Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

gewalt in familie und beziehung

korinna_21

Mitglied
hallo,

vorneweg, bevor es gehässige kommentare gibt: ich werde den kompletten text klein schreiben. nun zum eigentlich thema. ich wurde sehr traditionell und isoliert erzogen. und in einem traditionellen bild war ich als frau dem mann untergeordnet. es gab viel leid, was ich in der familie erfahren habe, was ich sehr lange weggedrängt hatte. ich war gewissermaßen emotional eingefrohren. ich ließ weder freud noch leid an mich heran. es war wie eine emotionale nullebene, auf der ich mich versuchte zu halten. irgendwann konnte ich die ganzen schlechten geschehnisse nicht mehr so richtig wegdrängen, und alles, was mich echt traurig und wütend machte, prasselte auf mich ein. ich war total überrollt von meinen gefühlen, wobei ich in eine tiefe trauer und depression fiel. diese depression hielt sehr, sehr viele jahre an. ich habe echt mit mir gekämpft. es war grauenvoll und sehr anstrengend für mich die ganzen geschehnisse in der familie zu verarbeiten. dadurch, dass ich ja vorher von anderen isoliert worden war, denn blut sei ja dicker als wasser, und ich gefühle nicht zuließ, hatte ich mich auch mit all den traurigen und furchtsamen ereignissen aus der familie nicht auseinander gesetzt gehabt. deshalb war es so anstrengend für mich, das alles zu verarbeiten, zum einen, weil es so viel war, was sich über die jahre angestaut hatte, zum anderen, weil ich vorher nichts davon an mich rangelassen hatte, und somit anfang immer noch in diesem emotional eingefrohrenen zustand war, und zum anderen, weil nunmal sehr viele extrem entsätzliche dinge in der familie passiert sind.

naja, zumindest gefiel es mir irgendwann nicht mehr, als frau mich so sehr erniedrigen zu lassen, mit der begründung ich sei ja frau und das müsse so. das zulassen der gefühle war und ist zwar immer noch sehr schmerzhaft, aber ich habe zumindest versucht mich langsam aus diesem traditionellen rollenbild rauszuentwickeln, weil ich ein selbstbestimmteres leben führen wollte.

als ich dann diese klare linie gezogen hatte, zumindest dachte ich zu diesem zeitpunkt, dass ich diese klare linie gezogen hätte, war ich zwar voll trauer über die geschehnisse in der familie, was ja auch nie erzählt werden durfte, denn was in der familie geschehe, bleibe auch in der familie, war ich irgendwie erleichtert und froh und dachte, der spuck wäre vorbei.

inzwischen bin ich mir da nicht so sicher. ich habe das gefühl, dass ich mir das alles nur eingeredet habe. dass ich viele strukturen weitergelebt habe, ohne es wirklich zu wollen. ich habe mich dabei auch irgendwie immer sehr unwohl gefühlt, war wohl aber doch so sehr unbewusst in diesen strukturen noch verankert, dass ich mich da nicht richtig losreißen konnte. soll heißen, ich war in einer beziehung bis vor kurzem, in der ich als frau nicht besonders gut behandelt worden bin. aus meinem familiären umfeld kannte ich es so, dass man sich für einen mann entscheiden müsse und dann auch mit ihm bis an sein lebensende bleiben würde. der freund xy, um den es hier geht, mit dem ich ganze acht jahre ausgehalten habe, war zwar nicht mein erster kontakt mit einem mann. aber viel erfahrung habe ich vorher nicht gemacht. diese erfahrung war zwar eine rebellion zu diesem traditionellen bild, das ich von meiner familie eingeprägt bekommen habe. ich kam dann aber relativ schnell mit freund xy zusammen. und mein erster gedanke war: das ist dein mann für's leben. komischerweise. obwohl ich ihn auch nicht wirklich lange kannte. naja, zumindest habe ich doch irgendwie daran festgehalten, dachte aber trotzdem, dass ich aus der traditionellen form herausgekommen sei, weil ich den typen mir selbst ausgesucht hatte. sonderlich gut hat er mich nicht behandelt, geschubse, auf mich einreden, wie schlecht ich denn sei, und das stundenlang, mir immer wieder gesagt, dass ich an dies und jenes schuld sei. das essen, was ich koche, schmecke nicht. ich könne nicht kochen, ich könne nicht putzen. ja, ich habe für ihn gekocht, ich habe für ihn geputzt, ich habe für ihn sein brot geschmiert. weil ich aber dachte, ich sei aus dem traditionellen bild raus, weil ich ja arbeiten ging und somit mein eigenes einkommen hatte, habe ich irgendwie nicht so richtig mich von ihm abgrenzen können. ich dachte halt, er würde mir bereits viele freiheiten geben. gut, er wollte immer genau wissen, mit wem ich mich wann und wo treffe und wie lange. fand ich nicht schön. aber meine freunde konnte ich mir dann doch irgendwie besser selber aussuchen, bzw. ich hatte ja so gesehen vorher gar keine als ich in der familie noch war. deswegen war ich dann doch irgendwie froh, weil ich endlich auch mal mit anderen menschen etwas zu tun haben konnte. zwar stark kontrolliert. er wollte manchmal sogar wissen, was wir denn besprechen. das fand ich nicht so gut. aber ich hatte endlich mal die möglichkeit auch mal mit anderen leuten zu tun zu haben.

naja, zumindest zogen wir dann mit dem freund xy zusammen. und da wurde dann alles schlimmer. er beschimpfte mich als h*, zerrte mich an den haaren durch die wohnung, geschubse, starkes festgehalte, das einreden auf mich wurde schlimmer und natürlich hatte er auch im bett das sagen. das hat mir alles so sehr weh getan, einmal kam die polizei. ich depp habe ihn gedeckt. ich kannte es irgendwie eben noch aus der familie so, was in der familie passiert, bleibe dort. und da bei ihm die gewalttaten immer hinter verschlossenen türen statt fand, denn nach außen war er immer lieb und nett, hatte ich ihn gedeckt. in der familie sind noch schlimmere sachen passiert. da habe ich ja auch immer den mund gehalten gehabt. deswegen dachte ich, ich müsse das aushalten.

habe mich dann von ihm getrennt, weil ich trotz aushalten irgendwann einfach doch nicht mehr konnte. bin dann ausgezogen. er hat mir versprochen, dass es besser wird. war es vielleicht auch die ersten wochen. danach aber nicht mehr. ich habe es trotzdem ausgehalten. bin jetzt aber an einem punkt, an dem ich mir sage, ich will das alles nicht mehr aushalten. also wieder schluss gemacht.

was mich sehr geärgert hat, ist feststellen zu müssen, dass ich eigentlich die ganzen strukturen, die mir offensichtlich in haut und blut übergegangen waren, offensichtlich weiter gelebt habe, ohne es wirklich gewollt zu haben. ob er wirklich treu war, braucht man wohl hier auch gar nicht mehr zu fragen. mich ärgert es einfach, dass ich mir so viel habe gefallen lassen, obwohl ich ja eigentlich das traditionelle verlassen wollte. ja, gut, natürlich gibt es bestimmt auch positive traditionelle beispiele. diese habe ich aber nie kennen gelernt. ich kenne nur die form mit der unterdrückung der frau. ob sie will oder nicht, das interessiert den mann nicht. das ist das bild, was ich kenne. ich kenne es so, dass frauen für viele dinge verantwortlich gemacht werden, die männer verbrechen. dass sich frauen für die taten der männer schämen sollen, weil sie es wohl verursacht hätten. wenn der mann fremdgeht, wird zum einen die eigene frau verantwortlich gemacht, weil sie ihm nicht gegeben hätte, was er bräuchte, zum anderen aber auch die frau, mit der er fremd gegangen ist, weil diese ihn wohl verführt hätte. und als mann könne er sich ja nicht bändigen. das ist das bild, was ich aus meiner familie kenne. und mich ärgert es total, dass ich es weiter gelebt habe, obwohl ich das nicht gewollt habe.

nun habe ich natürlich auch angst, dass ich wieder an so einen gerate, der mich eigentlich nur schlecht behandelt, bei dem ich aber trotzdem bleibe, weil ich denke, das müsse so. ich merke auch, dass es mir sehr schwer fällt, das konzept beziehung aufzulockern. dass ich mich sehr an dem freund xy orientiert habe, so wie ich mich vorher an dem willen des familienoberhauptes orientiert hatte. sein wille war gesetzt, genauso wie beim familienoberhaupt. diese starke orientierung nach außen möchte ich nicht mehr. ich möchte auch darauf achten, was ich möchte, was mir gefällt, was mir gut tut. ich habe aber zugleich die angst, dass ich nicht mal so eben diese starke orientierung nach außen ablegen könnte, weil ich eben so lange danach gelebt habe und weil es eben auch ein großer teil des erziehungskonzeptes war, denn ich hatte ja als mädchen zu gehorchen. ich bin auch gerade total frustriert. zum einen total traurig und enttäuscht, dass ich dieses konzept weitergelebt habe, dass ich mich habe so schlecht behandeln lassen, dass ich das alles zugelassen habe. zum anderen, weil ich echt gefrustet bin und natürlich hoffe, dass sich das zwar nicht wiederholt, aber andererseits auch angst davor habe, dass sich das wiederholen könnte, weil ich es offensichtlich doch weiter gelebt hatte, obwohl ich das nicht wollte.
 
ich weiß genau wie du dich fühlst, habe nämlich ähnliches erlebt und leider denke ich auch das
es auch an usere erziehung liegt. wir sind leider vorprogrammiert für solche menschen, die das gerne ausnutzen und leider finden wir solche menschen auch noch anziehend.
ich habe aus diesem grund auch eine therapie angefangen. leider sitzen diese sachen so tief, dass es wahrscheinlich jahre dauern wird. aber trotzdem geht es mir schon besser. ich versuche solchen menschen aus den weg zugehen.
außerdem glaube ich nicht, das du gekocht,geputzt eingekauft hast usw. weil es deine pflicht als frau war, sondern weil du ihn geliebt hast und du ihn eine freude machen wolltest.
leider hat deiner es auch nicht zu schätzen gewusst und wollte schlechte sachen eben sehen um dich fertig zu machen.
nicht weil es stimmt, sondern weil du sein ventil warst.
du darfst es auch nicht zu streng mit dem frauenbild sehen😉
also es gibt solche und solche männer, egal aus welchem land.
aber es gibt auch liebe männer, du musst sie nur sehen können und dadurch musst du dich erst mal sehen. was brauchst du? was fehlt dir? nicht so versteift auf das frauenbild schauen.
und vorallem hör auf dein bauchgefühl, dass ist schon richtig, wenn du was schlechtes fühlst. unser körper reagiert eigentlich sehr gut auf solche unterschwelligen gefahren.
sei nicht so hart zu dir, dass passiert leider häufiger als man denkt🙁
 
Hallo,
ja das ist ja das frustrierende. Dass ich das Gefühl habe in einem Hamsterrad zu sein und dass sich die Vergangenheit nur wiederholt hat. Dass er die Situation für sich genutzt hat, meine Schwächen quasi genutzt hat, damit er es schön hat. Mich ärgert es, dass ich habe mich so behandeln lassen und weil sich da alles von der Familie zur Beziehung wie ein roter Faden durchzieht, habe ich tatsächlich auch Angst, dass das ewig so weiter gehen könnte.

Ich bin zwar in Therapie, schon seit Jahren, war schon mit ihm zusammen, als die Therapie begann. Ich finde es aber sehr erschreckend, wie lange ich gebraucht habe, um über haupt die Zusammenhänge zu erkennen und zu sehen, dass er mir nicht gut tut, weil er eben schlecht zu mir ist und nicht weil ich blöd, schlecht, fehlerbehaftet bin. Dieses Minderwertigkeitsgefühl habe ich quasi aus der Familie mitgenommen. Und weil es ihm ins Konzept gepasst hat, hat er natürlich meine Minderwertigkeitskomplexe immer weiter aufrecht erhalten, um mich in eine Position zu bringen, in der ich seine Verhaltensweisen gar nicht in Frage gestellt habe, weil ich immer die Schuld bei mir selbst gesucht habe.

Und so drehte sich das Rad weiter. Ich fühlte mich schuldig und ihm ging es gut. Hat er mich körperlich, verbal oder sonst wie angegriffen, hatte er nie das schlechte Gewissen, sondern ich, weil ich dachte, ich hätte ihn provoziert. Zumindest hat er das immer gesagt und er wäre ja eigentlich ein so lieber Mensch. Wegen mir würde er immer außer Kontrolle geraten. Selbst als die Polizei da war, hat er sich nicht bei mir entschuldigt. Er hat sich eh nie bei mir entschuldigt, weil er meinte, er würde ja keine Fehler machen. Also wieso solle er sich bitteschön bei mir entschuldigen. Naja, zumindest hat er dann die Verantwortung auf mich geschoben. Wegen mir hätte er eine Anzeige riskiert. Selbstverständlich nicht, weil er mich körperlich angegangen ist.

Und das ist meine Sorge. Dass ich immer wieder auf dieselben Leute reinfalle, dass sich die Vergangenheit immer wiederholt und ich nicht rauskomme aus diesem Teufelskreis. Allein das Erkennen der Muster hat mich jahrelange Therapie gekostet. Und ich glaube auch nicht, dass ich da alles aufgedeckt habe. Sondern gerade mal so viel, dass ich endlich mal gerallt habe, dass dieser Typ mir nicht gut tut. Obwohl meine Therapeutin mir das schon häufiger gesagt hat, hat es Jahre gedauert, bis ich es endlich mal kapiert habe. Und das macht mir echt Sorge. Sorge, weil ich Angst habe, dass das nicht reicht, um aus diesen destruktiven Mustern endlich raus zu kommen.
 
Ich finde, du hast den Grundstein doch schon gut gelegt? Du bist wer und das hast du erkannt. Eine Partnerschaft sollte aus meiner Sicht ein Stück weit harmonisch sein. Wer dich schlecht behandelt, will diktieren, dich ändern, das hat aber nichts mit Harmonie zu tun.

Lass die nächsten Beziehungen vielleicht langsam angehen. Erst Freundschaft und vielleicht wird noch mehr daraus. Das Problem, so glaub ich wenigstens, ist ja auch die Angst, allein zu sein und diese Angst schaltet den gesunden Menschenverstand aus. Arbeite auch an der Angst, denn an deinem Beitrag sehe ich, dass du gesunden Menschenverstand hast.

Das geht vielleicht damit, indem du dir überlegst, was du mit deinem Leben anfängst, wenn du keinen Freund hast. Ich glaube, dann findest du entspannter auch einen Freund und kannst entspannter nachdenken, ob er der Richtige ist. Wenn er es nicht ist, fällt dir das Abschiednehmen nicht so schwer.

Die Angst zu verjagen ist möglicherweise ein längerer Prozess.

Ich weiß nicht ob ich dir helfen konnte. Viel Glück dir.
 
Du lebst unbewusst nach deinem bekannten Muster. Es ist dir vertraut und schafft ein irgendwie heimisches Gefühl. Das ist wahrscheinlich der Grund dass dich solche Typen anziehen. Einen liebevollen Mann würdest du vielleicht gar nicht interessant finden, da es zu fremd ist. Wie schon geschrieben passiert das unbewusst.
Das du in Therapie bist ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
Es wäre auch sinnvoll mal eine längere Zeit allein zu bleiben, damit du allem mal in Ruhe auf dem Grund gehen kannst und dich nicht von dem nächsten Psychopathen ablenken lässt.

Ich habe selbst auch destruktive Beziehungen hinter mir und habe sehr an mir gearbeitet. Heute käme eine solche Beziehungen niemals mehr in Frage. Heute erkenne ich die Typen schon am Gang 😀 und laufe so schnell die Füße tragen.
Übrigens...allein sein ist gar nicht so schlimm, ganz im Gegenteil.

Alles Gute und viel Kraft
 
Hallo Kind der Sonne, hallo Luis,

ja, ich habe mich auch dafür entschieden alleine zu sein. Ich denke, dass es mal gut tut, sich mehr Gedanken über sich selbst über sein eigenes Leben machen zu können, ohne dass wieder ein Typ einem da reinreden muss. Andererseits muss ich sagen, dass mich momentan auch sehr stört, dass viele Leute auf meine Trennung irritiert reagieren. So, als müsse ich mit ihm auf ewig zusammen sein, nur weil ich ihn acht Jahre ausgehalten habe. Nach außen ist er ja der Liebe und Nette. Wie er sonst so tickt, quasi hinter verschlossenen Türen, haben viele ja gar nicht mitbekommen. Auch nervt mich, dass man mich dann immer damit trösten muss, dass dann ja bestimmt die nächste Beziehung besser wird. Nur weil ich acht Jahre in einer Beziehung war, muss ich mich jetzt nicht immer für Beziehung entscheiden. Ich fühle mich durch diese wahrscheinlich lieb gemeinten Worte eher bedrängt als beruhigt.

Ja, das Problem ist mit dem Vertrauen ja auch, dass gewisse destruktive Strukturen da sind, ich sie nicht haben will, aber offensichtlich trotzdem danach gelebt habe. Und meine Angst ist eben auch, dass das so weiter geht. Weil nunmal jeder blinde Flecken hat, also Bereiche, in denen man Situationen nicht objektiv betrachten kann, weil sie einem so Nahe sind, dass man viel zu sehr bei sich ist als dass man richtig reflektieren könnte. Und genau diese blinde Flecken machen mir Angst. Es macht mir Angst, weil ich befürchte, dass ich gewisse selbstzerstörerische Strukturen nicht ablegen könnte, weil ich sie einfach nicht richtig wahrnehmen kann. Ich habe Angst, dass ich gar nicht merken würde, wieder in solch eine Lage zu kommen und wieder darin Jahrelang zu verharren, weil ich
Angst habe, dass ich gar nicht merken würde, wie schlecht mir der Typ tut, weil ich so sehr in den Strukturen sein könnte, dass ich die Fehler nicht an der richtigen Stelle suche, sondern wie gewohnt immer nur bei mir selbst, egal was passiert.

@Kind der Sonne: Ich finde es super, dass du an dir gearbeitet hast und die für dich destruktiven Strukturen ablegen konntest, so dass du inzwischen solche Typen offensichtlich zu erkennen scheinst, bevor sie dich überhaupt ansprechen können. Könntest du mir vielleicht sagen, wie lange du dafür an dir gearbeite hast? Was war schwierig/ausschlaggebend? Wäre super, wenn du mir vielleicht etwas genauer aus deinem Erfahrungsschatz mitteilen könntest
 
Hallo Korinna

Ich habe ca. zwei Jahre dafür gebraucht. Damals habe ich mich gefragt warum ich immer an solche Typen gerate und was es mit mir zu tun hat.
Ich habe dann meine Biographie aufgeschrieben. Dafür habe ich 1,5 Jahre gebraucht. Ich hatte mir jeden Tag zwei Stunden Zeit genommen um zu schreiben. An manchen Tagen konnte ich nicht schreiben weil es mich so runter gezogen hat und ich nur am weinen war.
Während des Schreibens kamen immer mehr Erinnerungen, Dinge die lange in mir vergraben lagen. Nach 1,5 Jahren habe ich mein Buch ferig gehabt. Dieses Buch habe ich gefühlte 50 mal korrigiert und gelesen da ich es veröffentlichen wollte. Als ich es ca. zum 35 mal gelesen hatte, kamen keine Tränen mehr. Ich konnte es wie ein normales Buch lesen, da wusste ich das ich es geschafft habe.
Meine Biographie hat mir die Augen geöffnet. Ich sah parallelen zu meiner Mutter. Sie war sehr dominierend, genauso wie meine späteren Partner. Ich kam mit meiner Mutter nicht gut aus und hatte deshalb viele Jahre Schuldgefühle.
Meine Mutter meinte es doch nur gut mit mir :mad: und ich war halt das schwarze Schaf der Familie weil ich mich wehrte.
Wenn meine Mutter ihren Willen nicht direkt bekam, dann wurde man mit Schuldgefühlen vollgestopft...und das von Kindesbeinen an.
Wenn meine Mutter sagte das die Wiese rot ist, dann hat sie rot zu sein. Da hilft es auch nicht wenn 100 Leute gesagt haben, dass die Wiese grün ist. Sie brach dann in Tränen aus und es kam der Spruch "Was habe ich nicht schon alles für euch getan und ihr behauptet einfach das sie grün ist".
Sie fiel in Selbstmitleid und wir waren Schuld. Vorzugsweise ich, da meine Schwester mit 18 Jahren das Haus verlassen hatte und ich leider 12 Jahre jünger bin und nicht gehen durfte.🙁
Meinen Vater, den ich sehr liebte, habe ich kaum gesehen da er viel gearbeitet hat. Meine Mutter beklagte sich dann Abends bei ihm über mich. Ab und an kam ihr auch mal eine Lüge in den Sinn, damit sie seine Hilfe erwarten konnte.

Nun will ich hier kein Buch über mein Leben schreiben, aber vielleicht erkennst du die Zusammenhänge warum ich an gestörte Partner kam. Ich kannte es nicht anders und deshalb zogen sie mich an.
Es waren Partner die in ihrer Kindheit teilweise sehr schweres erlebt haben. Einige von ihnen hatten NPS, ADHS, oder Borderline. Da ich damals davon überhaupt keine Ahnung hatte, versuchte ich sie mit all meiner Liebe zu retten. Mich habe ich immer hintenan gestellt, bis ich am Boden lag.
Großer Fehler!
Heute kenne ich mich mit solchen Störungen relativ gut aus, da ich mich sehr damit beschäftigt habe. Auch mich kenne ich nun sehr gut und weiß was mir gut tut und was nicht.

Seit vier Jahren lebe ich nun mit meinen zwei Katzen allein. Es ist nicht so das ich keine männliche Aufmerksamkeit bekomme, aber bevor ich mich wieder auf eine Beziehung einlasse, muss ich relativ sicher sein, dass bei ihm keine gravierende Störung vorliegt und er in der Lage ist eine Beziehung auf Respekt, Liebe und Verständnis zu führen.
Mit Quasselköpfen bin ich ganz schnell fertig.

Natürlich gibt es Momente in denen ich mich einsam fühle. Aber die Einsamkeit in einer Beziehung ist viel schlimmer.
Ich bin nicht bereit mein inzwischen schönes Leben für den verkehrten Partner zu opfern. Dafür mag ich mich inzwischen zu sehr.🙂

Ich hoffe das dir meine Ausführung etwas helfen konnte.

Lieben Gruß
Kind der Sonne
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
G Seelische Gewalt Sekte/dogmatische Antroposophie Gewalt 6
K war es gewalt? Gewalt 9
D Gewalt in der Beziehung Gewalt 7

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben