Hey du
Genauso wie du habe ich mit fünfzehn Jahren auch mal gedacht. Das hat dann ungefähr 6 Monate gedauert und viele Tagebuchseiten gefüllt.
Das ist inzwischen 7 Jahre her & zwischendrin hatte ich immer mal wieder Phasen, in denen ich mich ähnlich unmotiviert gefühlt habe.
Mittlerweile liebe ich das Leben über alles. Hattest du schon mal Todesangst? Ich schon. Vorgestern das sechste Mal.
Mit fünf Jahren bin ich von einem Auto angefahren worden, das erinnere ich beinahe noch so, als wäre es heute. Ich lag auf der Straße und konnte mich vor Schock nicht bewegen. Ich dachte, gleich kommt ein weiteres Auto und überfährt mich, weil ich nicht einschätzen konnte, dass die ja alle sofort mitbekommen hatten, dass da ein angefahrenes Kind auf der Straße liegt und somit anhalten würden.
Da musste ich mehrere Schutzengel gehabt haben, denn es ist alles gut gegangen. Na ja, ich hatte schon Knochenbrüche und musste ins Krankenhaus und ich habe bis heute panische Angst vorm Straßenüberqueren, aber genau daran merke ich doch: Ich WILL leben.
Ich wäre dreimal fast ertrunken.
Es war immer jemand da, der mich noch rechtzeitig aus dem Wasser gezogen hat. Ich hatte so eine Angst, zu sterben, so ein Bedürfnis, mit dem Kopf über dem Wasser zu bleiben, Luft zu atmen. Das Leben durfte noch nicht zu Ende sein. Ich wollte doch noch so viel kennen lernen, so viel erleben.
Ein anderes Mal hab ich bloß geträumt, dass mich jemand erwürgen will. Aber das hat sich so real für mich angefühlt, dass ich schweißgebadet mit einer Höllenangst aufgewacht bin. Wie glücklich ich war, dass das nur ein Traum war. Dass ich leben durfte.
Vorgestern war ich mit meiner Mutter in Polen als Beifahrerin. Wir sind nachts dort angekommen und es hat gestürmt, wie ich es noch nie erlebt hab, ein richtiges Unwetter. Wir sind auf einer total holprigen, kaputten Autobahn gefahren & man konnte nichts sehen.
Das Auto hatte keinen richtigen Halt, so dass wir immer wieder rübergerutscht sind, dazu gab es auf der gesamten "kaputt"-Strecke keine einzige Raststätte, nicht mal einen Parkplatz. Es gab auch sonst kaum Seitenstreifen zum Anhalten. Ich bin wahnsinnig geworden, ich dachte wirklich: Mist. Das wars. Verdammt. Ich will doch leben. Hab doch noch so viele Pläne und Wünsche.
Diese wunderschöne Welt kennen lernen.
Die große Liebe finden.
Eine glückliche Familie haben.
Meine ganzen anderen zahlreichen Träume verwirklichen.
Autorin werden.
Hungerleiden der Welt evtl. kleiner machen... und noch so viel mehr.
ICH WLL DOCH LEBEN!!!
Hätte fast einen Heulkrampf bekommen. Ich hab meine arme Mutter völlig verrückt gemacht -.-, dabei hatte sie natürlich selber Angst und die wenigen Anhaltemöglichkeiten hat sie auch genutzt.
Gezittert hab ich wie sonst was.
Als die Gefahr mehr oder weniger vorüber war, hab ich gesagt: "Das Leben ist echt schön. Was hab ich für ein Glück, dass ich es geschenkt bekommen hab."
Erinnerst du dich vielleicht an einen Moment, in dem es dir ähnlich ging? Hatte in letzter Zeit nämlich wieder eine ähnlich negative Stimmung. Hab geheult, dass ich mich hier und dort zu dick finde, wie albern!!! Seit vorgestern ess ich wieder normal. Denn das Wichtigste ist doch: Ich darf leben. Gesund leben. Dafür kann ich selber die Verantwortung tragen.
Falls du dich an eine ähnliche Situation erinnerst, weißt du das Leben vielleicht wieder besser zu schätzen.
Also: LIEBE DEIN LEBEN!!!!
Du hast es vielleicht nur einmal. Genieße es! Betrachte es als ein Geschenk.
Liebe Grüße
Carolyna