Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Gibt es das - "unwertes Leben"?

  • Starter*in Starter*in +Atsirhc*
  • Datum Start Datum Start

Unwertes Leben?


  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    20
  • Umfrage geschlossen .
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Gerade im Angesichts des Schreckens sollten wir unsere eigene Menschlichkeit nicht vergessen und dem Täter eine humane Behandlung zukommen lassen. Das kann selbstverständlich ein Wegsperren in Gefängnis oder Psychiatrie einschließen,
Das finde ich eigentlich auch.

Nur was, wenn es nicht in unserer Macht liegt, jemanden in der Art zu behandeln, sondern wenn tatsächlich der einzige Weg darin besteht, Unschuldige vor dem sicheren Tod zu bewahren, wenn man den Täter auslöscht?

Soll man eine Schreckenstat schon verzeihen, bevor sie begangen wird? Das hat nichts humanes, das ist Gleichgültigkeit. Scheint nicht manchmal das einzige Mittel gegen einen Täter das Mittel des Täters zu sein?

Und ich kann sagen, dass ich Gewalt wirklich hasse.
 
Nur was, wenn es nicht in unserer Macht liegt, jemanden in der Art zu behandeln, sondern wenn tatsächlich der einzige Weg darin besteht, Unschuldige vor dem sicheren Tod zu bewahren, wenn man den Täter auslöscht?

Soll man eine Schreckenstat schon verzeihen, bevor sie begangen wird? Das hat nichts humanes, das ist Gleichgültigkeit. Scheint nicht manchmal das einzige Mittel gegen einen Täter das Mittel des Täters zu sein?

Und ich kann sagen, dass ich Gewalt wirklich hasse.


Vorneweg: ich verfüge über ein enormes Aggressions- und Gewaltpotential. Ich wäre durchaus imstande, im Angriffsfall zu töten. Es gab Zeiten, in denen ich auch befürchtet habe, daß dieser Fall mal eintreten könnte. Wie auch immer: meine größte Angst bestand darin, wie ich nach einer solchen Tat weiterleben könnte.

Ja, ich denke schon, daß während einer akuten Notsituation auch das Töten eines anderen Menschen gerechtfertigt ist - und NUR dann. Weil dem nicht eine Wertung über den Menschen, der getötet wird, zugrunde liegt.

Anders sieht es schon aus, wenn man einen Gewalttäter zu Tode verurteilt. Um das tun zu können, muß man diesen Täter erst einmal "haben" - und das bedeutet, daß er akut keine Gefährdung mehr darstellen kann, wenn man die dem Täter entsprechend angemessene Sicherheitsmaßnahmen umsetzt.

Weil ich der Überzeugung bin, daß der Wert menschlichen Lebens an sich nicht in Frage gestellt werden darf, muß meiner Auffassung nach immer der Erhalt eines Menschenlebens im Vordergrund stehen.

Worauf ich hinaus will: wir werden in unserer Gesellschaft mit dem Tabu "Du sollst nicht töten!" aufgezogen. Um töten zu können (wenn es sich nicht um eine Affekttat, eine Tat im Rausch oder sonstigen Ausnahmezuständen handelt - die werden ja nicht grundlos von den Gerichten mildernd gewertet) muß der Tötende zunächst eine Rechtfertigung für seine Tat finden, nämlich, indem er das Opfer als nicht lebenswert erklärt.

Beispiel: im Dritten Reich die Juden - die wurden nicht einfach als nicht-menschlich erklärt (hätte nicht funktioniert, kein Tier wird mit solchem Haß, solcher Abwertung verfolgt, wie das mit den Juden geschehen ist), sondern man sprach ihnen ihren WERT als Mitmenschen ab - das rechtfertigte den Holocaust. Ähnliches passiert, wenn man sagt "Ach, das ist doch kein Leben, wenn "das da" geistig und körperlich behindert ist..." - der WERT dieses menschlichen Lebens wird unter dem Deckmäntelchen des Mitgefühls kleingeredet. Soldaten, die im Krieg töten müssen: entweder sie zerbrechen, oder sie fangen an, nur noch den Feind wahrzunehmen, nicht mehr den Menschen, auf die sie schießen müssen (so gesehen wundern mich die Berichte über Entwürdigung, Folter und lachende Soldaten, die mit Gefangenen oder Toten posieren, absolut nicht - sie haben ihre Opfer buchstäblich ent-menschlicht).

Nichts anderes tut ein Gewalt-/Sexualstraftäter. Er erniedrigt, stellt seine sexuellen Begierden, seine Bedürfnisse (Mord aus Habgier), seinen Machthunger über den Wert des Menschen, den er sexuell benutzt, tötet, vergewaltigt.

Und wenn es dann heißt: solche Täter sind un-menschlich, deren Leben ist verwirkt, sie sind es nicht mehr WERT, am Leben zu bleiben - dann würde das bedeuten, daß diejenigen, die das befürworten und umsetzen, nichts anderes tun. Sie tun damit dasselbe wie diese Täter: sie erklären menschliches Leben als unwert, um es töten zu können.

Was wäre das für eine menschliche Gesellschaft, in der Täter per Legitimation (Gesetze wie Todesstrafe, Lynchjustiz, Rache) anderen Tätern das Leben nehmen dürften? Keine, in der ich mich sicher fühlen würde, ich hätte Angst.
 
Vorneweg: ich verfüge über ein enormes Aggressions- und Gewaltpotential. Ich wäre durchaus imstande, im Angriffsfall zu töten. Es gab Zeiten, in denen ich auch befürchtet habe, daß dieser Fall mal eintreten könnte. Wie auch immer: meine größte Angst bestand darin, wie ich nach einer solchen Tat weiterleben könnte.

in jedem von uns ist das "Gen zum töten" vorhanden - das sind unsere Uraltinstinkte die aus den Zeiten der Jagd, in uns haften geblieben sind.
Dafür muss man sich nicht schämen, denn es gibt wohl niemand - der noch nie gesagt hat - diesen oder jenen könnte ich umbringen -. In Notwehrsituationen kann dieses "Tötungsgen" uns das Leben retten, denn es zwingt uns zur Gegenwehr - und so manchen, unkontrolliert zum Tötungsakt. Selbstkontrolle ist das Schlüsselwort, es entscheidet darüber, wie weit wir bereit sind "zu gehen". Wer eine starke Selbstkontrolle besitzt wird beherrscher seiner Aggressionen sein und dadurch Extremsituationen meistern.
Wir alle hassen es schwach zu sein, aber Stärke beweist sich nicht darin - andere zu kontrollieren - sondern darin - sich selbst im Griff zu haben.
Wir sind für uns die größte Herausforderung - und sich dieser zu stellen - das ist eine Lebensaufgabe, die letztendlich auch den Wert unseres Lebens ausmacht
 
In den USA wurden hunderte von Menschen "versehentlich" zu Tode verurteilt. Sie saßen teilweise jahrelang unschuldig im Gefängnis. Warum? Ein Fehler in der Einschätzung. Der Unwert des Menschen oder die Strafe war falsch. Irren ist menschlich. Dadurch wurden Familien und das Leben der unschuldig Verurteilten zerstört oder sehr schwer geschädigt. Will damit zum Ausdruck bringen. Ein Bild über sogenannt unwertes Leben bildet man sich über Dritte. Es wird einer anzunehmenden Realität nicht gerecht, sondern ist meist ein fehlerhaftes Modell. Der Henker (oder der Staat im Falle der USA (allerdings nicht alle Bundesstaaten)) wäre in diesem Falle auf die gleiche Stufe zu stellen wie das eingeschätzte "unwerte Leben", als dessen Verfolger er sich ausgibt. Die Gesellschaft muss man vor Gewalttätern schützen. Dies erfolgt meines Erachtens nicht richtig. Gibt es überhaupt noch Reue oder Aufarbeitung im Strafvollzug? Statt den Einzelfall zu würdigen finden auch Verallgemeinerungen statt. Täter ist trotz der Tat eben nicht immer gleich zu beurteilen. Sicherlich kann man jetzt eine bösartige tödende Bestie heranziehen, um diese als unwertes Leben zu bezeichnen. Das nimmt man dann als Maxime. Aber wenn ich alles über einen Kamm schere und ein System wie in den USA zulasse, ist man im Prinzip auch nicht besser. Für mich stellt sich mehr die Frage, ob die Strafen in einem richtigen Verhältnis zu Taten stehen, ob der Strafvollzug überhaupt geeignet ist den eigentlichen Zweck zu erfüllen und ob man richtig Prävention betreibt. Wie geht man mit den Opfern von solchen Taten um? Das wäre allerdings zeit- und kostenaufwendig. Es geht doch alles in die Richtung eine Verantwortung von sich wegzuschieben und einen Automatismus zu betreiben. Dieser Automatismus bewirkt dann das Gegenteil. Am Ende steht dann eine Einteilung in wertes und unwertes Leben, wo die Würdigung des Einzelfalls keine Rolle mehr spielt und das Prinzip "Rache" zählt.
 
Diese Bezeichnung "unwertes Leben" stammt aus Hitlers Zeiten und wird zum Glück nicht mehr gebraucht! Es sollte nicht mehr in unserem Sprachgebrauch vorkommen!
Jeder Mensch sollte eine gleiche Berechtigung auf Leben haben, egal welche Ausgangsvoraussetzungen man hat!
Allerdings gibt es Menschen, die andere Menschen quälen, verletzen, töten- da frage ich mich nach dem Sinn ihres Lebens-

Ganz gebräuchlich ist das so nicht mehr. Es gibt andere Sätze und es geht immer häufiger, so scheint es mir, bis hin zur unterlassenen Hilfeleistung. Da wird dann eben weggeguckt.

"Der ist es doch nicht wert, der ist doch behindert." (Es ging darum, für einen Jungen mit Handicap eine gute Schule zu finden.) Die Sozialarbeiterin sollte sich in ihrer Freizeit kümmern, wurde spöttisch gesagt.
Auf einer Grillparty aufgeschnappt. Ein Arzt:"Was sind schon Notfälle? Die sitzen am Ende bei mir im Wartezimmer und vergraulen mir meine guten Patienten. Soetwas will heute keiner mehr sehen." (Er meinte körperbehinderte Menschen, bei denen das Handicap offen-sichtbar ist.)
Wenn Menschen nicht mehr mit Namen bezeichnet werden, sondern mit "Soetwas wie die oder der".... .
Für mich immer schon ein Signal!
Wenn Diskriminierung soweit reicht, dass Menschen von ihren Lebens- bis hin zu ihren auch Überlebensmöglichkeiten von vielen unterschiedlichen Seiten nach und nach abgeschnitten werden.... .
Chancen geben, die keine sind. Tür zu, Klient draussen. Aber Statistik erfüllt.
Usw. .
Wenn Leiden und Sterben teils schon billigend inkauf genommen wird.... .
Was wird da anderes vermittelt als der Eindruck, dass es Menschen gibt, denen das Leben von Menschen nichts wert ist?

Deutlich wird mir das auch immer öfter auf der Strasse.


LG
Landkaffee

Es gibt kein "unwertes Leben", aber es gibt Leben, dem einfach kein oder kaum noch Wert zugebilligt wird. Es gibt Menschen, denen teils eben auch bewusst, "der Hahn zugedreht wird" bis sie daran verzweifeln oder sterben.
 
Für dich unwertes Leben?

Nein, aber ich beahupte auch nicht, dass ich perfekt bin. 🙂



@Zappzarapp

Darum heißt es wachsam sein und hier und jetzt mutig sein, damit es gar nicht erst zu der Situation kommt, dass ein Massenmörder durch die Gegend läuft. Darum sind mir Meinungsfreiheit und Demokratie sehr wichtig.



@all

Ich habe gestern eine Doku gesehen, die mir mal wieder gezeigt hat, dass das Thema "unwertes Leben" keineswegs in die Nazizeit gehört und vorbei ist.

Allein die Schweiz hat bis 1984 Zwangssterilisationen durchführen lassen. Sie zeigten da eine Frau, die mit 18 ungewollt schwanger geworden ist und man trieb nicht nur das Kind ab sondern hat dieses triebhafte Mädchen auch gleich sterilisiert. Heute ist sie über 50 und leidet immer noch.

Auch in Amerika waren Zwangssterilisationen weit bis in die 80iger Jahre üblich.

Heute haben sie Gutanamo. Dort werden Menschen weggesperrt und als des Lebens unwürdig angesehen (eben auch gefoltert), obwohl diese nie eine Gerichtsverhandlung hatten.

Was uns alle in Deutschland akutell betrifft, das ist die Debatte über pränatale Diagnostik. Auch Menschenselektion wie im Dritten Reich, sagten die gestern in der Dokumentation, nur eben auf anderer Ebene.

Gute Frage, hat ein Elternpaar das Recht, die Embryonen auf Erbkrankheiten untersuchen zu lassen und zu sagen, dass sie kein krankes Kind wollen?


Tuesday
 
Das Leben benutzt sich (gegenseitig) um zu leben.
Was also ist unwertes Leben? Entweder alles oder nichts.

>> Leben in Wert und Unwert einzuteilen, ist Fundament des Wahns.

Ohne (extrem) bösartige Menschen, unter denen andere zu leiden haben und die alles kaputt machen, wäre die Welt ein besserer Ort.

Ich denke dabei z.B, an
- Tyrannen und Despoten (sowohl in klein (Familie), als auch in groß (Staat)),
- Menschen mit rücksichtsloser Profitgier, die gleichgültig gegenüber Mensch und Umwelt sind,
- Egoisten ohne Gewissen und Verantwortungsgefühl,
- Gewaltverbrecher, Mörder,
- Kriegstreiber, Waffenproduzenten,
- Leute die ihren Überlegenheitswahn als Rechtfertigung betrachten alles zu dürfen.

Ich verwette meinen Allerwertesten darauf, dass sogar ein gewisser Adolf H. noch ein 'werter' Mensch hätte sein können, wäre er nicht zu dem geworden, was er dann letztendlich war. Ein Wahnsinniger. Man darf aber auch gerne den zeitgenössischen, roten Gegenpart, den Josef S. heranziehen, der hatte auch so einige Opfer zu verzeichnen. Und so geht das munter weiter...
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Landkaffee

Das ist eine wichtige Sache, die Du ansprichst! Wegsehen oder herablassendes Verhalten gegenüber Menschen in schwächeren Situationen ist ein nonverbaler Ausdruck von einer Mißachtung!
Wir haben aus der Geschichte gelernt aber Tendenzen sind immer noch vorhanden!
Man erkennt es daran, dass sich Menschen über Macht und Geld definieren, während ihnen der Mensch an sich nicht mehr wichtig erscheint!
Glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert aber subtil wird eine Mißachtung noch oft deutlich!
Es fängt ja schon bei der Integration von Menschen mit Handycap in unserer Gesellschaft an!
Für viele Eltern bedeutet es immer noch Kampf und es ist noch keine Selbstverständlichkeit ihre Kinder in Regelkindergärten oder Regelschulen zu integrieren!
Warum nicht?
Weil es ein Hinschauen ist? Weil es bedeutet, sich auch um Menschen in schwächeren Positionen zu kümmern, sich adäquat damit auseinanderzusetzen?
Das Verhalten ist oft demütigend aber selbst diese Menschen werden irgendwann in ihrem Leben in eine schwächere Position kommen! Sie werden nämlich genau wie alle Menschen älter und irgendwann krank und hoffen dann auf das Mitgefühl anderer! Das bleibt niemanden erspart, egal was für einen sozialen Status man bekleidet! Diese Menschen werden sich dann zwar mit Geld ihr Altersleben sichern aber sie sind dann genau wie andere, die sie herablassend behandelt haben, von ihrem Wohlwollen abhängig!

Ich glaube nicht an das Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit.

Und:
"Wir haben aus der Geschichte gelernt aber Tendenzen sind immer noch vorhanden"
Es sind meiner Erfahrung nach nicht nur Tendenzen..... .

Nachdenkliche Grüsse!
Landkaffee
 
Wer was übrig hat für britischen Humor:

Every sperm is sacred

Aus dem Refrain:
Every sperm is sacred.
Every sperm is great.
If a sperm is wasted,
God gets quite irate.

Eine meiner Lieblingsstellen bei 3:01 🙂!
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
G Gibt es böse Menschen? Leben 197
Luisa1960 Was würdet ihr tun, wenn ihr wüsstet, das ihr nur noch einen Tag am Leben seid Leben 42

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 3) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben