noch erschöpft. Alles, was du vorher erfolgreich verdrängt hast, kommt hoch. Nun bist eigentlich du derjenige, der Hilfe braucht. Aber an wen sollst du dich wenden? An die, denen du in dieser Zeit hilfreich zur Seite gestanden hast? Ne, das würdest du nicht machen, da sie ja eigentlich selber Probleme haben. Also musst du alles alleine verarbeiten, nur du hast die Kraft vorher schon für die anderen verbraucht.
Deshalb finde ich, solltest du dich schnellstmöglich um einen Therapieplatz kümmern. Das kann dir nur hilfreich sein für dein Studium, deinen Job und natürlich damit für dein weiteres Leben.

Glaube mir, ich weiß das aus eigener Erfahrung. Habe auch alles verdrängt, nur um für die Anderen eine große Stütze zu sein. Neben meiner Vollzeittätigkeit die Eltern bzw. nun die Mutter gepflegt, alleinerziehende Mutter, für Freunde und Bekannte immer dagewesen, nach dem Tod meines Freundes nicht selbst getrauert sondern dessen Mutter getröstet und und und. Könnte soviel aufzählen. Bis ich eines Tages mit meinen Kräften am Ende war. Und, ich war alleine. Da war niemand, der mir hätte helfen können. In dieser Zeit, völlig am Boden zerstört, habe ich mich dann entschlossen eine Therapie anzufangen. Obwohl ich eigentlich gar keine Zeit dafur hatte. Aber ich musste beginnen endlich etwas für mich zu tun, damit ich nicht eines Tages gar nichts mehr machen könnte. Es hat geholfen und ich bin froh, dass es mir heute um Einiges besser geht und ich mit gewissen Dingen wesentlich gelassener umgehen kann.

Bitte, lass dir helfen, je eher desto besser für dich.
 
Ich kann Micky II nur recht geben, denn irgendwann kommt der totale Knock-out
Habe dies vor 3 Jahren erlebt, Zuvor immer nur Zeit für andere und deren Probleme, Bin dann auf Arbeit aus heiterem Himmel zusammengebrochen und am
nächsten Tag auf der Intensivstation wachgeworden. Totale physische und psychische Erschöpfung war die Diagnose. Organisch völlig gesund. Trotzdem
volles Versagen aller Lebensfunktionen. Habe dabei meine NTE gemacht. Und
viel gelernt, habe zwar keinen Therapeuten (immer noch Zeitmangel) aber ich
habe mir Rituale angewöhnt. Z.B. wenn ich nach meinem 12-14 Stunden Arbeitstag nach Hause komme, lege ich mich hin und höre ca. 15-20 Minuten
Musik. Das funktioniert wie so ´ne Art autogenes Training. Es gibt da viele
Dinge, die man für sich selbst mit sehr wenig Zeitaufwand tun kann, die aber
extrem hilfreich sind. Gruß Caro
 

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