kobaltblau, das was Du schreibst, klingt sehr klug und ich habe lange über Deine Worte nachgedacht. Ich denke, dass da tatsächlich etwas dran ist, Du vermutest also vielmehr eine platonische Beziehung?
Ja, das mit der Anziehung stimmt. Die ist vorhanden. Das spüre ich jedesmal und das verraten mir auch ihre Blicke. Aber auch ihr Verhalten mir gegenüber.
Sie hat eine große Klappe und nimmt kein Blatt vor den Mund. Unter den Studenten ist sie die Professorin, die ihren Mund immer weit aufreißt und sich an nichts hält, leere Versprechungen macht. Bei mir ist das komischer Weise nicht so.
Ein Beispiel hierfür: Wir Studenten duften ihr Emails schreiben, insofern wir Themen spezifische Fragen hatten. Alle Studenten, insofern ich es immer mitbekommen habe, beschwerten sich darüber, dass sie nie antworte. Und wenn sie ihnen zurück schrieb, dann waren diese Mails nur kurz angebunden, auf das aller Wesentlichste begrenzt (mehr oder weniger regelrecht "hingerotzt" - darüber diskutierten meine Kommilitonen auch des Öfteren). Ich konnte da nie mitreden, denn mir antwortete sie immer noch am selben Tag und mir schrieb sie halbe Romane (Beiträge über eine DIN A4 Seite lang). Während andere noch immer auf eine Antwort warteten und letztendlich nie eine bekamen.
Sie hat mich auch mal gefragt, was meine Telefonnummer sei. Sie hätte die schon versucht ausfindig zu machen. Ich habe eine Geheimnummer. Inzwischen haben wir unsere Nummern schon lange ausgetauscht. Sie hat auch meinen Geburtstag herausbekommen. Sie kannte auch meine Leistungen bei allen anderen Professoren. Was alles zeigt, dass sie sich mit mir beschäftigte, gelegentlich an mich dachte.
Sie zeigte bzw. zeigt mir gegenüber anderes Engagement, als bei anderen Studenten.
Das ist mir nie entgangen.
Ob sie Sehnsucht nach echter Freundschaft hat? Das glaube ich nicht. Sie hat zwei wunderbare, aufrichtige Freundinnen (hab beide schon kennen gelernt). Und diese Freundschaften bestehen schon seit über zehn Jahren. Das denke ich also nicht.
Ihre Partnerschaft? Natürlich, es gibt mal hin und wieder Schwierigkeiten, aber in welcher Ehe gibt es die nicht. Und was die Uni betrifft, da ist sie gerne, sehr gerne.
Das mütterliche? Sie ist 43, ich bin 26. Aus dieser Perspektive habe ich sie noch nie betrachtet. Ich fand schon immer, dass sie eine durchaus interessante, attraktive Frau war. Auch wenn ich sie anfangs äußerst kühl und abweisend behandelte. Es gab dennoch immer Merkmale, Wesenszüge an ihr, die mich durchaus faszinierten.
Ich schreibe ja selbst, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich wirklich verliebt bin. Deswegen habe ich ja in dieses Forum geschrieben. Eben weil es mich gerade überfordert.
Aber eins weiß ich, manchmal wäre ich ihr gerne näher als nah und würde sie gerne berühren.
Und wenn ich abends mit ihr bei einem Glas Wein sitze, denke ich mir im Nachhinein immer, dass ich mich mit einem Mann noch nie so eins gefühlt habe. Alleine ihre Blicke, es wirkt alles zärtlicher, weicher. So anders, als bei einem Mann.
Und Techniker: Ich stelle mir nicht vor, wie es mit EINER Frau ist, sondern wie es mit DIESER Frau ist. Und das ist ein Unterschied. Sie interessiert mich. Sie sitzt in meinem Kopf...