Fliegen sind nicht gleich Fliegen.
Stubenfliegen z. B. leben und überleben nur dank Kuhställen, ihre Larven fressen Kuhmist, verpuppen sich auch drin, und da sie eine importierte Art aus dem Süden sind die keine Winterruhe hält, müssen sie sich auch den Winter über immer weiter vermehren können, sonst sterben sie aus, in einem warmen Ort wie einem Kuhstall, denn unter 10 Grad plus läuft bei ihnen nichts mehr, sie sind Wärmeliebhaber und Sonnenanbeter.
Wenn irgendwo viele Tierkadaver herumliegen, hat man Schmeißfliegen, deren Larven (Maden) verwesendes Fleisch fressen, das sind die grünen, die großen blauschwarzen und die hübschen Grauen Schmeißfliegen (ganz nobel in Nadelstreifenanzug am Rücken, graukariert am Hintern und leuchtend rote Augen bei den Weibchen, außerdem sind sie lebendgebärend, ungewöhnlich für Fliegen, die Maden schlüpfen bereits im Mutterleib).
Die kleineren grauen Schmeißfliegenarten dagegen gehen meistens auf verfaulendes Gemüse.
Dann gibt es noch die winzigen Wurzelfliegen, die aus Blumentöpfen kommen, Frucht- und Obstfliegen (die von allem angelockt werden was nach Essig riecht, auch überreifes Obst riecht so),
die allgemein bekannten lustigen Schwebfliegen die überhaupt keine Abfälle mögen und als Erwachsene nur auf Nektar gehen, nur die Schlammfliege oder Mistbiene genannte Art, die einer Honigbiene ähnelt, legt ihre Eier in Jauchegruben, weil es da nämlich keine anderen Tiere gibt die ihren Larven gefährlich werden oder das Futter wegfressen könnten.
Und die sogenannte Abort- oder Schmetterlingsfliege, winzig und pelzig, die einer winzigen schwarzen Pelzmotte ähnelt, aber ihren Namen aus gutem Grund trägt, weil ihre Maden (sehen aus wie kleine schwarze Würmer) tatsächlich in Jauche- und Abortgruben leben und auch in nicht ganz sauber geputzten Klos auftauchen können.
- Um nur die wichtigsten zu nennen, die man am häufigsten sieht. Man merkt, die Tierchen sind spezialisierte Feinschmecker, was der einen Art schmeckt läßt die andere links liegen. -
Vor ein paar Tagen habe ich eine seltene Art gesehen: sah auf den ersten Blick aus wie eine kleingeratene Wespe mit rundem, gepanzertem, gelbem Hintern, aber der Kopf war der einer Fliege, mit vorgereckten pinselartigen Fühlern die Wespenfühler imitieren sollten, und einem kurzen Stummelrüssel statt der Beißzangen einer echten Wespe, und auch geputzt hat sie sich wie eine Fliege, mit Füßchenreiben, Wespen ziehen beim Putzen immer die Vorderfüße durchs Maul.
Ich wollte natürlich wissen was das für ein Vieh ist, aber wenn man wespenähnliche Fliege googelt, kriegt man natürlich nichts anderes als Schwebfliegen, und eine solche war es definitiv nicht, nicht mit dem Wespenhintern. Ein paar Tricks später habe ich sie doch noch gefunden: eine Große Wespendickkopffliege
https://www.naturspaziergang.de/Zweifluegler/Conopidae/Conops_versicularis.htm
zwar von Natur aus selten als parasitär lebende Art, aber auch nicht vom Aussterben bedroht.