Allgemeine Frage: bist du einer, der gerne seine Probleme erzählt und die ein bisschen breittritt?
Ich kenne nämlich solche Kandidaten, die jammern nur rum oder machen aus allem ein Drama, wirken hilflos oder so dauer-verzweifelt... das ist richtig nervig und anstrengend, glaub mir. Und das Schlimme ist, dass die das selbst gar nicht merken
Ich bin schon jemand, der das Bedürfnis hat, über seine Probleme zu sprechen, aber ich würde nicht sagen, dass ich ständig nur herumjammere und dauerverzweifelt bin. Und ich mache sicher nicht aus jeder Kleinigkeit ein Drama, sondern denke lösungsorientiert.
Aber ich weiß, was du meinst. Ich kenne das von einer Freundin, die aus jeder Kleinigkeit ein Drama macht und den Weltuntergang kommen sieht, sobald einmal etwas nicht ganz nach ihren Vorstellungen läuft. Und das kann manchmal richtig anstrengend sein. Deshalb habe ich auch nicht das Bedürfnis, sie besonders oft zu treffen - jedes Mal, wenn ich bei ihr auf Besuch bin, hat sie eine große Unordnung und ein Chaos in ihrer Wohnung, und dann fängt sie an, mir zu erzählen, dass ihr Leben soooo sch... ist und sie deswegen nie zum Aufräumen kommt.
Allerdings habe ich meinem Kumpel auch schon mehrfach gesagt, dass er mich ruhig darauf hinweisen soll, falls ich mal zu viel jammere.
Es ist gesund, über seine Gefühle und Probleme zu sprechen, allerdings ist das vielleicht eher gemeinhin ein Männerding, eben nicht drüber zu reden, sondern es mit sich selbst ausmachen zu wollen. Eigentlich lächerlich, aber vielleicht sieht dein Kumpel es ja so ähnlich und geht deshalb auf Abstand.^^ Das war ihm jetzt zu "nah" und wie sieht das denn aus. 😉 Ich weiß ja nicht wie er drauf ist - könnte das sein?^^
Hmm, das würde ich nicht unbedingt sagen. Er spricht vielleicht nicht so viel über seine Probleme wie ich, aber er hat mir sehr viele Dinge aus seinem Leben erzählt, die außer mir sonst angeblich niemand weiß. Ich kenne/kannte auch Männer, die mir gar nichts aus ihrem Leben erzählten wollten und denen ich alles aus der Nase ziehen musste - so einer ist er jedenfalls nicht.
Ehrlich gesagt - wenn ich zu jemandem eine Bindung aufgebaut habe, überlege ich mir doch nicht, ob derjenige "langweilig" ist?! Das hätte ich wohl schon viel früher gemerkt.
Klang der Beschreibung nach ja nicht so, als wäre dieser Typ gerade voll dabei und sich zu fein für den TE.
Eben, wie du richtig sagst, hätten wir das schon viel früher gemerkt und nicht erst nach einem halben Jahr. Wenn ich mit einer Person nicht so ganz auf einer Wellenlänge bin oder mir eine Person zu langweilig ist, dann merke ich das sofort und nicht erst Monate später.
Schaue auf das, was dir die Situation sagt: Du sehnst dich nach sozialer Zugehörigkeit und Unterstützung. Da solltest du ansetzen. 🙂 Unabhängig von deinem Kumpel.
Das stimmt, allerdings muss man sagen, dass es mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird, richtig gute Freundschaften zu knüpfen. Das Problem ist nicht, Leute anzusprechen oder kennenzulernen, sondern Leute zu finden, mit denen man auf einer Wellenlänge ist und die bereit sind, regelmäßigen Kontakt zu pflegen.
Ich habe nichts von Leuten, mit denen ich auf einer Wellenlänge bin, die aber nur alle paar Monate Zeit haben, sich zu treffen. Und auch Leute, mit denen ich nicht auf einer Wellenlänge bin, sich aber ständig mit mir treffen möchten (habe auch so einen "Freund") bringen mich nicht wirklich weiter im Leben...
hallo tom,
ich glaube, dass die beziehung zwischen euch von deiner seite und aus SEINER sicht vielleicht zu eng geworden ist. zuviele probleme beredet, zuviel "intimes", das vielleicht über die art der freundschaft hinausging, die er sich so vorgestellt hat. allerdings ist natürlich auch möglich, dass er - aus welchem grund auch immer - glaubt du könntest mehr als nur FREUNDSCHAFTLICHES interesse haben, und er deshalb auf distanz geht. deine idee, sich zurückzuziehen, halte ich für richtig. soll er kommen, oder die freundschaft ist eh keine richtige und deine mühen nicht wert.
Glaub mir, auch wenn meine Erzählungen jetzt vielleicht ein bisschen danach klingen, kann ich dir versichern, dass das definitiv nicht der Fall ist. Es war eine sehr, sehr gute Männerfreundschaft, die mir verdammt viel bedeutet hat, aber da wir beide heterosexuell sind, verschwendeten wir niemals auch nur einen Gedanken daran.
Wir haben uns sogar oft darüber geärgert, dass bei zwei Männern, die sich sehr gut verstehen, sehr oft und schnell der Verdacht geschöpft wird, dass sie schwul sein könnten, während bei zwei gut befreundeten Frauen nie jemand auf die Idee käme, dass sie lesbisch sein könnten. Uns war aber die Meinung der anderen Menschen auch völlig egal - wir hatten z.B. kein Problem damit, uns gegenseitig mit Sonnencreme einzuschmieren oder uns in besonders schwierigen Situationen zu umarmen und sogar miteinander zu weinen (was andere Männer vielleicht nie tun würden).