Ich kenne diesen Glaubenssatz auch. Eher in der Version: Das wird sich noch rächen, dass jetzt alles so glatt läuft. Oder als müsste es eine "ausgleichende Gerechtigkeit" geben. Wie bei Schillers Ring des Polykrates... wo die Tatsache, dass Polykrates alles gelingt das Zeichen dafür ist, dass "die Götter sein Verderben wollen".
Ich bin nicht ganz frei davon, andererseits zeige ich mir selbst auf, dass es auch die "ausgleichende Gerechtigkeit" ist, dass mir einfach Gutes widerfährt, weil mir schließlich schon genug Sch... widerfahren ist.
Und dass Gutes und Schlechtes im Leben passieren, in jedem Leben, unabhängig voneinander.
Die Wahrnehmung, wenn man so einen Glaubenssatz hat, ist natürlich getrübt. Man sieht das Schlechte, das auf das Gute folgt, weil man darauf wartete und dann denkt "Siehste, ich wusste es doch". In Wirklichkeit gibt es einfach auch Situationen, wo alles gut ist und man ist fröhlich, ohne, dass ein Hammer danach kommt. Die nimmt man aufgrund seiner Bias dann bloß nicht so wahr. Da muss man seine Aufmerksamkeit auch trainieren.