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Geschlagen, ausgenutzt und gedemütigt...

  • Starter*in Starter*in Christina
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C

Christina

Gast
Er hat mich behandelt wie Dreck

Hallo,

ich hatte mal jemanden kennengelernt, der sehr weit weg von mir wohnte... . Wir waren echt überglücklich und haben uns wahnsinnig geliebt (mal meinerseits) nach mehreren Besuchen beschlossen wir zusammen zu ziehen. Ich hab für ihn meine Schule auf und suchte mir an seinem Wohnort eine Lehrstelle. Dann zog ich bei ihm und seiner Familie ein. Es zeigten sich früh schon die ersten Probleme. Er war nie da und ich kannte keinen und saß alleine zu Hause rum. Er hatte nie Geld und lebte von meinem Geld, immer schnorrte er mich an. Sexuell beutete er mich total aus.. er wollte jeden Tag, auch wenn ich tot müde war und ließ mich nicht schlafen. Ich hatte keinen Führerschein und war darauf angewiesen,d ass er mich morgens zur arbeit fuhr. Er stand aber nicht auf, obwohl ich das auto bezahlt hatte. Dann fing er an mich zu schlagen, ziemlich brutal. Und warf mich letzten Endes sogar raus und verdrosch mich. Er würgte mich, schlug mich, bedrohte mich mit einem Luftgewehr.... Zwei Monate ist das jetzt her, aber igendwie hänge ich immer noch an ihm, obwohl er mir so viel angetan hat. Ich habe sogar meine Stelle wegen ihm verloren... Ich habe keine Freunde mehr und sitze nur noch zu Hause rum... Ich weiß nicht, wie ich über diese derbe Enttäuschung und dieses Vermissen.. und das, dass ich ihn irgendwie immer noch liebe.. ich weiß nicht. Ich will endlich drüber hinweg kommen, weil es ist nicht gerechtfertig ihn noch zu lieben. Ich schwelge nur noch in Erinnerungen und weiß nicht, wie ich von ihm loskomme, obwohl ICH den schlussstrich gezogen und den Kontakt unterbunden habe... für ein paar Tips wäre ich sehr dankbar
 
Hallo Christina,

herzlich willkommen und zunächst einmal Glückwunsch, dass du dich aus eigener Kraft von diesem schlechten Kerl loseisen konntest.

Was wichtig für dich wäre zur Verarbeitung der vergangenen durchaus traumatischen Erfahrungen ist sicherlich eine Therapie....denn Psychologen können dir sehr wertvolle Tipps geben, wie du mit diesen Dingen umgehen kannst, ohne dass sie dich allzu sehr belasten...Du solltest dir wert sein den Kopp frei zu kriegen für eine unbelastetere Zukunft....womit wir beim zweiten Stichwort sind: SELBSWERTGEFÜHL...das ist ein ganz essenzieller Gesichtspunkt, der auch in einer guten Therapie herausgearbeitet wird/werden kann und sollte.
Da muss mal ein wenig in deiner Seele gegraben werden und nach den Ursachen geguckt werden, warum du dir so lange Zeit so viel hast gefallen lassen und wie du lernen kannst dich in Zukunft auf gute Art und Weise abzugrenzen und dich zu schützen. Das sind alles Dinge die an sich überlebensnotwendig sind.
Für Frauen mit Gewalterfahrungen gebe ich den Tipp möglichst breitflächig udn ganzheitlich vorzugehen...Therapie, Selbstverteidigungskurs, Aufbau von genügend Sozialkontakten, man braucht Menschen um sich Probleme von der Seele reden zu können, um inneren Druck abzubauen...seine Meinung mit anderen Meinungen abzuchecken um ein realistisches Weltbild zu erhalten...ansonsten vertützelt man sich oft in seiner eigenen Logik und hängt in einigen Punkten fest...also nutze das Übermaß an Menschtum an dich herum, deren Wissen, Meinungen und helfenden Hände! Eine Therapie kostet dich ja nix, und bringt dir sehr viel!

Wichtig ist, dass du dir neue Perspektiven aufbaust, Stück für Stück und auf keinen Fall dem schädlichen Gedanken verfällst, dass du im Leiden festhängen bleibst und nur rückwärts schaust...Die Vergangenheit ist wie sie ist...in deinem Fall (bei mir war es ähnlich: doofe Kindheit mit prügelndem Terror-Vater und höriger Mutter...apropos Hörigkeit...bei dir scheint es ja ähnlich gewesen zu sein? ) zu einem Teil besch***aber damit ist nun Schluß und ab jetzt geht es aufwärts!...Wenn du es willst und aktiv daran arbeitest! Das Leben hat noch reichlich Positives für dich zu bieten --> schnapp es dir!

Falls du nur noch niedergeschlagen und antriebslos bist: da könnte ne handfeste Depression vorliegen, die schleunigst fachärztlich behandelt werden sollte...wenn man da zu lange ist das nicht gut...es handelt sich hier um ein biochemisches Ungleichgewicht im Gehirn und zu lange sollte dieser Zustand nicht anhalten..das ist sehr schädlich. Eine gut abgestimmte Medikamentation kann dich schnell aus deinem "Loch" wieder rausholen und du hast dann auch mehr Energie zu einem normalen Leben...man muss diesen Rhytmus erstmal wieder finden...und auch wieder alte Freundschaften und Sozialkontakte reaktivieren oder neue Freundschaften knüpfen, in einen Verein, oder Kurse machen, Sport im Verbund etc. es gibt da ja zahlreiche Möglichkeiten, die du nutzen kannst...aber zunächst solltest du dich um deine seelische Gesundheit kümmern...mal ne ordentliche Psychohygiene beim Psychiater oder Psychologen starten, damit die Vergangenheit mal ein gutes Stück aufgeräumt und weggeräumt wird. Nur Mut du schaffst das!

Gruß
Tyra
 
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