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Gewalt in der Beziehung!Wie helfe ich als dritter?

  • Starter*in Starter*in Männi1
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    gewalt
M

Männi1

Gast
So, hier also nun mein Problem:

Vor 3 Jahren hatte ich eine Schicksalhafte Begegnung mit einer Frau.3 lange Jahre überdauerte unsere Freundschaft ohne ein Lebenszeichen des jeweils anderen.Wir waren in der kurzen Zeit die wir zusammen in einem Krankenhaus durchgestanden hatten wie Pech und Schwefel,halfen einander.Dann lernte Marianne einen Mann kennen und blieb bei ihm.Er nahm Drogen.Nach kurzer Zeit trennten sich beide und sie landete wieder bei ihrem Exfreund (die beiden hatten sich 2003 getrennt nachdem er sie einmal angegriffen hatte).Wir beide verloren den Kontakt zueinander aber das Schicksal meinte es gut mit unserer Freundschaft.2006,es war gerade April,klingelte mein Handy und sie war am anderen Ende der Leitung.Sie erzählte mir das alles Okay sei,wie sie ihren Sohn in der Schule förderte etc. Auch mit ihrem ehemaligen Exfreund Raphael lebe es sich seit 3 Jahren wieder wunderbar zusammen. Im Oktober kam dann der Knacks zwischen ihr und Raph.Sie hatte sich kurz zuvor noch bei mir darüber ausgelassen das er sie seit Monaten überwachen würde,bei Geld,Nahrung,Zigaretten Autokilometern usw. Sie sperrte sich gegen ihren Freund,begehrte auf,verweigerte ihm Sex und er schlug sie,würgte sie.Ihr Sohn,der damals nur Zeitweise bei ihr lebte (14 Jahre alt) bekam von alledem nichts mit.Mit der Zeit bemerkte sie das es ihr gut tat mit mir über alles zu reden.Besucht habe ich sie öfters mal - nach dem Rechten geschaut.Aber Raphael machte weiter.10 Mal kam es zu Übergriffen seinerseits.Zwischendurch hatte er ihr einen Heiratsantrag gemacht!Und obwohl einige Freundinnen und auch ich ihr davon abgeraten haben,hat sie ihn am zwanzigsten Dezember geheiratet.Die beiden haben am 27ten die Wohnung gewechselt und er hatte sich schon in der Heirats-Dank-Annonce (22.12) auch für die Hilfe beim Umzug bedankt.Schon zum 6 Dezember hatte er mich bei einem Nikolausbesuch (Ich sollte für Mariannes Sohn den Nikolaus spielen) per Hausverbot "entsorgt",versucht Marianne als Alkoholikerin abzustempeln.
Die neue Wohnung hätte er wahrscheinlich nie ohne Partnerin bekommen.
Marianne ist inzwischen Fix und Fertig,er schreibt ihr sogar vor welche Berufslaufbahn sie einzuschlagen hat (400 Euro sind besser als Vollzeit?).
Seine Reaktion auf mich ist klar "Ich muß mich dir gegenüber nicht rechtfertigen!" oder "Du bringst nur Unruhe,geh jetzt!"(Ist wohl ein Mix aus Eifersucht und Angst vor der Wahrheit über sich).Die Übergriffe nehmen kein Ende,sie gibt sich ihm wieder hin aus Angst das er ihr schlimmeres Antut.

Ihn zu verlassen traut sie sich nicht wegen des Sorgerechts um ihr Kind,sie hat Angst den Jungen vollends zu verlieren obwohl er ihn immer mehr zu sich heranzieht (dabei ist er nicht mal der leibliche Vater).Auch macht sie sich sorgen um ihre Mutter,die alte Dame lebt nach einem Schlaganfall zwar auf dem Weg der Besserung aber mit dem Glauben das Raphael genau der Mann für Marianne sei.
Und das obwohl wir am Telefon immer noch so manchen Plan machen wie sie vorzugehen hätte,wobei sie aber immer davor zurückschreckt die Polizei hinzuzuziehen (sie wohnt 600 Meter von einer Polizeiwache entfernt.)

Was kann ich noch tun?Kennt jemand einen Ausweg aus der Misere der mir vielleicht entgangen ist oder sollte ich warten.Langsam aber sicher macht Raph sie total unglaubwürdig bei Freunden und Verwandten.

Hat jemand einen Tip für sie und mich?
 
Hallo Männi,

du hast einen sehr schweren Weg vor dir.

Erstmal durckst du dir das aus ...
http://www.re-empowerment.de/include.php?path=content/content.php&contentid=33

Das beschreibt die Situation näher, in der sie steckt und vor allem, wieso das möglich ist.

Auf der Seite gibt es auch ein kleines spezielles Forum. Dort wirst du bestimmt bessere Hilfe finden. Du findest es im rechten Menu, zweiter Link von oben.

http://www.re-empowerment.de/


1. Du brauchst dringend Hilfe von außen. Eine Beratungstelle wäre das Beste. Du brauchst sie vor allem für dich, weil du sie da nicht einfach rausziehen wirst. Das hin und her kann dich selbst zum Frack machen.

2. Du wirst viel Zeit brauchen und vor allem Zeit für dich selbst.

Und was das aller wichtigste ist, du wirst mit der Wut und dem Hass auf deine Freundin umgehen müssen. Es nimmt dich schon jetzt emotional mit und zerrt an deinen eigenen Kräften. Vor allem die Ohnmacht ist schwer zu ertragen.

Und es kann der Tag kommen,wo sie den Absprung schafft und 3 Wochen später wieder bei ihm ist. Stelle dich JETZT schon darauf ein.

Spätestens an dem Punkt wirst du an deinem Verstand zweifeln, wirst du so sauer werden und ihr Vorwürfe machen um nicht selber daran zu zerbrechen. Das ist völlig normal und menschlich und macht dich zu keinem schlechten Menschen.

Merk dir das. Du bist ein wunderbarer Mensch, auch wenn du sie dort nicht heraus bekommst und gehen musst um nicht selbst zu zerbrechen.

Wir sind Menschen und wir haben Grenzen und nur wenige sind bereit bis an ihre Grenzen zu gehen. Du bist schon weiter gegangen als viele andere. Mache nicht den Fehler und versuche das unmögliche. Letzendlich kannst du nur Hilfe zur Selbsthilfe geben. Wenn von ihr gar nichts kommt, kein Anzeichen, keine Auseinandersetzung mit ihrer Situation, kein winziges wollen, dann wirst auch du ihr nicht helfen können.

Wie lernt ein Kind laufen? Wir machen es ihm vor, wir führen es an der Hand, wir können mit ihm zusammen aufstehen, es ermuntern und vieles mehr ... . Aber wir können nicht seine Schritte machen.

Ziehe eine Beratungsstelle zur Hilfe oder Ruf bei einer Telefonseelsorge an. Sie wissen oft besser, was zu tun ist und lass dich hier wieder sehen. Mich würde interessieren, wie du weitermachst. Vielleicht kann dir der eine oder andere Gedanke noch Trost und Kraft spenden oder sogar Ideen hervorrufen 🙂 .

bis denne
Jun

Ps.: ein schönes Posting dazu ... Kann nur sagen *uff, nach Luft schnapp*
http://www.re-empowerment.de/includ...33&PHPKITSID=000892102b021a57f90e2a48147e2cb6
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

an sich würde ich sagen, dass deine Freundin diejenige ist, die dringend Hilfe benötigt. Sie scheint Probleme mit dem Selbstwertgefühl und Abgrenzungsvermögen zu haben, eine Art masochistischen Knacks und schrägen Liebesbegriff, wenn sie mit einem Typen zusammenlebt, der sie einsperrt, einengt, und wiederholt schlecht behandelt..was im Laufe einer Beziehung erfahrungsgemäß ja eskaliert....wenn SIE nicht klar ne Grenze definiert und sagt was ER mit ihr machen darf und was nicht. Sie scheint da sehr wenig Selbstbewusstsein zu haben und von daher ist es wichtig, dass SIE sich da HIlfe holt.

Den Hauptjob zu entscheiden mit wem sie unter welchen Bedingungen zusammenlebt oder wen sie heiratet ist ihr Problem und wird es immer bleiben..du kannst ihr aber mit Rat und Tat zur Seite stehen...ihr sagen, dass sie sich mehr wert sein sollte als so einen Partner und sie sowohl Verantwortung für sich als auch ihr Kind trägt einen Partner zu wählen, der SIE und auch ihr Kind achtet. LIebe ohne Achtung ist eh Murks.

Am besten hilfst du ihr indem du zu ihr stehst, aber auch klar darauf hinweist, dass deine Möglichkeiten begrenzt sind...du solltest dich auf keinen Fall in die Rolle des Retters drängen lassen..sowas schafft nur wieder eine schräge Abhängigkeit und sie lernt nix dazu. Du könntest ihr Adressen von Lebensberatungsstellen oder einem guten Verhaltenstherapeuten in ihrer Nähe heraussuchen und ihr raten sich dort mal Hilfe zu suchen. Beratungsstellen können ihr auch in Hinsicht auf das Sorgerecht helfen..an sich ist ihr Kind ja bereits 14 und da dürfte es null Problem sein vor Gericht das Sorgerecht zu erhalten, zumal der Partner nicht der leibliche Vater ist. Ihre Ängste halte ich da eher für irrational und unnötig..es sei denn sie ist total luschig drauf, weiss nicht was sie will und hat null Durchsetzungsvermögen (das man jedoch im Leben benötigt und auch erlernen kann!! -->Verhaltenstherapie!) sagt nicht ganz die Wahrheit und hat tatsächlich Alkoholprobs oder ihr Kind mag sie nicht und sie hat totale Verlustängste und nimmt daher die schlechte Situation mit dem eher suboptimalen Partner, der jedoch gut dazu ist ihr Entscheidungen abzunehmen, da sie zu faul oder noch zu unfähig dazu ist etc. in Kauf. Nur immer Schiss zu haben und nix zu tun, Verantwortung für sich selber verweigern wird sie letztlich aber nicht weiterbringen..sondern immer mehr in die Abhängigkeit und bei Abhängigkeit von einem unsozialen Partner in die Misere und Unglück. In meinen Augen hat sie an sich keine Wahl, muss sich halt offen und direkt für oder gegen diese Partnerschaft entscheiden. Ich glaube jedoch sie drückt sich vor dieser Entscheidung und braucht da ein wenig Hilfe und Beistand..aber am besten von einer unabhängigen und sachlichen und neutralen Beratungsstelle, die auch konkrete Hilfe leisten kann. Es wäre daher ggf. hilfreich sie da hinzulotsen. Du kannst ja anbieten mit ihr da hinzugehen.
Fördern und fordern..ja nicht auf der Schiene: hilfloses Dusselchen, dem man alles abnehmen muss fahren...wichtig für ihre Würde und ihre Entwicklung ist es, dass sie entscheidet was sie tut und auch sie aktiv wird und bleibt um IHR Leben in den Griff zu bekommen, sich gegenüber einem zu dominanten Partner abzugrenzen und auch zu schützen und ihre Interessen als Mutter oder allgemein als Mensch mit gewissen Grundrechten (Unversehrheit von Körper und Seele z.b. die körperliche Gewalt tabuisiert) selber zu vertreten. Letztlich ist es Ihr Leben und nur sie selber kann Einsicht haben, dass der Partner, den sie da hat Murks ist oder nicht...sie muss entscheiden was sie sich bieten lässt und was nicht...du solltest ihr klar machen, dass das was ihr Partner tut, wenn er sie schlägt eine krasse Straftat ist und sie dringend etwas zu ihrem Schutz tun muss! Sie sich das auf jeden FAll wert sein sollte.
Ich bin in der Beratung immer so verfahren, dass ich gesagt habe: da ich weiss, dass ne Straftat besteht bin ich nun mitverantwortlich und muss handeln...habe ein Ultimatum gestellt, dass das Opfer aus dem Quark kam und dann war oft auch erstmals Willen da mitzuwirken und selber was zu unternehmen..oft hilft nur liebevolles aber konsequentes Hinschubsen in die richtige Richtung...vorzeigen wie man es machen muss und Schritt für Schritt raus aus der infantilen passiven Grundhaltung in Richtung Selbstständigkeit...diese Frau scheint ja immer noch kein bisschen erwachsen zu sein, nicht einmal in der Lage in ihrer Partnerschaft mitzubestimmen, wo's langgeht... Und das ihr Kind nix mitbekommt von der schlechten Behandlung des Partners halte ich für Quatsch..Kids kriegen ALLES mit! Oder sie ist ne WEltmeisterin im Lügen und Verbergen, was auch Mist wäre...man sollte im Leben IMMER offen mit Nahestehenden umgehen..ich fände es nen Verrat an dem Kind dem ständig nur einen vorzumachen.

Es wird ein langer Weg für sie, aber du könntest sie ermutigen und dabei helfen dass sie erkennt, was gut oder schlecht für sie ist und sie allein verantwortlich für ihr Leben ist, sie jederzeit die Möglichkeit hat ihr Leben glücklicher zu gestalten, sie auch Hilfe von dir oder anderen dazu erhält, sie allein die Herrin über ihr Geschick ist...wenn sie ihre Chancen jedoch nicht nutzt kann ihr leider keiner helfen.

In diesem Sinne: Viel ERfolg!
Gruß
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
🙂 Hallo Leuts;
erst einmal herzlichen Dank für eure schnelle und auch ausführliche Antwort.Es hat mir gerade sehr viel Kraft gegeben zu erfahren das ich mit meinen Zweifeln die mit der Zeit aufgekommen sind nicht herzlos denke oder der einzige bin,meine Logik noch stimmt.
Marianne und ich,wir haben uns in den letzten paar Wochen darauf festgelegt gehabt das sie es irgendwie fertigbringt genügend Zeugen zusammenzubekommen.Ihr Hass auf Raphael ist verständlicherweise ziemlich groß.Heute Morgen konnte ich noch nicht wissen das Marianne gestern noch mit meiner Mom telefoniert hatte und sie dabei Live von ihm attackiert wurde(wegen des Telefonierens).Das hat ihr Sohnemann mitbekommen und sie heut morgen drauf angesprochen. KIDS KRIEGEN ALLES MIT!!!😀 😀 Jedenfalls hat ihr das den Antrieb gegeben auch ihrer Mutter davon zu erzählen.Die alte Dame ist zwar zuerst ein wenig erschrocken gewesen hat aber dann resigniert und auch Verständnis gezeigt.Geschadet hat ihr Mariannes Aussage wohl nicht.

Jedenfalls denke ich das es für sie ein wichtiger Schritt vorwärts war - und Ja,sie hat Angst, Angst davor allein klar kommen zu müssen mit Kind und Beruf,aber sie will eigenständig sein ich weiß sehr wohl das sie das kann.
Vielleicht habe ich zu sehr an mir selbst gezweifelt,war ohnmächtig in meiner Retterrolle.Natürlich ist mir klar das allein der Zufall entscheiden kann welche Rolle einem Menschen zugedacht ist.Aber mit jedem Tag an dem sie einen Schritt vorwärts macht gehe ich einen mit und umgekehrt ist es auch so.

Ich weiß vom Anfang unserer Freundschaft an das ihre Kraftreserven îmmer dann Aktiv werden wenn es um den Jungen geht.Der Witz ist wohl das ich nicht erkannt habe das es keinen Schalter gibt um eine solche Situation herbeizurufen.Aber das es unausweichlich war das er mal etwas mitbekommt daran habe ich nie gezweifelt,es sei denn das ich auch mal gedacht habe das Marianne mal übertreibt.

Aber dank Euch weiß ich das meine Vermutungen richtig sind,sie nicht übertreibt und immer einen Schritt weiter geht.Den Vorschlag mit einer Therapie für sie werde ich ihr mal pfleglich unterbreiten.Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf!

Vielen Dank für euer Interesse und die Hoffnung die ihr mir gegeben habt,ich halte euch gern auf dem laufenden.Bis denne🙂
 
Hallo,

prima, dass deine Freundin bereits mit ihrer Mutter gesprochen hat und sie nach Zeugen sucht..also da etwas Bewegung reinkommt. Wozu hat man ne Mutter, wenn man nicht auch mal über Probleme und sorgen mit ihr Reden kann? Soweit ich das von alten Leuten kenne finden die es ätzend, wenn man auf Schonhaltung macht und sie somit aus seinem Leben wie es tatsächlich ist quasi ausschließt.

Sprich deiner Freundin Mut zu und sage ihr auch offen, dass du an sie glaubst und du ihr zutraust, dass sie auch alleine zurecht kommt. Ich denke ihr Selbstbewusstsein muss in der Hinsicht immer wieder gestärkt werden, damit sie den Absprung schafft.
Ehrlich gesagt ist es nicht gut, wenn sie nur wegen des Jungen mal aktiv wird..sie sollte auch um ihrer selbst willen aktiv werden und ihr Leben ändern..Hass ggü dem Partner ist an sich ein schlechter Berater, macht oft blind..sie sollte sich emotional etwas runterkochen, sonst hat der Typ zu viel Macht über sie...sie sollte eher auf sich gucken als auf den Typen..und zusehen, dass sie ihren Willen klar definiert und dann auch Wege sucht ihn durchzusetzen.
Da das Kind eh mitkriegt wie ihr derzeitiger Partner sie behandelt ist das ganz schlecht auch für das Kind...wenn der das oft unsoziale Verhalten des Typen zum Vorbild nimmt..na dann Prost Mahlzeit..das dürfte auch dem Kind das Leben nachhaltig erschweren.
Mach ihr klar, dass sie ne Verantwortung sich selber und dem Kind ggü hat und einen schlechten Partner nicht in ihrer oder der Nähe des Kindes dulden sollte und PUNKT.

Viel Erfolg weiterhin!
Tyra
 

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