Nicht jeden Fehler kann man erkennen, weil man ja in seiner eigenen Prägung steckt und die Welt und sich nur aus den Grenzen der eigenen Ressourcen sehen kann..
Und es lässt sich auch nicht jeder Fehler korrigieren.
Aber grundsätzlich hast du natürlich recht - man sollte daran arbeiten und es versuchen!
Aber trotzdem - Fehler macht doch jeder - ab wann kann man dann sagen, jemand wäre ein schlechter Mensch?
Wodurch unterscheidet sich ein schlechter Mensch von einem 'normalen', der ja auch unvollkommen ist, zwangsläufig andere verletzt, Fehler macht,..?
Ich gib mir mal selbst eine Antwort - vielleicht liegt es an der Motivation.. Ein guter Mensch fügt anderen nicht bewusst und absichtlich Schaden zu und es ist ihm auch nicht vollkommen gleichgültig; auch wenn es ihm natürlich zwangsweise trotzdem auch passiert, weil das Leben nunmal so ist und Menschen nicht vollkommen sind..
Andrerseits, auch das mit der Motivation ist für mich nicht ganz klar - jedem ist doch manchmal der eigene Nutzen wichtiger als der anderer.
Und vllt muss das ja auch so sein, weil man ja für sich selbst und sein eigenes Leben verantwortlich ist.. ?
(Irgendwann hab ich eine Redewendung aus einem der ehemals kommunistischen Länder gelesen - wer nicht stiehlt, bestiehlt seine Familie..😉
Und wschl hat niemand immer nur edle Motivationen anderen gegenüber..
Also ab wann ist man dann ein schlechter Mensch.. oder doch noch ein guter.. und gibt es auch was dazwischen ?
In einer afrikanischen Geschichte hab ich mal gelesen - ein schlechter Mensch fragt sich nicht, ob er ein schlechter Mensch ist.. ,-)
Ja, ich denke auch, dass das ein wichtiger Punkt ist. Wer nicht fähig ist, zu zweifeln, zu hinterfragen, seinen Kurs zu ändern, kann im Grunde nicht gut oder schlecht sein, sondern ist einfach nur
irgendwas. Da der Mensch aber auch ein wertendes oder urteilendes Wesen ist, tauchen früher oder später irgendwelche Bewertungen bzw. Urteile auf. Wie relevant die sind oder nicht, ist dann eben die andere Frage.
Ich könnte bspw. durch die Gegend laufen und allen sagen, dass sie gut oder schlecht sind. Wie relevant ist das?
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Was es die "afrikanische Geschichte" betrifft, da fällt mir dieser vielen bekannte Satz ein:
"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen."
Tatsächlich ist das nicht nur ein netter Spruch, sondern in gewisser Weise ein Fakt. Ein Fakt in dem Sinne, dass so ziemlich jeder Mensch durch ein Dorf erzogen wird - sagen wir mal 100 Leute.
Wenn man auf sein Leben zurückblickt, wird man vermutlich feststellen, dass man weit mehr als 100 Menschen begegnet ist. Unter diesen ganzen Leuten befinden sich 100 Leute, die am meisten zum persönlichen Weltbild sowie den persönlichen Fähigkeiten beigetragen haben - das ist gewissermaßen das "persönliche Dorf".