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Dominik1983
Gast
Ich habe mir mal die ersten 4 Seiten des Themas durchgelesen. Ich habe gedacht, dass es bei uns in der relativ kleinen Stadt schon schlimm war. Aber das topt alles.
Wenn man sich den Text so durchliest, denkt man eher an einen schlechten Film. Wie krass es heute an Schulen abgehen kann, hätte ich nicht gedacht. Es gibt zwar Berichterstattungen im Fernsehen, siehe Berlin, wo man immer mal wieder hört das Schüler ihrer Gewalt freien lauf gelassen haben. Aber ich sage mal, die Medien bringen sowas alle Nase lang und man beginnt irgendwo eine Art "Egalität" gegenüber schlechten Nachrichten aufzubauen. So nach dem Motto: "Passiert halt oft...". Es hört sich schlimm an, aber die Medien relativieren irgendwie alles. Ist meine Meinung.
Ich wurde in meiner Realschulzeit (1994-2000) auch nach Strich und Faden fertig gemacht. Es find an mit verbalen Beschimpfungen, psychologischer Kriegsführung bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen mir und meinen "Klassenkameraden". Ich habe mich anfangs nie gewehrt, habe meinen Eltern davon erzählt und meinten damals: "Ignorier sie einfach, die lassen dich schon irgendwann in ruhe.".
Anfangs war ich sehr aufgeschlossen, schloss mit Leichtigkeit Freundschaften und war für jeden Spaß zu haben. Mit der Zeit verfällt man dann aber in so einen Zustand wo einem alles egal wird. Man lässt es über sich ergehen. Man pflegt sein äußeres nicht mehr, kapselt sich von seiner Umwelt ab und ich habe mich damals in der Scheinwelt Computerspiele versteckt. Weil, da konnte man endlich der sein, der man immer sein wollte. Der Held! Es ging dann irgendwann in den Zustand "nahe Computersucht" über. Ich kam von der Schule nach Hause und ging direkt vor den Computer. Die Noten in der Schule wurden zunehmends schlechter und meine Eltern wurden nun ein wenig darauf aufmerksam. Aber sie sahen nur dass ich oft spielte, nicht aber warum dies so war. Aber ich traute mich kein Wort zu sagen. Seit dem Gespräch damals mit meinen Eltern, wo Sie den äusserst sinnvollen Spruch mit dem "ignorieren" abgelassen hatten, hatte ich irgendwie das Verstrauen in Sie verloren, diese Situation zu verbessern.
Einmal hat es mir dann doch gereicht. Nach 5 Jahren Extrem Mobbing habe ich dann die "Leitfigur" der ganzen Bande sehr übel zusammengeschlagen. Es entluden sich da auf einmal 5 Jahre Demütigung. Im nachhinein tat mir diese Situation leid. Fragt mich nicht warum. Es wurde aber auch nicht besser. Er war für eine Woche im Krankenhaus, hatte so einiges Gebrochen. Die Lehrer stellten mich als Gewalttätig dar und ich hoffte nur noch dass das 10. Schuljahr möglichst bald rumgeht.
Letztendlich muss ich sagen, dass mir heute fast jeden Kind leid tut, wenn es auf die weiterführende Schule geht. Bei uns sind an den Schulen gewalttaten an der Tagesordnung, nur wird hier dagegen vorgegangen, wenn man es richtig macht und die Eltern auch darüber informiert was dort abgeht. Das Problem ist nur.... welches Kind in der Situation traut es sich?
Oft sind aber auch die Lehrer das Problem. Ich habe mittlerweile gegen Lehrer eine Art Hass entwickelt. Wahrscheinlich weil Sie mich damals nicht ernst nahmen, mich als Täter hingestellt haben und alles ignorierten was in der Schule abging. Meiner Meinung nach wollen viele gar nicht wahrhaben was dort los ist. Viele können sich einfach auch nicht durchsetzen in ihrer Klasse.
Aber, um auf das Thema hier explizit anzusprechen, man sollte meiner Meinung nach das Alter für Bestrafungen durch den Staat von 14 herabsetzen. Es kommt dabei auf die Schwere der Tat an. Evtl. sollte man prüfen ob nicht vieleicht die Eltern was in ihrer Erziehung falsch gemacht haben, oder aber ihre Kinder es ermöglichen auf Medieninhalte zuzugreifen die für Ihr Alter nicht geeignet sind. Ich habe früher selber gerne ab 18 Speile gespielt. Es war verboten, also war es cool. Aber meine Eltern haben sich auch nicht mit dem Thema Altersbeschränkungen bei Computerspielen auseinander gesetzt. Es war ja damals alles nur Klötzchengrafik. Ich bin mittlerweile voll und ganz entschlossen, meinen späteren Kindern auf gar keinen Fall zugriff auf solche Medien zu gestatten. Es muss ja nicht bei jedem sein, aber bei einigen Kindern, scheint das ja für soziale Ausfälle zu sorgen wenn sie an solche Medien geraten.
Mittlerweile ist mein Leben aber wieder in einen gewissen Normalzustand eingekehrt. Es hat aber fast 4 Jahre gedauert, bis ich alles ansatzweise verarbeitet hatte. Noch heute machen mir diese Vorfälle aus der Vergangenheit zu schaffen. Es gibt nur eine einzige Person in meinem Leben, die es geschafft hat das ich wieder Vertrauen zu einem Menschen aufbauen kann. Das ist meine Freundin. Selbst zu meinen Eltern habe ich kein gutes Verhältnis mehr. Ich kann einfach vielen Menschen nicht mehr vertrauen. Aber es geht so langsam bergauf und das verdanke ich nur ihr 😉.
Die Geschichte dieses Threads sollte echt an die Öffentlichkeit gehen. Im Interesse aller noch und zukünftigen Schüler. In meinem Fall kann ich sagen, ich bin froh arbeiten zu gehen und vermisse die Schulzeit keine Minute.
Grüße Dominik
Wenn man sich den Text so durchliest, denkt man eher an einen schlechten Film. Wie krass es heute an Schulen abgehen kann, hätte ich nicht gedacht. Es gibt zwar Berichterstattungen im Fernsehen, siehe Berlin, wo man immer mal wieder hört das Schüler ihrer Gewalt freien lauf gelassen haben. Aber ich sage mal, die Medien bringen sowas alle Nase lang und man beginnt irgendwo eine Art "Egalität" gegenüber schlechten Nachrichten aufzubauen. So nach dem Motto: "Passiert halt oft...". Es hört sich schlimm an, aber die Medien relativieren irgendwie alles. Ist meine Meinung.
Ich wurde in meiner Realschulzeit (1994-2000) auch nach Strich und Faden fertig gemacht. Es find an mit verbalen Beschimpfungen, psychologischer Kriegsführung bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen mir und meinen "Klassenkameraden". Ich habe mich anfangs nie gewehrt, habe meinen Eltern davon erzählt und meinten damals: "Ignorier sie einfach, die lassen dich schon irgendwann in ruhe.".
Anfangs war ich sehr aufgeschlossen, schloss mit Leichtigkeit Freundschaften und war für jeden Spaß zu haben. Mit der Zeit verfällt man dann aber in so einen Zustand wo einem alles egal wird. Man lässt es über sich ergehen. Man pflegt sein äußeres nicht mehr, kapselt sich von seiner Umwelt ab und ich habe mich damals in der Scheinwelt Computerspiele versteckt. Weil, da konnte man endlich der sein, der man immer sein wollte. Der Held! Es ging dann irgendwann in den Zustand "nahe Computersucht" über. Ich kam von der Schule nach Hause und ging direkt vor den Computer. Die Noten in der Schule wurden zunehmends schlechter und meine Eltern wurden nun ein wenig darauf aufmerksam. Aber sie sahen nur dass ich oft spielte, nicht aber warum dies so war. Aber ich traute mich kein Wort zu sagen. Seit dem Gespräch damals mit meinen Eltern, wo Sie den äusserst sinnvollen Spruch mit dem "ignorieren" abgelassen hatten, hatte ich irgendwie das Verstrauen in Sie verloren, diese Situation zu verbessern.
Einmal hat es mir dann doch gereicht. Nach 5 Jahren Extrem Mobbing habe ich dann die "Leitfigur" der ganzen Bande sehr übel zusammengeschlagen. Es entluden sich da auf einmal 5 Jahre Demütigung. Im nachhinein tat mir diese Situation leid. Fragt mich nicht warum. Es wurde aber auch nicht besser. Er war für eine Woche im Krankenhaus, hatte so einiges Gebrochen. Die Lehrer stellten mich als Gewalttätig dar und ich hoffte nur noch dass das 10. Schuljahr möglichst bald rumgeht.
Letztendlich muss ich sagen, dass mir heute fast jeden Kind leid tut, wenn es auf die weiterführende Schule geht. Bei uns sind an den Schulen gewalttaten an der Tagesordnung, nur wird hier dagegen vorgegangen, wenn man es richtig macht und die Eltern auch darüber informiert was dort abgeht. Das Problem ist nur.... welches Kind in der Situation traut es sich?
Oft sind aber auch die Lehrer das Problem. Ich habe mittlerweile gegen Lehrer eine Art Hass entwickelt. Wahrscheinlich weil Sie mich damals nicht ernst nahmen, mich als Täter hingestellt haben und alles ignorierten was in der Schule abging. Meiner Meinung nach wollen viele gar nicht wahrhaben was dort los ist. Viele können sich einfach auch nicht durchsetzen in ihrer Klasse.
Aber, um auf das Thema hier explizit anzusprechen, man sollte meiner Meinung nach das Alter für Bestrafungen durch den Staat von 14 herabsetzen. Es kommt dabei auf die Schwere der Tat an. Evtl. sollte man prüfen ob nicht vieleicht die Eltern was in ihrer Erziehung falsch gemacht haben, oder aber ihre Kinder es ermöglichen auf Medieninhalte zuzugreifen die für Ihr Alter nicht geeignet sind. Ich habe früher selber gerne ab 18 Speile gespielt. Es war verboten, also war es cool. Aber meine Eltern haben sich auch nicht mit dem Thema Altersbeschränkungen bei Computerspielen auseinander gesetzt. Es war ja damals alles nur Klötzchengrafik. Ich bin mittlerweile voll und ganz entschlossen, meinen späteren Kindern auf gar keinen Fall zugriff auf solche Medien zu gestatten. Es muss ja nicht bei jedem sein, aber bei einigen Kindern, scheint das ja für soziale Ausfälle zu sorgen wenn sie an solche Medien geraten.
Mittlerweile ist mein Leben aber wieder in einen gewissen Normalzustand eingekehrt. Es hat aber fast 4 Jahre gedauert, bis ich alles ansatzweise verarbeitet hatte. Noch heute machen mir diese Vorfälle aus der Vergangenheit zu schaffen. Es gibt nur eine einzige Person in meinem Leben, die es geschafft hat das ich wieder Vertrauen zu einem Menschen aufbauen kann. Das ist meine Freundin. Selbst zu meinen Eltern habe ich kein gutes Verhältnis mehr. Ich kann einfach vielen Menschen nicht mehr vertrauen. Aber es geht so langsam bergauf und das verdanke ich nur ihr 😉.
Die Geschichte dieses Threads sollte echt an die Öffentlichkeit gehen. Im Interesse aller noch und zukünftigen Schüler. In meinem Fall kann ich sagen, ich bin froh arbeiten zu gehen und vermisse die Schulzeit keine Minute.
Grüße Dominik