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Große Schulprobleme

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Gast

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Hallo,

ich schreibe hier für meine Tochter, die 14 ist und die 8. Klasse einer Realschule besucht.

Mir machen ihre schlechten Leistungen Sorgen und ich habe Angst, dass sie die Mittlere Reife nicht schaffen wird.
Sie ist nicht faul und lernt genug für Klassenarbeiten. Gibt sich auch Mühe mit den Hausaufgaben, ist aber manchmal schnell abgelenkt und braucht zwischendurch Pausen.
Trotzdem war ihr Zwischenzeugnis eine Katastrophe. Wobei ihre Leistungen sich ab der 7. Klasse mehr und mehr verschlechtert haben.
Sie hatte eine Fünf in Mathe, Chemie und Geschichte. Vieren in Biologie, Religion, Erdkunde und Sport.
Die restlichen Fächer waren befriedigend, in Französisch hatte sie eine Zwei.
Für Mathe fehlt ihr absolut das Verständnis. Wenn es um ganz "reale" Dinge geht wie Bruch- oder Zinsrechnen, hat sie wenig Probleme, aber mit abstrakten Sachen wie Geometrie und Algebra kann sie gar nichts anfangen.
Leider hat ihr da die Nachhilfe bisher wenig gebracht.
In den mündlichen Fächern tut sie sich schwer, weil sie sich oft nicht traut, sich am Unterricht zu beteiligen.
Sie sagt, ihre Mitschüler lachen oft, wenn sie etwas falsches sagt. Aber gerade in Geschichte kann sie vielfach die Fragen nicht beantworten, die zu einem Text gestellt werden. Somit beschränkt sie sich auf Auswendiglernen.
In Sport hätte sie fast eine Fünf bekommen. Sie hasst Ballspiele, hat Angst vor dem Geräteturnen. Sie ist leider sehr unsportlich. Im letzten Jahr war ihr Frust groß, weil sie fast als einzige in der Klasse den Jugendschwimmschein nicht schaffte. Es scheiterte am Tauchen, obwohl sie das vorher im Urlaub und auch hier im Hallenbad zu genüge geübt hatte.
Sie hat noch weitere Frusterlebnisse. Sie liest gerne und wollte unbedingt am Lesewettbewerb in der Schule teilnehmen. Doch ihr Vorlesen wurde negativ kritisiert, weil sie zu leise spricht und zu leiernd liest.
Deutsch mag sie eigentlich sehr gern und wie gesagt, interessiert sie sich für Literatur. Aber auch hier werden ihre Noten schlechter, jetzt wo die Anforderungn steigen. Aufsätze kann sie gut, doch sie beginnt jetzt an Gedichts-und Textinterpretationen zu scheitern, wei sie den Sinn oft nicht erfasst.
In Englisch hat sie sich neulich bei einem Referat große Mühe gegeben und hat es ihrer Meinung nach gut vorgetragen. Doch Bemerkung des Lehrers im Anschluss daran: er hätte den Eindruck, dass sie nichts von dem Text verstanden hat! Sie bekam eine Vier.

Ich mache mir große Sorgen wie es weitergehen soll, denn ich sehe schon jetzt die Versetzung gefährdet!
Ihr Klassenlehrer sagte mir beim Elternsprechtag, dass sie sich bemühen muss sich mehr am Unterricht zu beteiligen. Er hätte aber auch den Eindruck dass sie etwas reifeverzögert ist. Er hat auch schon das Thema Wechsel auf die Hauptschule angesprochen, was ich nach Möglichkeit vermeiden möchte.

Meint ihr es gibt eine Möglichkeit, was man machen kann um ihr die Schule zu erleichtern?
 
Hallo Gast,

das hört sich nicht gut an, doch leider schreibst du nicht über ihre Freizeit.
Schule hat oft etwas mit dem sozialen und häuslichen Umfeld zu tun.
Hast du mal daran gedacht, dass sie sich körperlich mehr betätigen muss?
Was tut sie in der Freizeit?

Ich würde mal mit dem Hausarzt und dann mit einem Psychologen sprechen.
Viel Erfolg für die Kleine!
 
Wenn ich so zurück denke an meine Schulzeit, habe ich immer schon gemerkt, dass manche meiner Mitschüler neidisch darauf waren, welche Leistungen, obwohl ich rein gar nichts gelernt habe, ich bringen konnte.

Die waren so sehr darauf fixiert mich zu überbieten, dass sie gar nicht gemerkt hatten, dass sie sich selber damit unter Druck gesetzt haben. Als ich dann auch einmal eine 5 wegen einem fortführenden Flüchtigkeitsfehler gemacht habe, hatten alle nicht so recht ihren Augen trauen wollen, aber es war halt so.

Ich weiß, auch aus jüngster Vergangenheit, dass es schwer ist sich davon zu lösen, welche Leistungen andere bringen, anstatt sich darauf zu konzentrieren, was man selber zu leisten im Stande ist, aber das ist eben die einzige Möglichkeit sich diesem Leistungsdruck zu entledigen. Jeder Mensch hat nun einmal verschiedene Gebiete, in denen er/sie schlecht oder auch gut ist und daran wird sich niemals etwas ändern.

Wie man das alles nun einem Kind beibringen soll, dass es sich nicht an Leistungen anderer Orientieren soll, weiß ich nicht, aber in der Umschulung in der ich war, war ein Ehepaar, wo der Ehemann immer schnell fertig wurde und die Ehefrau sich, um nicht ebenfalls dumm da zustehen, ebenfalls schnell alles gemacht hat, ohne zu bemerken, dass sie damit eher schlechte Leistungen ablieferte.

Als ich ihr dann sagte, dass sie einmal nur darauf achten sollte, was sie selbst macht und nicht darauf achten soll, was ihr Ehemann macht und wie schnell er das fertig macht und sie einfach nur stumpf eine Aufgabe nach der anderen abarbeiten sollte, ging es nach wenigen Wochen bei ihr und ihre Leistungen wurden dann auch entsprechend besser.

Aber ob das gleiche eben auch bei einem Kind hilfreich wäre, diesen Denkanstoß mit auf den Weg zu geben, weiß ich nicht, aber es dürfte dir eventuell dabei helfen, woran es denn happert.
 
Hallo Gast,

das hört sich nicht gut an, doch leider schreibst du nicht über ihre Freizeit.
Schule hat oft etwas mit dem sozialen und häuslichen Umfeld zu tun.
Hast du mal daran gedacht, dass sie sich körperlich mehr betätigen muss?
Was tut sie in der Freizeit?

Ich würde mal mit dem Hausarzt und dann mit einem Psychologen sprechen.
Viel Erfolg für die Kleine!


Hallo Rhenus,

danke für deine Antwort.

Um zuerst mal deine Fragen zu beantworten:
Meine Tochter betätigt sich eigentlich schon relativ viel körperlich. Sie fährt viel mit dem Rad und geht öfter mal schwimmen.
Andere Sportarten kommen nicht in Frage, da sie eben wie erwähnt sehr unsportlich ist.

In ihrer Freizeit liest sie überwiegend, schreibt gern Briefe und ist leidenschaftliche Sammlerin aller möglichen Dinge.

Wo du das soziale Umfeld ansprichst:
Außerhalb der Schule hat sie fast gar kein soziales Umfeld. Sie konnte sich bis heute nicht richtig in die Klassengemeinschaft einfügen. Sie sagt, die meisten ihrer Mitschüler finden sie langweilig, weil sie ruhig ist. Sie wird oft geärgert und reagiert dann aggressiv.
Jetzt beginnt so langsam die Zeit, wo Feten und Disco beginnen, und sie wird nie eingeladen oder gefragt ob sie mitkommen will. Einerseits leidet sie unter dem mangelnden Interesse an ihrer Person, andererseits kann sie mit diesen Dingen noch nichts anfangen. Wie ich schon geschrieben habe, ist sie etwas reifeverzögert und verhält sich eher wie eine 11-jährige.

Vielleicht wäre wirklich ein Gang zum Psychologen sinnvoll.
 
es liegt auch oft an der schule selbst, ein kumpel hat 3 mal die schule gewechselt.. auf der 1. schule hatte er ein schnitt von 3.8 auf der 2. schule ein schnitt von 2.9 und auf der 3. schule 2.4. Ich will nur damit sagen, dass die Lehrer oft die Leistung von vorherigen Klassen mit einberechnen und wenn sie jetzt in der 5-6 klasse negativ aufgefallen ist, ist es sehr schwer wieder positiv aufzufallen. Natürlich ist es nicht auf jeder schule so, aber auf meiner schule war es sehr eindeutig 😉.

hoffe ich konnte helfen 😉
 

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