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Gestorbene Gefühle

Larana76

Mitglied
Die Zeit der Sehnsucht und des Hasses ist längst vorbei, mein Herz brach vor
langer Zeit entzwei.

Ich habe sehr darunter gelitten, konnte es aber im Laufe der Jahre wieder zusammenkitten.

Das Kind suchte Geborgenheit und Liebe, alles, was es bekam, waren Spott und Hiebe.

Das konnte es nicht verstehen und begann, die vermeintlichen Fehler in sich zu sehen.

Es zog sich immer weiter zurück und Zeiten außerhalb der Familie waren sein einziges Glück.

Als es älter wurde, begann es sich zu hassen und fing an, sein Verhalten an andere anzupassen.

Auf der Suche nach sich selbst begann es sich zu verlieren und seine Seele begann zu gefrieren.

Es versuchte, seinen Schmerz zu betäuben, mit Ritzen, Drogen, Alkohol und den falschen Freunden.

Bis es erkannte, warum seine Mutter es verbannte.

Außer sich selbst konnte sie keinen lieben, ihr Leben bestand aus Zorn,
Hass und Intrigen.
Das Quälen von anderen gab ihr das Gefühl zu leben, sie selbst als Mutter konnte nichts geben.

Sie war nur wohlbesonnen, konnte sie ihren eigenen Willen bekommen.

Sie hasste das Kind, denn es zeigte nicht ihr eigenes Spiegelbild.

Das Kind verstand, dass die Suche zwecklos war, Geborgenheit und Liebe waren nicht da...

Das Kind begann sie zu hassen und es vergingen viele Jahre, bis der Hass begann zu verblassen.

Es ist nichts mehr übrig geblieben, das Kind hat die Mutter komplett abgeschrieben.

Es setzte die Suche fort und fand sein Glück an einem einem anderen Ort.

Niemals hätte es gedacht, es dort zu finden, es musste erst eine hohe Mauer überwinden.

Tief im eigenen Innern eingekerkert und in der Dunkelheit, versteckten sich
Liebe und Geborgenheit.

Es begann sich selbst zu lieben, sich selbst zu trösten und in den Schlaf zu wiegen.

Die Wunden sind beinahe geheilt und das Kind ist von der Suche befreit.
 

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bertil

Aktives Mitglied
Doch nicht das Kind hat begonnen, sich selbst in den Schlaf zu wiegen. Du kamst endlich in die
Situation, dies für Dein innerliches Kind übernehmen zu können.

Der Mensch wächst wie ein Baum in Ringen. Unsere Entwicklung ersetzt nicht, was vorher da
gewesen ist. Unter unserer gegenwärtigen Schale leben alle diese Ausgaben unseres Selbst weiter und zwar sehr vital, wo sie es können und das erwachsene Selbst sie nicht zurück stößt. Das oftmals selber auf tragische Weise die Rolle der Eltern übernahm und seine Kinder - die seines oder ihres Selbst - in fremdem Namen weiter quält.

Die kleine Larana hat aber das Glück, dass ihre erwachsene Ausgabe sie nicht verraten hat sondern zu ih steht. Ihre Existenz beachtet und die Aufgabe übernahm, ihr eine gute Mutter zu sein.

Es ist meines Wissens eine anerkannte psychotherapeutische Übung: lass die Kleine manchmal aus Dir
heraustreten und setze sie neben Dich auf die Couch. Koch ihren Lieblingspudding und Du kannst
Dir sicher sein, sie ist es die ihn genießen wird. Je mehr Du ihr verständlich machst, dass sie nun
über eine wehrhafte und selbstständige erwachsene Schale verfügt, die sie nicht vergisst oder
ausblendet, desto gestärkter wirst Du Dich ingesamt fühlen und auch fröhlicher, lebenslustiger werden. Denn jetzt ist sie nicht mehr alleine auf sich gestellt und sie in Deinem erwachsenen Selbst, mit Deinen erweiterten Fähigkeiten die Außenwelt zu meistern, geborgen.

Trotz allem wird sie immer wieder rückfällig werden und schwierig. Dann kommt es drauf an, ob wir wirklich zu uns selber stehen, oder genervt uns selbst mit derselben, nachgeahmten Ungnade begegnen, die unser inneres Kind als normale Behandlung erfahren hat. Schließlich ist unsere erwachsene Schale trotz aller Solidarität auch kein Heiliger. Dann ahmen WIR selber Mutter und Vater nach und es ist an uns, innezuhalten Uns wieder zu erinnern, es geht doch um um uns selbst, warum greifen wir uns selber an, statt uns zu verteidigen. .Wir, das Welten erschaffende Untier sind in der Lage über uns selber zu urteilen "Ja, eigentlich hat sie es verdient, immer schon und ich mochte sie nie" Als Laie frage ich mich manchmal, ob man sein quälendes Über Ich nicht an den Pfahl binden und verbrennen sollte. Ihre Inflitrationen bleiben auch alle da und wir müssen auf der Hut sein. Wir müssen auf der Hut sein, dass unserer innerer Vater uns kein Bewerbungsgespräch versaut und in noch 1000 anderen Situationen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Larana76

Mitglied
Doch nicht das Kind hat begonnen, sich selbst in den Schlaf zu wiegen. Du kamst endlich in die
Situation, dies für Dein innerliches Kind übernehmen zu können.

Der Mensch wächst wie ein Baum in Ringen. Unsere Entwicklung ersetzt nicht, was vorher da
gewesen ist. Unter unserer gegenwärtigen Schale leben alle diese Ausgaben unseres Selbst weiter und zwar sehr vital, wo sie es können und das erwachsene Selbst sie nicht zurück stößt. Das oftmals selber auf tragische Weise die Rolle der Eltern übernahm und seine Kinder - die seines oder ihres Selbst - in fremdem Namen weiter quält.

Die kleine Larana hat aber das Glück, dass ihre erwachsene Ausgabe sie nicht verraten hat sondern zu ih steht. Ihre Existenz beachtet und die Aufgabe übernahm, ihr eine gute Mutter zu sein.

Es ist meines Wissens eine anerkannte psychotherapeutische Übung: lass die Kleine manchmal aus Dir
heraustreten und setze sie neben Dich auf die Couch. Koch ihren Lieblingspudding und Du kannst
Dir sicher sein, sie ist es die ihn genießen wird. Je mehr Du ihr verständlich machst, dass sie nun
über eine wehrhafte und selbstständige erwachsene Schale verfügt, die sie nicht vergisst oder
ausblendet, desto gestärkter wirst Du Dich ingesamt fühlen und auch fröhlicher, lebenslustiger werden. Denn jetzt ist sie nicht mehr alleine auf sich gestellt und sie in Deinem erwachsenen Selbst, mit Deinen erweiterten Fähigkeiten die Außenwelt zu meistern, geborgen.

Trotz allem wird sie immer wieder rückfällig werden und schwierig. Dann kommt es drauf an, ob wir wirklich zu uns selber stehen, oder genervt uns selbst mit derselben, nachgeahmten Ungnade begegnen, die unser inneres Kind als normale Behandlung erfahren hat. Schließlich ist unsere erwachsene Schale trotz aller Solidarität auch kein Heiliger. Dann ahmen WIR selber Mutter und Vater nach und es ist an uns, innezuhalten Uns wieder zu erinnern, es geht doch um um uns selbst, warum greifen wir uns selber an, statt uns zu verteidigen. .Wir, das Welten erschaffende Untier sind in der Lage über uns selber zu urteilen "Ja, eigentlich hat sie es verdient, immer schon und ich mochte sie nie" Als Laie frage ich mich manchmal, ob man sein quälendes Über Ich nicht an den Pfahl binden und verbrennen sollte. Ihre Inflitrationen bleiben auch alle da und wir müssen auf der Hut sein. Wir müssen auf der Hut sein, dass unserer innerer Vater uns kein Bewerbungsgespräch versaut und in noch 1000 anderen Situationen.
 

Larana76

Mitglied
Hallo Bertil,
Stimmt, diese innere Stimme kenne ich. Ich hatte das Glück in meiner Kindheit, um Bezugspersonen außerhalb der Familie zu haben. An deren Werte habe ich orientiert und diese Personen haben mir das Gefühl gegeben, etwas wert zu sein. Es gibt immer wieder Situationen, in denen das Über-Ich Kontrolle übernehmen möchte. Ich bin mir darüber bewusst und es gibt immer wieder Kämpfe mit den Stimmen, die einem mitteilen, dass man nichts taugt, ein Versager ist usw. Ich denke, dass, wenn man sein eigenes Kind lernt zu lieben, zu akzeptieren und zu beachten, dass man sehr stark wird und in diesen Kämpfen die Oberhand behalten kann...
 

bertil

Aktives Mitglied
Wenn das dein Jahrgang ist, meiner ist 1972 und für mich war es wichtig zu erkennen, dass meine Elterngeneration alles Andere als ausgeglichen ist. Sie hatten eine entbehrungsreiche Jugend. Der Vater sehr auf Materielles fokussiert, die Mutter auf althergebrachte Sitten. Die Vorstellung von Rocknroll, Beehive zum Kofferplattenspieler ist eben eine comichafte Idealvorstellung. Wenn ich die alten Bilder meines Vater sehe, 43 geboren und mit viel zu großem Kopf zum dürren Körper, dann fühle ich mich wieder ein Stück versöhnt. Mehr noch, dann empfinde ich Trauer um ihn weil das alles so unwirklich weit ist von heutigen Lebensstandards und so armselig. Selbst in ein ungeheures Chaos geboren, das ja noch viel länger anhielt als wir heute gemeinhin annehmen. Von Peter Kraus und "hysterischen 50er Komödien" plakativ überspielt zogen sich Mangel und Entbehrung noch lange hin. Manchmal denke ich: was soll ich denn wollen von dem Männlein mit zu großen Augen, das mit dem Kindertransport verschickt werden musste, um auf genügend Kalorien zu kommen. Dazu die Verunsicherung, mitten in dem Elend von den Eltern fortgenommen zu werden. Ich empfinde sehr mit ihnen, aber ich gebe ihnen keine Kompetenz mehr über mein heutiges Leben. Auch die Ungerechtigkeit muss man ihnen zugute halten, dass sie alle keine Therapie hatten. Daran war gar nicht zu denken und Du weißt ja, bis vor wenigen Jahrzehnten wagte man nicht einmal das Wort "Depression" auszusprechen. Wie es bei Dir ist weiß ich nicht. Ich bin auf dem Weg, mich mit dieser Generation zu versöhnen, ohne ihnen wieder Macht über mich geben zu wollen. Nicht aus Mangel an Respekt. Sie haben uns viele Dinge voraus. Aber nie die Chance auf eine Therapie gehabt, wenig Ahnung von Herzlichkeit, immer auf den eigenen Suppenlöffel konzentriert. Der alte Chauvy im Cabrio signalisiert ja nix Anderes als "seht her, ich hab den Suppentopf geklaut haha" Was alles eine große Tragik enthält. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, aber wir sollten zusehen, dass diese Anteile einer schlechten, mangelhaften Zeit an unseren Eltern in uns selber weiter reduziert wird.
 

Larana76

Mitglied
Wenn das dein Jahrgang ist, meiner ist 1972 und für mich war es wichtig zu erkennen, dass meine Elterngeneration alles Andere als ausgeglichen ist. Sie hatten eine entbehrungsreiche Jugend. Der Vater sehr auf Materielles fokussiert, die Mutter auf althergebrachte Sitten. Die Vorstellung von Rocknroll, Beehive zum Kofferplattenspieler ist eben eine comichafte Idealvorstellung. Wenn ich die alten Bilder meines Vater sehe, 43 geboren und mit viel zu großem Kopf zum dürren Körper, dann fühle ich mich wieder ein Stück versöhnt. Mehr noch, dann empfinde ich Trauer um ihn weil das alles so unwirklich weit ist von heutigen Lebensstandards und so armselig. Selbst in ein ungeheures Chaos geboren, das ja noch viel länger anhielt als wir heute gemeinhin annehmen. Von Peter Kraus und "hysterischen 50er Komödien" plakativ überspielt zogen sich Mangel und Entbehrung noch lange hin. Manchmal denke ich: was soll ich denn wollen von dem Männlein mit zu großen Augen, das mit dem Kindertransport verschickt werden musste, um auf genügend Kalorien zu kommen. Dazu die Verunsicherung, mitten in dem Elend von den Eltern fortgenommen zu werden. Ich empfinde sehr mit ihnen, aber ich gebe ihnen keine Kompetenz mehr über mein heutiges Leben. Auch die Ungerechtigkeit muss man ihnen zugute halten, dass sie alle keine Therapie hatten. Daran war gar nicht zu denken und Du weißt ja, bis vor wenigen Jahrzehnten wagte man nicht einmal das Wort "Depression" auszusprechen. Wie es bei Dir ist weiß ich nicht. Ich bin auf dem Weg, mich mit dieser Generation zu versöhnen, ohne ihnen wieder Macht über mich geben zu wollen. Nicht aus Mangel an Respekt. Sie haben uns viele Dinge voraus. Aber nie die Chance auf eine Therapie gehabt, wenig Ahnung von Herzlichkeit, immer auf den eigenen Suppenlöffel konzentriert. Der alte Chauvy im Cabrio signalisiert ja nix Anderes als "seht her, ich hab den Suppentopf geklaut haha" Was alles eine große Tragik enthält. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, aber wir sollten zusehen, dass diese Anteile einer schlechten, mangelhaften Zeit an unseren Eltern in uns selber weiter reduziert wird.
 

Larana76

Mitglied
Hallo Bertil,

Richtig erkannt, wir haben ungefähr den gleichen Jahrgang. Ich finde es schön und stark von Dir, dass Du Verständnis für das Verhalten Deiner Eltern aufbringen kannst und ihnen für ein Stück verziehen hast. Bei meinem Erzeuger kann ich noch für ein Stück Verständnis aufbringen, erwarte aber den ersten Schritt von ihm, weiß aber auch, dass dieser Schritt nie kommen wird. Damit kann ich gut leben, das macht die Dinge wesentlich einfacher... Bei meiner Erzeugerin ist das eine ganz andere Sache. Sie hatte gute Eltern und eine schöne Kindheit. Allerdings fing sie in der Pubertät an, kriminell zu werden und mit allen möglichen Typen in die Kiste zu steigen. Sie hat ihre Kinder manipuliert und für ihre eigenen Zwecke eingesetzt. Zum Glück habe ich mich von kleinauf distanziert, soweit dies möglich war. So kannte ich den Schaden begrenzen. Sie hatte die Möglichkeit zur Therapie, sehr früh ist sie bereits beim Psychologen gewesen, aber sie wollte nicht. Ich tippe auf eine antisoziale Persönlichkeitsstörung. Später fing die dann noch mit dem Trinken an. Vor Jahren habe ich sie wählen lassen, Therapie oder Tochter und sie hatte sich in diesem Moment gegen mich entschieden. Sie nutzte mich wie immer für ihre eigenen Zwecke aus. Dann war der Ofen für mich aus und mittlerweile sind jegliche Gefühle gestorben. Mir ist egal, was sie tut, ob sie lebt oder tot ist. Ich liebe sie nicht, ich hasse sie nicht. Normalerweise bin ich jemand, der nicht nachtragend ist, hier sind die Dinge allerdings so schwerwiegend, dass ich kein Verständnis aufbringen oder verzeihen kann. Ich belasse es einfach dabei. Diese Frau ist pures Gift, und das einzige, was mir half, war, den Kontakt komplett abzubrechen und mich auf die positiven Dinge, Menschen und auf mich selbst in meinem Leben zu konzentrieren. Man hat nur ein Leben und das sollte man möglichst schön gestalten.
 

bertil

Aktives Mitglied
Folgender Gastessay auf alicemiller.com hat mir geholfen. Das Buch um dass es in diesem Auzsug
geht, "Abschied von den Eltern" habe ich noch ungelesen herumstehen. Warum kann ich nicht sagen. Wohl auch wegen widerstreitender Gefühle, sich damit wieder auseinanderzusetzen.

 

Larana76

Mitglied
Folgender Gastessay auf alicemiller.com hat mir geholfen. Das Buch um dass es in diesem Auzsug
geht, "Abschied von den Eltern" habe ich noch ungelesen herumstehen. Warum kann ich nicht sagen. Wohl auch wegen widerstreitender Gefühle, sich damit wieder auseinanderzusetzen.

Stoff zum Nachdenken... sehr interessanter Artikel. Im Augenblick fühlt sich das kleine Kind pudelwohl und scheint nicht mehr auf der Suche zu sein. Zeigen wird sich das erst, wenn ein Elternteil im Sterben liegt oder gestorben ist. Dann werde ich zu 100% wissen, ob das Kind mir nichts vorgemacht hat. Ich habe sehr viel Parallelen in diesem Artikel zu mir selbst finden können. Ich war das böse Kind und wurde verstoßen. Auch teilweise von meinem Geschwistern. Mein Bruder ist vor kurzem an seiner Drogensucht gestorben. Er war das gute Kind. Die Beziehung zwischen uns war destruktiv, auch hier habe ich notgedrungen den Kontakt abbrechen müssen. Nach seinem Tod hatte ich dennoch ein enormes Mitgefühl, da er auch ein Opfer war. Allerdings habe ich mir keine Selbstvorwürfe gemacht....

Danke für diesen Beitrag.
 

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