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Gibt es eine Alternative zum typischen Leben? Ich habe keine Lust mehr

  • Starter*in Starter*in MarkusW1
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M

MarkusW1

Gast
Gibt es eine Alternative zum Leben in dieser Gesellschaft?

Ich finde man lebt in einem einzigen Trott. Man arbeitet mehr als man was vom Leben hat, muss sich fast täglich mit irgendwelchen Widrigkeiten rumschlagen, sei es bürokratischer Art oder durch Stress/Hektik/Ängste im Unternehmen. Dazu kommen die unglaublich vielen Misstände die das (sorry) Dumm-Volk gar nicht sieht oder nicht sehen will.

Ob sich reiche Manager immer weiter die Taschen auf Kosten anderer vollstopfen, oder die frisch aufgedeckten Zustände in Pflegeheimen und bei Sicherheitsdiensten - fast täglich erfahre ich haarsträubende Dinge und Korruption bzw. Geldgier wie ich sie mir nicht ausgemalt hatte. Dazu verblödet die Hartz4 TV Landschaft die Menschen, bzw. diese lassen sich von Sendungen wie Bachelor usw. noch verarschen.

Kurz: mich k**** alles nur noch an und ich würde am Liebsten abhauen und den ganzen Dreck hinter mir lassen.
Geht es noch jemand so?
 
... ich würde am Liebsten abhauen und den ganzen Dreck hinter mir lassen.
Geht es noch jemand so?

Hallo MarkusW1,
es gibt sicher viele Leute, die deine Zustands-
beschreibung teilen und ähnliche "Fluchtge-
danken" haben. Nur ist halt "weg" noch kein
"hin" und deine Eingangsfrage, ob es eine
Alternative gibt, völlig angemessen.

Ich weiß nicht, wie weit du bisher auf der
Welt herumgekommen bist, wie viele Arten
zu leben du gesehen hast - es gibt sicher
einige, die auch reizvoll sind, aber das Ideal
scheint mir lange vergangen bzw. gar nicht
möglich, selbst auf einer Südseeinsel mit
allem Notwendigen zum Leben steigt der
Meeresspiegel und versalzt die Palmwurzeln :/

Vielleicht wäre es ja eine Alternative für dich,
dass du selbst einen Unterschied bewirkst - im
Rahmen deiner Möglichkeiten - und dich gegen
den "Dreck" und für das einsetzt, das wertvoll
und erhaltenswert ist. Denn auch davon gibt es
ja zum Glück eine ganze Menge, wenn man mal
anfängt, auch danach zu suchen.

Anders gesagt: "Dreck" gibt es überall und eine
Welt ohne Kontraste zwischen Gutem und nicht
so Gutem wäre nicht unsere Welt (und wir
würden das Gute gar nicht als solches erkennen).

Gruß, Werner
 
Wer sich über den "Dreck" (Korruption, Bereicherung, Verar*sche im TV, "legale" Kriminalität etc.) hierzulande aufregt, hat meistens keine Ahnung, wie es anderswo zugeht, etwa in Ländern Südamerikas oder Asiens, verglichen mit den Zuständen dort leben wir hier doch auf einer Insel der Seligen. Und auswandern ist auch nicht so einfach, wie Du Dir das vorstellt, weil die meisten anderen Länder heute auch keine Lust mehr haben, ausgerechnet die totalen Loser aus Europa, die hier nichts auf die Reihe bringen, aufzunehmen. Als Tourist oder Rentner mit Geld oder als Entwicklungshelfer oder Geschäftsmann mit Know-How ist man immer willkommen, ansonsten läßt man Dich entweder gar nicht ins Land (Visa-Pflicht) oder Du bist dort auf Dich selbst gestellt, mußt mit den dortigen Verhältnissen selber zurechtkommen, und zwar ohne jede staatliche oder sonstige Hilfe. Letzteres halten auch viele nicht durch, die sich am Anfang noch eingebildet haben, sie könnten sich unter Palmen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und darauf warten, daß ihnen die Kokosnüsse in die hingehaltene Hand fallen, die kriechen dann irgendwann auf dem Zahnfleisch zur Botschaft des Heimatlandes und bitten flehentlich um Rücktransport. Wenn Du es wirklich ernst meinst mit dem Aussteigergedanken, dann lern erst mal ein paar Länder, von denen Du glaubst, daß sie Dir besser liegen würden, genauer kennen, einschließlich ihrer Schattenseiten. Aber ohne eigene Leistung wirst Du wahrscheinlich nirgendwo was erreichen, ein Paradies, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, gibt es nirgendwo auf der Welt.
 
Ich bin also in deinen Augen ein Loser und bekomme nichts auf die Reihe weil mich diese Zustände anwidern? Weil ich kritisch hinterfrage und sehe was alles falsch läuft?
Und weil ich am Liebsten diese Zustände ändern würde?
Weil ich sehe wie dumm manche Leute einfach nur sind, und mit welchem Mist sie verblöden?

Und sagte ich was wegen Auswandern? Meine Überlegung war ob man sich alternativ überhaupt dem ganzen Trott entziehen kann, bzw. wie man es schafft ein zufriedenes Leben zu führen ohne sich täglich daran aufzureiben.
Überall nur Bürokratie, Betrug, Korruption, Gier usw... die meisten nehmen halt alles so hin wie es ist.

Ich bin der Meinung: irgendwann wird es den großen Knall geben und vielleicht kommen die Menschen dann wieder zur Vernunft.
Das was so abgeht, kann nicht ewig gutgehen.
 
mir geht es genauso. ich frage mich immerzu was es noch gibt in diesem leben, wird es so immer weiter gehen ? ich bin es so satt ehrlich da bist du nicht alleine.
 
ich frage mich immerzu was es noch gibt in diesem leben, wird es so immer weiter gehen ?

Es geht garantiert nicht "immer so weiter",
das lehrt ein kurzer Blick in die Geschichts-
bücher, dazu braucht man keine Kristall-
kugel. Derjenige Teil der Weltgesellschaft,
der auf die Ausbeutung endlicher Ressour-
cen setzt, wird über kurz oder lang die
"Grenzen des Wachstums" kennenlernen
und sich dann verändern müssen.

Das gilt auch für den Einzelnen, denke ich.
Wer darauf setzt, in diesem Wachstums-
spiel mitzuspielen, unterstellt sich auch
dessen Ende (ich vermute: ein Kollaps
der hochkomplexen Systeme und ein Rück-
fall in eine frühere Zivilisationsstufe) - des-
halb ist der Tipp von Monarose vielleicht
gar nicht so schlecht für den Anfang 🙂

@ MarkusW1: Womöglich spürst du einfach
früher als andere, dass die Basis des Wohl-
standes und Lebenssinns der letzten Jahr-
zehnte (oder Jahrhunderte?) wegbricht
und drückst mit deinem "Ich habe keine Lust
mehr - gibt es eine Alternative" genau das
aus, was "das Gesamtsystem" auch gerne
sagen würde - als "Prophet" sozusagen?
 
Ich denke, es ist mehr ein individuelles Gefühl, daß es in manchen Bereichen des Lebens nicht mehr so einfach ist wie früher. Dieses Gefühl haben ältere Leute (bin selber auch keine 20 mehr) häufig. Aber dafür geht es in anderen Bereichen wiederum viel einfacher als früher, wenn man etwa an die heutigen Kommunikationsformen (Internet etc.) oder auch gesellschaftliche Strukturen denkt, und an vieles anderes, was vor 20 oder 50 Jahren noch undenkbar war und das heute so ganz selbstverständlich zu sein scheint. Es ist halt wie bei einer Waage, das eine geht nach oben, also muß dafür etwas anderes nach unten gehen. Anpassung ist die Devise und nicht herummotzen und sich selbst als "Aussteiger" schmeicheln. Genauso ist das "Ende des Wachstums" nur eine Holzhammer-Überschrift, die Aufmerksamkeit erregen soll. Sobald irgendein Rohstoff knapp und damit teuer wird, beginnen sich Recycling und die Suche nach Ersatzstoffen zu lohnen, die dann manchmal als Endergebnis sogar besser (also nach der meist schwierigen Übergangsphase billiger, umweltfreundlicher, besser zu recyceln etc.) sind als es das Original je hätte werden können. Aber für solche Veränderungen braucht es Know-How, Experten, Forscher und Tüftler, mit Bildungs- und Leistungsverweigerern, die sich lieber in andere Länder mit (vermeintlich) einfacheren Lebensstrukturen flüchten, läßt sich ein technologischer, gesellschaftlicher und sonstiger Umbau nicht machen.
 
Ich bin der Meinung: irgendwann wird es den großen Knall geben und vielleicht kommen die Menschen dann wieder zur Vernunft.
Das was so abgeht, kann nicht ewig gutgehen.

Na, dann weißt du ja, was zu tun ist: Bereite dich vor.
Stell dir vor, eines Tages ist es nicht mehr, wie du es kennst: Strom kommt keiner aus der Steckdose, Supermärkte werden geplünder, Leute karren ihr Gold zum nächsten Bauern um es gegen Eier und Korn einzutauschen.
Was würdest DU dann tun?

Lass halt die Sachen jetzt sein, von denen du glaubst, dass du sie später nicht mehr brauchen wirst: Ich kaufe z.B. gar keine besonderen (Marken-)kleidungsstücke oder (Angeber-)Multimediageräte. Das spart Geld, das du nicht erarbeiten musst.

Das spart Zeit, die du für andere Dinge hast. Du musst dann deine Lebenszeit nicht bei Zalando als Picker vergeuden (hast du DEN Bericht im TV gesehen), sondern du kannst in der Zeit etwas Sinnvolles lernen, dass dich dann überleben lässt: Überleg mal, was von den Menschen erwartet wird, in diesem Land:

Wir sollen brav arbeiten und all unser Geld gleich wieder ausgeben, denn wir sind ja ein Land, das auf Handel angewiesen ist, und die Mehrwertsteuer ist auch eine Steuer. Wir sollen diese Zustände nicht hinterfragen. Tut ja auch kaum einer.
Dies kaufen, das kaufen, aber - sag mal, was machst du, wenn es dein Fertiggericht nicht mehr im Laden gibt?
Kämst du dann zurecht? Oder weißt du, wie man aus einem Tier oder einer Pflanze etwas zu essen macht?

Es verlangt in dieser Gesellschaft niemand von dir, dass du breit gefächert gebildet bist - weißt, wie man das kann, es reicht, wenn du irgendeinen speziellen IT - Krempel oder was auch immer dein Beruf ist - ganz besonders gut kannst.

Wenn du glaubst, dass es mal knallt in diesem Land, dann solltest du wissen, wie man aus einem Karnickel einen Braten macht, und die man das Karnickel fängt. Z.B. - wie man Selbstversorger ist.
Das kannst du jetzt schon im Kleinen anfangen, das zu lernen, dann ist es hinterher nicht so viel und so hart.😀

Eine Alternative ist das doch. Eine Herausforderung auf jeden Fall.

Schau mal hier: In den USA nennt man sie "Prepper", die sich drauf vorbereiten, dass der große Knall kommt:

http://www.youtube.com/user/Awatcherofevents
 
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