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Häusliche Pflege

Korkenzieher

Neues Mitglied
Hallo. Ich habe ein Problem und bräuchte mal Meinungen von Außenstehenden. Ich bin verheiratet und Mutter von 4 Kindern zwischen 3 und 12. Wir wohnen Tür an Tür mit den Schwiegereltern. Meine Schwiegermutter ist vor 4 Jahren an Krebs erkrankt und hat zahlreiche OP's sowie Chemotherapie und Bestrahlung hinter sich. Leider ist jetzt der Punkt gekommen wo nur noch palliative Versorgung möglich ist. Nun zu meinem Problem. Meine 2 Schwägerinnen lassen sich eher wenig blicken, eine davon nur 3/4 mal im Jahr. Die andere wohnt zwar nur 15 min. Entfernt aber hat auch nur wenig" Zeit ". Bisher war ich immer automatisch für die Versorgung zuständig, alleine wegen dem Zusammenleben und praktischerweise auch noch Altenpflegerin ( arbeite 50%). Nun bekamen wir ( Schwägerinnen und ich ) letzte Woche eine Auseinandersetzung weil bei schwiegerm. Metastasen in Lunge und Leber festgestellt wurden. Sie sollte es aber scheinbar nicht erfahren und wurde nach Strich und Faden belogen. Die Schwägerinnen überreden sie ständig sie muss eine Chemo machen. Am besten schon morgen. Schwiegermutter ist zwar erst Ende 60, hatte aber vor 2 Wochen eine Lungenembolie, dann arbeitete eine Niere nicht mehr richtig und jetzt hängt sie ständig an Sauerstoff, hat Wasser in der Lunge und sieht sehr schlecht aus. Sie liegt fest im bett und isst nichts mehr.... Ich bin der Meinung dass in dem Zustand keine Chemo gemacht werden kann. Und dass sie ihr die Wahrheit über die Metastasen sagen sollen. Sie denkt sie hat nur ein rezidiv im kleinen Becken. Nun hat eine Schwägerin ein Gespräch gefordert bei dem Ausdrücklich nur Kinder und Schwiegervater teilnehmen sollen. Ich werde ausgeschlossen. Und das obwohl ich ein sehr gutes Verhältnis zur Schwiegermutter habe, und bisher auch viel für sie getan habe. Ich fühle mich sehr verletzt und würde mich am liebsten jetzt ganz zurück ziehen. Aber ich will auch die Schwiegermutter nicht im Stich lassen. Mein Mann ist auch stink sauer und sagt dass er ohne mich keine Entscheidung treffen wird. Ich weiß nicht was ich tun soll. Wenn meine Schwiegermutter in diesem Zustand nach Hause kommt, bin ich doch automatisch für sie da. Keiner fragt wie ich das alles geregelt bekomme mit 4 Kindern und Berufstätigkeit...was meint ihr??Ich würde die Pflege meiner Schwiegermutter zuliebe übernehmen, jedoch nicht, wenn ich so vor den Kopf gestoßen werde. Und dann würde ich gerne eine Art Vertrag mit dem Schwiegervater machen. Kann ja nicht sein das ich die "drecksarbeit" mache und beim Erbe dann die anderen die Hände aufhalten..
 
Wenn deine Schwiegermutter palliativ versorgt werden muss, kannst du diese Versorgung nicht alleine übernehmen.

Dein Mann soll darauf bestehen, dass du bei dem Gespräch dabei bist. Du kannst nicht davon ausgeschlossen werden, aber als Pflegerin eingeplant werden.
 
Sterbende über ihren Zustand zu belügen halte ich für falsch, denn auf diese Weise wird verhindert, daß rechtzeitig notwendige Verfügungen - über die Pflege, über Lebensverlängerung, übers Erbe und vieles mehr - getroffen werden, und zwar vom Betroffenen selber, solange er noch ausreichend klar im Kopf dazu ist.

Die Schwiegermutter über die Metastasen und die geringen Überlebenschancen aufzuklären, ist aber nicht Sache der Familie, es ist nicht ihr Recht darüber zu entscheiden, sondern des behandelnden Arztes, das ist allein eine Sache zwischen ihm und seiner Patientin. Sprich bitte mit ihm!

Und alles was die Pflege betrifft, darf auch nicht über den Kopf der Schwiegermutter hinweg entschieden werden, sondern nur in gemeinsamer Absprache mit allen Beteiligten. Allen, einschließlich der zu pflegenden Person.
Auch wenn es dabei Streit am Krankenbett geben sollte - lieber da mit klarer Aussprache als hintenrum und heimlich, mit zu erwartenden Nachteilen für Dich.

Begeh nicht den Fehler, aus übertriebenem Harmoniewunsch ständig über den Kopf der Kranken hinweg und vermutlich auch des Öfteren entgegen ihren Wünschen entscheiden zu wollen.
 

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