Hallo Shalimar,
eigentlich habe ich Angst, mich im Internet zu meinen Problemen zu äussern, aber wenn man sich hier durchliest, kommt einem vieles sooo bekannt vor...
Oft sitze ich zu Hause, heule mir die Augen aus dem Kopf und niemand ist da, mit dem ich reden kann.
In meiner Familie herrscht Unverständnis und Ignoranz gegenüber meiner Situation.
"Ruf die Polizei und schmeiß ihn raus, ist doch ganz einfach..."
"...reiß dich doch endlich mal zusammen, so schlimm wie du tust ist es doch wohl nicht, man kann auch übertreiben..."
Das sind die Sätze die ich, neben anderen Vorwürfen, immer wieder zu hören bekomme.
Die meisten Betroffenen haben es etwas einfacher als ich;
sie können in ein Frauenhaus gehen, bei Freunden oder Verwandten unterkommen.
Freunde habe ich keine. Verwandte sind auch keine da, ausser meiner Mutter - und die überläßt mich meinem Schicksal: Du hast ihn geheiratet, sieh zu wie du klar kommst.
Ich leide unter Ansststörungen und Panikattacken!
Es ist für mich zur Zeit unvorstellbar meine Wohnung zu verlassen um in ein Frauenhaus zu gehen oder sogar eine andere Wohnung zu beziehen.
Ich bin bei einer sehr guten Therapeutin untergekommen, mit deren Hilfe ich auch schon einige, wenn auch kleine Fortschritte gemacht habe.
Trotz allem fehlt mir hin und wieder jemand, bei dem ich mich ausheulen kann, der mir keine Vorwürfe oder Vorhaltungen macht, der mich für den Moment einfach nur so nimmt, wie ich mich fühle.
Wenn ich jetzt noch meine physischen Beschwerden aufzählen müsste, würde jeder sagen ...was gibt es da noch zu überlegen, pack deine Sachen und gehe weg...
Glaube mir, das ist auch mein größter Wunsch, aber er droht mir ständig damit, dass er mich umbringt, wenn ich auch nur daran denken sollte, ihn zu verlassen.
Wie oft habe ich die Polizei zu Hilfe gerufen...
Immer wieder machte er einen einsichtigen Eindruck; er entschuldigte sich sogar in deren Beisein bei mir...
Ich kenne ihn seit über zwanzig Jahren, ich kann in seinen Augen lesen!
Ich wußte, was danach auf mich zu kommt. Nein, an diesem Abend kam nichts, aber zwei Wochen später...
Er wird immer nur verwarnt, die Geldstrafen spotten jeder Beschreibung und bei jeder Anzeige, die ich erstatte, wird seine Wut und sein Hass auf mich größer.
Ich muß noch erwähnen, dass ich ein Mensch bin, der alles hinterfragt.
Aus diesem Grund habe ich mich mit seiner Familie beschäftigt.
Er hat noch zwei Brüder, die nicht gut auf ihn zu sprechen sind. Mit denen habe ich mich in Verbindung gesetzt.
Mein Mann wurde als einziger der drei, als Kind und Jugendlicher, von seinen Eltern, ich sage es mal so wie es die Fachleute sehen, >mißhandelt<.
Er wurde von einem Vater mit Stöcken verprügelt, er wurde eingesperrt und was der Höhepunkt war, sein Vater hat ihn einmal im Wald ausgesetzt, weil er damit bezwecken wollte, dass der Junge wenigstens einmal in seinem Leben weint bzw. Gefühle zeigt. Er tat es nicht und tut es bis heute nicht.
Seine Mutter, von der ich vermute, dass sie unter der Bevormundung des Vaters stand, hat tatenlos zugesehen und dem Vater sogar noch beigepflichtet.
So lässt sich auch erklären, dass mein Mann ein regelrechter Frauenhasser ist. Er behandelt Frauen wie den letzten Dreck.
Im Laufe der Zeit ist mir auch aufgefallen, dass er von sich nur in der dritten Person spricht. Er spricht nicht von "ich" sondern er benutzt ausschließlich seinen Vornamen, wenn er über sich redet.
Der xy geht einkaufen, der xy schlägt dir gleich die Fresse ein, der xy tut dies oder das...
Meine Therapeutin sagt, das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass er "neben sich" steht. Er hat keine eigene Identität.
Deshalb hat er auch kein Unrechtbewußtsein - weil er hat doch gar nichts
gemacht... Es sind immer die anderen...
Ich glaube für heute reicht es erst mal.
Ich muß Schluß machen, er kommt gleich nach Hause und der PC steht im Wohnzimmer.
LG lilly18