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Gewalt,kein Ende..... und Kinder

  • Starter*in Starter*in susanna
  • Datum Start Datum Start
S

susanna

Gast
Also, dann erzähl ich mal. Geheiratet haben wir vor 19 Jahren. Ich liebte ihn- sah in ihm den Mann meiner Träume- seine großen Gefühle mir gegenüber wirkten manchmal schon irgendwie übertrieben- als hätte er die worte auswendig gelernt.-aber ich wollte ihm wohl glauben- er sich selbst vielleicht auch. Als ich schwanger wurde, haben wir geheiratet - und dann begann schleichend irgendetwas:von Freunden isolieren,Telefon abstellen, Haustüre abschließen, so daß ich nicht raus kam - damals glaubte ich noch an Mißverständnis, jetzt weiß ich, daß es der Anfang war. Geschlagen hat er mich das erste Mal als ich mit dem zweiten Kind schwanger war,so nach zwei Jahren Ehe. Kopf gegen die Heizung- ich hatte Angst um mein Kind - nur still sein, nicht provozieren- und: das Gefühl: das muß ein Mißverständnis sein, das ist nicht wirklich. Es gab Zeiten, da ging es besser, Zeiten in denen es chaotisch war. Aber immer wieder: Schläge- und die erklärung, daß ich Schuld sei, weil ich ihn provoziert hätte. Jeder Mann hätte in seiner Situation zugeschlagen.Trotzdem:Betroffenheit, Versprechen, Versöhnung. Anfangs war er: `fasziniert von meiner Begeisterungsfähigkeit, Lebendigkeit, Ideen- ´dann, zunehmend, machte ich alles falsch- oder er konnte, wußte alles besser: Beruf, Kindererziehung, Kochen, Schwanger sein, stillen - Er wurde zunehmend: der tolle Vater, besorgte ehemann, der neben dem Job auch noch seine Frau so großartig unterstützt- das alles,wenn andere zusahen. Ohne Publikum: ChaosAlkohol und Geschrei.Und ich wurde: immer kleiner, unsicherer und: immer gieriger nach etwas Anerkennung und Lob- und immer abhängiger von ihm. Er erklärte seine Ausbrüche mit seiner schwierigen Kindheit- ich verstand ihn : gemeinsam schaffen wir das! Ich schlug eine Eheberatung vor-er wollte nicht, er hatte ja kein Problem. Also ging ich allein zur Beratung - ohne allerdings von der gewalt zu erzählen- weil ich mich schämte..Er unterstützte das mit der psychologischen Beratung und begrüßte es- problematisch wie ich in seinen Augen war.
Er erklärte mir,warum meine Wünsche unlogisch seien, meine Traurigkeit hysterisch.`Ich mach doch gar nichts, ich bin der friedlichste Mensch von der Welt, ich habe mit keinem ´Menschen Probleme- es muß an dir liegen...
Und immer wieder: Ich liebe dich doch
warum ich nicht schon damals gegangen bin: Weil ich ihm geglaubt habe, weil er sehr überzeugend war-( und ist), weil ich ihn trotz allem immer noch liebte- und weil ich dachte daß er wiedergutmachen und heilen lassen könnte, was
er mir immer wieder angetan hat- und zwar nur er. Weil ich an meinen Gefühlen zweifelte, an meinem Verstand, an meiner Wahrnehmung, an mir als Frau, als Mutter, an meinen Fähigkeiten im Beruf.Und weil ich mit niemandem drüber reden konnte. Niemand hätte mir geglaubt. Er war- und ist- so nett, so einnehmend ,so überzeugend und charmant. Der schlägt doch seine Frau nicht.Da muß er aber einen Grund haben. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn er einmal so zugeschlagen hätte, daß es unübersehbar gewesen wäre- aber nur blaue Flecke, Abschürfungen und ein verheultes Gesicht? -Ich dachte:das glaubt dir doch keiner. Ich bin bei ihm geblieben- und habe mich geschämt für das was er immer wieder mit mir machte.
Dafür, daß er mich auslachte und demütigte, wenn ich weinend am boden lag. Selbstachtung und Selbstbewußtsein wurden immer weniger.

Als wir dreizehn Jahre verheiratet warenwurde bei mir Krebs festgestellt.
Operation, Chemotherapie Bestrahlungen. Als er mich noch schlug, als ich nach der Chemotherapie am Abend völlig fertig nach Hause kam-
als er mir sagte, daß es mein Problem sei, wenn ich sterbe,da müsse ich allein durch- da habe ich ihn eines Tages rausgeschmissen.
Schluß? Nein.Monatelanges Hin und her- heulen , betteln, flehen- (Ich! nicht er!)
Bis er sich neu verliebte. Schluß? Nein: Beschimpfungen am telefon, beleidigende Briefe, Unterhalt nicht klären wollen, Konten nicht klären wollen, Krankenversicherung (!) blockieren,Kinderumgang nicht regeln wollen ...(Er).Macht eben .
Langsam und mühsam hab ich mich freigekämpft. Die kinder haben endlich gelernt, daß es unrecht ist, wenn sie schlagen, und begründen nicht mehr : der hat mich provoziert.Wir haben - nach Ihm- ein paar schöne Jahre miteinander gehabt, denke ich- ruhiger, miteinander Sachen unternommen,waren anders ,aber wieder eine glückliche Familie Ich weiß aber nicht , ob sie jemals wirklich Respekt haben werden vor mir- sie haben zu viel mitgekriegt- und mich zu oft verzweifelt und klein gesehen.was all das in ihnen angerichtet hat weiß ich nicht.Ich wünsche mir, daß sie irgendwann einmal verstehen, warum ich auch die letzten Jahre oft noch traurig war, mein größter Wunsch ist, daß sie irgendwann einmal sogar ein bißchen stolz auf mich sein könnten - dazu muß ich aber selber noch mehr zu dem zurückfinden, wie ich mal war.
Vor vier Monaten ist meine vierzehnjährige Tochter zu ihrem Vater gezogen - über Nacht,nach einem Sommer voller Machtkämpfe und Pubertätsmotzereien. Seither ist sie sehr abweisend,kühl zu mir- als wäre ich eine Fremde. Heute hat sie mir erklärt: Vater ist total nett, er kommt mit jedem gut aus, wenn er dich geschlagen hat, muß er wohl einen Grund gehabt haben-Du hast doch selber schuld. ...und und und - lauter Sätze, die ich von ihm kenne, und bei mir kommt alles wieder hoch und ich hatte gerade geglaubt, ich hätte es jetzt endlich hinter mir.
Und ich renne ihr hinterher,mach mich lächerlich, will nicht,daß sie so geht.Es tut weh, sie ist meine Tochter und ich liebe sie sehr.
 
Liebe Susanna!
Das ist ja entsetzlich! Was Du alles durchmachen mußtest und musst! Arme Wutz! Ich bewundere aber Deine Stärke, dass Du doch den Absprung geschafft hast. Natürlich wird das Schwein immer in Deinem Leben sein, eben wegen der gemeinsamen Kinder.
Akut ist ja jetzt wohl das Problem mit Deiner Tochter. Da kann ich nur vorhersagen, dass es sicher nicht mehr lange dauern wird, bis sie sein wahres Gesicht erkennt. Er kann sich bestimmt eine Zeit lang verstellen, aber irgendwann wird Deine Tochter irgendetwas tun, das ihn "provoziert". Und dann wird sie merken, dass es nicht die Schuld ihrer Mutter war, wie alles gelaufen ist. Gib ihr ein bisschen Zeit, sie will wahrscheinlich momentan gar nicht sehen, was die Wahrheit ist. Und sie liebt Dich ganz bestimmt auch, auch wenn sie es derzeit nicht zugeben kann. Ist halt noch dazu ne blöde Zeit, so mitten in der Pubertät.
Ich wünsch Dir ganz viel Kraft!
Bazillus09
 
*Muss erstmal durchatmen, sich sammelt ...

Susanne ich bin noch nicht lange hier. Habe in meinem Leben auch noch nicht so viel gesehen und gehört. Doch ich möchte deine Zeilen, die mich tief berührt haben, nicht ohne Antwort stehen lassen. Auch wenn meine Zeilen Angesichts deiner Lebensgeschichte wie Gestammel klingen werden, ja sich fast hohl anhören werden.

Mir ist noch nie eine so verletzte, getretene, geschundene Seele wie du begegnet, welche gleichzeitig so stark ist. Das du hier schreibst, zeigt mir, dass du noch Kraft hast, auch wenn du selber daran vielleicht kaum noch zu glauben wagst.

Du schreibst, deinem Ex glauben alle und halten dich für diejenige, die unglaubwürdig ist oder die es sogar verdient hat. Aus eigener Anschauung weiß ich, dass es für den streitenden "Normalfall" immer mindestens 2 Seiten einer Geschichte gibt. Doch das ist bei dir schon lange nicht mehr der Fall, war es wohl auch nie.
Ich denke viele hier im Forum haben die Erfahrung gemacht, dass es gerade die stillen, die erstarrten Gesichter sind, die gerne die Wahrheit herausschreien möchten und es nicht können. Sei es, weil sie Angst haben unglaubwürdig zu sein oder/und weil ihnen einfach schon die Kraft dazu fehlt.

In deinen Zeilen kommt immer wieder dein Gefühlskampf zum Vorschein. Glaub mir, es gibt keinen, aber auch keinen einzigen Grund jemanden anderen zu schlagen. Mann (Frau auch) kann auf den Tisch hauen, die Tür zu schlagen, Geschirr runter werfen, alles schon vorgekommen. Aber es wird sich nicht an einen anderen Menschen vergriffen!!! Keine hat das Recht, aus Wut um sich zu schlagen nicht in unserer Gesellschaft und schon gar nicht in der eigenen Familie. Susanna lass dir diesen deinen Glauben nicht mehr nehmen. Ich glaube, ich gehe nicht zu weit, wenn ich sage, jeder in diesem Forum sieht es genauso.

Und dann beschreibst du, wie deinem Ex geglaubt wird. Damit beschreibst du in meinen Augen den ganz normalen menschlichen "Wahnsinn".

Wenn es einen Teufel gibt, so wie ihn Christen ins Leben gerufen haben, dann ist er nicht der Schlägertyp, der besoffen rumkrakelt. Nein es ist genau der Typ, der nett, einnehmend, überzeugend, charmant daher kommt. Fragt man jemanden, ob er ein Wässerchen trüben könne, keiner würde ja sagen. Es gäbe nicht einen der, selbst wenn er groß und breit erklärt, wie schlecht er doch ist, ihm nicht zumindest verzeihen könnte. Wobei 98% diesem Typus sowieso nicht glauben werden, dass er so schlecht von sich aus sein kann, dass er eher auf jemanden reingefallen ist und notgedrungen gewaltige Gründe für sein handeln hat. Diesem Typus wird einfach geglaubt, dass er keiner Fliege was zu leide tun kann. Vielleicht wird Satan daher auch gerne als Herr der Fliegen bezeichnet? Es traut ihm eh keiner zu, dass er einer Fliege was antun könnte.

Deine eigene Tochter glaubt deinem Ex, dass du es verdient hättest. Du hast es aber nicht verdient Susanna!!! Ich denke das weißt du auch.
Es mag in deinen Ohren seltsam klingen, aber ich verurteile deine Tochter nicht dafür, dass sie das sagt. Ihre zunehmende Lebenserfahrung wird sie eines Tages aufwachen lassen.

Die nächsten Zeilen schreibe ich aus der Erfahrung meiner Jugend heraus, aus dem was ich von anderen gehört und selber durchlebt habe. Susanne ich habe noch keine Kinder, also ist das was jetzt kommt mit Vorsicht zu genießen, weil ich im Grunde nicht voll mitreden kann.

Bei deiner Tochter sind dir zur Zeit die Hände gebunden. Du kannst, so weh es auch tut, erstmal nur abwarten und für sie einfach nur da sein - sozusagen in Wartestellung. Versuche ein Stück weit los zu lassen, auch wenn du eine scheiß Angst um sie hast. Doch meiner Meinung nach erreichst du mehr, wenn du sie loslässt und ihr zu verstehen gibst, dass du einfach für sie da bist. Sie von sich aus kommen kann, wenn sie es braucht. Das ist die stärkste Waffe, die du in meinen Augen hast.
Frage sie einfach wie es ihr geht. Frage sie was sie sich so wünscht für die Zukunft. Bleibe ihr gegenüber bei unverfänglichen Themen. Einfach damit sie sich überlegen kann, wie weit sie auf dich zukommen möchte. Alles andere wird auf taube Ohren stoßen, wird sie in Verteidigung gehen lassen. Es ist hart, dass so offen zu hören und ich möchte noch mal sagen, es ist lediglich meine Meinung.

Ich wünsche dir, dass du deine Kraft nicht verlierst. Du bist schon so weit gekommen, bleibe auf deinem Wege. Stärke dein Selbstvertrauen, sei auch für dich da, damit du wieder für andere da sein kannst. Es heißt: "Nur wer sich selbst liebt, weiß andere zu lieben.". Glaube an dich und schreibe, schreibe dir die Wut, die Zweifel von der Seele, wenn es für dich ein Ventil ist.

Sianus
 
Hallo Susanna,

es tut mir leid mit deiner Tochter, aber ich denke sie muss ihre eigenen Erfahrungen machen...wichtig ist, dass du für dich innerlich klar kriegst, dass du null Schuld daran hast, dass dein Mann so ein asoziales Ar***war...auf gut/schlecht Deutsch gesagt. Das ist eine Sache, die ja anscheinend noch in dir herumrumort und nicht genug geklärt scheint für dich selber.
Diese Provokationsthese ist ein beliebtes Machtmittelchen, davon sollte man sich nix annehmen. Jeder Mensch ist für sein Handeln verantwortlich, so auch dein EX.. Ich denke eines Tages wird auch deine Tochter das einsehen...und wenn sich diese pubertären Dinge mal gelegt haben ist der Kopp eh wieder klarer und sie wird das schon erkennen.
Wichtig ist nur, dass du dich nicht provozieren lässt und auch nicht emotional erpressen. Mach dich nicht zu klein durch bitten und betteln, sondern stell klare Ansprüche. Sag deiner Tochter dass dein Vater ein gewalttätiger Mensch ist, du dir Sorgen um sie machst, ihr jedoch letztlich die Entscheidung überlässt (oder auch nicht! Wenn du alleiniges Sorgerecht hast ist es deine Entscheidung!!) ob sie zu ihrem Vater geht oder nicht...Ruhig und klar vorgebrachte Ansichten sind weit effektiver als zu viel emotionaler Druck. Weinen und Betteln wird auch immer für Schwäche ausgelegt und mit Verachtung abgestraft....ist leider so...Menschen sind auch irgendwo nur Tiere, z.B wie Hühner und auf die Schwachen (schwach erscheinenden!!muss nicht Realität sein, ist Entscheidungs-und Übungssache auch mal stark zu sein) wird halt eingehackt....Darwinismus: survival of the fittest etc.
Aber um noch anzufügen: du machst dich auf keinen Fall durch emotionale Ausbrüche lächerlich! Du liebst deine Tochter ja, machst dir Sorgen um sie, und im vorliegenden Fall ja auch berechtigte Sorgen... und es ist keine Schande das auch zum Ausdruck zu bringen...allerdings ist dieser emotionale Druck bei Teens kein wirksames Mittelchen...oder überhaupt..wenn man zu viel Abhängigkeit signalisiert fühlt sich der andere oft provoziert seine Macht auszunutzen um das Gegenteil vom Erwünschten zu tun...man muss hier quasi paradox handeln...also sagen: geh ruhig, ich halte dich nicht zurück..aber trage bitte auch die möglichen Konsequenzen allein und belaste mich damit nicht. ...Oder: o.k. du willst zu deinem Vater, du weisst jedoch, dass er zu Gewalt neigt und er kann jetzt freundlich sein, aber das könnte sich auch mal ändern...in Stresssituationen oder so...und du solltest dich bitte auch ein wenig endgültig entscheiden, damit dich dein Zimmer ggf. untervermiete od. ä. so was hat oft ne gute Wirkung...denn Tochter-Püppi staunt: booah mit der kann ich ja nicht alles machen...und ich selber bin verantwortlich für meine Entscheidung und meine Entscheidung hat auch Konsequenzen, z.B. die dass Mami sauer ist, halt nicht immer verfügbar ist und in Sachen Papa-Entscheidung erst recht nicht mehr..o.k. ein kleines Machtspiel mit der Verlustangst von Töchterli...aber die macht dasselbe ja mit dir...also haben wir hier ein tit for tat..wie du mir so ich dir...(Lt. Spieltheorie und auch persönlicher Erfahrung die erfolgreichste Verhaltensstrategie!!) das ist gerechtfertigt....Sie zeigt dir ihre Macht zu gehen, zeige du deine Macht sie gehen zu lassen...und dann mal abwarten, was dabei rauskommt...
Wie auch der Vorbeitrag schon anriet: loslassen ist wichtig und auch sich abgrenzen können. Damit hat man schon die halbe Miete gewonnen.
Ich denke du hast immer noch Probleme mit dem Selbstbewusstsein und auch Selbstwertgefühl...an diesen Dingen solltest du gezielt arbeiten...sei es mithilfe von Kursen oder einer Verhaltenstherapie oder einem Kampfsport (der ist an sich echt Klasse für Abgrenzungstraining, Selbstbewusstsein stärken, mit Aggressionen/Angriffen umgehen...Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung etc. etc.Kampfsport = Lebenstraining!)
Dein Selbstwert ist im Keller und damit bist du ungeschützt...Formel: geringer Selbstwert hohe Gefährdung...denn wer sich wenig wert ist, der duldet zu viel, setzt keine Grenzen, wehrt sich nicht. In dir schlummert dieser Selbstwert jedoch und auch ein innerer weiblicher Instinkt, was gut für dich ist und was nicht...ansonsten wärest du jetzt nicht hier im Forum gelandet oder hättest dich nicht von deinem Mann wegkämpfen können. Diese innere Kraft musst du Stück für Stück weiter ausbauen, dann funktioniert alles leichter...bzw. nicht gerade leichter, aber anders und besser für dich und wohl auch für deine Kids.

Ich habe in einer Betreuung mal mit einer Erzieherin und ihrem Sohn die Erfahrung gemacht, dass sie als Mutter mit der Ausrede (die übrigens oft Standard ist...und es steckte auch noch mehr dahinter: Verlustangst und ineffektive Erziehung schafft Abhängigkeit etc..), dass sie ihrem Sohn emotional zu nahe stehe immer nur geschimpft, gemeckert und geschlagen hatte, womit sie null pädagogischen Erfolg hatte, sprich dat Kind, bzw, der Teenager gemacht hat was er wollte, was nicht so klasse war als das mit Schuleschwänzen, klauen etc. ausartete...keine Grenzen gesetzt-->also wird getestet, wie weit man gehen kann, ein völlig normales menschliches Verhalten, wenngleich nicht soziales Verhalten, was erstmal klar und effekiv gefordert und "installiert" werden muss..In einer Therapie hat die Erzieherin dann Schritt für Schritt gelernt sich abzugrenzen, anstatt nur ihren Frust über das nicht funktionierende/"schwer erziehbare" Kind (schwer erziehbar war an sich sich Quatsch, der Junge war sehr einfach zu händeln...brauchte nur genügend Rückhalt, d.h. klare Ansagen und auch konsequenzen...und ne Struktur in der sich soziales Verhalten lohnte, asoziales Verhalten nicht) abzulassen...klare Strukturen gesetzt = Regeln aufgestellt und diese ruhig und konsequent umgesetzt....sone Änderung braucht seine Zeit, aber ist möglich...und dann funktioniert es nicht nur mit den Kids besser, sondern im Leben allgemein, denn alle Menschen funktionieren nach gewissen Prinzipien...und zwar umso besser je artgerechter sie behandelt werden!
Jeder Mensch hat im Grunde einen inneren Sinn dafür, weiss an sich schon wie es geht, aber häufig braucht es einer Therapie oder Kursen oder sonstwas als Katalysator um diesen Sinn zu aktivieren, wieder laut werden zu lassen, um auch den inneren Selbstwert wieder stark werden zu lassen, womit man an sich automatisch weiss wie man sich verhalten muss...

Du hast bereits Erfahrungen zum Thema Macht gemacht, konntest dich ja bereits einmal abgrenzen und ablösen, und hast damit die besten Voraussetzungen weiter ein wenig Analyse zu machen, kleine Änderungen an deinem Verhalten und in deinem Alltag vorzunehmen, was dir keiner abnehmen kann...da bist halt du gefragt. Dann klappt es auch besser bei den alltäglichen Machtkämpfen! Diese Kämpfchen man ja an allen Ecken und Kanten, sei es im Job in der Familie, mit dem Vermieter etc...und klasse ist, wenn man es eingermaßen drauf hat sich durchzusetzen, zu gewinnen....durch solche Erfahrungen wächst das Selbstbewusstsein. Das du eine Kämpferin bist hat ja auch dein Kampf gegen den Krebs gezeigt: Hut ab! Und dabei noch einen Terrorknochen von Mann ertragen? Mensch in dir steckt echt ne Menge Kraft und Kamfgeist..finde ich toll! Das noch kombiniert mit einem Schuss Taktik und du bist unbesiegbar! 🙂)
Ich wünsche dir viel Kraft...(bzw.. eher Geschick, damit man auch mal Kraft sparen kann) und auch Glück dabei!
LG
Tyra

P.S. Buchtipp: Harriet Rubin: Machiavelli für Frauen
und mal quer duch die Frauenliteratur...auch Frauen können souverän herrschen und beherrschen....ausser unseren primären oder sekundären Geschlechtsmerkmalen ist alles offen, d.h. Frau zu sein bedeutet nicht klischeehaft schwach, duldsam, weniger wert, anspruchslos, schutzbedürftig und all diese Dinge zu sein...Frauen sind an sich stärker als sie denken (körperlich und auch psychisch), dürfen nur nicht so auf diese patriarchal bestimmte Sozialisation/Erziehung gehorchen sondern müssen mal aktiver werden in Sachen Macht...über das eigene Leben bestimmen mehr machen und tun...sich in diesen Punkten mal ein BEispiel an den Männern nehmen...weniger denken und grübeln, sondern machen...natürlich keine asozialen Dinge wie schlagen nachahmen...nur grundsätzlich von der Grundhaltung her...z.B. sagt ein Mann: ich will dieses Auto..und kauft es sich...während die klassische Frau diesen Anspruch erstmal hinter den Anspruch anderer = Familie od. ä. zurückstellen würde, was grundfalsch ist...Frauen müssen genauso anspruchsvoll sein wie Männer.. damit ihren Selbstwert pflegen und heben, sich auch mal auseinandersetzen, wenn da ein Ungleichgewicht von Geben und Nehmen in einer Partnerschaft besteht und natürlich kompromisslos die eigene Haut verteidigen...
Macht und Gewalt sind Komponenten des menschlichen Lebens...aber jeder kann lernen gut damit umzugehen....
 
Liebe Susanna,
ich gestehe, hab nicht alle Antworten zu Ende gelesen, so erschüttert bin ich über Deine Geschichte, die Art wie Du Deine Gefühle über das Geschehene beschreibst.

Es kamen ja schon sehr gute Beiträge: Kein Mensch der Welt hat das Recht einem anderen Gewalt anzutun - egal in welcher Art und Weise. Diese miese Masche der Rechtfertigung (Du hast mich provoziert, den anderen immer mehr abkapseln, sein ganzes Selbstvertrauen zerstören und immer wieder an die Liebe apellieren) - wie ich es verabscheue!

Wieso schaffen es diese Typen immer wieder, dass wir uns schämen für das, was UNS angetan wird/wurde?! Habe mal auf einer guten Internet-Seite (reiche ich gern nach) gelesen, dass Menschen, die psychische und physiche Gewalt in dieser Art ausüben, sogenannte "gute Verkannte" sind. Das passt doch hervorragend in das Puzzle. Ja, nach außen hin wirst Du in den Himmel gehoben, jeder hält einen für das Paar schlechthin. Das und vieles Geheucheltes macht es einem so schwer zu begreifen, dass da etwas grundliegend schiefläuft!

Sianus meinte:
Ich denke viele hier im Forum haben die Erfahrung gemacht, dass es gerade die stillen, die erstarrten Gesichter sind, die gerne die Wahrheit herausschreien möchten und es nicht können. Sei es, weil sie Angst haben unglaubwürdig zu sein oder/und weil ihnen einfach schon die Kraft dazu fehlt.

Und dann beschreibst du, wie deinem Ex geglaubt wird. Damit beschreibst du in meinen Augen den ganz normalen menschlichen "Wahnsinn".

Sianus
Das hier hat mich sehr gerührt. Wie treffend diese Worte sind und gleichzeitig so voller Gefühl! Ja, kann Sianus in allem zu 100% beipflichten.

Auch finde ich wie die anderen, dass Du durchaus sehr stark bist, aber ein bisschen weißt Du das auch, oder? Sei stolz daruf und vergiss es nicht, sondern nutze es für das, was vor Dir liegt. Du warst noch so jung, als alles begann, warst formbar und offen gegenüber allem eingestellt. Umso schwieriger war Dein Weg, den Du so toll bis hierher gegangen bist!

Habe leider auch keine eigenen Kinder, wenngleich der Wunsch seit einiger Zeit da ist, aber auch ich möchte etwas zu diesem Thema sagen: Deine Tochter ist, wie Du schreibst, in einer sehr schwierigen Phase ihres Lebens. Diese Veränderungen bereiten ihr selbst Probleme oder nennen wir es mal Fragezeichen, es ist eine Art "Anti-Phase" gegen die Erwachsenen, weil man fühlt sich selbst ja schon so erwachsen. Ich glaube anhand Deiner Worte nicht, dass Du nicht alles getan hast, um Deine Kinder da irgendwie rauszuhalten und vor allem für sie da zu sein, wenn sie Dich gebraucht haben. Sie werden das begreifen, wenn sie alt genug sind und auch verstehen, was genau da passiert ist. Noch sind sie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt (Deine Tochter) bzw. einfach zu jung um zu begreifen. Mach Dir keine Vorwürfe deswegen. Nicht Du musst Dich Schämen über das, was passiert ist.

Wegen Deiner Tochter: Auch ich würde das so beurteilen, dass alle Versuche, sie zurückzugewinnen, ins Gegenteil ausschlagen könnten. Wenn Du jedoch eine Art Verbündete werden kannst, dann hast Du weiterhin guten Kontakt und kannst Vertrauen aufbauen. Das klingt vielleicht blöd, Du liebst sie ja und möchtest viel mehr, aber ich hoffe, dass das nach und nach von allein kommen wird. Zeige ihr, dass Du ihr vertraust. Auch wenn es schwerfällt, behandle sie als den erwachsenen Menschen, als den sie sich fühlt (oh, ist das jetzt so richtig... sorry, ist spät!).

Für Dich persönlich ist ein sehr wichtiger Schritt zu dem zu stehen, was passiert ist. Mir geht es viel besser, seitdem ich damit sehr offen umgehe. Es ist ein Teil von Dir, Du kannst und musst es nicht leugnen und vor allem macht es Dich nicht zu einem weniger guten Menschen. Du erzählst von Paartherapie. Warst oder bist Du denn auch selbst in Behandlung? Das ist so wichtig. Bei mir ist die Trennung jetzt ein gutes halbes Jahr her, eigentlich ist alles gut, aber ich merke immer wieder, wie nötig diese Gespräche noch für mich sind. Es kommen immer wieder mal Situationen hervor, die man sich im Laufe der Zeit einfach so (falsch?) angewöhnt hat. Dann gibt es da noch einiges, das verarbeitet werden muss und ich glaube, auch bei Dir ist das so. Falls Du also in dieser Richtung noch nichts unternommen haben solltest, bitte ich Dich einmal darüber nachzudenken. Du selbst bist es Dir schuldig, Du bist ein wertvoller Mensch, der es absolut verdient hat, glücklich zu sein.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft, bleib bei uns, ja? Bitte melde Dich mal wieder und berichte, wie es Dir geht.

Liebe Grüße
Vienne
 

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