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Habt ihr auch Pech bei der Ausbildungssuche gehabt?

Erstmal zu mir selbst: Ich werde bald 23, habe 2020 (Anfang der Coronazeit) mein Abitur abgeschlossen (Durchschnitt 2,5), und bin seitdem sehr sprunghaft bei allem, was ich tun könnte. Studium hab ich abgebrochen, weil es nichts für mich war. Teilzeit und Minijobs hab ich während der Ausbildungssuche hinter mich gebracht, und durch das Arbeitsamt war ich auch in einer Berufsvorbereitenden Bildung von März bis September 2023.
Habe ich eine Richtung, wo es für mich hingeht? Nö.
Weiß ich, was ich werden will? Nein.
Versuch ich mich bei allem zu bewerben, was interessant wirkt oder viel verdient? Ja.
Wurde ich schon mehrmals abgelehnt oder geghosted? JA.

Es ist schon schlimm genug für mich, dass ich nichts im kreativen Bereich jobben kann, da es schon viel zu viele Arbeiter und viel zu wenig Stellen gibt. Mich hätte sonst der IT Bereich sehr interessiert, jedoch wirken meine schlechten Mathe und Physiknoten sehr abschreckend (auch für die Firmen, welchen ich im Praktikum beweisen konnte, dass ich eigentlich gut in Mathe bin). Sonst hab ich mich auch beim Buchhandel, als Medienkauffrau und im Bürobereich beworben, aber alles ohne Erfolg.
Ich möchte einfach einen Beruf mit Zukunft, mit dem ich zumindest GENUG verdiene. Ich möchte am Liebsten in einem Loch verkriechen. Jeder Tag ohne Beruf wirkt hoffnugsloser als der davor, und ich frage mich langsam, ob ich wirklich so ungeeignet für eine Ausbildung bin.

Ich würde gerne wissen, ob es hier Menschen gibt, die ähnliche Erfahrungen wie ich hatten bzw. derzeit haben, und ob diese vielleicht wüssten, was ich tun könnte.
Ich habe Ende des Monats wieder ein Gespräch mit dem Arbeitsamt, und den Personen mittzuteilen, dass ich immernoch nichts habe beschämt mich...

Vielen Dank fürs Lesen ❤

bei uns in Bayern gibt es Fachlehrerausbildungen,
für
Werken, IT und Kunst/Sport

z.B. hier.
: https://www.fachlehrer.org/

evtl. gibt es das in anderen bundesländern auch?
 
Welches Studium hast du denn abgebrochen?
Mein Studium war User Experience. Es war recht viel zum Thema Design und etwas Psychologie kombiniert in einem. Ich mochte das Studium sehr, jedoch gab es sehr viel Misskommunikation und spontane Planänderungen von Seiten der Professoren, welche mich sehr stressten und eine langanhaltende depressive Phase in mir aufbrachten. Direkt am Anfang des Studiums (Oktober 2021) lag ich blöderweise auch 2 Monate mit Covid und Longcovidfolgen im Bett und war mit dem Aufholen nicht schnell genug. Letztendlich stellte ich auch fest, dass ich kaum bis gar nicht engagiert in meinem Studium war weil es mir an Motivation und mentaler Kraft fehlte.
Im Gymnasium hatte ich ein Profilfach namens "Gestaltungs- und Medientechnik", was sehr viel zum Thema Grafik- und Produktdesign, CAD und der weiteren war, daher dachte ich, dass ein UE Studium ein schöner Übergang wäre, Jetzt bereue ich die Entscheidung sehr, aber zumindest hab ich paar neue Dinge gelernt.
 
Ich mochte das Studium sehr, jedoch gab es sehr viel Misskommunikation und spontane Planänderungen von Seiten der Professoren, welche mich sehr stressten und eine langanhaltende depressive Phase in mir aufbrachten.
meine Hauptarbeitsstelle ist Professor an der Uni;
könntest du evtl. kurz erzählen, was das Problem war? Damit ich daraus lernen kann 🙂
 
meine Hauptarbeitsstelle ist Professor an der Uni;
könntest du evtl. kurz erzählen, was das Problem war? Damit ich daraus lernen kann 🙂
Das Problem war der Mangel an Kommunikation mit uns. Über Planänderungen, verschobene Zoomcalls oder Ausfällen wurde des Öfteren nur die Personen informiert, welche vor Ort waren. Unsere Webseite mit allen nötigen Dateien und Informationen wurde eigentlich recht gut genutzt, jedoch kamen Updates und der Upload vom nötigen Material recht schleppend und nur bei mehrmaliger Erinnerung voran. Der schlimmste Vorfall dazu war eine spontane Änderung zu was in der Prüfung benötigt wird, eine Woche vor der Prüfung. Der Vorfall hatte dafür gesorgt, dass sehr viele (sowie ich) das Studium geschmissen haben.
 
ich will deine/eure Gründe da nicht in Abrede stellen,
jedoch ist mir immer noch niht so ganz klar, warum das Studierende dazu bringt, abzubrechen.
Mir ist klar, dass da in den letzen >Jahren ein Wandel stattgefunden hat, "früher" ist mal als Dozent halt einfach nicht in die Veranstaltung, wenn man keine Zeit hatte, max. hat die Sekretärin noch einen Zettel an die Türe gehängt, heutzutage wollen die Studierenden (zu recht!!) informiert werden.
Jedoch die Zoom-Calls zu verschieben als Veranstalter bzw. Verantwortlicher des Ganzen...
da müssen die Studierenden halt einfach mit.
Wir richten unsere Präsenzveranstaltungen schon nach unserer Zeit aus, nicht nach der der Studierenden und klar gibt es da Überschneidungen,
aber dafür gibt es ja nächstes Semester wieder andere Zeiten.

Der upload:
gab es denn keine andere Quelle?
ich kenne das aus meiner Studienzeit, dass es da halt eine Liste gab von Texten/Quellen, die man benötigte, die hat man sich besorgt,
manchmal gab es noch Kopiervorlagen im Copy-Shop.

meine Studierenden möchten jetzt aber bitte pdfs von mir, was ich auch mache, einfach, weil sie selbst nicht mehr in der Lage wären, die Quellen zu suchen;
wenn der Dozent aber nicht hochlädt- kann man da nicht selbst suchen
Ich denke aber tatsächlich, dass es - so ganz allgmein - die Dozenten nicht einsehen, warum sie jede ihrer Entscheidungen den Studierenden mitteilen oder diese erklären sollen.

tut mir leid, wenn ich das jetzt sehr unreflektiert raushaue 😉

Als Dozent in der Erwachsenenbildung (Deutsch) hatte ich mal einen Unterrichtsgang beantragt, alle Schüler waren begeistert, die Schulleitung auch... wurde fröhlich genehmigt.

Aber:
hinterher gab es Beschwerden an die Schulleitung ( "im Namen der Klasse") und drei Schüler (erwachsene Männer) haben dann auch meinen Unterricht nicht mehr besucht, denn
- Ausflug zu lang
- keine Lust auf Ausflug, bringt fachlich nichts....

ich hatte ihnen vorher nicht (!) gesagt, dass der Unterrichtsgang Grundlage ihrer späteren Textproduktion werden sollte. Das Schlimme war:
die Schulleitung ist gleich gesprungen und ich bekam einen Anpfiff, warum ich Zeit verschwende, anstatt mich an den Lehrplan zu halten.
ich habe mich da schon gefragt, wieso ich als Ausbilder alles erklären muss .....
 
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Und wo hast du das BvB gemacht? Bist du zufrieden damit?

Die berufsvorbereitende Bildung wurde mit vom Arbeitsamt empfohlen und war etwas, was sie selbst anbieten. Du kriegst auch nichts dadurch, bis auf etwas Geld monatlich für Essen.
Es ging in keine richtige Richtung. Um 8Uhr kam man dort an, folgte dem Lehrplan, sendet Bewerbungen, und um 16Uhr war man fertig. Weil es für Menschen mit Haupt- und Realschulabschluss gedacht war, gab es sehr einfachen Deutsch- und Matheunterricht. Das Gute darin waren zum Beispiel die Unterrichtsstunden zum Thema Wirtschaft, Arbeitsleben und Bürokratie, welche jedoch recht selten waren. Weil wir dort als eine Gruppe fungieren, fokussierten sich die Lehrkräfte des Öfteren auf die eher »unfreundlichen« Personen, daher hatte ich sehr oft nichts zu tun und war kaum ausgelastet.
Ich kann es für die Personen empfehlen, welche direkt nach ihrem Abschluss noch Überlegungs- oder Überbrückungszeit brauchen, zum Erfahrung sammeln war es jedoch nicht zu gebrauchen.
 
also ein BVB ist eigentlich nicht für Abiturienten gedacht..
sondern eher für Leute, die ohne Schulabschluss da stehen und ihre Berufsschulpflicht absolvieren müssen....
 
Zuletzt bearbeitet:
also eine BVB ist eigentlich nicht für Abiturienten gedacht..
sondern eher für Leute, die ohne Schulabschluss da stehen und ihre Berufsschulpflicht absolvieren müssen....
Meine Beraterin in der Arbeitsagentur hatte es mir empfohlen als eine Art Testphase/Überbrückungszeit um herauszufinden, ob ich vielleicht mehr Unterstützung oder sogar REHA bräuchte. Die Erfahrung im BVB hat mich extrem gegenüber dieser Idee abgeschreckt, weswegen ich für den Anfang die Idee mit der REHA verneint habe. An meinem zukünftigen Termin werde ich mit ihr nochmal darüber reden.
 
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