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Geschafft - Ende einer einseitigen Liebe??

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J

JCR

Gast
Ich kam per Google auf dieses Forum Begriff "einseitige Liebe".
Ich fand einen Post der teilweise auf mein Problem zutraf. Aber weil ich gerne in Foren schreibe, schrieb ich selber nochmal. Außerdem mag vielleicht jemand aus meinen Fehlern lernen.

Ich litt seit fast sechs Jahren an einer einseitigen Liebesbeziehung.
Es fing in der Schule an. Ich war nicht gerade der Supertyp, sie ein Mauerblümchen. Aber ich bemerkte, daß sie mir irgendwie ähnlich war, um nicht zu sagen, eigentlich dachten wir oft dasselbe. Nunja, die Zeit verging und nach so einem halben Jahr verstanden wir uns wirklich prächtig und mein Selbstvertrauen war soweit, nunmal konkretere Avancen zu machen. Auch sie hatte sich stark verändert, vielleicht sogar WEIL jemand sie bemerkt hatte. Langsam kam ich zu dem Schluß daß wir irgendwie füreinander bestimmt waren. Es paßte einfach alles. Ich dachte ja, ich hätte alle Zeit der Welt. Das war leider ein Irrtum. Als ich von einem Austausch wiederkam, stellte ich mit Entsetzen fest daß unsere übliche Klassen-Mädchenclique sie aufgenommen und mit einem wirklich tumben Typen verkuppelt hatte. Nun machte ich den wohl größten Fehler meines Lebens. Es war im November 1998 (der November zieht sich wie ein roter Faden durch diese Geschichter) als ich ihr gestand, daß ich sie liebte. Ihre Reaktion damals war blankes Entsetzen. Für ein Jahr redeten wir nicht miteinander, obwohl ich mich immer fragte, was für ein Verbrechen ich begangen hatte. Mit meinem Schritt wollte ich sie ja nicht rumkriegen, sondern die ganze Sache halbwegs ehrenvoll zuende bringen. Ich war also ziemlich blöd.
Die Verkuppelei funktionierte nicht und sie war nach 2 Wochen wieder solo, aber was geschehen war, war geschehen. Ihre Art mir gegenüber hatte sich für immer verändert. Die Abneigung verschwand nach ein paar Monaten. Wir liefen uns schließlich täglich über den Weg, da war das albern, das sah sie ein. Aber was darauf folgte (und bis heute andauert) war etwas schlimmeres. Ein Mischung aus distanzierter Freundlichkeit, aber mit schroffem Zurückweisen gemischt. Warum ich sie damals immernoch liebte, weiß ich nicht. Vielleicht weil es auf unserer Schule niemanden gab der ihr in irgendeiner Form das Wasser reichen konnte, noch dazu war mein Selbstvertrauen auf dem Nullpunkt. Schließlich mußten wir unsh jeden Tag miteinander rumschlagen. Nach dem Abitur sah ich sie eine Zeitlang kaum. Wenn ich vom Bund nach Hause kam, sah ich sie ein paarmal, ich schrieb ihr zwei oder drei Briefe, die alle unbeantwortet blieben. Aber das lag auch daran, daß ich schlichtweg kein anderes Mädchen hatte, an das ich Briefe schreiben konnte, und meine Kameraden schrieben ja auch alle.
Nach der Bundeswehrzeit ging ich nach Hause zurück um zu studieren. Auf der Erstsemesterparty traf ich sie wieder, wir verstanden uns wunderbar. Auf der nächsten Party ignorierte sie mich schlichweg. Ich betrank mich fürchterlich und wäre auf dem Rückweg beinahe von einer Straßenbahn überfahren worden...
Meine Freunden sagte ich, es wäre meine Exfreundin, eine rationale Erklärung die jeden Ärger und alles erklärt. Ich wollte ja nicht als verrückt dastehen.
Danach passierte eine Weile garnichts, ich fand Freunde, Bekannte und sogar ne Freundin, bis letzes Jahr. Da ging mir die Beziehung in die Brüche noch bevor ich mir so richtig klarwar, daß es eine war, meine Freundin sagte mir, ich hätte ihr nicht klargemacht, daß sie mir etwas bedeutet. Ich fiel in ein tiefes Loch (und zwar nicht nur bildlich gesprochen, das passierte mir tatsächlich! Dank Alkohol fiel ich in eine Baugrube...😉) und sinnierte darüber nach, warum. Mir fiel auf, daß ich nur einer einzigen Frau jemals wirklich ins Gesicht gesagt hatte, daß ich sie liebe. Das war an jenem 17. November 1998. Ich konnte es nicht mehr seitdem.
In dieser Nacht erlitt ich einen üblen Rückfall. Ich schob alles auf meine Endlosliebe und hoffte irgendwie, daß sie mich von dieser Sache erlösen könne.
Ich sah sie nicht wieder bis November 2003, und auch dann nur zufällig. Als ich wieder mit ihr redete, wickelte sie mich wohl um den Finger. Nach so langer Zeit hatte ich vergessen gehabt, was mich an ihr so fasziniert hatte und nun stellte ich fest daß sie so war wie ich sie in Erinnerung gehabt hatte.
Wir unternamen ein paarmal was zusammen, bis eines Tages sie völlig schroff war und einmal sogar vor mir davonrannte, nachdem sie zwei Wochen vorher mir noch Honig ums Maul geschmiert hatte. Ich schrieb ihr ein paar böse SMS und zum Dank strafte sie mich mit Schweigen, was noch viel schlimmer war. Sie hatte auch eine raffinierte Methode: Ich konnte nie mit ihr reden, immer war jemand da, es war keine Zeit oder ich vergaß es. Ans Telefon ging sie nie, nur SMS beantwortete sie. Im Februar 2004 (am Valentinstag!) rief sie an und wollte mit mir fortgehen! Nach 2 Monaten Funkstille. Und ich sagte ja. Naja, es kam wie es kommen mußte, der Abend wurde zu einer Katastrophe, an deren Ende sie und ihre Schwester mich wie einen Trottel aussehend loswurden.
Wie desaströs es war stellte ich erst fest als danach totale Funkstille herrschte und sie bei zufälligen Treffen kein Wort für mich übrighatte.
Bis diesen November sah ich sie nicht mehr. Eines Morgens stand sie an der Ubahnhaltestelle und lächelte mich an als ich die Rolltreppe herunterkam. Sie war die Freundlichkeit in Person. Ich sagte ihr daß eine Feier wäre, sie sagte sie käme. Erst danach fiel mir auf was anders war. Ein Teil von mir freute sich ob ihrer Freundlichkeit, der andere war schlicht irritiert und wütend. Ich wollte mich nicht mehr so behandeln lassen. Auf der Feier schnitt ich sie, und als ich sie nächste Woche (absichtlich) wiedersah, war ich sehr unfreundlich zu ihr. Ihr "ja gut, dann laß ich dich eben in Ruhe" war sehr schön.
Jetzt ist das alles eine Woche her, und ich fühle mich als in gewisser Weise wie ein Beinamputierter. Es ist etwas weg, in gewisser Weise schade daß es weg ist, aber auch gut so. Aber hinzu kommt so eine lauernde Angst, daß dieses Krebsgeschwür, daß mal Liebe war, aber seinen Sinn vor langer Zeit verlor, wiederkommt.
Heute fragte mich ein Abikamerad nach ihr (sie hatte am Mittwoch auch nach ihm gefragt als ich ihr sagte daß ich ihn wiedergetroffen hätte) und führte ein Gespräch "unter Männern" über sie, worin er mir gestand daß er sie "beinahe Ge****" hätte und auch heute nochmal gerne was mit ihr hätte. Ich sagte ihm das wäre zuviel Streß und er stimmte mir zu daß sie "etwas seltsam" wäre, aber das mache ja den Reiz aus.
Vor einem halben Jahr hätte ich ihn im Geiste erwürgt, mir wäre speiübel geworden, aber nun empfand ich nur ein Aha-Erlebnis, daß meine Holde es nicht geschafft hatte (trotz beiderseitigen Interesses) bei ihm zu landen. Ich war einmal nicht der einzige, der gelitten hatte! Außerdem bin ich wohl der einzige Mann der noch so bescheuert war, an eine romantische Beziehung zu denken, zumindest mit ihr. Dazu muß man wissen, daß sie meines Wissens in diesen sechs Jahren keinen Freund hatte. Viele Bekannte von mir hatten es versucht, waren aber immer in letzter Sekunde von der Bettkante geschubst worden. Bei ihnen hieß sie schon "beinahe-Schlampe".
Wenn ich ein guter Mensch wäre, müßte ich die beiden wohl verkuppeln. Nur bin ich kein guter Mensch. Zudem mag ich seine Freundin, und die hat das nicht verdient. Außerdem da ich wie gesagt kein guter Mensch bin wünsche ich meiner großen Liebe die Pest an den Hals. Mir wäre es am liebsten sie bliebe ihr ganzes Leben so unglücklich wie sie es ist. Sie hat vielleicht den einzigen, der sie jemals geliebt hat, in den Schmutz gestoßen, sie hat es nicht anders verdient. Wenn sie ein armes unschuldiges Wesen wäre, daß nichts von meinen Gefühlen wußte, so wäre sie schuldlos. Aber sie tat, wann immer ich sie sah, alles um mich zuerst aufzubauen und dann wieder wegzustoßen. Sie ist entweder bösartig oder krank.

Der langen Rede kurzer Sinn:
- Ich habe sechs Jahre meines Lebens mehr oder weniger damit verschwendet, diese Frau anzuhimmeln. Was auch immer ich tat oder dachte, sie war immer im Hintergrund. Ich hielt ständig nach ihr Ausschau. Aber ich war nie ein Stalker oder sowas. Ich hatte die gesamte Zeit ihre Handynummer, Emailadresse und Adresse, dennoch habe ich sie außer in den kurzen "Kontaktphasen" (wo sie dann auch antwortete) nie angerufen oder sonstwie kontaktiert. Ich habe nicht einmal ein Photo von ihr, außer denen in der Abizeitung und die schaue ich mir nie an. Eigentlich war ich froh, sie nicht zu sehen oder zu sprechen. Sie zu sehen ist Streß. Sie nicht zu sehen war viel einfacher. Sie hat offensichtlich psychische Probleme. Das ist nicht mein Problem, aber eine normale Frau hätte die ganze Sache anders angefangen. Bei meiner zwischenzeitlichen Beziehung war es ja schließlich auch möglich "Freunde zu bleiben". Bei ihr bleibt auch jetzt nur Haß
- Ich stehe zur Zeit wieder vor demselben Problem. Ein Grund warum sie nicht mehr diese Wirkung auf mich hat ist einfach. Ich kenne jetzt eine Frau die ihr das Wasser reichen kann, ohne diese "Nebenwirkungen". Problem ist, ich habe entsetzliche Angst, dieses zarte Pflänzchen Zuneigung, das da ist, zu zerstören. Ich will das nicht nochmal erleben. Vor allem will ich diese Frau nie hassen müssen. Zum erstenmal seit sechs Jahren habe ich mich wirklich verliebt. Ich hatte mir vorgenommen daß das nicht mehr passiert! Ich hab schon überlegt ob es nicht besser wäre, sie sang- und klanglos in Ruhe zu lassen, anstatt sich dieser Gefahr auszusetzten. Problem ist, ohne sie kriege ich vielleicht einen Rückfall. Immer wenn ich meinen Haßgefühlen für meine "große Liebe" freien Lauf lasse (Keine Sorge, diese erschöpfen sich darin, sie an einer Bahnstation oder in der Uni anzuschreien), muß ich nur an sie denken und ich muß lächeln.

Ich hoffe nur daß das so bleibt und daß ich diese Krankheit wirklich losgeworden bin. Denn "einseitige Liebe" war es vielleicht ein Jahr lang. Danach war es ein Gefühlsrest, der keinen Sinn mehr hatte, aber nicht sterben wollte. Ich machte mir (bis auf November 2003) nie Illusionen, mit ihr zusammenzukommen, aber trotzdem wurde ich sie nie wirklich los. Vielleicht kann ich dieses emotionale Krebsgeschwür nun begraben...
 
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