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Große Lücke im Lebenslauf - häusliche Gewalt

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kleine_polly

Gast
Hallo an alle ...

ich mache mir Sorgen wegen diesem Problem nie wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen ...

Ich war vor 3 Jahren sehr lange in einer Beziehung, wo mein Ex nicht nur schleichend immer mehr verbal ausgerastet ist, sondern mir auch gedroht hat, mich erpresst hat, mich geschlagen und schlimm erniedrigt hat. Das erste Jahr war er sehr lieb und wir haben uns gut verstanden.

Dann wurde er unnormal eifersüchtig, und im Nachhinein betrachtet ein Alarmsignal und ein gefährlicher Mann. Sogar seine eigene Familie fürchtete sich irgendwann wegen seiner Wutanfälle. Seine Methoden waren perfide, ein richtiger narzisstischer Soziopath. Nach Außen wurde ich von vielen Frauen um ihn beneidet, weil er so gut aussah, sehr gut im Pokern war, Instrumente spielte und einfach weltgewandt rüberkam, in Wirklichkeit eine tickende Bombe. Ich war irgendwann so benebelt das ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr traute, mir selbst gar nichts zutraute und in schwere Depressionen, Essprobleme und soziale Isolation fiel. Ich verlor mich stückweise selber. Innerlich und äußerlich. Er wurde auch immer übergriffiger und ich konnte mich vor Angst kaum regen. Eines Tages war meine Leidensfähigkeit einfach erschöpft. Ich habe mir heimlich einen Fluchtplan ausgedacht, und bin mit Hilfe einer Beratungsstelle und Psychologen da ausgebrochen. Er musste Besitz der mir gehörte wieder an mich rausgeben, und durfte sich mir nicht mehr nähern. Er drohte mir nach der Trennung trotzdem einige Zeit mit Säureattentat, weil ich seine Ehre angeblich verletzt habe. Er schickte als das nichts half, reumütige SMS. Ich holte mir eine neue Telefonnummer.

Ich musste nach allem eine Therapie machen um überhaupt annähernd arbeitsfähig zu werden. In der Zeit musste ich mich auch 2x umsehen wenn ich unterwegs war.

Dann versuchte ich erst mich in verschiedenen Branchen für Aushilfsjobs zu bewerben, was nicht klappte.
Ich bekam zum Glück eine Umschulung bewilligt und zog auf den weit entferntesten Punkt auf der Karte, um mich sicher zu fühlen. Während der Bewerbungen für Pflichtpraktika hatte ich nach 1 Jahr schon erste Probleme. Obwohl meine Bewerbungsart top war, bekam ich immer nur Absagen. Das ist an sich nicht ungewöhnlich. Aber selbst Bewerbungscoaches konnten keine Probleme finden, bis auf die große Lücke im Lebenslauf. Die hat man auch versucht anders zu formulieren, aber man kann ja nicht irgendwas erfinden.
Ich war insgesamt bei 3 Coaches. Meine Mitschüler fanden meine Bewerbungen auch gut genug und das Drumherum ästhetisch.
Ich liess Bewerbungsschreiben zusätzlich vom Ausbilder optimieren. Auch bei den Bildern habe ich in einen guten Profi Fotograf mit viel Erfahrung investiert. Und ich bin auch nicht hässlich, das jeder schreiend davon läuft.

Am Ende bekam ich nur einen Praktikumsplatz, weil ein Mitschüler in der Firma abgesprungen war. Dort dauerte das Vorstellungsgespräch fast 2 Stunden und man sprach mich auch auf die Lücke im Lebenslauf an. Ich erzählte ruhig warum das so ist, ging aber nicht zu sehr in Details weil mich das triggerte. Da der Chef trotzdem einen guten Eindruck hatte bekam ich das Praktikum. Das spätere Zeugnis war immerhin absolut top.

Einige Mitschüler mit weitaus schlampigeren Bewerbungen die ich gesehen habe, bekamen am Ende selbständig ihre Praktika in Firmen. Deshalb denke ich, liegt es an meiner Lücke das ich nicht eingeladen werde.
Ich bin mit der Umschulung mittlerweile fertig und der Abschluss ist wirklich gut genug.

Jetzt bekomme ich wieder nur Absagen auf jede Bewerbung. Teilweise rufe ich später noch höflich an, wenn kein Grund für die Absage angegeben ist. Dann erfahre ich auch nur, das man sich für jemand mit mehr Erfahrung entschieden hat. Und das bei jedem Telefonat. Ich überlege mir ob ich mich überhaupt noch auf irgendwas bewerben soll, oder mich damit abfinden muss ein restliches Leben auf Hartz 4 zu führen. Immerhin habe ich ein Fachabi und eine weitere Ausbildung in dem Bereich und musste mich mühsam aufrappeln.

Ich glaube das meine Gewaltvergangenheit mich meine Zukunft kostet, weil Chefs bei meinem Lebenslauf mit der großen Lücke sicher jedes Mal die Augen verdrehen. Man sieht ja nicht, was der Grund für die Lücke ist.
 

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Polarfuchs

Aktives Mitglied
Woran machst du es denn fest, dass deine Bewerbungsart?, was auch immer das sein soll, top ist? Ich sehe hier eigentlich nur, dass du dich hier höchstens durchschnittlich ausdrückst und trotz Fachabi keinen Wert auf "dass/das"-Schreibung legst.
 

Zebaothling

Sehr aktives Mitglied
Also ich verstehe nicht - Lücke im Lebenslauf - Du warst doch Hausfrau - oder ? Gehört auch zum Leben.

Von daher stünde da bei mir - Hausfrau - und mehr würde keiner erfahren, weil es keinen was angeht - außer Ärzte und Behörden.

Unsere Firma hat 600 Mitarbeiter weltweit und hier in D ca .100 ( Hauptsitz) , da liegen immer Bewerbungen auf dem Tisch, im Schnitt kommen am Tag 5 .....auch wenn keine Stelle ausgeschrieben ist.

Die Zeit , der Zeitgeist hat sich geändert- als ich damals ne Stelle suchte, habe ich 140 Bewerbungen geschrieben / pro Monat ca 70 mit der Bewerbung die ich im März abschickte bekam ich im August eine Stelle .....noch 10 Jahre vorher lief das anders.
Jetzt ist die Zeit aber wieder weitergelaufen würde mich nicht wundern, wenn Du jetzt 200 Bewerbungen schreiben mußt oder noch mehr, um ne vernünftige Stelle zu finden.

Das es an der Lücke - liegt, halte ich für sehr unwahrscheinlich.
 

tonytomate

Aktives Mitglied
Mach Dir keinen Kopf. Immer nach vorne schauen und den nächsten Anlauf starten.

Ich selber habe BWL studiert mit Abschluss + ne Ausbildung + Weiterbildung. Leider ist es in div. Bereichen so, daß erst 200-1000 Bewerbungen zum Erfolg führen.

Eine Zeit lang habe ich 3 Minijobs gemacht, da mich niemand Vollzeit einstellen wollte. Im schlimmsten Fall versuch es einfach mal mit Teilzeitstellen. Da klappt es eher als mit Vollzeit.

Welchen Beruf hast Du überhaupt?
 
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kleine_polly

Gast
Hallo Polarfuchs,

Woran machst du es denn fest, dass deine Bewerbungsart?, was auch immer das sein soll, top ist? Ich sehe hier eigentlich nur, dass du dich hier höchstens durchschnittlich ausdrückst und trotz Fachabi keinen Wert auf "dass/das"-Schreibung legst.

Danke für die Antwort. Da ich Migrantin bin, bitte ich darum mir meine mangelnde Befähigung zu einem grammatikalisch hochkultivierten Austausch auf deutschem Niveau nachzusehen.

Natürlich erfolgten sämtliche Berufsabschlüsse auf einem durchschnittlichen Intelligenzniveau , welches sich mit Ihrem Verstand höchstwahrscheinlich nicht messen kann. Das Ihnen des Weiteren keine Fehler im Leben unterlaufen (auch keine Rechtschreibfehler), davon gehe ich ebenfalls stark aus.

Ihre Bemängelung lässt vermuten das formelle Kriterien meines Beitrags Ihr Interesse erwecken, der emotionale Kern meines Anliegens weitaus weniger.

Nochmals: Entschuldigen Sie vielmals das ein Forenbeitrag für mich nicht die Bedeutung einer Keynote Speech erfüllt, welche ich eher mit beruflichen Ambitionen und höherem Einsatz verbinde.

Mir war unbekannt das ich als Migrantin eine für mich diffus formulierte Erwartung erfüllen sollte, bevor ich mit der Allgemeinheit in Kommunikation treten darf.

Die Tatsache das ich in verschiedenen Ländern aufwuchs, und vier Sprachen fliessend spreche, kann natürlich zu einem durchschnittlichen und peinlichen Verhältnis hinsichtlich der Ausdrucksfähigkeit führen.

Ich gebe Ihnen natürlich recht, weil Sie recht haben möchten. Und ich vermute, es ist ein schönes Gefühl, Fehler bei anderen ausfindig zu machen, während man sich in optima forma wähnt.

Dies ist eine der vielen zweifellos deutschen Eigenarten, die ich schon als Kind anhand von liebevoll verpackten rassistischen Attacken kennenlernen durfte.


Ich wünsche Ihnen einen schönen restlichen Herbsttag, der zumindest hier wirklich top und so gar nicht durchschnittlich ist.
 
K

kleine_polly

Gast
Also ich verstehe nicht - Lücke im Lebenslauf - Du warst doch Hausfrau - oder ? Gehört auch zum Leben.

Von daher stünde da bei mir - Hausfrau - und mehr würde keiner erfahren, weil es keinen was angeht - außer Ärzte und Behörden.

Unsere Firma hat 600 Mitarbeiter weltweit und hier in D ca .100 ( Hauptsitz) , da liegen immer Bewerbungen auf dem Tisch, im Schnitt kommen am Tag 5 .....auch wenn keine Stelle ausgeschrieben ist.

Die Zeit , der Zeitgeist hat sich geändert- als ich damals ne Stelle suchte, habe ich 140 Bewerbungen geschrieben / pro Monat ca 70 mit der Bewerbung die ich im März abschickte bekam ich im August eine Stelle .....noch 10 Jahre vorher lief das anders.
Jetzt ist die Zeit aber wieder weitergelaufen würde mich nicht wundern, wenn Du jetzt 200 Bewerbungen schreiben mußt oder noch mehr, um ne vernünftige Stelle zu finden.

Das es an der Lücke - liegt, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Hallo Zeboathling,

das ist eine ehrliche Antwort die weiterhilft. Ich war auch während der beschriebenen Zeit zum Teil beruflich aktiv, bis die Umstände an den Kräften gerüttelt haben. Danach wirklich „nur“ Frau im Haus aka Hausfrau. In westlichen Industriestaaten ist der Begriff trotz Emanzipation negativ besetzt, ich denke dennoch das ich es so schreibe.

Ich dachte, je nach Personaler kann eine „Lücke“ ein Kriterium sein, weshalb man nicht ausgewählt wird. Nach dem Motto: In dieser Zeitspanne ist nicht genug passiert, da nehme ich lieber jemanden der etwas Tolles gemacht hat, was für mein Unternehmen nützlich ist.

Manchen Personalern ist es sicher egal, ich weiss das.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Hallo Polarfuchs,




Danke für die Antwort. Da ich Migrantin bin, bitte ich darum mir meine mangelnde Befähigung zu einem grammatikalisch hochkultivierten Austausch auf deutschem Niveau nachzusehen.

Natürlich erfolgten sämtliche Berufsabschlüsse auf einem durchschnittlichen Intelligenzniveau , welches sich mit Ihrem Verstand höchstwahrscheinlich nicht messen kann. Das Ihnen des Weiteren keine Fehler im Leben unterlaufen (auch keine Rechtschreibfehler), davon gehe ich ebenfalls stark aus.

Ihre Bemängelung lässt vermuten das formelle Kriterien meines Beitrags Ihr Interesse erwecken, der emotionale Kern meines Anliegens weitaus weniger.

Nochmals: Entschuldigen Sie vielmals das ein Forenbeitrag für mich nicht die Bedeutung einer Keynote Speech erfüllt, welche ich eher mit beruflichen Ambitionen und höherem Einsatz verbinde.

Mir war unbekannt das ich als Migrantin eine für mich diffus formulierte Erwartung erfüllen sollte, bevor ich mit der Allgemeinheit in Kommunikation treten darf.

Die Tatsache das ich in verschiedenen Ländern aufwuchs, und vier Sprachen fliessend spreche, kann natürlich zu einem durchschnittlichen und peinlichen Verhältnis hinsichtlich der Ausdrucksfähigkeit führen.

Ich gebe Ihnen natürlich recht, weil Sie recht haben möchten. Und ich vermute, es ist ein schönes Gefühl, Fehler bei anderen ausfindig zu machen, während man sich in optima forma wähnt.

Dies ist eine der vielen zweifellos deutschen Eigenarten, die ich schon als Kind anhand von liebevoll verpackten rassistischen Attacken kennenlernen durfte.


Ich wünsche Ihnen einen schönen restlichen Herbsttag, der zumindest hier wirklich top und so gar nicht durchschnittlich ist.
Ja, so hat man sicher Erfolg im Berufsleben...
Warum so giftig?
Die Lücke im Lebenslauf wird nicht der Grund sein für die vielen Absagen.
Gib einfach an, dass du einen Angehörigen gepflegthast.
Wenn du im Bewerbungsgespräch so patzig rüberkommst wie in dieser Antwort, dann wird es...schwierig.
 

Saskia

Mitglied
Deine 3 Bewerbercoaches hätten die Rechtschreibfehler bemerken müssen.
Auch von einer Migrantin wird einwandfreies Deutsch in den Bewerbungsunterlagen verlangt.
Spätere Fehler im Berufsleben kann man ja dann auch nicht ständig mit dem Argument "Migrantin" entschuldigen. Es sei denn, es handele sich um einen Hilfsjob, für den man keine besondere Ausbildung benötigt.
In welcher Branche wurdest du denn ausgebildet und für welchen Job bewirbst du dich?
Große Lücken im Lebenslauf könntest du mit Hausfrau oder Pflege von Angehörigen begründen.
Ein offener freundlicher Umgangston ist sehr wichtig.
Lass dir bei deinen Bewerbungen/Gesprächen niemals deine Verzweiflung anmerken, ebenso keinen unterschwelligen aggressiven Unterton so wie hier, sobald mal unbequeme Fragen gestellt werden.
Weiterhin viel Glück!
 

Sadie02

Aktives Mitglied
Hallo kleine polly!

Ich will dir mal zuerst schreiben, dass ich deine Reaktion hier auf die gewisse Antwort sehr gut verstehen kann und absolut nicht unangemessen aggressiv finde. Dir die Fähigkeit zum Bewerben abzusprechen, weil du „dass/das“ manchmal verwechselst, ist völliger Unsinn. Zum Einen gibt es weit wichtigeres als flüchtige Rechtschreibfehler ( so lange sie sich in Grenzen halten) zum Zweiten wirst du bei einer Bewerbung ja sowieso per PC eine Rechtschreibprüfung drüber laufen lassen, so dass dies schon deswegen nicht Grund für Absagen sein kann.Und Drittens hat ein Fachabitur sicher nichts damit zu tun, ob man „das/dass“ immer korrekt setzt. Und ich sehe auch absolut nicht, dass du dich hier schlecht ausgedrückt hast.

Vielleicht sollten dagegen eher andere Leute mal den schönen Spruch bedenken: Wie man in den Wald ruft, so schallt es wieder heraus. Lass dir da nichts einreden!

Ich drücke dir weiterhin fest die Daumen für deine Bewerbungen. Dass du stark bist, zeigt sich doch darin, dass du dich aus der gefährlichen Verbindung lösen konntest. Dazu gehört sehr viel. Meine Mutter hatte diese Kraft zum Beispiel nicht. Ich kann leider nicht sagen, wie eine sehr gute Bewerbung aussieht, weil ich da zu wenig Erfahrung habe. Aber ich hoffe, dass du dich trotzdem nicht entmutigen lässt.

Wenn du in der Zeit Hausfrau warst, kannst du das natürlich schreiben. Und ganz persönliche Dinge gehören wahrscheinlich nicht in einen Lebenslauf. Allerdings finde ich persönlich, dass man bei einem Vorstellungsgespräch nicht grundsätzlich häusliche Gewalt verschweigen muss! Das ist nämlich nicht peinlich. Absolut nicht! Peinlich sind die Täter! Peinlich sind Menschen, die körperliche Schwächere misshandeln! Aber, du, die sich daraus mutig gelöst und das überstanden hat, dir muss gar nichts peinlich sein.
Du kannst natürlich jederzeit sagen, dass du das nicht ansprechen willst, weil es keinen etwas angeht oder du nicht als „Opfer“ wahr genommen werden willst. Aber peinlich ist da gar nichts. Wenn es nicht so zweideutig wäre, könnte man bei der Lücke sagen, wenn einer fragt, ja, gut, in der Zeit habe ich ganz viel vom und fürs Leben gelernt.

Alles Gute!
 
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